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Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag; Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.S0 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige hie 10 gespaltene mm--Zeile RM 0.10 Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.13, im Textteil RM 0.50, auswärts RM 0.70. Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verba..Aussperrung Stellengesuche RM 0.04. Sonstige kleine Anzeigen RM0.0L* bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878. usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugpr. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.
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Die Sozialdemokratie ist in Preußen nach ÜZjähriger Herrschaft vernichtend geschlagen. Die NSDAP., bisher verfemt, wurde vorn Vertrauen der zugrunde gerichteten Massen der Bauern und Arbeiter mit der hohen Aufgabe betraut, den preußischen Staat seiner deutschen Aufgabe wieder zuzuführen. Wir sind bereit, in Preußen die Regierung zu übernehmen und mit jedem zusammenzuarbeiten, der ein nationales von sozialem Gerechtigkeitssinn erfülltes und von kräftigem Geist veredeltes Preußen will. Wir weisen niemanden zurück, der bereit ist, mit uns an den Aufbau des Staates heranzugehen.
Mit diesen Worten begrüßt der Führer der bisherigen preußischen Landtagsfraktion der NSDAP., Parteigenosse Kube, den Wahlausgang des gestrigen Tages und charakterisiert damit eindeutig die gegebene Situation. Berücksichtigt man, daß beim zweiten Wahlgang zur Präsidentenwahl Deutschnationale und andere Rechte in gro-^ ßer Zahl Hitler ihre Stimmen gaben, so kann man feststellen, daß die NSDAP. seit dem 1. Wahlgang, der uns ia 6,5 Millionen in Preußen brachte, iü rund 8 Wochen 1,5 Millionen Stimmen gewann, eine Wählermasse, die heute die gesamten Mittelparkeien Preußens zusammen nicht mehr aufzubringen in der Lage sind. Deutlicher konnte also das preußische Volk seinem Willen nicht Ausdruck geben, von wem es in Zukunft regiert weäen möchte und deutlicher konnte der Regierung Braun nicht das Mißtrauen ausgesprochen werden.
Trotz abledern können und dürfen wir keinen Augenblick vom Kampfe ablassen, umso mehr, als die Schwierigkeiten in der Umbildung zu einer neuen Regierung recht groß sein werden. Nachstehende Tabelle zeigt das Mandatsverhältnis im neuen Preußischen Landtag.
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Landtagswahl
20. Mai 1928
Reichstagswahl 14. Sept. 1930
Landtagswahl
24. April 1932
SVD.
5 464 767
' 4 989 488
4 674 943
DNVP.
3 274 897
1 968 856
1 524 931
2870 283
3 158 131
3 374 413
KPD...
2 237 160
3 141 547
2 819 602
DVP..
1 602 070
1 004 118
330 807
Wirtschaftspartei....
850391
803 141
191 032
Staatspartei........
839 530
680 946
332 441
NSDAP ^.
552 560
3 982 657
8 008 219
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München, 24. April. Die amtliche Zahlung aus Gesamt-Bayern ergab folgendes Ergebnis:
14.9.1930
Bayerische VP.
1272074
1 175 074
SPD.
604 098
787 699
Bayerischer Bauern-
und
Mittelstand
253 260
69 105
DNVP.
127 983
75 052
NSDAP.
127Ü 612
677 928
KPD.
259 400
224 719
SAP.
13 452
_
Christlicher Volksdienst 42109
66 723
Deutsche Volkspartei und
Wirtschastspartet
26 012
176661
Werktätige
236
—
Parteien
Zahl d
LÄ
SL
m
bei der " Auslösung S 1932 §
ordneten
2.S»
S. P. D.
137
137
93
D. N. V. P.
82
71
31
Zentrum.
71
71
68
Kommunisten.
§6
48
56
D. V. P.
40
40
6
Dölk. Rat. Block 1
2
—
—
Landvolk l Deutsche
7
12
—
Hannoveraner I Fraktion
5
5
1
Volksrechtpartei 1
2
2
—
Staatspartei .
21
22
2
Wirtschaftspartei.
21
16
2
N. S. D. A. P.
6
9
162
Christi. Soziale .
4
2
Kommunistische Oppos—..
—
1
—
Kommun. Linke Oppos...
—
1
—
Radikaler Mittelstand ..
—
1
—
Soz. Arbeiterpartei ....
3
—
Bei keiner Fraktion ....
7
—
Gesamtzahl
450
450
423
Auch im schwarzen Bayern ist es uns gelungen unsere Stimmenzahl zu verdoppeln und neben der Bayerischen Volkspartei zur stärksten Partei zu werden. Um nicht ganz 2000 Stimmen ist uns'die Bayerische Volkspartei noch voraus.
