Ausgabe 
(23.5.1932) Nr. 106
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Zur Hitler-Tagung in Delmenhorst fahren BVG.-Autobusse am Mittoch, 25. Mai, um 17 Uhr und 18 Uhr, vom Dom. Karten nur im Vorver­kauf bei der BNZ.-Geschästsstelle, Papenstr. 15 und Rembertistr. 31, und bei allen Reisebüros der Bremer Vorortbahnen G. m. b. H.

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Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878.

Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet NM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die 10gespaltene mm-Zeile RM0.18 durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12, im Textteil RM 0.50, auswärts RM 0.70,

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. „Wie wird das Wetter morgen fein?" Halb zweifelnd an der Güte eines allmächtigen Gottes, fragten es die Parteigenossen und Genossinnen, die hinaus wollten, um in Oldenburg ihren Führer sprechen zu hören. Aber das Schicksal war gnädig. Nach den heißen und überheißen Tagen der vergan-

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Denen Woche schenkte er ein köstliches Gemisch voll wohltuender Gleichmäßigkeit — Hitler- wetter, sagen die Leute, was unsere Geg­ner zu der Behauptung veranlaßt, daß so­gar der Himmel schon naziotisch verseucht sei.

Und so ging es denn hinaus in die lachen­den Fluren des Oldenburger Gaues. Blü­hende Kastanien am Wege und fette Rinder­herden auf der Weide, immer das Ziel Ol­denburg im Auge. Lachende, spielende Kin­der tummeln sich an der Landstraße, sie -freuen sich» über die bunten Farben der Fähnchen und Fahnen. Man fühlt es, hier >ist das Hakenkreuz nichts neues mehr. Manch 'begeisterter Gruß wird uns geboten. Will­kommen, „Willkommen in Oldenburg!" ru­fen uns Transparente entgegen.

In Oldenburg, dem einstigen Großherzog- lum, wird am kommenden Sonntag wieder leinmal der Würfel rollen. Die zweite Land- itagswahl in verhältnismäßig kurzer Zeit wird das bestätigen, was wir bereits wuß­ten, die nationalsozialistische Welle ist wei­ter im Anwachsen. Sie wächst, von Tag zu ITag, von Woche zn Woche und von Wahl Hu Wahl, ohne daß wir etwas daran zu tun brauchten. Mit ruhigem Gewissen könn­ten wir die Zeit abwarten, bis unsere Stunde gekommen ist. Und sie kommt, so -Unabänderlich, wie die anderen am Ende find.

Lachende Gesichter^ frohe, glückliche Men­

schen schauten uns an, grüßten uns und unsere Fahnen, jene roten, blutigroten mit dem schwarzen Hakenkreuz im weißen Felde. Wagen über Wagen rollten über die Stra­ßen, jeden Augenblick neue Gesichter, Freunde und Bekannte und über allen schwebt dieses, eine bindende, gemeinsame Ziel, eines einheitlichen Willen und Wol- lens. Und die andere Seite? Wo sind sie, die einst so gesürchteten Kommunisten, die noch vor kaum zwei Jahren bei einem SA.- Aufmarsch in Oldenburg kochendes Wasser aus den Fenstern auf unsere Leute gössen? Sie zogen an uns vorbei, ein kümmerlicher Lastwagen, mit haß- und neiderfüllten Blicken sahen sie uns nach. Keine Hand mehr, die es wagt, mit Steinen oder Bier­flaschen nach den politischen Gegnern zu

werfen. Die großen Revolutionäre sind klein geworden. Ihre unüberwindliche Abneigung gegen die „faschistische Bourgeoise" macht sich nur noch in Zurufen bemerkbar. Auch die haben sich geändert. Das kriegerische „Rot Front" hat dem „Heil Hitler" weichen müs­sen. Schüchtern rufen sie es uns entgegen, so daß es ihnen nicht gelingt, ihre eigene Lächerlichkeit zu verbergen.

In Osternburg war eine kommunistische Tagung angesetzt, aber selbst hier rührt sich bei unserem Herannahen nichts, so geht es weiter bis nach Oldenburg hinein. In der mit Girlanden geschmückten Geschäfts­stelle h.er NSDAP. herrscht reges Leben und Treiben. Ordonnanzen kommen und gehen. Heute ist ein großer Tag für Ol­denburg. Der Führer kommt!

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Wenn wir jetzt in Oldenburg wählen, muffen wir uns darüber klar sein, daß die Entscheidung nicht nur für dieses Land fällt, sondern daß heute jede Stimmabgabe mitbestimmend dafür ist, wie letzten Endes das Reich regiert werden soll. So wie sich die Struktur des staatlichen Lebens von der Familie über die Gemeinde und das Land zum Reich entwickelt, so wird jede Gemeinde- oder Landtagswahl eine Entscheidung sein, ob die Trä­ger des bisherigen Systems weiterregieren sollen oder ob das deutsche Volk sich zu der im Weltkrieg geborenen und in zwölfjährigem Kampf großge­wordenen Weltanschauung des Nationalsozialis­mus bekennt.

