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«erlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 krei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die 10gespaltene mm-Zeile RMO.ld Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle Papen- durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12. im Textteil RM 0 50, auswärts RM 0.70, Pratze 15. Redaktion Langenstr.48. Sprechstunden der Redaktion: Vorauszahlbar.BeiBetriebsstörung,Streik,Verbot Aussperrung Stellengesuche RM0.04. Sonstige kleine Anzeigen RM O.OL
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Wann gleißt pspsn sin?
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Die politische Notverordnung unterzeichnet.
Berlin, 15. Juni. Die politische Notver- vrdnung der Reichsregierung, die u. a. auch die Frage des SA-Verbots behandelt, trägt das Datum des heutigen Tages mit der Unterschrift des Reichspräsidenten. Den Vertretern der Länder wird der Inhalt der Verordnung heute nachmittag im Reichs- innenministerium mitgeteilt. Mit der Veröffentlichung der Verordnung ist nach wie vor für Donnerstag zu rechnen. Die Verordnung erscheint morgen nachmittag im Sieichsgesetzblatt, sie tritt am Freitag in Kraft.
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Berlin, 16. Juni. Im Reichsinnenministerium fand am Mittwoch nachmittag eine Konferenz statt, in der den Vertretern der Länder die innerpolitische Notverordnung mitgeteilt wurde. Die Notverordnung umfaßt sowohl die Aufhebung des SA.- und des Uniform-Verbots, wie die Neuregelung der Pressevorschriften, des Versammlungs- und
seien, wenn irgend einem Teil des Reichsgebietes durch die neue Regelung Schwierigkeiten entstehen sollten und daß diese Entschlossenheit vor allem
auch für die Wicderzulassung der Uniformen
gelte. Die neue Verordnung spreche nicht von militärischen Verbänden, sondern von „Verbänden, die in geschlossener Ordnung auftreten" und verpflichte solche Verbände, ihre Satzungen auf Verlangen dem Innenminister mitzuteilen und sich Anordnungen des Innenministers zu fügen. Der Reichsinnenminister erhalte auch die Ermächtigung, einzugreifen, sobald sich Unzuträglichkeiten herausstellen.
Von besonderer Bedeutung sei es, daß der Innenminister auf Beschwerden hin in einzelnen Teilen des Reiches eingreifen und Sonderregelungen treffen könne. Darin liege indirekt die Bestimmung, daß nicht die Landesregierungen direkt bei dem Auftreten von Schwierigkeiten eingreifen,
sondern daß sie sich beschwerdefiihrend an den Reichsinnenminister wenden müßten, der dann entscheide und Anordnungen treffe. Von besonderer politischer Bedeutung sei es weiterhin, daß von der für die Verbände aller Parteien geltenden Regelung die Kommunisten ausdrücklich ausgeschlossen würden.
Die Hauptstrafe bei Verstößen gegen die Verordnung bleibe die Auflösung von Verbänden. Bei den Bestimmungen über Versammlungen und Demonstrationen erhalte der Reichsinnenminister das Recht, eine Pflicht zur polizeilichen Anmeldung von Versammlungen für einzelne Reichstcile anzuordnen. Er könne bestimmen, daß in einzelnen Reichsgebieten Versammlungen verboten oder von bestimmten Bedingungen abhängig gmacht werden. Bei Rohheitsdelikten und bei Waffenmitz- brauch würden neue besonders schwere Strafvor- schriften eingeführt.
Zeitungen und Zeitschriften könnten künftig nicht bei Gefährdung der Ruhe und Ordnung, sondern auch bei Gefährdung „lebenswichtiger Staatsinteressen" verboten werden.
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Berlin, 15. Juni. Als Dienstagnachmittag bekannt wurde, daß die Sender München, Stuttgart und Karlsruhe sich weigerten, die Rede Gregor Strasfers von der Deutschen Welle zu übernehmen, sprachen unser Pg. Straffer und Hinkel bei dem Reichsinnenminister von Gayl vor, um gegen diese unerhörten Methoden der nur noch geschäftsführenden Ministerien der süddeutschen Länder Protest zu erheben. Reichs- inncnminister von Gayl gab unseren Parteigenossen aus ihre Vorstellungen hin die Erklärung ab, daß es sich bei der Rede Gregor Strassers nicht um eine der für alle Parteien geplanten Wahlreden handele, und daß er deshalb keine Möglichkeit habe, gegen die Weigerung der süddeutschen Sender vorzugehen. Minister von Gayl erklärte, daß er für die kommenden Wahl- reden, die paritätisch gehandhabt werden sollen, Verhandlungen mit den süddeutschen Ländern Plane, um die Uebertragung dieser Reden auf allen deutschen Sendern zu erreichen.
