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Derlagsort Breme«. Herausgeber Kurt Thiele. Derlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnnng: hiesige die lOgespaltene mm-Zeile RM0.1V Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12, im Lextteil RM 0.50, auswärts RM 0.70s
Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbo,, Aussperrung Stellengesuche RM 0.04. Sonstige kleine Anzeigen RM 0.0g
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Die neue Llsusn-^iotvsi'oprlnung
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RSDAP. und DNVP. beabsichtigen Anrufung des Staatsgerichtshofes. Berlin, 20. Mai. Die von der Deutsch- Nationalen Reichstagsfraktion für den 24. Mai beantragte Einberufung des Reichstages ist, obwohl sie von den Nationalsozialisten und Kommunisten unterstützt wurde, vorn Reichstagspräsidenten wiederum abgelehnt worden. Der Reichstagspräsident bleibt bei der Auffassung, daß Artikel 24 der Reichsverfassung keine Anwendung finden kann, weil der Tagungsabschnitt des Reichstages nicht geschlossen, sondern der Reichstag nur vertagt worden ist. Nach Artikel 24 muß der Reichstag einberufen werden, wenn ein Drittel sämtlicher Abgeordneten es verlangt. Die jetzigen Antragsteller bilden zwar ein Drittel des Reichstages, aber nicht die Mehrheit, die nach Auffassung des Reichstagspräsidenten für die Einberufung erforderlich ist.
Die Nationalsozialisten beabsichtigen, den Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich anzurufen, um diesen ungeheuerlichen Verfassungsbruch des selbstherrlichen Präsidenten zur gerichtlichen Entscheidung zu bringen.
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6sseksiß1soi'6nung
Berlin, 20. Mai. Im Preußischen Landtag hat die Nationalsozialistische Fraktion jetzt den Antrag eingebracht, der die sinngemäße Wiederherstellung der alten Geschäftsordnungsbestimmungen über die Wahl des Ministerpräsidenten zum Ziele hat. Die damals gestrichene Bestimmung, nach der, wenn sich keine absolute Mehrheit ergibt, die beiden Anwärter mit den meisten Stimmen in die engere Wahl kamen, soll nach dem Antrag wieder aufgenommen werden.
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Mannhafte Worte im Genfer Heeresansschutz
Genf, 20. Mai. Im Heeresausschuß der Abrüstungskonferenz kam es zu einem Zusammenstoß zwischen den Vertretern Frankreichs und Ungarns. Der ungarische Vertreter warf die Frage auf, wie es nach Aeußerungen Auberts mit den entwaffneten Staaten stände. Nach französischer Auffassung müsse man diesen Staaten jetzt die gleichen Waffen gewähren, die die anderen Staaten für sich mit der Begründung der Vcrteidigungsnotwendigkcit sichern wollten. Der französische Vertreter erklärte dagegen, diese Frage sei hinreichend in den französischen Vorschlägen auf Jnter- nationalisierung aller Rüstungen geklärt. Der ungarische Vertreter-entgegneie darauf, er ziehe es vor, die Waffen zur Verteidigung im eigenen Lande zu haben, für den Kalt, daß sein Land angegriffen würde.
Berlin, 21. Mai. Ueber den Inhalt der neuen Steuer-Notverordnung, die in ihren Grundzügen feststeht, berichten Berliner Blätter folgende Einzelheiten:
Die neue Beschäftigungssteuer wird auch von den Beamten erhoben, nicht nur von den übrigen Beschäftigten aller Berufe, die sie neben der Kri- sensteuer zahlen müßen. Das Reichsfinanzministerium rechnet, daß die neue Beschäftigungssteuer 325 Millionen Mark bringt, davon sollen
allein etwa 120 Millionen von den Beamten ausgebracht
werden.
