Ausgabe 
(10.6.1932) Nr. 122
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Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle Popen» ftraße lS. Redaktion Langenstr. 48. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernspr. Domsh. 25878.

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In München findet zurzeit ein Prozeß statt, in bem sich die deutsche Freiheitsbewegung und mit ihr der Führer Adolf Hitler mit einer Reihe schmutzigster Verleumdungen und haltloser Ver­dächtigungen auseinandersetzen muß. Es handelt sich um den Vorwurf, wir wären von Italien be­stochen worden mit dem Zweck, Südtirol zu ver­raten. Diese Behauptung hat ein gewisser Schrift­steller Abel, vielfach vorbestraft und bekannt wegen Hochstapelei, unter Eid vor Gericht aufgestellt. Er hat sich jetzt vor einem Münchener Schwurgericht wegen Meineids zu verantworten.

Diese Gelegenheit benutzt der sattsam bekannte jüdische Rechtsanwalt Rosenfeld, in niederträch­tigster Weise die deutsche Freiheitsbewegung zu verleumden. Obwohl die Unsinnigkeit der von Übel gemachten Behauptungen schon dadurch be­wiesen ist, daß der Italiener Miglioratis als an­geblicher Vermittler der Bestechungsgelder erklärt hat, er kenne weder Hitler noch sonst National­sozialisten, habe nichts mit dem Faschismus zu tun

und habe nie Gelder vermittelt, unternimmt es dieser Rosenfeld, den verschiedenen national­sozialistischen Zeugen und besonders dem Führer in bekannter jüdischer Verteidigermanier Fragen vorzulegen, die nachher dazu benutzt werden sol­len, in der jüdischen Presse genügend ausgeschlach­tet zu werden. Leider hat das Gericht es nicht vermocht, diese Infamie zu unterbinden und so sah sich der Führer schließlich gezwungen, dem Rosen- seld jegliche Antwort zu verweigern, woraus das Gericht ihn mit 1V0V RM. Gcldstrase belegte. Die näheren Einzelheiten sind in folgendem Prozeß- bericht wiedergegeben. Wir sagen hier nur an dieser Stelle, daß die deutsche Justiz solange dem Rechtsempfinden des Volkes fremdbleiben wird, solange sie es duldet oder dulden muß, daß ein Jemand wie Rosenfeld deutsche Menschen bis auss Blut provoziert und sich dabei des richterlichen Schutzes erfreut. Solche Erscheinungen werden in Zukunft vor deutschen Gerichten nichts mehr zu suchen haben.

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Berlin, 9. Juni. Gelegentlich eines vor dem Münchener Landgericht als Berufungsinstanz we­gen der Behauptung, Hitler habe für seine Partei Gelder aus Italien empfangen, stattgefundenen Beleidigungsprozesfes Adolf Hitlers gegen den deutschvölkischen Führer v. Gräfe-Goldebe hatte der Schriftsteller Werner Abel unter Eid ausge­sagt, daß er persönlich zugegen gewesen sei, wie Adolf Hitler in München mit einem italienischen Attache zusammengekommen sei, und daß er wisse, daß Hitler von diesem Manne Geld erhalten habe. Auf Grund dieser Aussage wurde gegen Abel, der vielfach vorbestraft ist, ein Meineidsversahren ein­geleitet, mit dem sich das Münchener Schwur­gericht seit Dienstag beschäftigt. Der Angeklagte hielt in der Verhandlung seine Behauptung auf­recht.

Dagegen verliest der Vorsitzende das Protokoll über die kommissarische Vernehmung des in New- York lebenden Italieners Migliorati, der nach den Angaben Wels mit Hitler im Auftrage der ita­lienischen Faschisten wegen einer finanziellen Un­terstützung der Nationalsozialisten verhandelt ha­ben soll.

Migliorati stellt in diesem Protokoll fest, daß t!r Kaufmann und niemals Hauptmann gewesen sei. Er sei seit 1917 schweizerischer Staatsange­höriger und sei weder am Faschismus noch am Nationalsozialismus interessiert. Im Oktober 1923 habe er sich 30 Stunden lang zum Besuch seiner Schwester in München ausgehalten und habe dabei den Abel als Prinz Asenburg kennen­gelernt. Dagegen habe er Hitler niemals ge­sehen und besonders niemals Gelder der ita­lienischen Faschisten den Nationalsozialisten an­geboten oder vermittelt.

