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Unsere Parole:
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Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr.—Fernsprecher Domsheide 25878.
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Wie wir gestern schon mitteilten, sind die Spar- kassendirektoren Ruyter und Wenhold ihrer Posten enthoben worden. Zwei neue Direktoren sind sofort ernannt und man glaubt, mit einigen belanglosen Worten in der Regierungspresse, mit einer großen Portion Weihrauch und nur sehr wenig Selbsterkenntnis, vor allen aber unter Ausnutzung des in Bremen so hoch im Kurs stehenden weiten Mantels bremischer Nächstenliebe, die wankende, politische Stellung der verantwortlichen Männer in Regierung, Bürgerschaft und Sparkasse für längere Zeit gerettet zu haben.
Wir kämpfen nicht gegen Personen, sondern nur gegen ihre politische und wirtschaftliche Stellung, die sie zum Schaden der Allgemeinheit eingenommen haben oder noch einnehme. So sind uns der Privatmann Wenhold und ver Privatmann Ruyter auch weiterhin gleichgültig. Aber nicht gleichgültig ist uns, daß wir uns Monate hindurch haben beschimpfen oder verächtlich behandeln lasten müssen, nur weil wir ein gutes halbes Jahr vorher die Forderungen und Grundsätze ausstellten, die sich heute z. B. die „Weser- Zeitung" oder der Verwaltungsrat der Sparkasse zu eigen macht. Gerade in den wirtschaftlichen Kreisen Bremens hat man sich entrüstet über die Haltung der NSDAP.-Fraktion und unserer Zeitung in Fragen der Sparkasse. Rund eine Million Reichsmark wäre u. a. den bremischen Sparern erhalten geblieben, wenn man sich, statt sich zu entrüsten, dazu bereit gesunden hätte, unsere begründeten Forderungen zu prüfen und anzunehmen.
Nur selten ist es einer politischen Partei oder Zeitung möglich, einen so überzeugenden Wahrheitsbeweis für die Richtigkeit ihrer Stellungnahme zu führen, wie bei uns in diesem Falle. Im September 1931, in unserer Nummer 94, schrieben wir folgenden Satz:
Herr Wenhold als verantwortlicher Finanzmann kann nicht Herrn Wenhold als verantwortlichen Sparkassendirektor kontrollieren. Diese Verquickung muß bei einer politischen Belastung des Finanzmannes Wenhold — und diese ist in hohem Matze vorhanden — das Vertrauen zu dem Sparkassendirektor Wenhold gefährden."
In der Entlassungsbescheinigung des Herrn Wenhold heißt es wörtlich:
„. . . daß eine intensive öffentliche Betätigung mit der namentlich in der jetzigen Zeit unbedingt notwendigen Bereitstellung seiner ganzen Kraft für die Sparkasse schwer vereinbar sei. Es komme hinzu, daß die Leitung eines gemeinnützigen, allen Schichten der Bevölkerung dienenden Instituts durch eine im politischen Leben stehende Persönlichkeit in Zeiten politischer Hochspannungen der Entwicklung der Sparkasse hinderlich sein würde. Bei dieser Sachlage halte er es im Interesse der Sparkasse für geboten, sein Amt als Direktor zur Verfügung zu stellen."
Wir stellen nur fest, daß die Sparkasse und damit die Oeffentlichkeit nicht nur vor einem großen Verlust durch einen völlig verrotteten Betrieb in der Effekten-Abteilung, sondern auch vor den sonstigen uns durchaus bekannten Verlusten bewahrt geblieben wäre, wenn man im September 1931 unsere Anregung befolgt hätte.
Statt besten bezeichnete man uns als ein Hetzblatt und als wir im Februar dieses Jahres erneut auf die außerordentliche Bedenklichkeit der Tätigkeit des früheren Sparkassendirektors Wenhold hinwiesen, verbot man die Zeitung aus vier Wochen.
Es handelt sich dabei gar nicht einmal allein um Herrn Wenhold, besten Rücktritt wir nach Aufdeckung der letzten Verfehlungen als einzige Zeitung in Bremen sofort forderten, sondern auch um das von uns seit über einem Jahr bekämpfte Recht der Sparkasse, Bankgeschäfte zu machen. Von unserer Fraktion liegen entsprechende Anträge vor und wir werden nicht nachlassen an unserer Forderung, die Sparkasse wieder ihrem eigentlichen Aufgabenkreis zuzuführen, weil wir überzeugt sind, daß nur so allein eine gesunde Fortentwicklung dieses Unternehmens möglich ist.
