kiNLsIpneis 1S k^-snnig
«M. IS. M IM » lIMXISI' M
krsis k^3.-
vvaklosrsammlung
17. 2uni in cisn Qsntralkallen Kecinsr:
p«. 2ilksns, Qauisttsr, Lsssn
VvLUwrMtiMMAaiWsMFcktNW
ParteiamMtdes 0ssav öerßttMrliMomlsosiEm
«erlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung; hiesige die lOgespaltene mm°Zeile RM0.10 Nationals^iallftlsche Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle Papew. durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12, im Lextteil RM 0 50, auswärts RM 0.70« straße 15. Redaktion Langenstr. 48. Sprechstunden der Redaktion: Vorauszahlbar.Bei Betriebsstörung,Streik,Verbot, Aussperrung Stellengesuche RM 0.04. Sonstige kleine Anzeigen RM 0.06^
Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernspr. Domsh.25878. usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugpr. Platzvorschristen ohne Verbindlichkeit.
IVIoi'ürlokumoiNe üsp KPD.
„Nols fskne" als rsnnoi'büi'o üdsp-ükpt
Das Ivkis /^ulgsdol
Alfred Henke — Alfred Faust.
Die „Bremer Volkszeitung" bringt in ihrer letzten Ausgabe unter der Aeberschrist „Gerüstet zum Kampf" folgende Notiz: ^
„Die Sitzung des erweiterten Parteivorstandes beschäftigte sich gestern abend mit der Reichstags- jandidatur für Bremen. Nach sachlicher und kameradschaftlicher Erörterung des Für und Wider, verzichtete Genosse Alfred Henke auf seine Wieder- vusstellung. Daraufhin beschloß der erweiterte Parteivorstand einmütig, der Mittwoch stattfindenden Mitgliederversammlung der SPD.-Bremen die Kandidatur des Genossen Alfred Faust zu empfehlen. Mit größter Befriedigung über den harmonischen Verlauf der Sitzung trennten sich die Genossen."
Diese vielsagenden Zeilen, die allzu krampfhaft den „harmonischen" Verlauf der Sitzung unterstreichen möchten, beleuchten blitzartig die Situation, in der sich die Sozialdeinokratie heute befindet. Als vor 20 Jahren der bremische Soztal- demokrat Henke in den Reichstag zog, wird er sicher wie viele der alten Garde der SPD. der Ueberzeugung gelebt haben, sich mft ganzer Kraft für das Wohl der deutschen Arbeiterschaft einzusetzen. Und wir glauben auch nicht zu viel zu sagen, wenn wir zum Ausdruck bringen, daß sich Henke trotz aller weltanschaulicher Gegensätze, und trotz des Bekenntnisses zur Internationalen sachlich um die Belange der Arbeiterschaft bemüht hat. Warum er scheitern mußte, ist bekannt. Das Wohl einer Klasse läßt sich nicht im Kampf gegen das .Volk, im Kampf gegen die Nation und ihre sittlichen Grundlagen erstreiten. Diese Erfahrung hat Aiicht nur Henke, haben unzählige Sozialdemokra- ten gemacht, die heute als ehrliche Kämpfer in den Reihen der braunen Armee stehen. Sie sind über den Klassenhatz hinausgewachsen und haben eingesehen, daß nur ein gesundes und wirtschaftlich starkes Volk, fundiert auf der nationalsozialistischen Gedankenwelt, der Arbeiterschaft Brot und Arbeit sichert. Wir wissen nicht, wie fern oder nah Henke dieser Erkenntnis steht, aber wir hören, daß er sein Mandat niederlegt. In einem Aufsatz, der bezeichnender Weise die Ueberschrift trägt: „Ein letztes Wort", sagt Henke, daß er aus Gründen, die hier unerwähnt bleiben können, ohne Erregung und ohne Bitterkeit auf die weitere Ausübung seines Mandats verzichtet. Auch diese Worte sind nicht ohne lkeberlegung gewählt und jeder Arbeiter, der sich trotz der „Volkszeitung" sein Urteil über die politische Entwicklung bewahrt hat, wird stutzig werden müssen.
Die SPD. hat ihre sachliche Arbeit längst aufgegeben, hat sie verloren, als unmittelbar nach der Revolution ihre Führer versagten, die Versprechungen nicht eingelöst werden konnten und sich in logischer Fortsetzung dieses Vorganges die ehemaligen Kämpfer der Arbeiterschaft in spießige Bonzen verwandelten, denen jedes Gefühl für Politische Sauberkeit verloren ging. Wir wollen nicht an die Barmats und Kutiskers erinnern, sondern Kur auf den Führer der preußischen Landtagsfraktion der SPD. hinweisen, auf den Genossen Heil- Mann, der es fertig gebracht hat, sich für drei /Sitzungen je 18 000 Mark Honorar auf Kosten der Arbeiterschaft auszahlen zu lassen, ohne daß ihn Mn Entrüstungssturm innerhalb feiner eigenen Marter von feinem Kosten fegte. Das find Merk
male der Verwesung, der jetzt die Sozialdeinokratie erliegen wird.
