Ausgabe 
(9.6.1932) Nr. 121
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Gauleitertag der NSDAP.

München, 8. Juni. In München fand heute in Anwesenheit Adolf Hitlers und unter dem Vor­sitz des Reichsorganisationsleiters Gregor Straffer ein Gauleitertag der NSDAP. statt, der sich ins­besondere auch mit der organisatorischen Vor­bereitung der bevorstehenden Reichstagswahl be­faßte.

Der Führer legte in eingehendsten Ausführungen die politische» Richtlinien dar, die für die Hal­tung der NSDAP. zu der durch den Sturz der Regierung Brüning neugeschaffenen Lage im Reich und in den Ländern maßgebend find. Er wies auf die Bedeutung der Rrichstagswahl als der

Generalabrechnung des deutschen Volkes

mit der Politik der letzten vierzehn Jahre und ihrer Träger hin und trat dabei dem lächerlichen Versuch der Systemparteien, die Verantwortlich­keit für diese Politik von sich abzuweisen, scharf entgegen. Insbesondere kennzeichnete er dann die Erklärung der Mitglieder des abberufenen Ka­binetts Brüning, wonach mit polizeilichen Mitteln allein den zersetzenden Kräften in unserem Volke nicht entgegengetreten werden könne, als ein un-

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Berlin, 8. Juni. Me verlautet, ist im Programm der Deutschen Welle am kommenden Dienstag eine Rede des Führers der NSDAP. Adolf Hitler, vorgesehen.

gewöhnlich dreistes Manöver angesichts der Tat­sache, daß gerade die Regierung Brüning zwei Jahre lang mit diesen Mitteln die national­sozialistische Freiheitsbewegung in der brutalsten Weife unterdrückt hat.

Gegenüber den separatistischen Gerüch­ten, die durch die Reden verantwortungsloser bayerischer Politiker genährt werden, gab Adolf Hitler -er Auffassung der NSDAP. und des gan­zen deutschen Volkes dahin Ausdruck, daß jeder Versuch eines Anschlags aus die Ein­heit des Reiches an dem entschlosse­nen Widerstand der nationalsozialistischen Be­wegung zerbrechen werde.

Die Ausführungen Adolf Hitlers fanden ihren Niederschlag in der einmütigen Willenskundgebung der Versammelten, die organisatorische Einheit und Geschlossenheit der NSDAP., ihre innere Kraft und äußere Kampsbereitschast nur umso mehr zu stärken, je mehr der endgültige Sieg der Bewegung in greifbare Nähe gerückt sei. Der Reichswahlleiter Minister a. D. Frick gab an­schließend die Anweisungen für die technische Durchführung der Wahlvorbereitungen.

Der Reichsorganisationsleiter Gregor Strasser, der organisatorische Richtlinien im einzelnen gab, stellte für die organisatorische Arbeit der nächsten Zukunft den Leitsatz aus: Die Schlagkrästigkeit der Organisation so zu vervollkommnen, daß keine Macht der Welt die NSDAP. oom Sieg zu trennen vermag.

Wie uns zu der auf Seite 2 wiedergegebenen neuen Notverordnung der sozialdemokratischen Preußenregierung von der nationalsozialistischen Fraktion des Preußischen Landtags mitgeteilt wird, hat diese die Absicht, diesem Vorhaben allcrschärfsten Widerstand entgegenzusetzen. Es ist dabei nochmals zu betonen, daß es einzig und allein die Schuld der Systemparteicn selber ist, wenn es bisher noch nicht gelang, eine neue Re­gierung in Preußen zu bilden. Die ihr Amt zurzeit noch alsgeschäftsführendes Ministerium" ausübende schwarz-rote Regierung hat gar nicht das Recht solche hochwichtigen politischen Ent­scheidungen zu füllen, wie es die Festsetzung eines Etats über den Kops des zuständigen Parlaments hinaus darstellt.

