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Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechuung: hiesige die 10gespaltene mm°Zeile RM 0.10 Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12, im Textteil RM 0,50, auswärts RM 0.70.
Redaktion: Papeustr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbo., Aussperrung Stellengesuche RM 0.04. Sonstige kleine Anzeigen RM OHL.
bis Freitag von 17 bis 18 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878. usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugpr. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.
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Königsberg, 6. Mai. In der am Mittwoch vormittag eröffneten ersten Hauptversammlung der neugewählten Ostpreu- ßischen Landwirtschaftskammer wurde Freiherr Bustlar-Venedien, der auf eine nationalsozialistischen Liste in die Kammer gewählt worden ist, mit 47 Stimmen gegen 28 Stimmen für den bisherigen Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Dr. Brandes- Nlthof, zum Präsidenten gewählt.
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München, 4. Mai. Das Braune Haus in München teilt mit: „Der Reichsverkehrs
minister Treviranus hat anläßlich einer Rede behauptet, daß die nationalsozialistische Führung für die Auflösung der SA. außerordentlich dankbar sei und auch dankbar sein müsse, für die Beseitigung einer Unruhegefahr in ihren eigenen Reihen".
Diese Behauptung eines aktiven Ministers stellt eine außerordentlich schwerwiegende Herabwürdigung des Führers der NSDAP. dar, dem damit der Vorwurf des Gesin- nnngsvcrrats an treuen Kampfkameraden gemacht wird. Adolf Hitler hat daher feinen Nechtsbeistand Dr. Hans Frank ll beauftragt, gegen Treviranus Strafantrag und Beleidigungsklage einzureichen und erwartet, daß Treviranus selbstverständlich von sich aus auf die derzeitigen Regierungsparteien im Reichstag im Sinne der umgehenden Jmmunitätsaufhebung zur Durchführung der Klage einwirken wird.
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Hübe über die nationalsozialistischen Absichten
München, 5. Mai. In der nationalsozialistischen Korrespondenz wird unter der Ueberschrift: „Das Zentrum in der Zwickmühle", ein Artikel des nationalsozialistischen Preußen-Führers Kube veröffentlicht. Es heißt darin u. a.: Die Nationalsozialisten verzichteten auf ihren Anspruch, in Reichend in Preußen die Macht und die volle Verantwortung zu übernehmen, nicht. Aber erst, wenn die Zeit da sei, würden sie handeln. Die Nationalsozialisten warteten aus die Stunde, die ihnen die reise Frucht ihres Kampfes in den Schoß fallen lassen müsse.
Im Preußischen Landtag würden sie die kleine Gruppe der Deutschen Volkspartei ritterlicher behandeln, als man die nationalsozialistische Land- tagsgruppe behandelt habe. Sie würden es nicht Dulden, daß man die sieben deutsch-volkspartei- ckichcn Abgeordneten zu Herrn Hugenberg zwinge, der so gern ernten möchte, was Hitler gesät habe. Der deutschnationalen Preußenfraktion stünden die Nationalsozialisten mit kühler Sachlichkeit gegenüber. In ihr Fahrwasser lasse man sich nicht zwingen. Der ArtikÄ schließt: „Unsere Vorbereitungen für die sachliche Arbeit, wie für den weiteren Kampf um den Staat, sind getroffen."
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Memel, 5. Mai. Bei den Landtagswahlen am Mittwoch haben die memelländischen Parteien trotz litauischen Terrors und der widerrechtlichen Einbürgerung von Tausenden von Großlitauern einen überwältigenden Sieg errungen. Nach dem bisher vorliegenden Gesamtergebnis (es fehlen noch 13 kleine ländliche Bezirke) wird der neue Landtag, abgesehen von kleinen Verschiebungen, saß genau dieselbe Zusammensetzung haben wie der von den Litauern aufgelöste frühere Landtag. Von den insgesamt 29 Abgeordnetensitzen werden auf Grund der bisherigen Berechnungen auf die Landwirtschaftspartei 10—11 Litze
(früher 10), auf die Volkspartei 8 (8), auf die Sozialdemokraten 2 (4), auf die Kommunisten 3 (2) und auf die litauischen Listen zusammen 5 (5) Sitze entfallen.