Der deutsche Reichskanzler hat zum ersten Male einen bestimmten Zeitpunkt für den Erfolg seiner politischen Tätigkeit festgelegt. Bisher hat er stets nur in allgemeinen Redensarten gesprochen, dies­

mal hat er im Reichstag klipp und klar erklärt, er fühle sich hundert Meter vom Ziel. Das Ziel bringe die Lausanner Konferenz.

So richtig das Primat der Außenpolitik ist, so falsch ist der Schluß, daß Deutschland mit dieser Regierung ohne Vertrauen eine positive Außen­politik treiben kann. Dazu braucht man ein Volk, das geschlossen mit einheitlichem Willen hinter einem steht. Große staatspolitische Ziele müssen Allgemeingut des Volkes geworden sein. Begriffe wie Freiheit und Selbstbehauptung, eine klare Linie zum Begriff nationale Ehre, klares Bekennt­nis zu einem innenpolitischen und sozialen Kurs, der alles tut, um die Kräfte des Volkes für eine Aktion nach außen zusammenzufassen, das alles sind Voraussetzungen einer erfolgreichen Außen­politik.

Der Staat hat sich nicht um jeden Pfifferling zu

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kümmern, er hat

nur die Aufgabe, ein Volk so in Form zu bri«r-> gen, daß es außenpolitisch seine Existenz enb> sprechend seiner Größe behaupten kann.

In dieser Hinsicht hat das System alles der» säumt, und es wird außenpolitisch genau so scheu tern, wie es das innenpolitisch getan hat.

Man kann keine Außenpolitik treiben mit der schwarzen, roten oder goldenen Internationale« Es darf keiner Träger der Staatsgewalt sein, der die Nation verneint.

Der Staat darf nicht Spielball der Spekulationen! internationaler Bankiers sein.

Der Berwaltungsapparat muß der Wohlfahrt des Volkes dienen und darf nicht zum Eintrei» bungssystem der Zinsen und Tribute werden.

Der Staat darf es nicht zulassen, daß sechs Millionen seiner Angehörigen ohne Arbeit und! Brot langsam verkommen.

Wir beanspruchen die Führung

Die Probleme, die wir Nationalsozialisten zu lösen haben, sind dreifacher Art. Zunächst muß die Führerfrage geklärt werden. Es gibt keine Besserung, keine Neugestaltung der Wirtschaft, ohne daß neue Männer sie durchführen. Die Herren, die heute am Ruder sind, haben seit Jahrzehnten Gelegenheit gehabt, alles zu tun, was notwendig war. Die bürgerliche Regierung vor dem Krieg und nach deni Krieg die Marxisten haben keinen Staat des allgemeinen Volkswohls schaffen können. Eine Regierung, zu der das Volk kein Vertrauen hat, muß abtreten.

Ueber der Herrschaft unfähiger Parteileute steht das Lebensrecht des Volkes aus richtige, er­folgreiche und organische Führung.

Führer dieses Volkes werden nicht in Logen ausgelost und nicht von internationalen Mächten bestimmt, sondern wachsen durch Nachweis ihrer eigenen Leistung in ihre Aufgabe hinein, wenn sie es fertig bringen, das Volk aufzureißen und die Eigenschaften zu mobilisieren, die einen sauberen und kraftvollen Staat gewährleisten.

Wir beanspruchen das Recht auf Führung,

weil wir in zwölfjährigem Kampf aus diesem Volk wieder eine kraftvolle Energie herausgerissen haben. Adolf Hitler hat das Erleben des Krieges in eine Forni gegossen und zum Programm der größten deutschen Bewegung gemacht.

Wir beanspruchen die Führung, weil unsere Be­urteilung der Dinge sich immer als richtig er­wiesen haben, während die anderen in ihren Er­wartungen sich stets getäuscht haben.

Wir haben ein Recht aus Führung der Nation, weil sich in unserer Bewegung schon jetzt Menschen zusammengefunden haben, die nicht als Tribut­sklaven fremder Mächte krepieren wollen.

Wir bekennen uns zum deutschen Boden, zur Geschichte unserer Vüter und zu den Großtaten der deutschen Vergangenheit. Wir sind bereit, uns für dieses Deutschland einzusetzen bis zur letzten Konsequenz. Das Recht aber, einen Staat zu führen haben nur jene, die bereit sind, für ihre Politik die letzte Nagelprobe mitzumachen. Kriegs­drückeberger urrd Berufe, die nicht der Wehrpflicht