Ausgabe 
(21.4.1932) Nr. 81
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(Drahtbericht unseres Sionderkorrespondenten.)

Am Bord der D. 1720. 20. April.

Ein Wochentag wie jeder andere. Aber säst scheint es. daß der Himmel blauer leuchtet und die Sonne Heller strahlt denn sonst. Noch stehen wir alle im Banne des Erlebens dieser Nacht, da Masurens Bevölkerung in rasendem Jubel und unbeschreiblicher Begeisterung und im Taumel tiefster Ergriffenheit Adolf Hitler empfängt, wie nie zuvor irgend ein Größerer vom Volke auf­genommen und begrüßt wurde. Noch sehen wir vor unseren Augen die Triumphpforten in allen Dörfern und die masurischen Bäuerinnen mit ihren Kindern im Arme, wie sie sich vor das Auto des Führers werfen, um ihn zu schauen, die Bauern hoch zu Pferde Adolf Hitler um­drängen, wie ganz Masurens Bevölkerung wahr­haftig Tag und Nacht auf den Landstraßen und in den Dörfern stand zum Empfang Adolf Hit­lers und jetzt, da wir in wenigen Minuten auf­brechen zum Weiterflug ins Herz unseres Vater­landes, feiert Königsberg den Führer mit nicht minder heißem Herzen, wie Stunden zuvor Ma­surens Bauern.

Im Hotel schon drängen sich Frauen und Mäd­chen und Kinder, Adolf Hitler Glückwünsche zu seinem 43. Geburtstage zu überbringen, Blumen häufen sich. Telegramme aus allen Orten Deutsch­lands erreichen an der Ostsee den Führer. Ost­preußens Nationalsozialisten überreichen durch eins Abordnung Adolf Hitler ,,K5nigsberger Gold" in Form eines prächtigen Stückes Bern­stein. Vor dem Hotel stauen sich die Menschen, brechen aus in Heilruse, die orkanartig anschwel­len und die widerhallen an den Häuserfronten, recken sich die Arme Hitler entgegen, dessen Auto nur schrittweise durch die begeisterte Menge den Weg sich Lahnen kann zum Flugplatz.

Neue unübersehbare Menschenmassen stehen rund um das Fluggelände. Menschen jeden Alters und jeden Berufes, ein einziger Herzschlag, in gläu­biger Zuversicht und Hoffnung auf Adolf Hitler. Brausend steigt der Geburtstaggruß der Zehn­tausende Königsberger hinauf in den blauen Himmel. Rosen, Nelken und Flieder, Blumen in allen Farben und ohne Zahl reichen mit zittern­den Händen blonde Buben und blonde Mädels. Männer stehen da mit Tränen 'vor Freude und Ergriffenheit in den Augen. Die Kapelle der Königsberger Ortsgruppe spielt ostpreutzische Märsche. Trommelwirbel. Immer wieder hallt der Heilschrei der Zehntausende über das Feld, schreien ihr „Wir gratulieren" die ehemaligen SA.- und SS.-Männer. Dazu rattern die Mo­toren ihren Gruß, strahlt die Sonne und leuchtet der Himmel, als ob die Natur mitfeiern wollte des neuen Deutschland Führers Geburtstag. So ersetzt des Volkes glühende Liebe Adolf Hitler, was er zu entbehren vom Schicksal gezwungen ist, weil der Kampf ihm nichts gönnt, auch nicht eine Stunde für sich selbst. Weil er aber für uns alle kämpft, darum gehört er uns allen. Viel­leicht war dieses Bekenntnis der Zehntausende am Flugplatz zu Königsberg das schönste Ge­burtstagsgeschenk für den Führer.

Die letzten Akkorde unseres Horst-Wessels-Lie- des und die ersten Worte des Liedes aller Deut­

schen hören wir noch, dann sausen die Motoren, dann rollen wir über das eld und wir fliegen. Schwer wird Her Abschied.

Noch eine letzte Runde über die Menschen, die zu uns herauswinken. Dann geht es über das tzäusermeer der alten preußischen Königsstadt. Wir fliegen über den blauen Wassern der Ost­see, aber unsere Gedanken bleiben noch lange zurück. In Lyck und in Tamienberg, in den Dör­fern Masurens, in Königsberg .. .

Keine Hochzeitskutsche und wohl wenig Blu­mengeschäfte dürften Blumen in dieser Zahl auf einmal gesehen haben, wie wir sie jetzt in un­serer Kabine haben. Das leuchtet in allen Farben und duftet, als seien wir jetzt nicht 2000 Meter über der Erde, sondern im schönsten Blumenhain.

