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Gauleitertag der NSDAP.
München, 8. Juni. In München fand heute in Anwesenheit Adolf Hitlers und unter dem Vorsitz des Reichsorganisationsleiters Gregor Straffer ein Gauleitertag der NSDAP. statt, der sich insbesondere auch mit der organisatorischen Vorbereitung der bevorstehenden Reichstagswahl befaßte.
Der Führer legte in eingehendsten Ausführungen die politische» Richtlinien dar, die für die Haltung der NSDAP. zu der durch den Sturz der Regierung Brüning neugeschaffenen Lage im Reich und in den Ländern maßgebend find. Er wies auf die Bedeutung der Rrichstagswahl als der
Generalabrechnung des deutschen Volkes
mit der Politik der letzten vierzehn Jahre und ihrer Träger hin und trat dabei dem lächerlichen Versuch der Systemparteien, die Verantwortlichkeit für diese Politik von sich abzuweisen, scharf entgegen. Insbesondere kennzeichnete er dann die Erklärung der Mitglieder des abberufenen Kabinetts Brüning, wonach mit polizeilichen Mitteln allein den zersetzenden Kräften in unserem Volke nicht entgegengetreten werden könne, als ein un-
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Berlin, 8. Juni. Me verlautet, ist im Programm der Deutschen Welle am kommenden Dienstag eine Rede des Führers der NSDAP. Adolf Hitler, vorgesehen.
gewöhnlich dreistes Manöver angesichts der Tatsache, daß gerade die Regierung Brüning zwei Jahre lang mit diesen Mitteln die nationalsozialistische Freiheitsbewegung in der brutalsten Weife unterdrückt hat.
Gegenüber den separatistischen Gerüchten, die durch die Reden verantwortungsloser bayerischer Politiker genährt werden, gab Adolf Hitler -er Auffassung der NSDAP. und des ganzen deutschen Volkes dahin Ausdruck, daß jeder Versuch eines Anschlags aus die Einheit des Reiches an dem entschlossenen Widerstand der nationalsozialistischen Bewegung zerbrechen werde.
Die Ausführungen Adolf Hitlers fanden ihren Niederschlag in der einmütigen Willenskundgebung der Versammelten, die organisatorische Einheit und Geschlossenheit der NSDAP., ihre innere Kraft und äußere Kampsbereitschast nur umso mehr zu stärken, je mehr der endgültige Sieg der Bewegung in greifbare Nähe gerückt sei. Der Reichswahlleiter Minister a. D. Frick gab anschließend die Anweisungen für die technische Durchführung der Wahlvorbereitungen.
Der Reichsorganisationsleiter Gregor Strasser, der organisatorische Richtlinien im einzelnen gab, stellte für die organisatorische Arbeit der nächsten Zukunft den Leitsatz aus: Die Schlagkrästigkeit der Organisation so zu vervollkommnen, daß keine Macht der Welt die NSDAP. oom Sieg zu trennen vermag.
Wie uns zu der auf Seite 2 wiedergegebenen neuen Notverordnung der sozialdemokratischen Preußenregierung von der nationalsozialistischen Fraktion des Preußischen Landtags mitgeteilt wird, hat diese die Absicht, diesem Vorhaben allcrschärfsten Widerstand entgegenzusetzen. Es ist dabei nochmals zu betonen, daß es einzig und allein die Schuld der Systemparteicn selber ist, wenn es bisher noch nicht gelang, eine neue Regierung in Preußen zu bilden. Die ihr Amt zurzeit noch als „geschäftsführendes Ministerium" ausübende schwarz-rote Regierung hat gar nicht das Recht solche hochwichtigen politischen Entscheidungen zu füllen, wie es die Festsetzung eines Etats über den Kops des zuständigen Parlaments hinaus darstellt.