Da damit zu rechnen ist, daß der Landtag nun doch früher einberufen wird, als ursprünglich (zum 22.) geplant war, haben gestern im Laufe des Tages Verhandlungen des Pg. Landtags-

Berlin, 8. Juni. Das Zentralkomitee der KPD. teilt mit:ImBerliner Tageblatt" vom 8. Juni und anderen bürgerlichen Zei­tungen wird eine Meldung unter der Ueber- schriftGerüchte über Aktionspläne der KPD" wiedergegeben. Nach dieser Meldung wird das Gerücht verbreitet, Laß die Kom­munistische ParteiHungermärsche und Ge­schäftsplünderungen von Erwerbslosen or­ganisiere". Das Zentralkomitee der KPD. erklärt dazu, daß alle derartigen Gerüchte zu den üblichen Verleumdungen gegenüber der revolutionären Arbeiterbewegung gehö­ren. Mit derartigen Schwindelnachrichten soll die Stimmung für Repressalien gegen­über der KPD. vorbereitet werden. Die Kommunistische Partei hat es nicht nötig, irgeirdwelche geheimnisvollen Aktionen zu organisieren. Sie setzt alle ihre Kräfte in vollster Öffentlichkeit dafür ein, entsprechend dem Aufruf des Zentralkomitees der KPD. vom 25. Mai und dem Wahlaufruf der Partei vom 5. Juni die Massen des Pro­letariats und der Werktätigen im Zeichen der antifaschistischen Aktion zur roten Ein­heitsfront zusammenzufassen. Das Ziel der antifaschistischen Aktion ist die Organisierung des Massenkampfes der Betriebsarb. iter und Erwerbslosen aller Schichten gegen die ge­planten Maßnahmen der Regierung, der Einsatz der Massen gegen jeden Versuch des Hitler-Faschismus, zur Macht zu gelangen und die Abwehr des faschistischen Mord­terrors. Alle unsinnigen Gerüchte überGe­schäftsplünderungen der KPD. usw." sind dazu bestimmt, im Interesse des Faschismus den antifaschistischen Kampf der KPD. zu beeinträchtigen.

Die KPD. wird sich aber getäuscht haben, wenn sie meint, durchEinsatz der Massen" die Hitlerbewegung von der Macht fern­halten zu können, wenn das deutsche Volk in feinen betten Teilen fordert. daü mir die

Präsidenten Kerrl mit verschiedenen Angehöri­gen der deutschnationalen Fraktion und des Zen­trums stattgefunden mit dem Ziel, wenigstens zunächst einmal eine technische Basis für eine Ministerpräsidentenwahl zu finden. Allem An­schein nach find diese Verhandlungen nicht ganz zwecklos gewesen. Es handelte sich dabei vor­nehmlich darum, insbesondere dem Zentrum klar zu machen, daß, wenn ein Ministerpräsident ge­wählt wird, als solcher unter allen Umständen nur ein Nationalsozialist in Frage komme. Wer von den Nationalsozialisten als Kandidat für den Preußischen Ministerpräsidentenposten ausersehen ist, ist, wie im Gegensatz zu Pressemeldungen fest­gestellt sei, parteiamtlich noch nicht festgelegt.

Die Pg. Kerrl und Kube weilen heute in München, um mit dem Führer die ganze Preußen- frage nochmals abschließend eingehend zu bespre­chen, wobei auch die Kandidatensrage entschieden werden dürste.

Verantwortung übernehmen sollen. Wir ha­ben nicht 13 Jahre lang gekämpft, um uns durch irgendein rotes Theater auch nur einen Schritt von unserem Wege abbringen zu lassen.

Ksieksdsnnsn sekisSt suß sksmsiigs Mlisn-^ugsnri

Breslau, 9. Juni. Zu schweren Ausschrei­tungen von Nerchsbannerleuten kam es in Breslau. Reichsbannerleute, die von einer Versammlung zurückkehrten, zogen, mehrere hundert Mann stark, in geschlossener For­mation durch die Schweidnitzer Straße. Vor dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal sielen die Reichsbannerleute über lO zufällig vorüber­gehende jugendliche Nationalsozialisten, ehe­malige Mitglieder der Hitler-Jugeird, her. Die Neichsbannerleute gaben auf die Na­tionalsozialisten drei Schüsse ab, die glück­licherweise ihr Ziel verfehlten. Die Natio­nalsozialisten wurden mit Messer», Schlag­ringen und anderen Waffen angegriffen. Einem wurde mit einem Schlagring die Backe aufgerissen, ein weiterer erhielt einen tiefen Messerstich in den Hintcrlopf, ein dritter erlitt innere Verletzungen. Mehrere Parteigenossen wurden leichter verletzt. Die Polizei nahm vier Reichsbannerleute fest, die als Täter in Frage kommen.