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(Drahtbericht unseres Sonderberichterstatters) Halle a. d. Saale, 20. April.

Wenn man heute die Straßen von Halle durch­streifte, ganz gleich, ob ausgesprochene Arbeiter­viertel oder bürgerliche Gegenden, so kann man es sich kaum vorstellen, daß es eine Zeit gab, da man diese Stadt das „rote Herz Mittel- deutschlands" nannte.

Ueberall auf den Straßen drängen sich seit dem frühen Morgen Parteigenossen, Arbeiter aus dem Mansfelder Bergrevier, aus dem Zeitzer Braun- kholenrevier, aus den Leunawerken, Bauern aus der Umgebung, Bürger aus den kleinen Städten des Gaues und alles, was irgendwie Zeit hatte, aus der Stadt Halle selbst.

15 Sonderzüge haben Zehntausende deutscher Männer und Frauen nach Halle gebracht. Auf den Landstraßen bewegt sich eine ununterbrochene Kette von Automobilen, Motorrädern, Lastwagen, Fahrrädern, der Stadt zu. Hakenkreuzwimpel schmücken alle Fahrzeuge.

In Staßfurth mußten zwei Fabriken den Be­trieb für den ganzen Tag stillegen, weil die Be­legschaften geschlossen zum Hitlertag nach Halle fahren.

In Halle selbst konnte man überall in den Straßen Läden sehen, die vor der verschlossenen Tür ein Schild trugen: „Wegen der Hitlerkund­gebung heute geschlossen."

Auf allen freien Plätzen der Stadt, auf denen es irgendwie möglich war, wurden provisorische Parkplätze eingerichtet, um die von außerhalb ge­kommenen Fahrzeuge unterbringen zu können.

*

Seit Tagen dreht sich das Gespräch auf allen Arbeitsplätzen, auf den Stempelstellen, in den Schänken, auf der Straße, um die gewaltige Kundgebung der Nationalsozialisten, um Adolf Hitler.

Begeisterung und felsenfestes Vertrauen auf den Retter Deutschlands hier, kleinlicher Geist und angstgeborener Haß vor dem unerbittlichen Rich­ter dort. Auf dem Marktplatz stehen Gruppen diskutierender Erwerbsloser. Neugierige gesellen sich hinzu. Ansammlungen entstehen. Die Polizei schreitet ein. Die Fäuste in der Tasche geballt, gehen diese auseinander. .

Wir halten in allen Armen Blumen und wün­schen dann, hoch oben über preußischen Feldern, Glück und Sieg. Heil unserem Führer, der strah­lend uns dankt.

Stunde um Stunde rattern gleichmäßig die Motoren wechseln Felder, Wälder und Dörfer, zieht deutsches Land an unseren Blicken vorüber. Neustettin, Schneidemühl, Landsberg an der Warthe, Wittenberg grüßen uns aus vierstündigem Fluge, dann noch die Festung Torgau. Endlich erscheint der Flugplatz Halle-Leipzig im Blick­feld. Langsam gleiten wir zur Erde. Die Motoren schweigen, dafür aber empfängt uns brausender Jubel. Gleich darauf entführt das Anto Adolf Hitler zur Radrennbahn nach Halle, wo bereits über 120 000 Menschen des Führers harren . .

Seit dem frühen Morgen arbeiten die ehemali­gen SA.- und SS.-Männer, die über Nacht zu „Wahlhelfern" geworden sind, draußen auf dem weiten Gelände der Rennbahn.

Die Tribünen werden mit Transparenten ge­schmückt, Pfähle eingerammt, Bretter darauf ge­legt und so Sitzplätze für über 20 000 Menschen geschaffen. Aber nur ein verschwindend kleiner Teil der zu erwartenden Massen kann hier Platz finden. Um 11 Uhr werden die Eingänge ge­öffnet und schon stürzen die draußen wartenden Massen herein. Die Frauen haben ihre Umschlag­tücher mitgebracht und kleine Feldstühle. Pakete mit Mundvorrat werden ausgepackt. Es ist ein Feldlager. Von Stunde zu Stunde wächst die Masse an. Schon mittags gegen 2 Uhr sind die Zufahrtsstraßen vollkommen verstopft. Ein un­unterbrochenes Lärmen der Autohupen und Klin­geln der Radfahrer tönt die Straßen entlang, bis tief in die Stadt hinein.