Unser Pg. Straffer und Hinkel erklären dem Minister, daß die nationalsozialistische Bewegung es sich selbstverständlich vorbehalte, mit ihrer Organisation die notwendigen Schritte gegen die süddeutschen Sender zu unternehmen.
Deinonstrationsrechts usw. Die Vertreter der Länder haben sich in der Besprechung die Stellungnahme ihrer Regierungen vorbehalten. Der Reichsinnenminister hat die Bedenken der süddeutschen Regierungen abzuschwächen versucht, indem er ausdrücklich versicherte, daß alle Reichs- tnstanzen zu sofortigem Eingreifen entschlossen
Braunschweig, 15. Juni. Am Dienstag abend unternahm das Reichsbanner vor einer sozialdemokratischen Versammlung einen verbotenen Umzug durch Langeshcim. Die Nationalsozialisten wollten einen Ausspracheredner. in die Versammlung entsenden, wurden aber schon auf dem Platz vor dem Versammlungslokal vom Reichsbanner aufgehalten. Als der sozialdemokratische Redner und der Redner der NSDAP. miteinander verhandelten, wurden die Nationalsozialisten vom Reichsbanner umzingelt. Auf ein Kommando wurde mit Spitzhacken, Mistgabeln, Beilen und Zaunlatten auf die Nationalsozialisten eingeschlagen. Zunächst fielen zwei Schreckschüsse; dann wurde vom Reichsbanner auch scharf geschossen. Auf Seiten der Nationalsozialisten gab es zahl
reiche Verletzte. Mehrere Leute brachen blutüberströmt zusammen. Die Nationalsozialisten waren den Hunderten von Reichsbannerleuten gegenüber wehrlos. Schließlich forderten sie Verstärkung an, da die Polizei versagte. Sie zogen geschlossen zu dem Lokal der SPD. und umstellten es, um die Schützen durch das Ueberfallkom- mando feststellen zu lassen. Während der Umstellung wurde aus dem Lokal wiederum geschossen. Nach Erscheinen des Ueberfall- kommandos zogen sich die Nationalsozialisten sofort zurück. Es fand dann eine Durchsuchung des Saales statt, wobei erhebliche Mengen an Waffen, Gummiknüppeln und sonstigen Schlaginstrumenten gefunden wurden.
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Oldenburg, 16. Juni.
Die Nationalsozialistische Fraktion des Oldenburgischen Landtages, der heute zu seiner Eröffnungssitzung um 11 Uhr morgens zusammentritt, hat am Mittwoch nachmittag eine mehrstündige Sitzung abgehalten. Von der Partei wurde dann mitgeteilt, daß die Wahl des Gauleiters Karl Röver zum Ministerpräsidenten, die bereits am 2. Juni von Adolf Hitler bestimmt ist, von der Fraktion einstimmig gebilligt wurde. Weiter teilte die Partei mit, daß zum Landtagspräsidenten und Abgeordneten Reichsbahnobersekretär Georg Joel vorgeschlagen wird. Joel gehörte dem vorigen Landtag, der 1931 gewählt wurde, ebenfalls an und ist auch seit November 1930 Mitglied des Oldenburgsichen Stadtrates.
Der zum Ministerpräsidenten vorgeschlagene Gauleiter Röver ist seit Ansang 1923
ständig propagandistisch für die NSDAP. tätig gewesen, seit 1924 ist er Stadtratsmitglied in Oldenburg, seit 1928 Oldenbur- gischer Landtagsabgeordneter und Gauleiter des Gaues Weser-Ems der NSDAP. Röver gehörte seit 1930 dem vorigen Reichstage an. Er ist Kriegsteilnehmer und 1889 geboren.
