Ausgabe 
(7.6.1932) Nr. 119
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

5

'E

U^: .5 - .' -

' . 5

LinrvIpnvSs 1S bksnnig

lOMÄlll. 7.M IM » «W«M

Lrsls I>i2.-

Ivaklvsrsammlung

16 . 3 uni in clsn Qsnlralkcitten Dscinsr:

pg. Littiksns, Lauleitsr, Lsssn

!?I h

^-l

parteiamMtkes Vrgauöer Sremer llaüvMllozialiliM

Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung. Kurt Thiele. GeschäMstelle Papen- straße 15. Redaktion Langenstr. 48. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernspr. Domsh. 25878.

Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verba., Aussperrung «sw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugpr.

Anzeigenberechnung: hiesige die 10 gespaltene mm°Zeile RM0.10 auswärts RM 0.12. im Textteil RM 0.50, auswärts RM 0.70. Stellengesuche RM0.04. Sonstige kleine Anzeigen RM 0.06. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.

Ile knlÄieW

Ois LorisIrlsmoki'slHs insekt in Opposition

Hngst von rism vigonon d/Iul

Brüning erklärt und dementiert.

Der noch zu gründende Verein ehemaliger Minister des Kabinetts der Frontsoldaten ist durch die neue Regierungserklärung sehr peinlich berührt worden, da in ihr einige sachliche Feststellungen über den finanziellen Zustand der deutschen Wirtschaft und vor allem über die geistige und seelische Ver­fassung des deutschen Volles getroffen wer­den, für die Herr Dr. Brüning und seine 'Gefolgsleute erheblich verantwortlich sind. Daher übergibt Dr. Brüning der Presse eine .Erklärung, in der mit Reichskanzler von Papen abgerechnet wird. So wirft Dr. Brüning scheinbar aus eigener Erfahrung dem neuen Kabinett vor, daß esaus einem begreif­lichen Gefühl der Unsicherheit" sich der sach­lichen Auseinandersetzung vor der Volks­vertretung entzogen habe. Außerdem sei der Versuch gemacht, die Wahrheit zu ver­dunkeln pnd die Nichtunterzeichnung der neuen Notverordnung habe die erfreuliche Aufwärtsentwicklungjäh unterbrochen". An einer anderen Stelle heißt es:das sind nicht schwache Ansätze, wie es die Erklärung der neuen Reichsregierung darzustellen be­liebt".

Wir hätten von diesem Rechtfertigungs­versuch kaum Notiz genommen, wenn sich nicht dabei folgender erheiternder Moment ergeben hätte. Fast unmittelbar nach Ueber- gabe dieser Erklärung an die Öffentlichkeit wird von Herrn Dr. Brüning folgende zweite Erklärung abgegeben: i

In der Erklärung der früheren Reichs­regierung sind folgende Stelle« zu berich­tigen:

Im zweiten Absatz sind die Worte zu streichen:aus einem begreiflichen Gefühl der Unsicherheit"; im dritten Absatz sind die Worte zu streichen:die Wahrheit zu ver­dunkeln"; in der Mitte der Meldung muß es richtig heißen:Das sind nichtschwache Ausätze", wie es die Erklärung der neuen Neichsrcgiernng darstellt. Etwa zehn Zeilen weiter sind die Worte zu streichen:durch Abberufung" und neun Zeilen weiter unten ist folgende Berichtigung vorzunehmen: Der Satz:Die Nichtunterzeichnung der für diese Zwecke in Aussicht genommenen . . . bis . . . jäh unterbrochen" ist zu streichen und dafür folgender Satz einzusetzen: Durch das Schei­tern dieser Pläne ist der Ablauf des Sanie­rungszweckes in einem entscheidenden Au­genblick jäh unterbrochen.

Hiermit sind Herr Dr. Brüning und seine Ministergenossen genügend gekennzeichnet. Man könnte böswillig sein und Herrn Dr. Brüning vorwerfen, er habe leichtfertig die Regierung von Papen verleumdet, aber wir glauben, daß die erste Erklärung seine wahre Meinung enthält und die zweite das Pro­dukt seiner typischen Angst vor klaren Ent­scheidungen und klaren Wegen darstellt. Mit dieser Erklärung und ihrem Nachspiel hat sich Herr Dr. Brüning selbst gerichtet.

art.