An Stelle von Henke tritt Alfred Faust, an Stelle eines Mannes, der als politischer Gegner einen Namen hatte, tritt ein alles zersetzender, in den Schmutz ziehender Geist, der von der Negation und Demagogie lebt. Die'SPD. ist aus dem Friedhof zu ihrem eigenen Leichenbegräbnis angekommen. Oder glaubt wirklich noch ein bremischer Ar
beiter, daß ein überintellektueller, witzloser Haarspalter vom Schlage Alfred Fausts ein innerlich begründetes Verständnis für die seelischen und wirtschaftlichen Nöten eines seit Jahr und Tag ausgesteuerten Arbeitslosen hat? Der Mann aus dem Betrieb, der mit seinen Arbeitskollegen zusammen fühlen und denken kann, mußte dem „revolutionären" Literaten und Spaßmacher der „Bremer Volkszeitung" weichen. Das ist die SPD. von heute! — —an.
üis Iclss vsi*msg sin Volk LU InsZsn
Adolf Hitler in Worms.
Frankfurt a. M., 12. Juni. Vor einer? vieltausendköpfigen Zuhörerschaft ergriff Adolf Hitler am Sonntagnachmittag bei! einer großen Kundgebung der NSDÄP. üft Wormser Stadion das Wort.
Wenn man auf die vergangenen 13 Jahrs zurückblicke, so führte er u. a. aus, müsss man sagen, daß entweder die Wege falsch! oder die Führer Menschen von ungenügen-! dem Format gewesen seien. Alles, was sis getan und unternommen hätten, sei zum Unheil ausgeschlagen. In den zwei Jahren Brünings Regierung habe sich aber auch nicht eine Voraussage erfüllt, die von dieser: Regierung angekündigt worden war. Es genüge nicht, daß man eine Sache mecha-, nisch in Angriff nehme, sondern das Ent-r scheidende sei die innere Einstellung, der zuversichtliche Glaube an die Idee und ihren: schließlich!»» Erfolg. Zu den beiden Fak°! toren Glück und Unglück gehöre die innere Tüchtigkeit des Menschen, seine eigene Zu-- versicht und sein Glaube, die ihm Selbst-« vertrauen geben.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeit terpartei habe seit dem ersten Tage ihres Bestehens diese innere Zuversicht gehabt, so daß von ihr Millionen Menschen ergriffen worden seien. Das sei, was jeder Mensch« das ganze Volk im Herzen tragen müsse. Die Nation müsse ihr ganzes Handeln von einer Idee bestimmt- wissen und müsse alles' Trennende ausschalten, was die tragenden geistigen Kräfte verbrauchen würden. So-« lange durch das alte Deutschland die Rege-« luug der Grundlage gegeben war, waren wir groß als Staat; als aber durch Pro-« grammatische Gegensätze der Kriegszeit die-« ser aufgerissen wurde, verloren sich dis Kräfte.
Die junge Bewegung der NSDAP. Habs' es bewirkt, daß sich Deutschland nicht nur äußerlich einig wurde, sondern sofort auch innerlich an Kraft gewann. Hitler zeigte dann auf, wie zwischen Sozialismus und Nationalismus die Brücke geschlagen wurden müsse. Ein Unglück sei es, wenn eine Idee die andere niederringen würde. Darum habe 1918 die Bewegung den Entschluß gefaßt« dafür zu kämpfen, daß alle Schichten und Stände zusammengefaßt würden, zu erkennen, wie wichtig der eine für den anderen sei. In dieser Erkenntnis müsse die Milli- onenärmee der deutschen Arbeiter und Bauern zusammengeschweißt werden. Wesentlich sei dabei, daß sich deutsche Menschen aus allen Konfessionen, allen deutschen Stämmen und Ländern zusammenfinden« um das Land wieder deutsch zu machen. Dis nationalsozialistische Bewegung habe wieder? Selbstvertrauen gegeben. Die Hessenwahl sei ein Teilausschnitt und am Montag nachj der Wahl würde die Bewegung weiter arbeiten, bis sie das stroße Ziel erreicht habe.
Durch einen günstigen Zufall ist der „Angriff" in den Besitz einiger Schriftstücke gekommen, die einwandfrei beweisen, daß der gesamte kommunistische Terror, die Mordtaten, die Ueberfälle, die Schießereien und Saalschlachten systematisch organisiert und durchgeführt worden sind. Der „Angriff" berichtet darüber:
Es ist uns gelungen, die Mordzentrale ausfindig zu machen. Sie befindet sich im Karl-Lieb- knecht-Haus, ihre Mitarbeiter sitzen sogar m der Redaktion der „Roten Fahne".