Für wichtiger noch als das, halten wir die Erkenntnis weitester Kreise der bremischen Bevölkerung, daß man nicht einige Sparkassenbeamte einsperren kann, ohne die Direktoren verantwortlich zu machen und daß man nicht einige Direktoren entlasten kann, ohne die verantwortlichen Staatsstellen haftbar zu machen. Der bremische Staat, also der zurzeit amtierende Senat, trägt vor der Oeffentlichkeit als Aufsichtsbehörde die Verantwortung sür die Sparkasse, um so mehr, als durch unsere Veröffentlichungen er rechtzeitig in Kenntnis gesetzt worden war, welche Mißstände in der Sparkasse herrschen. Wenn der Senat jetzt von Herrn Wenhold und Herrn Ruyter verlangt, daß sie die Konseguenzen ziehen, so scheint es uns in allererster Linie für recht und billig, daß der Senat die gleichen Konsequenzen zieht, nicht wegen einiger Unterschlagungen, sondern wegen der Tatsache, daß seine Regierungsmaßnahmen und seine Aussicht über ein gemeinnütziges Institut
Genf, 28. April. Reichskanzler Brüning empfing am Donnerstag abend im Hotel Metropole die internationale Presse, der der Reichskanzler in deutscher Sprache folgende Erklärungen abgab:
Ich habe die Gelegenheit benutzt, nicht nur über die Abrüstungsfrage, sondern auch über eine Reihe anderer die Welt und uns bewegende Fragen eine große Anzahl von Gesprächen mit den Vertretern der übrigen Länder zu führen. Ich verspreche mir von solchen Gesprächen immer außerordentlich viel und auch diese Gespräche haben zweifellos das eine herbeigeführt, daß das Gelände für eine große Anzahl von Fragen insofern geklärt worden ist, als man die gegenseitige Stellungnahme scharf und deutlich erkennen konnte.
(Die Stellungnahme Frankreichs hätten wir dem Kanzler schneller sagen können.)
Das halte ich für wesentlich, um zu praktischen Lotungen und Er so tuen zu kommen.
falsch waren und sich zum Schaden der bremischen Bevölkerung ausgewirkt haben.
Der Senat darf versichert sein,, daß wir Nationalsozialisten mit der gleichen Unerbittlichkeit, mit der wir die falsche Leitung der Sparkasse aus diesem Institut entfernt haben, mit dieser gleichen Konsequenz werden wir Tag für Tag an der Arbeit sein, die jetzigen Senatoren von ihrer Bürde zu befreien.
Wir lassen in diesem Kampf uns nicht davon abschrecken, daß man durch kleinliche Maßnahmen, durch zu spät angesetzte Pressekonferenzen und durch scheinbar absichtlich falsch gegebene Auskünfte von Staatsräten versucht, unsere Kritik zu den Vorgängen bei der Sparkasse auszuschalten. Vielleicht geht es jetzt doch diesem oder jenen der Herren Senatoren ein, daß nicht wir Nationalsozialisten Katastrophenpolitik betrieben, wenn wir rechtzeitig die Wahrheit sagten, sondern, daß schließlich die Männer verantwortlich find, die diese Währheit hören, sie aber nicht gebrauchen wollen.
*
Zur Neubesetzung der beiden freigewordenen Sparkassendirektorenstellen bemerken wir, daß es richtiger und Vertrauen gewinnender gewesen wäre, diese Stellungen öffentlich auszuschreiben und unter Kontrolle der Finanzdeputation zu besetzen. Wir behalten uns vor, zu gegebener Zeit hierauf zurückzukommen.
Nicht unterlassen möchten wir, darauf hinzuweisen, daß der Verwaltungsrat der Sparkasse mehr als einmal unterstrichen hat, daß er einstimmig die volle Verantwortung für alle Transaktionen der Sparkasse übernehmen könne. Sollten der Sparkasse nicht nur aus den Unterschlagungen, sondern auch aus den von uns schon vor Monaten bekämpften Effektengeschäften, sowie durch die expansive Hypothekenpolitik weitere Verluste entstehen, die die Interessen der Sparer schädigen, müßten die Folgerungen aus
Ich habe außerordentlich bedauert, daß der französische Ministerpräsident erkrankt ist und ich habe seinem Vertreter heute meine aufrichtigste Anteilnahme ausgesprochen. Aber ich habe seine Erkrankung auch bedauert, weil die in dieser Woche begonnenen Gespräche nicht mehr fortgesetzt werden können.