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Berlin, 8. Juni. Die Londoner Meldung, wonach Reichsaußenminister von Neurath am Dienstag im englischen Auswärtigen Amt eine Denkschrift über Lausanne über­reicht hat, ist falsch. Herr von Neurath hat das englische Auswärtige Amt nur am Montag aufgesucht, wobei er dem englischen Außenminister lediglich einige Notizen über­reichte.

^blenkungsmanöven

Es ist von jeher das charakteristische Merkmal der Systemparteien und ihrer Presse gewesen, sich mit unvergleichlicher Anmaßung vor der Oeffent- lichkeit zwar als alleinverantwortungsbewußt" zu bezeichnen, ihre Taten aber später nist frecher Stirn zu verleugnen. Diese Versuche, sich durch Schaumschlägern und Taschenspielerkunst- stücke von der Verantwortung für das Unheil zu drücken, das ihre Regierungen über das deutsche Volk gebracht haben, erleben wir in besonders plumper Weise gerade in diesen Tagen, in denen das deutsche Volk sich anschickt, den Verderbern der Nation endlich das Urteil zu sprechen^ Marxisten, Zentrum und jüdische Presse in treuer Weggenossenschaft vereint als die Träger einer vierzehnjährigen beispiellosen Mißwirtschaft, über die nun zu Gericht gesessen werden soll, bemühen sich verzweifelt, ihre historische und unverjährbare Schuld aus ein Kabinett abzuschieben, das noch nicht sechs Tage im Amte ist. Man kann dieses geradezu groteske Unterfangen der Novemberparteien, die, statt für ihre Taten gerade zu stehen, dem deutschen Volk eine der­artig bodenlose Urteilslosigkeit zumuten zu dürfen glauben, nicht anders als eine Unver­frorenheit bezeichnen. Wir National­sozialisten werden in den nächsten Tagen und Wochen dafür sorgen, daß das Volk diesen S tr au ch r i t t e r n der öffentlichen Meinung heimleuchtet und ihnen die passende Antwort er« teilt.

Die Haltung der NSDAP. zu der neuen Reichsregierung v. Papen ist eindeutig und entspricht der grundsätzlichen Auffassung der Partei. Die NSDAP. kämpft um die politische Macht in Deutschland. Sie sieht den Erfolg dieser Arbeit nicht gewährleistet in der Uebernahme lediglich formaler äußerer Machtpositionen, son­dern in einer inneren Umerziehung des deutschen Menschen zu ihrer neuen Weltanschauung. Daher ist ihr Kampf auch nicht mit den im parlamentarischen Leben sonst üblichen Maß­stäben zu messen. .So wie die Einstellung der Partei zu allen Funktionen und Einrichtungen des öffentlichen Lebens nur bestimmt wird vom Grade der Zweckmäßigkeit dieser Funktionen und Einrichtungen für die Erhaltung und Stärkung unseres Volkskörpers, so wird auch die Stellung­nahme der Partei zu einzelnen Regierungen aus« ausschließlich derselben Erwägung unterliegen.

Das Kabinett von Papen ist nicht von de, NSDAP. gebildet worden. Me die bisherigen! Regierungen, so wird sie auch das neue Kabinett nach seinen Taten beurteilen. DaS Kabinett v. Papen hat es als seine Aufgabe er­klärt, eine klare und eindeutige Entscheidung dar­über zu ermöglichen, mit welchen Kräften di« Nation den Weg der Zukunft gehen will, ekrs Entscheidung des Volkes, die die NSDAP. seil langem gefordert hat und die nunmehr unmittel­bar bevorsteht.

Die nationalsozialistische Bewe­gung wird nicht zulassen, daß deu klare Sinn dieses Wahlkampss durch plumpe Ablenkungsmanöver ver­dunkelt wird, sondern die Schuldi­gen in das hellste Scheinwerferltchk der Öffentlichkeit ziehen.

In dieser Reichstagswahl kann nicht abaeurteiü

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