In der Donnerstag-Verhandlung wurde

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gehört.

Er erklärte, daß er Werner Abel nie persönlich kennengelernt habe. Ueber die Versammlung der Jnfanterieschüler und Roßbach-Leute, wo nach der Angabe Abels die Vorstellung Hitlers und des Italieners Migliorati sowie die Vereinbarung einer Besprechung stattgefunden haben soll, erklärte Hitler, daß er verspätet in diese Versammlung gekommen sei, sofort eine Ansprache gehalten, dann nur noch einige kurze Worte mit Roßbach gewechselt und darauf die Versammlung verlassen habe. Er könne auf das Bestimmteste versichern, daß er an jenem Tage keinem Italiener vorge­stellt worden sei, und daß er mit niemanden eine Vereinbarung für eine spätere Besprechung ge­troffen habe. Den Namen des angeblichen Ita­lieners Migliorati habe er bis zu diesem Prozeg nicht gekannt.

Er habe überhaupt noch niemals eine Unter­redung mit einem Italiener in dem von Abel behaupteten Sinne geführt, daß die NSDAP. eine bestimmte Südtirol-Politik machen wolle und dafür eine Unterstützung von Italien er­warte oder annehme.

Er habe in Gesprächen mit Italienern immer gesagt, es würde seinen Kampf für eine deutsch­italienische Verständigung erleichtern, wenn man in Südtirol gewisse Erleichterungen eintreten lassen würde. Es sei in solchen Fällen auch von Italienern erklärt worden, daß, wenn erst einmal die gesamte Atmosphäre zwischen Deutschland und Italien bereinigt sein würde, eine gewisse freund­schaftliche Behandlung der Südtiroler Frage in die Wege geleitet werden könnte.

Er sei überzeugt, daß die Lage der Südtiroler auf diesem Wege erleichtert würde.

Hitler versicherte unter ausdrücklicher Bezug­nahme aus seinen Eid. daß er es persönlich als

eine unerhörte Belastung seiner politischen Unab­hängigkeit auffassen würde, wenn er überhaupt für eine bestimmte politische Tätigkeit von irgendje- manden eine Bezahlung entgegennehmen würde. Er würde darin eine Fesselung seiner Politik sehen. Er könne gerade seine Italien-Politik der Verständigung und Versöhnung zwischen Italien und Deutschland verantworten, weil er

finanziell überhaupt nichts mit dem Aus- lande zu tun habe.

Auf die Bemerkung des Vorsitzenden, daß be­hauptet werde, daß die nationalsozialistische Bewe­gung aus dem Auslande, auch aus dem früher feindlichen Auslande Geldunterstützungen erhalten habe, erwiderte Hitler, daß die nationalsozialisti­sche Bewegung eine großdeutsche Organisation sei, die nicht nur in Deutschland und Oesterreich, son­dern überall verbreitet sei, wo Deutsche in der Welt leben. Die NSDAP. habe eine eigene Ab­teilung für Ausländsdeutsche, und Ortsgruppen seien überall vorhanden, bis nach China und Ja­pan. Auch die Zeitung der nationalsozialistischen Bewegung, derVölkische Beobachter", sei in fast

ganz Europa und in den überseeischen Länder^ verbreitet. Die eingegangenen Unterstützungen seien selbstverständlich auch nur von diesen aus» landsdeutscheu Gruppen der NSDAP. hereinge» kommen. Das Geld sei aber von Deutschen gegeben

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am 14. Juni von 19 Uhr bis 19.39 Uhr in» Rundfunk über das ThemaDie Staatsidee des Nationalsozialismus". Die Rede wird auf alle deutschen Sender übertragen«

worden und niemals von einem Franzosen, Eng, länder oder sonst einem Ausländer. Die NSD- AP. habe niemals von solchen Ausländern Geld genommen oder Geld verlangt oder Geld emp-, fangen. Insbesondere habe sie von Italien keinen Lire bekommen.