Die deutsche Stellung hat sich nicht geändert. Wir müssen vom deutschen Standpunkt aus an der Gleichberechtigung und an einer tatsächlichen Abrüstung unter allen Umständen festhalten. Darin ist sich das ganze deutsche Volk, wie groß auch immer die parteipolitischen Gegensätze sein mögen, völlig einig. Ich bin auch der Ansicht, daß man über diese Forderungen Deutschlands durchaus reden kann. — — —
Reden schon, Herr Kanzler, aber Sie handeln nicht, und so wünscht das deutsche Volk, das sich über alle Gegensätze hinweg im Nationalsozialismus eint,, Ihren be- Mlcu rügten Rücktritt.
der einstimmigen Uebermchme der Verantwod tung sür diese Geschäfte überprüft werden. ^
Zum Schluß ein Wort an den Politiker Wervs hold. Die bürgerliche Regierungspresse begrüß es, daß uns Herr Wenhold „mit seiner ausglei chenden Hand" im Konventsaal der Bürgerschaf erhalten bleibt, wie wir glauben, nicht für fehl lange Zeit. Herr Wenhold, dessen Fraktion um noch ein zufälliges Scheindasein führt, ist bekanw dafür, daß er jeden wirtschaftlichen Zusammen! bruch, jede falsche finanzpolitische oder sonstige Maßnahme solange mit schönen Worten umgibt bis für die zumeist gutgläubigen Zuhörer das gewünschte rosa-rote Bild entstanden ist. So Hai auch Herr Wenhold, als wir ihm in einer bei letzten Sitzungen wieder einmal eine Warnunj zuriefen, diese voller Entrüstung zurückgewiesei und dann, um mit der „Weser-Zeitung" zu sprs chen, eine Rede gehalten, „die mit zu den bester zählt, die jemals im Konventsaal gehört wurde Das mag rhetorisch zutreffen, aber sie ist vot einem Mann gehalten worden, der zu der Politisch am gründlichsten Blamierten gehört, dit jemals im Konventsaal gesessen haben.
So glauben wir auch, daß Herrn Wenholls nicht mehr allzulange Gelegenheit haben wirist sür die Allgemeinheit ausgleichend tätig zu seinH zumal er sich dann schnellstens nach einer Partei umsehen müßte, die noch Aussicht hat, in Breme» ein Mandat zu erringen. —art. ^
Die Thüringer Nationalsozialisten nehmet!
an den Hanshaltsberatungen nicht teil. ^
Weimar, 28. April. Die Nationalsozicn listen werden, da man den Auflösnngsan- trag abgelehnt hat, an den Etatberatungen im Thüringischen Landtag zunächst nicht teilnehmen. Sie wollen auch den Ausschußberatungen fernbleiben. Wann sie zu den Verhandlungen wieder erscheinen werden, steht nach Auskunft der Fraktion noch nicht fest.
Für 69999 Mark Goldbarren gestohlen«
In der Nacht zum Mittwoch wurde, witf erst jetzt bekannt wird, aus dem Sperraums des polnischen Grenzbahnhofs Deutschen eines Kiste Gold entwendet, die aus Holland karr! und für die polnische Staatsbank bestimm! war. Der Wert der gestohlenen Goldsen-t dnng beträgt 60000 Mark. Der Tat vev4 dächtig sind ein Zollbeamter und ein Eisens bahnarbeiter, die verhaftet wurden. Die geil samte Grenzpolizei und die Kriminalbearn^ ten aus Posen' wurden aufgeboten, um daH Gold wieder herbeizuschaffen.
Meuterei französischer Artilleristen.
Paris, 29. April. Bei ArtillerieschießH Übungen in Piedmont bei Nochefort kam es zu einer Meuterei von sechs Soldaten, di^ bereits mit strengen Disziplinarstrafen Lei legt worden waren. Nachdem sie den diensti habenden Offizier in grober Weise beschimpft hatten, stürzten sie sich auf die Soldatenjs die zu ihrer Verhaftung kommandiert wo« den waren, und verletzten zwei von ihnerl sehr schwer. Sie konnten schließlich übe« wältigt und in das Wilitärgefänünis eil» geliefert werden-
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