Inzwischen sammeln sich Hunderte und Tau­sende auf dem Flugplatz Schkeuditz, auf dem Adolf Hitler erwartet wird. Pünktlich zur festge­setzten Zeit gleitet das große dreimotorige Flug­zeug des Führers zur Erde nieder. Brausender Jubel empfängt Adolf Hitler. In rasender Fahrt geht es nach Halle.

Auf dem weiten Gelände der Rennbahn hatte sich in wenigen Minuten herumgesprochen, daß der Führer in Halle ist. Lange Minuten voller Erwartung vergehen noch, bis Hitler durch die immer noch verstopften Straßen zur Rennbahn herankommen kann.

Dann braust der Jubel der Begeisterung wie ein Orkan auf. Als der Führer vortritt, leuchten seine Augen auf. Kopf an Kopf stehen die Massen, soweit man blicken kann. Immer wieder von neuem tobt die Begeisterung.

Das ist keine Partei, das ist auch keine Be­wegung mehr, die die Tiefe des Volkes erfaßt hat — das ist das Volk!

Eine Handbewegung des Führers läßt atemlose Stille eintreten. Ruhig, langsam, Satz für Satz von tiefster Bedeutung, spricht Adolf Hitler.

„Die heute regierenden Parteien möchten den Sinn ihrer eigenen Demokratie nicht mehr wahr haben'." Dann spricht der Führer von all den Lügen und Verleumdungen, die in 13 Jahren

des Aufstiegs unserer Bewegung über ihn ui seine Sache verbreitet wurden:

„Es gibt nichts, was diese Jammerseelen k> ihrer Not und Verzweiflung an Lügen und Der leumdungen nicht ausgebracht hätten.

So wie heute hier Hunderttausende aufgeftaw den find, wird einmal das ganze Volk ausstehen So, wie einmal Preußen die nationale Einigunx Deutschlands faßte, so werden wir über Preuße« die soziale Erneuerung schaffen. Darum tut am 24. April eure Pflicht!"

Noch während der Führer schon im Flugzeuz der nächsten Massenversammlung in Kassel M steuert, stauen sich die abmarschierenden Massen ir­den Straßen.

Maßlose Empörung und Erbitterung erregt die Provokation, die sich die SPD. ausgerechnet zuk Stunde des Abmarsches leistete.

Unter polizeilichem Schutz fuhr ein mit SPD.- Wahlplakaten beklebter Lautsprecherwagen durch das Menschengewühl.

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Kurz nach 6 Uhr abends erhebt sich wieder un-, ter Flugkapitän Bauers sicherer Hand der me­tallene Vogel, zuvor aber grüßen die begeister­ten Menschenmaffen noch einnial das Flugzeug, recken sich Tausende von Arme dem Führer zum Abschiedsgruß entgegen, brandet wie überall das Heil Hitler zum Himmel.

Abend zieht über die Fluren. In Gold noch taucht der Sonne letzten Strahlen die Felder. Der Rauch der Fabriken und Essen verliert das Schwarz seiner Farbe, wird golden wie der Abendnebel und das Land rundum. Abendsrieden, Abendfriede über den Stätten der Arbeit.

Düster und grau ragt der Harz zu uns herauf mit seinen Wäldern. Unten in den Dörfern stecken die Menschen die ersten Lichter an, bald ist der Flug für heute beendet. Im Lichtermeer strahlt Kassel. Am Flugplatz zieht der Schein des Landelichts über den Boden, der uns aufnimmt.

Und wieder das gleiche Bild, das wir schauen und erleben, wenn wir Mutter Erde betreten. Menschen in Heller Begeisterung, Aufbruch der Nation . . .

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70ÜVÜ Hessen und Waldecker umjubcln den Führer.

Ueberall sehen wir leuchtende Hakenkreuz- fahnen an den Masten. Der Bann des. Hitlertages, den man in jeder Staadt fühlt, die der Führer in seinem einzigartigen Kampf in Deutschland besucht, hat jeden rest­los ergriffen.

Der Schwerpunkt der Stadt hat sich ver­schoben. Ihr Zentrum ist ausgestorben. Da, wo das Riefen-Zelt steht, ist heute das Le­ben der Stadt konzentriert. Vormittags schon ist das Zelt belagert. Mit Stühlchen und Proviant haben sich die Unverdrossen­sten versorgt. Zahllose Transporte entlee­ren sich. Die ersten der 10 Sonderzüge machen sich bemerkbar. Viele Bauern, echt« Waldecker Typen, Schwelmer in ihrer leuch­tenden Tracht. Man wartet in der einzig­artigen Disziplin des Nationalsozialismus.

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