Unser Material ist unwiderleglich. Wir fordern daher von der Reichsregierung das sofortige Verbot der KPD., die Festnahme ihrer Führer, die Einleitung einer großen Untersuchung und strengste Bestrafung der Schuldigen an der Entfesselung des blutigen Bürgerkrieges, der seit Jahren von den kommunistischen Mordstaffeln geführt wird.
Das von uns veröffentlichte Material stammt von dem
Redakteur der „Roten Fahne", Wollenberg.
Unter zahlreichen Zetteln, die mit Notizen über politische Diskussionen gefüllt sind, befinden sich auch einige Pläne, die zur Vorbereitung von Feueriibersällen hergestellt worden sind. Diese Pläne stammen von dem Führer der kommunistischen Kampfstasfel 103 und sind mit „Schl." oder „Schla-ter" ^unterzeichnet. Nach unseren Informationen handelt es sich um den berüchtigten kommunistischen Raufbold und Schießhelden Walter Erdner,
Eichendorfsstratze 9 (Keller), der unter dem Spitznamen „Schlagetcr" bekannt ist und auch bereits mehrere Male vor Gericht stand und verurteilt wurde.
Eine dieser Nachrichten lautet folgendermaßen: „G. Wollenberg 3. 6. 32.
Anbei das Geld für die besorgten Sachen sind an alle Leute verteilt es geht alles in Ordnung Leute sind vertraut mit ihnen.
R F
Staffel 103 Schl."
Dieser Brief beweist eindeutig, daß auch die anderen Briefe an Wollenberg gerichtet waren, in dessen Material sie auch gesunden wurden. Der Text des abgebildeten Briefes lautet:
Staffel 103 setzt am 1. 6. 32 Terein in dehn ihn zu geteilten bezirken. 1) Lo- Wo- Ver- Str Arbnach
zeiten 12.30 1-30
Staffel 86 wie oben nur Lo le K 9 mm sind abzuholen beim St F
A. T. F.
Schla-ter"
. Außerdem befanden sich in dem Material Mck
drei Skizzen. Eine dieser Skizzen stellt eine Straßenkreuzung dar, an der ein SA.-Lokal bezeichnet ist, außerdem die Standorte von kommunistischen Revolverschützen!
Eine andere Zeichnung zeigt in ähnlicher Primitivität unser Parteihaus in der Hedcmann- stratze, eine weitere in roher Ausführung das Berliner Polizeipräsidium. Unter der letzteren Zeichnung befinden sich außerdem in folgender Anordnung die Buchstaben K P L I W S M K.
Neben dieser Buchstabenordnung befindet sich ein Kreuz.
Wenn man dieses Material deuten will, so dürfte das kaum Schwierigkeiten bereiten. Die „besorgten Sachen, die „an alle Leute verteilt" worden sind und mit denen „die Leute vertraut" sind, sind selbstverständlich
Revolver,
was ja aus dem zweiten Brief deutlich hervorgeht, wo vom Kaliber 9 mm geschrieben wird.
In einem anderen Brief steht noch dü Silbe „Ter-„. Auch hier ist für jeden sofort ersichtlich, daß es sich um das Wort „Terror" handelt. Die geheimnisvollen Buchstabengruppen darunter bezeichnen die Orte, an denen dieser Terror eingesetzt werden soll, nämlich in den Lokalen, in Wohnungen, Versammlungen, aus den Straßen und vor den Arbeitsnachweisen.
Ueber alle diese Tatsachen wurde also'der Redakteur Wollenberg von der „Roten Fahne" im Karl-Licbknecht-Haus vorher in Kenntnis gesetzt.
Das ist der schlüssige Beweis, daß alle Morde und Feuerttbcrsälle von der KPD. systematisch vorbereitet, organisiert und finanziell sichergestellt wurden.
Der Fall Wollenberg ist natürlich ein Einzelfall, über den uns rein zufällig das Material in die Hände gekommen ist.
Wir fordern jedoch, daß jetzt aus diesem Material ganz eindeutig und klar die Folgerungen gezogen werden. Es steht einwandfrei fest, daß die KPD. in ihrem Kampfe gegen den Nationalsozialismus nicht davor zurückgeschreckt ist, das gemeinste Verbrechen in den Dienst dieses Kampfes zu stellen. Wir erwarten, daß die Reichsregierung zu handeln weiß.
VspksZLsl
Berlin, 13. Juni. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit den Enthüllungen des „Angriff" über eine KPD.-Terror-Zentrale, die ihren Sitz in der Redaktion der „Roten Fahne" hat, ist der Redakteur Wollenberg von der „Roten Fahne" verhaftet worden. Die politische Polizei konnte diese Nachricht im Interesse der Untersuchung nicht bestätigen,