Ksins sdsoluts IVisknkvit in IVIsekIsndui'g

30 - 30

Schwerin, 6. Mai. Die Wahlleitung zum Mecklenburg-Schwerinschen Landtag gibt am Montag um 18 Uhr ein neues amtliches Wahlergebnis bekannt. Danach hat sich ge­genüber dem zuletzt festgestellten Wahlergeb­nis die Stimmenzahl der Kommunistischen Partei um 44 Stimmen vermehrt. Dies hat zufolge, daß sich die Zahl der kommunisti­schen Sitze von 4 auf 5 erhöht. Nach diesem neuen Ergebnis ergibt sich für die National­sozialisten keine absolute Mehrheit. Der Landtag hat nunmehr ein Parlamentarisches Kräfteverhältnis von 30:30.

Im einzelnen verteilen sich die Stimmen wie folgt:

Summen Sitze

SPD 108 358 18

KPD 27 006 5

NSDAP 177 02S 30

Bürgert. Arb. Gem. d. Mitte 7 899 1

Deutschnationale 32 875 5

Arbeitsgem. nat. Mecklbg. 7 492 1

SAP 952

Gegenüber einer Meldung von gestern nachmittag, nach der die NSDAP. 30 Sitze von 59, also die absolute Mehrheit hatte, hat sich nun das Resultat wieder verschoben. Das

endgültige Ergebnis wirb erst Ende der Woche vorliegen. Bis dahin ist noch mit Veränderungen in der Mandatsverteilung zu rechnen.

Onsißseks i»o1s iViski'iisil gsdnoeksn!

Am Sonntag fand in der neuen Groß-- Gemeinde Schönbeck-Bad Salzelmen, die kürzlich aus den drei Gemeinden Schön- beck, Bad Salzelmen und Frohse gebildet wurde, die Wahl für die Gemeindever­tretung statt.

Das Ergebnis der Wahl lautet: NSDAP 6 572 (14 Sitze),

SPD 5 992 (12 Sitze),

KPD 3 054 ( 6 Sitze),

Deutschn. Volkp. 1 794 ( 3 Sitze),

Volksgem. nat. Mitte 780 ( 1 Sitz ).

Bisher hatte in jeder der drei nun zur Großgemeinde Schönbeck-Bad Salzelmen zusammengeschlossenen Gemeinden die SPD die absolute Mehrheit!

schästsführenden Kabinett führen wird. Dep Abschied Brauns aus dem Haus des preu^ ßischen Staatsministeriums in der Wilhelm- straße sei endgültig. Der Entschluß sei durch den geschwächten Gesundheitszustand Brauns mit bedingt worden; aber Braun habe schon vor dem Zusammentreten des Landtags er-, klärt, daß er nicht gewillt sei, etwa monate­lang als geschäftssührender Ministerpräsi­dent zu wirken.

Ursprünglich hätten die beiden anderen sozialdemokratischen Minister des Kabinetts,, Innenminister Severing und Unterrichtsmi-, nister Grimme, die Absicht gehabt, dem Bei­spiel Brauns zu folgen. Sie seien aber von ihren Ministerkollegen dringend gebeten wor­den, noch auf ihren Plätzen auszuharren.

Vvi* rreSekssuksnminisrsi* in I-vnüon

London, 6. Juni. Der deutsche Reichsaußen- minister und frühere Botschafter in London, Freiherr von Neurath, stattete am Montag vor­mittag dem englischen Außenminister Sir John Simon seinen Abschiedsbesuch ab. Die Unter­redung dauerte längere Zeit und gab von Neu­rath Gelegenheit, Sir John Simon die Lage in Deutschland darzulegen.

Gegen Mittag empfing der König Freiherrn von Neurath in Audienz. Darnach verblieben der Reichsautzenminister und seine Gemahlin zum Frühstück im Buckingham-Palast.

von Neurath gewährte, nach einer Berliner Meldung aus London, einem Vertreter des Reu­ter-Büros eine Unterredung, in der er u. a. er­klärte, es müsse für jeden unvoreingenommenen Beobachter klar sein, daß das neue deutsche Ka­binett, das sich aus Männern guten Willens und gesunden Menschenverstandes zusammensetze, die zum größten Teil als Beamte beträcht­liche Schulung für ihre jetzigen Posten er­halten hätten, eine Fachregierung dar­stelle, die eingesetzt wurde, um die vielen schwierigen Probleme zu behandeln, denen sich Deutschland gegenübcrsehe. Er sehe mit Inter­esse dem Zusammentreffen mit den englischen Staatsmännern in Lausanne entgegen.

