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Berlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr.—Fernsprecher Domsheide 25878.
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An Bord der D 1726, 19. April 1932.
(Drahtbericht unseres Sonderkorrespondenten.)
Nach kurzer Nachtruhe eilen wir im Iluto durch Breslaus Straßen wieder zum Flugplatz. Da und dort erkennen Arbeiter und Angestellt«, die ebenfalls aus dem Wege zur Arbeit sich befinden, den Führer und grüßen ihn freudig bewegt.
Bereit steht die D 1726 auf dem Flugfeld. Wieder Abschiedsgrüße und Blumen und Schlag 8 Uhr erheben wir uns über das Häusermeer.
Aus der Oder ziehen langsam die Schlepper ihre Furche. In allen Farben, vom dunklen Braun der Erde bis zum Grün der keimenden Saat dehnt sich das Land. Höher und höher steigt der metallene Vogel zum grauen Morgenhimmel. Ueber dem Führer rechts im Netz Blumen und Blüten, Blumen der bayerischen Vorberge, Blumen oberschlesischer Erde, die uns begleiten, wie die Bilder der riesigen Kundgebungen, die wir erlebt in diesen Tagen.
Längs der polnischen Grenze geht der Flug. Deutsches Land hier, drüben wie hüben, getrennt, weil wir machtlos. Jetzt decken Wolken den Blick ins geraubte Land. Höher hinauf, Heller wird es, sonniger der Tag. Der letzte Wolkensehen streift die Räder der Maschine. Ueber uns wölbt sich der Himmel in einem Blau himmlischer Reinheit, unter uns aber türmen sich Wolkenberge, darüber das Wolkenmeer, strahlend, weiß wie Leinen in der Sonne. Dann bricht der Wolkenwall ab und gibt den Blick frei auf deutsches Erenz- land. Seen glitzern, Felder leuchten, Dörfer liegen verträumt 1500 Metüt zu unseren Füßen.
Wolken wie Wasserschläuche hängen unter uns, werfen ihre dunklen Schatten zur Erde, verschwinden.
Neue Wolkenmassen schieben sich heran. Ueber sie huscht unserer Maschine Schatten. Namenlos schön ist dieses Bild, das wechselt und wiederkommt, Stunde um Stunde und doch das Auge nicht sättigen kann ob dieser Pracht und gigantischen Größe. Wer beschreiben wollte, was das Auge hier sieht, hieße sich vermessen an der Schöpfung. Man kann nur dem Himmel danken, Deutscher zu sein, um dieses Land sein eigen nennen zu dürfen.
In den unzähligen Seen zwischen Schneide- mühl und Neustettin spiegelt sich das Blau des Himmels und das leuchtende Weiß der Wolken. Bei Püiow geht es über den Korridor. Wieder krampst sich das Herz da, als wir überfliegen, was uns gehört und unser ist, nach Blut und Recht und Boden, und das man dennoch uns nahm. Nur selten sind hier die Dörfer und wir haben Menschen ohne Raum.
Nordwärts ragen die Kirchen und Häuser in leuchtendem Glänze: Danzig. Im Süden grüßt Marienburg, das alte Land der Ordensritter, die mit Blut einst den Boden tränkten. Am Horizont vermählt sich das Meer mit den Wolken. . ..
Der Weichsel br-aune Fluten wälzen sich in
das Frische Haff, das nun weit unter uns seine Wasser dehnt. Kleiner als Nußschalen schaukeln Fischerboote. Wie Schmetterlinge erscheinen die Möven, die lustig ihr Spiel treiben. —
Majestätisch liegt unter uns die Ostsee. Gestern noch kreuzten wir über den Kämmen des Erzgebirges, jetzt fliegen wir über den Wellenkämmen des Meeres. Als hätte ein Pastellstrich die Linien gezogen, liegt die Küste, trennt, soweit das Auge reicht, Wasser von Land, Bilder unbeschreiblicher neuer Schönheit.
Die letzte Wolkenwand erhebt sich zwischen Erde und Himmel. Der Bordfunker rollt die Antenne ein. Wir stechen durch den Wöl- kenschleier, fallen, schweben über Königsberg und landen nach wenigen Minuten unter den Heilrufen der Ostpreußen auf dem Flugfeld.