Wer den Einfluß der Kirche in Bayern kennt; wer weiß, mit welcher Bedenkenlosigkeit alle Mittel der Kirche in den Dienst der Politischen
Propaganda und Beeinflussung zugunsten der Bayerischen Volkspartei — wie im Reich zugunsten des Zentrums — gestellt war, der wird den ungeheuren Erfolg, den wir erzielt haben, erst voll ermessen können.
Die SPD. hat über 104 000 Stimmen verloren von denen nur ungefähr 35 000 Stimmen der KPD. zugute gekommen sind.
Die 128 Sitze im neuen Bayerischen Landtag verteilen sich wie folgt:
Bayerische VP. 45
SPD. 20
Bauernbund 9
DNVP. 3
NSDAP. 43
KPD. 8
Es hängt vom bayerischen Zentrum, der * „Bayerischen Volkspartei", ab, ob sie mit der atheistischen und volkszersehenden SPD. zusammenarbeiten will oder ob sie endlich gewillt ist, das Steuer herumzureißen und eine Regierung bilden zu helfen, die dem Willen des Volkes entspricht und eine Gesundung der Verhältnisse gewährleistet.
Aus dieftr Tabelle geht hervor, daß die bisher regierende Weimarer Koalition von der absoluten Mehrheit im neuen Landtag, die etwa 212 Sitze beträgt, nur 163 Sitze und die große Koalition nur 169 Sitze erzielen würde. Die NSDAP. zusammen mit der DNVP. verfügt aber auch nur über 193 Sitze und rechnet man selbst die bürgerlichen Splitter, zu denen neuerdings auch die Volkspartei gehört, hinzu, so fehlen 9 Mandate an der absoluten Mehrheit im Landtag. Das Zentrum* hätte es in der
Hand, bei einem Zusammengehen mit den Nationalsozialisten, eine sehr starke Regierungsmehrheit zu bilden. Jedenfalls ist eS uns gelungen, dem Zentrum ein für allemal den Weg nach links zu zerschlagen.
Es ist unzweckmäßig, hier Vermutungen und Kombinationen nachzugehen, da in unserer Bewegung der Führer entscheidet und der wird wissen, welcher Weg gegangen werden muß.
Von einiger Bedeutung dagegen ist die offene Kriegserklärung, die die geschlagene
Regierung Braun au die deutsche Freiheits bewegung richtet. Eine Kriegserklärung, dst einmal das Bekenntnis zur marxistischen Diktatur und zum anderen gleichzeitig das Re- gierungsprogramm dieser Männer enthält, Optimismus und Schönfärberei, bis der letzte verhungert ist. Wir geben dieses Dokument nachstehend im Wortlaut wieder.
In Kreisen der preußischen Staatsregierung wird unabhängig von der sonstigen Beurteilung des preußischen Wahlergebnisses mit großer Befriedigung festgestellt, daß die Oppositionsparteien die absolute Mehrheit nicht erreicht haben. Nach der nur kurze Zeit vor den Wahlen erfolgten Aenderung der Geschäftsordnung des Preußischen Landtages sei daher das Verhalten der Regierung Braun gegenüber dem neuen Landtag bes rcits klar vorgezeichnet. Es sei eine Frag« von nur untergeordneter Bedeutung, ob die Regierung Braun entsprechend den Gepflogenheiten formal zurücktreten wird oder nicht. Denn in maßgebenden Kreisen der preußischen Staatsregierung wird kein Zweifel darüber gelassen, daß die Regierung Brau» auf jeden Fall als gcschästsf-hrendes Kabinett weiter amtieren will. Man hält es in diesen Kreisen auch für ausgeschlossen, daß die Kommunisten etwa der Rechtsopp.o- sition zur Rückgängigmachung der Geschäftsordnungsänderung im Preußischen Landtag die Hand reichen werden. Zunächst wird noch der alte Landtag bis zum 19. Mai weiter bestehen. Die Regierung Braun setzt ihre Hoffnung auf die Möglichleit einer allmählichen Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage und auf eine sich hieraus ergebende
LisssmtSS'gSdnis
SPD. 4 674 943
DNVP. 1 524 931
Zentrum 3374 413
KPD. 2 819 602
DVP. 330 807
Volksrechtsparti i 44119
Wirtschaftspakt i 191032
Landvolk 153 562
Junge Rechte 13 942
Staatspartei 332 441
NSDAP. 8 008 219
Deutsch-Hann. Partei 63 803
Christlich-Sozialer VD. 255 068
SAP. 80 437
Radikaler Mittelstand 9 949
Nationale Sammlung 6 515
Kleinrentner 25 518
Polnische VP. 57 731
Nationale Beamte 3 885
Haus- und Grundbesitz 67 405
Liste Schmalix 4 570
National, deutsche AP. II 592
Preußisch-litauische VP. 363
Schleswigsche Heimat 2 301
Partei der Erwerbslosen 3 461
Deutsche Einheitspartei 1 329
Wahlbeteiligung 81 v. H. Abgegebene gültig« Stimmen: 22 069 849-