Da damit zu rechnen ist, daß der Landtag nun doch früher einberufen wird, als ursprünglich (zum 22.) geplant war, haben gestern im Laufe des Tages Verhandlungen des Pg. Landtags-
Berlin, 8. Juni. Das Zentralkomitee der KPD. teilt mit: „Im „Berliner Tageblatt" vom 8. Juni und anderen bürgerlichen Zeitungen wird eine Meldung unter der Ueber- schrift „Gerüchte über Aktionspläne der KPD" wiedergegeben. Nach dieser Meldung wird das Gerücht verbreitet, Laß die Kommunistische Partei „Hungermärsche und Geschäftsplünderungen von Erwerbslosen organisiere". Das Zentralkomitee der KPD. erklärt dazu, daß alle derartigen Gerüchte zu den üblichen Verleumdungen gegenüber der revolutionären Arbeiterbewegung gehören. Mit derartigen Schwindelnachrichten soll die Stimmung für Repressalien gegenüber der KPD. vorbereitet werden. Die Kommunistische Partei hat es nicht nötig, irgeirdwelche geheimnisvollen Aktionen zu organisieren. Sie setzt alle ihre Kräfte in vollster Öffentlichkeit dafür ein, entsprechend dem Aufruf des Zentralkomitees der KPD. vom 25. Mai und dem Wahlaufruf der Partei vom 5. Juni die Massen des Proletariats und der Werktätigen im Zeichen der antifaschistischen Aktion zur roten Einheitsfront zusammenzufassen. Das Ziel der antifaschistischen Aktion ist die Organisierung des Massenkampfes der Betriebsarb. iter und Erwerbslosen aller Schichten gegen die geplanten Maßnahmen der Regierung, der Einsatz der Massen gegen jeden Versuch des Hitler-Faschismus, zur Macht zu gelangen und die Abwehr des faschistischen Mordterrors. Alle unsinnigen Gerüchte über „Geschäftsplünderungen der KPD. usw." sind dazu bestimmt, im Interesse des Faschismus den antifaschistischen Kampf der KPD. zu beeinträchtigen.
Die KPD. wird sich aber getäuscht haben, wenn sie meint, durch „Einsatz der Massen" die Hitlerbewegung von der Macht fernhalten zu können, wenn das deutsche Volk in feinen betten Teilen fordert. daü mir die
Präsidenten Kerrl mit verschiedenen Angehörigen der deutschnationalen Fraktion und des Zentrums stattgefunden mit dem Ziel, wenigstens zunächst einmal eine technische Basis für eine Ministerpräsidentenwahl zu finden. Allem Anschein nach find diese Verhandlungen nicht ganz zwecklos gewesen. Es handelte sich dabei vornehmlich darum, insbesondere dem Zentrum klar zu machen, daß, wenn ein Ministerpräsident gewählt wird, als solcher unter allen Umständen nur ein Nationalsozialist in Frage komme. Wer von den Nationalsozialisten als Kandidat für den Preußischen Ministerpräsidentenposten ausersehen ist, ist, wie im Gegensatz zu Pressemeldungen festgestellt sei, parteiamtlich noch nicht festgelegt.
Die Pg. Kerrl und Kube weilen heute in München, um mit dem Führer die ganze Preußen- frage nochmals abschließend eingehend zu besprechen, wobei auch die Kandidatensrage entschieden werden dürste.
Verantwortung übernehmen sollen. Wir haben nicht 13 Jahre lang gekämpft, um uns durch irgendein rotes Theater auch nur einen Schritt von unserem Wege abbringen zu lassen.
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Breslau, 9. Juni. Zu schweren Ausschreitungen von Nerchsbannerleuten kam es in Breslau. Reichsbannerleute, die von einer Versammlung zurückkehrten, zogen, mehrere hundert Mann stark, in geschlossener Formation durch die Schweidnitzer Straße. Vor dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal sielen die Reichsbannerleute über lO zufällig vorübergehende jugendliche Nationalsozialisten, ehemalige Mitglieder der Hitler-Jugeird, her. Die Neichsbannerleute gaben auf die Nationalsozialisten drei Schüsse ab, die glücklicherweise ihr Ziel verfehlten. Die Nationalsozialisten wurden mit Messer», Schlagringen und anderen Waffen angegriffen. Einem wurde mit einem Schlagring die Backe aufgerissen, ein weiterer erhielt einen tiefen Messerstich in den Hintcrlopf, ein dritter erlitt innere Verletzungen. Mehrere Parteigenossen wurden leichter verletzt. Die Polizei nahm vier Reichsbannerleute fest, die als Täter in Frage kommen.