Gleich darauf startet in einer kleinen Maschine Adolf Hitler zum Weiterflug nach Allenstein. Vor uns ziehen Störche ihre Kreise. Ueber den Wolken schaukelt die „Einmotorige", stößt und stampft. Wir überfliegen die Schützengräben von 1914, die ersten Zeugen der großen Schlacht von damals, die nun Zeugen werden des neuen Kampfes, den Adolf Hitler predigt für Raum und Ehre und Freiheit der Nation.
Hände heben sich zum Gruß. Ostpreußische Bauern und Kinder empfangen den Führer, dessen Fahrt sich nun fortsetzt aus den ost- preußischen Straßen, über die unsere feldgrauen Regimenter vor 18 Jahren den Feind trieben und schlugen, wie wir den neuen Feind in dieser Woche schlagen wollen.
vsp in Allenstein
Trotz des Verbotes unserer geplanten Gefallenenehrung am Denkmal der Schlacht von Tan- nenberg stand über der Allensteiner Hitler- Kundgebung das Zeichen des Schlachtfeldes, auf dem im Weltkriege die feldgrauen Soldaten die Befreiung Ostpreußens erkämpften. So ist das mit allen Verboten, die gegen uns erlassen werden. Sie treffen zwar die äußere Form, den Geist können sie niemals treffen.
Strahlender Himmel mit segelnden Wolken über Ostpreußen. Auf allen Landstraßen nach Allenstein sind Autos und Fuhrwerke sowie Radfahrer unterwegs. Auf allen Straßen ein frohes Grüßen und Hakenkreufahnenflattern über best Kotflügeln der Autos.
Ueber dem Eingang zum Jacobsberg in Allenstein sind Fahnen mit den Farben unserer Bewegung gespannt. Schon am Vormittag setzte der Menschenstrom ein, der sich in den Gärten hinter dem Wirtschaftsgebäude ergießt. Motorräder knattern herbei. Autos nehmen Ausstellung und bald ist der Teich im Garten, auf dem drei, Schwäne ihre Kreise ziehen, von Menschenmassen umlagert. Tannen steil aufragend wie Standarten, umsäumen die zehntausendköpfige Menge.
Endlich betritt der Führer die Veranda des Gebäudes, auf der das Mikrophon aufgebaut ist. Da recken sich ihm die Arme der ostpreußischen
Bauern, Arbeiter und Bürger zum Gruß entgegen. Ein brausendes Heil steigt zum Himmel empor.
„Wir durften nicht mit dir am Tannenberg- Denkmal unserer für die Heimat gefallenen Brüder gedenken. So sind wir hier nach Allenstein gekommen. Aber der Geist jenes Mahnmals ist mit uns.
Als der Führer seine Rede eben begonnen hat, erscheint Plötzlich ein Severing-Braun-Flug- zeug über der Menge. Eine Provokation, die zn Wasser wird. Denn Hitler zeigt an diesem Beispiel die Methoden der Sozialdemokratie in so krassem Licht, daß der kleine Apparat wie eine eigens dazu gelieferte Illustration erscheint.
Nichts können sie an Erfolgen vorweisen, rüst der Führer aus. Nur mit solchen dummen Mätzchen können sie praktisch noch bestehen. Sie können zwar nicht die Erwerbslosen beseitigen, sie können zwar nicht das Elend des Mittelstandes beenden, sie können auch der grenzenlosen Not der Bauern nicht steuern. Nur das allein können siel Und Hitler zeigt auf die kleine Maschine, die eben hinter den Tannen verschwindet, als hätte sie Hitlers vernichtende Worte hören können.
Im übrigen, fährt Hitler fort, freut es mich, daß mir sogar hier die Herren Severing und Braun ihre Reverenz erweisen.
Aber sie täuschen sich, wenn sie glauben, sie würden mit solchen Mätzchen die Wahl am 24. April bestehen. Wir werden trotz allem Terror der Sieger bleiben.
Es geht diesmal nicht um Ministersessel, es geht um Preußen und damit um Deutschland. Wir werden dafür sorgen, daß auch diesmal in Preußen wieder die Erhebung Deutschlands beginnt.