Die Krisensteuer stellt insofern eine neue Einnahmequelle dar, als sie ursprünglich nur bis zum Ende dieses Jahres vorgesehen war und nun bis zum Ende des Etatsjahres 1932-33 eingesetzt ist. Das ergibt eine Mehreinnahme von rund 45 Millionen Mark. Die neue Beschäftigtenfteuer soll nur von Jahreseinkommen über 3600 Mark erhoben werden, weil bis zu dieser Grenze die Arbeitslosenversicherung prozentual durchgestaffelt ist, ab 3600 Mark aber nicht mehr steigt. Schließlich soll die Bürgersteucr, die ursprünglich nur bis zum 1. Juni erhoben werden durfte; in diesem Jahr nochmals von den Gemeinden beansprucht werden können. Die nochmalige Erhebung der Bürgersteuer bedeutet angeblich eine Mehreinnahme von 250 Millionen Mark.
Die Finanzhilfe für die Gemeinden, die das Reich leistete, betrug bisher rund 530 Millionen, davon waren 230 Millionen Zuschüsse für besonders notleidende Gemeinden und 300 Millionen Ausgleichsmittel für die Erwerbslosenlasten. Jetzt
Wien, 20. Mai. Die Nachricht, daß der steier- märkische Heimatschutz sich nicht mehr der Bundesführung der Heimwehren unterstellen wolle, hat es unwahrscheinlich gemacht, daß es zu einer Kabinettsbildung unter Beteiligung der Christlich- Sozialen, des Heimatblocks und des Landbundes kommen wird. In einer Vorstandssitzung der christlich-sozialen Fraktion am Freitag kam die Auffassung zum Ausdruck, daß dieser Versuch als erledigt anzusehen sei.
Um 13.30 Uhr begab sich Dr. Dolfuß zum Bundespräsidenten, um ihm über die Lage Bericht zu erstatten. Der Bundespräsident hat Dr. Dolfuß gebeten, noch einmal den Versuch zu machen, unter Beteiligung der Christlich-Sozialen und des Landbundes eine Regierung zustandezubringen.
Für den Fall des Mißlingens dieses Versuches hat der Bundespräsident Dr. Dolfuß beauftragt, eine Ministerliste aus Fachleuten außerhalb der Parteien zusammenzustellen und ihm diese Liste im Laufe des Nachmittags zu übergeben.
sollen die Gemeinden hierfür 400 Millionen in Vierteljahresraten von 100 Millionen (bisher 75) erhalten, und die 230 Millionen Mark sollen auf rund 300 Millionen erhöht werden, so daß die Gemeinden jetzt 700 Millionen bekämen. Diesem Mehr von 170 Millionen werden allerdings neue Belastungen gegenüberstehen. Mese ergeben sich aus der Neuordnung der Arbeitslosenversicherung; der Gesamtbetrag, der für die gesamte Sozialversicherung von der Arbeitslosenunterstützung bis zur Wohlfahrtsfürsorge bei einer Durchschnittszahl von 5,9 Millionen Arbeitslosen erforderlich ist, beläuft sich auf 3,018 Milliarden Mark. Das Prinzip der Arbeitslosenversicherung bleibt aufrechterhalten. Die Bedürftigkeitsprüfung wird nicht erweitert; sie bleibt wie bisher bestehen, wenn es sich um Ehefrauen oder Jugendliche bis 21 Jahre handelt.
Die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung,
die bei der Ausstellung ihres Haushalts davon ausgeht, daß die Arbeitslosigkeit vielleicht durchschnittlich etwas höher wird, als im Vorjahre, muß, da ihr Haushalt unabhängig vom Reichshaushalt ist, ebenfalls einen Ausgleich suchen. Sie sieht ihn darin, daß die Unterstützuugsdauer in der Arbeitslosenversicherung von 20 aus 13 Wochen vermindert wird; daß aber andererseits die Sonderstellung der Saisonarbeiter fortfällt. Ferner sollen die Sätze der Arbeitslosenunterstützung etwa denen der Kri- senfürsorge angepaßt, also von dem Durchschnittssatz von 58 Mark aus 54 Mark gebracht werden. Eine Verlängerung der Krisenfürsorge soll angeblich nicht in« Frage kommen, so daß die Wohlfahrtsfürsorge der Gemeinden um volle sieben Wochen früher beginnt.