SokZkksi' irvivkssi'dsitsminisisi'

Berlin, 6. Juni. Der Reichspräsident hat aus Vorschlag des Reichskanzlers den Prä­

sidenten des Reichsversicherungsamtes, Schäfser, zum Reichsarbeitsminister ernannt.

Der neuernannte Reichsarbeitsminister Hugo Schäfser steht im 57. Lebensjahre. Nach dem Studium der Rechts- und Staats­wissenschaft stand er vorübergehend im Dienste der Firma Krupp und trat dann im Jahre 1902 in den höheren Verwal­tungsdienst in Württemberg ein, wo er von 1909 bis 1916 Regierungs- und Ministerial- rat im Württembergischen Ministerium des Innern und ab 1916 stellvertretender würt- tembergischer Bundesratsbevollmächtigker war. Während der Jahre 1922 und 1923 leitete er während des Nuhreinbruches bis zur Aufgabe des passiven Widerstandes die Finanzen der Firma Krupp. Im März 1924 wurde er zum Präsidenten des Reichsver­sicherungsamtes und des Reichsversorgungs­gerichts ernannt. Dieses Amt hatte er bis zum heutigen Tage inne.

Snsun vensekwinrlsl

Severing und Grimme folgen.

Berlin, 7. Juni. Der preußische Minister­präsident Otto Braun hat, wie dieVos- sische Zeitung" berichtet, am Montag einen Ursaub angetreten. Zu seinem Vertreter hat er den Wohlfahrtsminister Hirthsiefer (Zentrum) bestellt, der von nun an als Lieicktältester Minister den Vorsitz im ,G.e>-

31 . Ksiekslsgswskl

Berlin, 6. Juni. Amtlich wird mitgeteilte Der Reichspräsident hat durch Verordnung vom heutigen Tage den Termin für die Neuwahlen des Reichstages auf Sonntags den 31. Juli, festgesetzt.

Lieg «Sss vsutsektums

Memel, 6. Juni. Die Verhandlungen über die Direktoriumsbildung wurden am Montag vor­mittag zu Ende geführt. Das Ergebnis ist die Bildung eines rein deutschen Direk­toriums. Der Führer der Volkspartei und Syndikus der Memeler Handelskammer, Dr, Schreiber, wurde zum Präsidenten des Di­rektoriums ernanut. Zu Landesdirektoren wur­den der Landwirtschaftsparteiler Szigaud und der Hauptlehrer Walgahn (Volksparteiler) er­nannt.

^Is, snkMek!

Magdeburg, 6. Juni. Oberpräsident z. D. Hörsing hat am Sonntag in Magdeburg die Sozialrepublikanische Partei" gegründet. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, geht Hörsings Streben dahin, in dieser Partei alle republikanischen Kräfte zusammen­zufassen. Von maßgebenden Persönlichkeiten aus den: Reichsbanner wohnten der Gründnngs- versammlung u. a. Waldemar Schulz, der Schatz­meister des Reichsbanners, außerdem Paul Crohn und Pape, der Reichsjugendobmann des Reichs­banners, bei, die auch als Mitbegründer anzu­sehen sind. Sie sind daraufhin vom Bezirksver­band Magdeburg aus der sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen worden.

Wir sind ersreut, feststellen zu können, daß Hör­sing mit seiner Neugründung einem dringenden Bedürfnis rechtzeitig abgeholfen hat. Ein drei­faches kräftiges sozialrepublikanisches Heil den» neuen Ladenl

Deutsche Anleihen sehr fest

London, 6. Juni. Deutsche Anleihen lagen an der Londoner Börse am Montag sehr fest. Die sieben v. H. Dawes-Anleihe stieg um 1,25, die 5,bprozentige Poung-Anleihe um 2 und die sieben- Prozentige Kali-Anleihe um 1 v. H.

MM