Hitler begründet dann nochmals seine

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Die deutsche Politik glaube, durch Proteste und Drohungen das Schicksal der Südtiroler erleich­tern zu können. Diese Politik sei falsch. Er halte es für richtig, auch im Interesse der Südtiroler selbst, zu einer Verständigung mit Italien zu kom­men. Nicht daß die Nationalsozialisten kein Ge­fühl für die Südtiroler Frage hätten, aber mit Gesühlsausbrüchen könne man nicht helfen. Hier müsse eine weitschauende politische Neuorientie­rung eintreten.

Auf die Frage des Rechtsanwalts Ehrhardt, ob Hitler bekannt geworden sei, daß Vertreter seiner Partei Verhandlungen mit Italien geführt hät­ten, erklärte Hitler:Was heißt Vertreter der Partei?, das können nur Leute sein, die mich persönlich vertreten, denn die Partei bin ich". Auf die weitere Frage, ob Hitler jemand beauftragt habe, mit Mussolini oder der italienischen Regie­rung zu verhandeln, antwortete Hitler mit einem entschiedenenNein".

Trotzdem also die ganze Ungeheuerlichkeit der Behauptungen Abels eindeutig widerlegt waren, ließ es das Gericht zu, daß die beiden jüdischen Rechtsanwälte Rosenfeld und Ehrhardt die nie­

derträchtigsten Zumutungen dem Führer stellten. Als schließlich gefragt wurde, ob es richtig sei, daß die Hitler-Bewegung Gelder von den Skoda-Wer­ken und dem Schneider-Creucot-Konzern bezogen hätte, fuhr Hitler in höchster Empörung auf und schrie den Verteidigern zu:

Ich lasse mich nicht beleidigen, was fällt Ihnen ein? Ich kann es vor den Millionen meiner An­hänger nicht verantworten, mich hier insultieren zu lassen. Ich gebe diesen jüdischen Rechtsanwal» ten keine Antwort mehr."

(Beifallsklatschen im Zuhörerraum.)

Der Vorsitzende ermähnte Hitler zur Ruhe und machte ihn darauf aufmerksam, daß er jetzt die vorn Gericht zugelassenen Fragen der Rechtsan­wälte beantworten müsse. Hitler betonte nochmals, daß es für ihn und seine gesamte Bewegung un­erträglich sei, in dieser Weise insultiert zu wer­den. Alle diese Dinge, die ihm hier vorgehalten würden, seien von A bis Z erlogen. Mehrere wiederholte Versuche des Vorsitzenden, Hitler zu bewegen, den Anwälten Antwort zu geben, blie­ben erfolglos.

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Nach längerer Beratung des Gerichtshofes wurde die Verhandlung wieder aufgenommen. Der Vorsitzende teilte mit, daß der Angeklagte und seine Verteidiger auf dem Gerichtsgang vor dem Schwurgerichtssaal angerempelt worden seien und daß er, der Vorsitzende, deshalb die polizeiliche Räumung des Ganges veranlaßt habe. Sodann verkündete der Vorsitzende, daß das Gericht den Zeugen Hitler wegen Verweigerung des Zeugnisses zu einer Ordnungsstrafe von 800 Mark, im Nicht- einbringungssalle zu 16 Tagen Hast, sowie zur Tra- gung der durch die Verweigerung verursachten Kosten verurteilt habe. Ferner wird der Zeuge Hitler wegen Ungebühr in der Sitzung zu einer Ordnungsstrafe von 200 Mark, im Nichteinbrin- gungssall zu drei Tagen Hast verurteilt. In der

Begründung des Urteils wurde angeführt, daß der Zeuge sich laut schreiend gegen die Verteidiger ge­wandt und in verletzendem Ton vonjüdischen Rechtsanwälten" gesprochen habe.

Da der sattsam bekannte Rosenfeld sich seiner Verleumdungskampagne durchaus bewußt ist, gab er die Erklärung ab, daß. esder Verteidigung" infolge des Verhaltens des Zeugen Hitler unmög­lich sei, dieWahrheit" zu ermitteln. Die Aeuße­rung des Zeugen hindere die Verteidigung, an ihn Fragen zu richten, die die Verteidigung-, notwendig halte. Das müsse festgestellt werden, damit die Öffentlichkeit wisse, woran es liege, wenn die Wahrheit in diesem Prozeß nicht er­mittelt werde.

Aus Einwirken des Vorsitzeirdeu erklärte sich