Wien, 20. Mai. Das neue Kabinett ist zustandegekommen und hat folgende Zusammensetzung:
Bundeskanzler, Aeußeres und Landwirtschaft Dr. Dvllfuß (Chr.°S.), Vizekanzler und gleichzeitig betraut mit der handelspolitischen Sektion des Außenministeriums, Ingenieur Winkler (Landbund), Inneres .Bach inger (Landbund), Finanzen Dr. Weidenhoffer (Chr.-Soz.), Justiz Dr. Schuschnigg (Chr.-S.), Unterricht Dr. Nintelen (Chr.-S.), Soziale Verwaltung Dr. Resch (Chr.-S.), Heerwesen Vaugoin (Chr.-S.), Handel Jakonctg (RechtZan- walt in Innsbruck, Vertrauensmann des Heimatblocks), Sicherheit Ministerialrat A ck>. (Bundeskanzleramt).
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Memel, 20. Mai« Der seit sechs Wochen imschnldia inhaftierte Mcmellandjükrer
Schulral Meyer ist am Freitag adenv, freigelassen worden. j
Der Untersuchungsrichter Nowickis haktef im Laufe des Tages noch zahlreiche Zeuge« vernommen, die Schulrat Meyer durchweg entlasteten. Diese Zeugen waren bei ders ersten Voruntersuchung gar nicht berücks sichtigt worden. Jetzt hat sich der Unters suchungsrichter veranlaßt gesehen, Schulral Meyer freizulassen, da man ihm keine« Verstoß gegen die Landesgesetze nachH weisen kann.
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Ein Toter, achtzehn Verletzte in Waltershause«, Fünfzehn Verhaftungen.
Waltershausen, 20. Mai. Wie von der thüringr? scheu Polizeidirektion mitgeteilt wird, sind bei de« Erwerbslosenunruhen in Waltershausen sieben Pol lizeibeamte durch Schöffe, Messerstiche und Steint würfe zum Teil schwer verletzt worden. Von den! Kundgebern wurden zwölf, fast ausnahmslos der KPD. angehörige Personen, ebenfalls erheblich ver-? letzt. Einer der Verwundeten, der kommunistische Fabrikarbeiter Oskar Kaufmann, ist in der Zwt? schenzeit seinen Verletzungen erlegen. Die übrige« Verletzten wurden in das Krankenhaus in WaÜ tershausen eingeliefert.
Auf Anordnung der Polizei wurden sämtliche Gastwirtschaften der Stadt geschloffen. Bisher wur« den fünfzehn Personen, darunter drei Gothaep Kommunisten, festgenommen. Die Polizei ist gegen Mitternacht noch mit der Sicherung der Ordnung beschäftigt. Einzelne Gruppen von Erwerbslose« und Kommunisten haben sich in die umliegende« Waldungen zurückgezogen und geben von Zeit z« Zeit Lichtsignale. Es wird angenommen, daß die Unruhen von langer Hand vorbereitet worden sind,'
Sokwvi's Seksrligung ües 2>nkus Vilviek
London, 20. Mai. In der Angelegenheit des Zirkus Gleich ist der deutsche Botschafter Freiherr von Neurath im Foreign Office vorstellig geworden. Er legte dar, daß das Verhalten der eng-« lischen Regierungsstellen mit dem Geiste des deutsch-englischen Handelsvertrages nicht im Ein? klang stehe. Der Handelsvertrag sehe ausdrücklich, vor, daß Konkurrenzgründe keine Handhabe für eine amtliche Schädigung deutscher Interessen sei« dürfen, ein Fall der hier zweifelsohne vorliege Das Foreign Office ist gebeten worden, entsprechende Vorstellungen beim Arbeitsministerium z« erheben.
Die Lage des Zirkus Gleich ist inzwischen durch das Verhalten der englischen Regierung verzweifelt geworden. Die Schiffahrtsgesellschaften haben eins einstweilige Verfügung gegen den Zirkus erwirkt, um ihn zur Zahlung einer Konventionalstrafe vo« 400 Gulden pro Tag und Schiff, beginnend am 4. Mai, zu zwingen. Fünfzig Löwen, 150 Pserde, viele andere Tiere, das gesamte Personal des Zirkus liegen untätig in Rotterdam. In deutschen Kreisen Londons herrscht einmütig helle Empörung über das Verhalten des englischen Arbeitsministe« riums. das man als höchst unfair bezeichnet
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