Dann geht Hitler besonders auf die Not der deutschen Grenzlande ein.
Sie verbreiten heute die ungeheuerliche Lüge, wir Nationalsozialisten würden uns weigern, die deutsche Grenze zu verteidigen. Ich frage Sie: „Wer hat die Waffen ergriffen, als Oberschlesien von den gierigen und lüsternen Polaken LO schwemmt wurde? Es waren nicht- die Parteigenossen des Herrn Severing, die ihr Blut zur Verteidigung Schlesiens vergossen. Allerdings gingen die besten Teile Oberschlesiens trotzdem verloren, denn während unsere Parteigenossen aus dem Schlachtfelds verbluteten, regierten die Parteigenossen des Herrn Severing!
Stürmische Zustimmung der Menge zeigt, daß
unsers Gegner auch mit den dicksten und gemein- sten Lügen die Wahrheit nicht unterdrücken konnten. Das Volk weiß, in welchen Parteien die wahren Landesverräter sitzen.
Heute ist es aber so, — fährt Adolf Hitler fort — daß uns die Welt als ein Ding betrachtet, mit dem man spielen kann wie man will. — I c bin stolz darauf, eine Armee von 13 Mil,
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Inmitten des Großkampses der Landtag?» wählen, selbst in vorderster Linie stehend, begeht unser Führer Adolf Hitler am 2V. April seinen 43. Geburtstag. Wir wissen, daß sich Hitler auch an diesem seinem Ehrentage keine Rast gönnen, sondern daß ihn sein Deutschlandslug von Ort zu Ort führt, wo ihm Zehntausende mit jubelnder Begeisterung empfangen werden. Für ihn; den die innere Stimme in den Kamps für die Befreiung des deutschen Volkes rief, gibt es kein« Ruhe, bis nicht dieser Kamps siegreich zu Ende geführt sein wird. Entweder alles, oder nichts!
Am heutigen Tage aber gehen die Wünsche von Millionen deutscher Männer, Frauen und der deutschen Jugend mit besonderer Freude und Dankbarkeit dorthin, wo sie den Führer misten, Ehren wir ihn am besten dadurch, daß wir ihnk in seiner unermüdlichen Pflichterfüllung nachzueifern suchen und wie bisher unverbrüchlich diS Treue halten.
Das sei zum 20. April unser Gelöbnis!
Heil dem Führer!
lionen in Deutschland aufgestellt zu haben, dis wieder einig wie ein Ganzes zusammensteht. Arbeiter der Stirn und der Faust, Bauern midi Bürger, eine Armee, aus die sich auch Ostpreus ßen verlassen kann! j
Wieder geht der Wald von Armen empor. Es ist wie ein Schwur, dem Führer und seinem? Kampf treu zn bleiben bis zum Ende, bis zuntz Sieg.
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Von Allenstein geht es in sausender Fahrt mitten hinein nach Masuren, mitten hinein in die Schlachtfelder des großen Krieges. Das erste Ziel ist Hohenstein. Die Stadt empfängt den Führer mit Flaggenschmuck, Triumphbogen und Girlanden. Die Chausfeebäume zu beiden Seiten der Straße tragen große Hakenkreuze, die ununterbrochene Linien bilden.
Nur mit Mühe kommt der Wagen durch die Straßen Hohensteins vorwärts. Der Führer, der im offenen Wagen fitzt, wird überall sofort erkannt und brausend steigt das Heil zum Himmel.
Am Tannenberg-Denkmal hat sich eine großg Menschenmenge eingesunken. Die Wagenkolonnen! parken auf dem Vorplatz. Dan begibt sich der Führer durch ein Spalier von zum Gruß erhobenen Armen in das Innere des Denkmals. Wuchtig ragen die Türme zum Himmel. Dis Menschenmasse, die draußen und soweit sie es ermöglichen konnte, im Jnnenraum steht, grüßt entblößten Hauptes den Führer zur Freiheit. Hitler selbst tritt an das Kreuz im Mittelpunkt des Bauwerkes, legt einen Kranz nieder und verweilt im stillen Gedenken einige Minuten bes