Im einzelnen sieht das Ergebnis wie folgt aus:
Deutsche: abgegeb. St. 65 728
Memell. Vp.: 17 922 (1930: 13 709) 8 S.
Memell. Landw.-P. 24 442 (1930: 15 810) 11 „
Sozialdemokraten 5114 (1930: 6 870) 2 „
Arbeiterp. (Komm.) 5390 (1930: 2 062) 3 „
Litauer:
Großlitauische Volks- und
Arbeiterpartei: 7 055 (1930: 1 900) 3 „
Lit. Landw. 4 906 (1930: 6 978) 2 „
Splitter:
Hausbes.-Liste 236 0 „
Verb. d. lit. Landw. 620 0 „
Die Wahlbeteiligung, die außerordentlich groß war, dürfte an 95 v. H. heranreichen. In einer ganzen Anzahl von Orten wählte die Bevölkerung geschlossen zu Hundert v. H. Selbst Kranke und Gebrechliche wurden auf Tragbahren zu den Wahllokalen getragen. Das Wahlergebnis, das eine deutliche Antwort auf die litauische Gewaltpolitik darstellt, hat im ganzen Memelgebiet außerordentliche Genugtuung und Befriedigung ausgelöst.
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Berlin, 4. Mai. Der Reichspräsident hat heute zwei Verordnungen unterzeichnet. Mit der ersten Verordnung werden alle politischen Verbände, die militärähnlich organisiert sind, oder sich so betätigen, der Kontrolle des Reichsministers des Innern unterstellt. Durch die zweite Verordnung sind die kommunistischen Gottlosenorganisationen mit sofortiger Wirkung für das ganze Reichsgebiet aufgelöst worden.
Nach der neuesten Notverordnung bleibt also das Verbot der SA. aufrechterhalten. Aber es darf eine neue SA.-Organisation — im Rahmen der Notverordnung natürlich — aufgezogen werden:
Ergebnis:
Die Regierung Brüning hat sich, um ein Verbot des Reichsbanners herumgedrückt, aber die Organisation der patentierten Republikschützer wird nunmehr der verhaßten SA. und SS. Hitlers gleichgestellt. Man betont zwar, daß die „2. Notverordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung der Staatsautorität vom 3. Mai 1832 kein neues Recht schasse für splche Verbände, die früher aufgelöst worden sind." In.Wirklichkeit aber bedeutet diese neue Verordnung doch die verschleierte Zurücknahme der ersten, die das SA.-Verbot anssprach.
In der erwarteten Notverordnung im Zusammenhang mit dem SA-Verbot schreibt der „Völkische Beobachter", der Kanzler habe die ungeheuerliche Selbstdesavouierung seiner letzten Notverordnungspolitik dem Sturz des Kabinetts vorgezogen in der Hoffnung, sich dadurch weiter an der Macht halten zu können. Es dürste bezweifelt werden, ob
dieses taktische Manöver zu einem vollen Erfolg führe, denn die Stellung des Kanzlers gegenüber dem Auslande dürfte nach diesem offensichtlichen Eingeständnis -er Schwäche seiner Stellung nunmehr erst recht unhaltbar geworden sein, was nicht ohne Rückwirkungen auf die innerpolitische Lage bleiben könne.
Die Blamage Brünings ist so vollkommen, wie überhaupt nur denkbar. Die Staatsautorität ist unter Brüning durch die Folge von Notverordnung in solche Not geraten wie nie zuvor.
Durch die Aufregung, die in Frankreich, Polen, Tschechei usw. über den Vorstoß der Bayerischen Volkspartei (Zentrum) gegen die Neichswehrführung entstanden ist und durch die wahnsinnige Hetze der Feinde Deutschlands gegen NSDAP. und Reichswehr wird der Kampf um Brüning und um die Macht in Deutschland beinahe zu einem Kampf gegen französische Herrschaft über Deutschland.