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Berlin, 8. Juni. Die Londoner Meldung, wonach Reichsaußenminister von Neurath am Dienstag im englischen Auswärtigen Amt eine Denkschrift über Lausanne überreicht hat, ist falsch. Herr von Neurath hat das englische Auswärtige Amt nur am Montag aufgesucht, wobei er dem englischen Außenminister lediglich einige Notizen überreichte.
^blenkungsmanöven
Es ist von jeher das charakteristische Merkmal der Systemparteien und ihrer Presse gewesen, sich mit unvergleichlicher Anmaßung vor der Oeffent- lichkeit zwar als allein „verantwortungsbewußt" zu bezeichnen, ihre Taten aber später nist frecher Stirn zu verleugnen. Diese Versuche, sich durch Schaumschlägern und Taschenspielerkunst- stücke von der Verantwortung für das Unheil zu drücken, das ihre Regierungen über das deutsche Volk gebracht haben, erleben wir in besonders plumper Weise gerade in diesen Tagen, in denen das deutsche Volk sich anschickt, den Verderbern der Nation endlich das Urteil zu sprechen^ Marxisten, Zentrum und jüdische Presse in treuer Weggenossenschaft vereint als die Träger einer vierzehnjährigen beispiellosen Mißwirtschaft, über die nun zu Gericht gesessen werden soll, bemühen sich verzweifelt, ihre historische und unverjährbare Schuld aus ein Kabinett abzuschieben, das noch nicht sechs Tage im Amte ist. Man kann dieses geradezu groteske Unterfangen der Novemberparteien, die, statt für ihre Taten gerade zu stehen, dem deutschen Volk eine derartig bodenlose Urteilslosigkeit zumuten zu dürfen glauben, nicht anders als eine Unverfrorenheit bezeichnen. Wir Nationalsozialisten werden in den nächsten Tagen und Wochen dafür sorgen, daß das Volk diesen S tr au ch r i t t e r n der öffentlichen Meinung heimleuchtet und ihnen die passende Antwort er« teilt.
Die Haltung der NSDAP. zu der neuen Reichsregierung v. Papen ist eindeutig und entspricht der grundsätzlichen Auffassung der Partei. Die NSDAP. kämpft um die politische Macht in Deutschland. Sie sieht den Erfolg dieser Arbeit nicht gewährleistet in der Uebernahme lediglich formaler äußerer Machtpositionen, sondern in einer inneren Umerziehung des deutschen Menschen zu ihrer neuen Weltanschauung. Daher ist ihr Kampf auch nicht mit den im parlamentarischen Leben sonst üblichen Maßstäben zu messen. .So wie die Einstellung der Partei zu allen Funktionen und Einrichtungen des öffentlichen Lebens nur bestimmt wird vom Grade der Zweckmäßigkeit dieser Funktionen und Einrichtungen für die Erhaltung und Stärkung unseres Volkskörpers, so wird auch die Stellungnahme der Partei zu einzelnen Regierungen aus« ausschließlich derselben Erwägung unterliegen.
Das Kabinett von Papen ist nicht von de, NSDAP. gebildet worden. Me die bisherigen! Regierungen, so wird sie auch das neue Kabinett nach seinen Taten beurteilen. DaS Kabinett v. Papen hat es als seine Aufgabe erklärt, eine klare und eindeutige Entscheidung darüber zu ermöglichen, mit welchen Kräften di« Nation den Weg der Zukunft gehen will, ekrs Entscheidung des Volkes, die die NSDAP. seil langem gefordert hat und die nunmehr unmittelbar bevorsteht.
Die nationalsozialistische Bewegung wird nicht zulassen, daß deu klare Sinn dieses Wahlkampss durch plumpe Ablenkungsmanöver verdunkelt wird, sondern die Schuldigen in das hellste Scheinwerferltchk der Öffentlichkeit ziehen.
In dieser Reichstagswahl kann nicht abaeurteiü
/Uso üook vüngsi'ki'isg!
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