Weiter wurde mitgeteilt, daß die NSDAP einen Antrag im Landtag einbringen werde, die Zahl der Minister neben dem Ministerpräsidenten von zwei auf einen herabzusetzen. Dieser Antrag ist verfassungsän- dernd, weshalb die Wahl des zweiten Ministers wahrscheinlich erst in der nächsten Woche erfolgen kann, der vom Ministerpräsidenten verfassungsmäßig vorzuschlagen ist. Im übrigen werden die Nationalsozialisten einen Antrag einbringen, die Ministergc- hälter aus 12 VW RM. herabzusetzen.
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Sozialdemokratisch-kommunistisch-zentrümliche
Waffenbrüderschaft?
Berlin, 14. Juni. Reichsbanner-General Höl« rermann, der unter dem Decknamen „Albert Gebhart" im Europahaus in Berlin eine geheime Reichsbannergeschästsstelle unterhält, hat bereits früher einmal Bürgerkriegsdrohungen ausgestoßen, die in einem Interview mit dem bekannten amc-> rikanischen Journalisten Kuickerbocker dokumenta-, risch festgelegt sind. Er hat ferner in einer Reichs-, bannerkundgebung am 11. Juni in Darmstadl nach dem „Berliner Tageblatt" wörtlich gedroht?
„Wenn es nottut, werden wir uns auch aufs außerparlamentarische Kräfte zu besinnen uns-, sen."
Wie Höltermann sich diese „außerparlamenta« rischen Kräfte" denkt, erhellt aus Erklärungen, dis er soeben dem dänischen Schriftsteller K. Bög-i Holm gegenüber abgegeben hat, die in der „Berlingske Tidende" veröffentlicht sind. Höltermann tut darin kund:
„Wir haben zirka 1,8 Millionen Mitglieder, wogegen die Sturmabteilungen der Nazis nur eine halbe Million umfassen und der Stahlhelm höchstens 3ÜÜ VÜ0 hat . . ., aber man darf nicht vergessen, daß unser Einfluß und unsere Macht viel weiter gehen ... 5 Millionen Gewerkschaftler stehen hinter uns an dem Tage, an dem wir sie brauchen.
Wenn es losginge, und wenn die Staatsmacht sich neutral verhalten würde, so gäbe es im Lause von 24 Stunden keine Nazi-Sturmabteilungen mehr. Jin übrigen stehen wir heute stärker da als jemals. Vor einem halben Jahr« mußten wir im Falle einer gefährlichen Situation einen kommunistischen Dolchstoß in dc« Rücken befürchten. Diese Gefahr besteht heute nicht mehr."
Was sagt der Reichsinnenminister zu diesen Ergüssen? Wäre es nicht geraten, dieses Geheimbüro im Europahaus, von wo aus alle Bürgerkriegsbefehle an das Reichsbanner ergehen, ebenso schleunigst auszuheben wie das Karl-Liebknecht- Haus, für das der „Angriff" die gleichen Treibereien nachgewiesen hat. Wie notwendig es ist, die Bürgerkriegshetzer unschädlich zu machen, beweist auch der „Vorwärts", der in seiner Sonntags« ausgäbe ebenfalls mit Gewalt droht, salls das SA.-Verbot aufgehoben wird.
Und nicht genug damit, auch das Zentrum hak sich in Konsequenz seiner Systemgefolgschaft in die Niederungen dieser Volksverräterischen Wühlereien hinabreißen lasten. Anläßlich einer Essener Tagung der katholischen Arbeitervereine Well- deutschlands, die unter zentrumsparlamentarischer Führung stehen, wurde an den Reichsinnenminister und an den geschäftsführenden Innenminister Preußens, den Reichsbannerpatron Severin g, folgendes gleichlautendes Telegramm gerichtet, das sich von den Bürgerkriegsdrohungen des Aesamt- marxismus nur mehr im Ton unterscheidet:
Die angekündigte Aushebung der S.-A.- uno SS.-Verbote läßt die in Esten versammelten Führer der katholischen Arbeiterbewegung West- deutschlands Gewalttätigkeit und Terror im Wahlkamps, besonders aus dem Lande, befürchten. Die katholische Arbeiterbewegung wird unverzüglich in Verbindung mit gleichgerichteten Volksverbänden ihre Schutz- und Abrvehrorgani» fationen verstärken.
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