Die entsetzliche Angst der französischen Chauvinisten um Brüning und sein Kabinett bringt die derzeitige Reichsregierung in eine seltsame Lage!
Muß Brüning jede Blamage vor aller Welt, jede innen- nnd außenpolitische Niederlage hinnehmen um Frankreichs willen? Kann Brüning nicht die Konsequenzen ziehen, die jeder andere Politiker nach den Gesetzen der Demokratie längst gezogen hätte?
Wie dem auch sei! Der Kampf gegen Brüning erscheint mit jedem Tage jedem Deutschen notwendiger und dringender!
Sinn üsn Hulspkis
Gedanken zur bremischen Warcn-Clearino- Gesellschaft
Von Julius Miele Es ist merkwürdig still geworden um diS Autarkiefrage. Scheinbar greift die Erkenntniss daß eine Umgestaltung unseres Außenhandels nicht mehr zu vermeiden ist, auf immer weitere Kreise über. Wenn man sich über den Sinn des Wortes Autarkie klar wäre, würde wahrscheinlich der Streit um diese Frage bald ganz beendet sein. Man sollte eine Kommission einsetzen, die einmal festlegte, was unter Autarkie verstanden werden soll.
Es ist selbstverständlicher Unsinn, wenn die unentwegten Gegner von einem völligen Abschluß Deutschlands sprechen. Es wird wohl niemand unter den Autarkiefreunden zu finden sein, der eine derartige Forderung aufstellt. Autarkie kann nur die
Verlegung des Schwergewichts der Volkswirtschaft aus den Binnenmarkt heißen, aber nichts anderes. Also Einstellung der Aus- und Einfuhr auf die Belange der innerdeutschen Wirtschaft, nicht aber völlige Ausgabe des Im- und Exports.
Bei solcher Begriffsbestimmung ist es klar, daß Autarkiegegner, wenn sie von einer „sinnvollen Planwirtschaft" sprechen, dem von der anderen Seite Gewallten viel näher sind, als sie selbst vielleicht ahnen. Verfolgt man die Handelsteil« der Zeitungen, dann wird man erstaunt sein, wie häufig von durchaus liberalistisch eingestellten Persönlichkeiten und Gremien dieser Rus nach sinnvollem Planen und Stärkung des Binnenmarktes ertönt. Selbst Minister äußerten sich bereits in solchem Sinne, wenn sie den Schutz der Landwirtschaft verlangten und proklamierten.
Im Grunde genommen ist der ganze Streit müßig und unnütze Kraftverschwendung, denn die Dinge sind soweit gediehen, daß wir nicht mehr sie, sondern sie uns meistern. Ob wir wollen oder nicht, wir werden heute zu einer autarkischen Einstellung getrieben.
In Bremen gründete man die Internationale Waren-Clearing-Gescllschaftz Ihre Gründer bezeichnen sie als einen Notbehelf, um den Warenaustausch nicht vollkommen ins Stocken geraten zu lassen. Man gibt also zu, daß bereits Stockungen eingetreten sind, die sich mit gewöhnlichen Mitteln nicht mehr überwinden lassen. Dies dürfte der bündigste Beweis sein, daß uns die Umstände zwingen, den Weg der Autarkie zu beschreiten.
Sehen wir uns einmal um in der Welt, so finden wir eine große Anzahl Staaten, die mit Währungsschwierigkeiten kämpfen und einschneidende Devisenbeschränkungen einführten. Wieder andere leiden unter der Last der Arbeitslosigkeit und erschweren die Einfuhr durch hohe Schutzzölle und Kontigente. Erst in allerletzter Zeit meldete die Tagespresse neue Zollerhöhungen in England und die Einführung weiterer Kontigente in Frankreich. Wenn aber der größte Teil der Welt sich vom Freihandel abkehrt, wie soll dann Deutschland, das am schwersten unter der Weltkrisis leidet, diese Wirtschaftsform aufrecht erhalten? Deutschland hat ein starkes Export- bedürfnis, kann es dieses nicht mehr befriedigen, weil sich die Absatzländer abschließen, so muß eS