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Ein Wehrminister avs falschen Wtzgeii.
Minister Eroener veröffentlicht in der Sonn- kagsprefse seine Stellungnahme zum SA-Ver- bot. Wir haben ihm Hierauf folgendes zu dntworten:
Eerr Minister, Sie berufen sich in Ihrem Leitaussatz „Mein Standpunkt" zunächst, darauf. daß es „bestimmte Grundgesetze des staatlichen Lebens gäbe, die völlig unabhängig sind von dem Wechsel der Regierungen".
Diese Grundgesetze, deren Notwendigkeit keiner bestreiket, haben nur Sinn, wenn sie auf eine Gnmdidsr, auf die Erhaltung des Staates aus Erhaltung der Gemeinschaft und Art zurückgehen. , Diesen Grundgesetzen ist dann auch jede Regierung unterworfen.
Hier, Herr Minister, liegt aber die Wurzel all des Uebels, das unser Volk und unsere Wirtschaft betroffen hat. Seit mehr als einem Jahrzehnt regierten abwechselnd im Reich und in den Ländem, besonders in Preußen Männer, die sich gar nicht oder nur formell diesen Gesehen unterwarfen und die alle zusammen es nicht fertig brachten, diesen an sich ungeschrieO denen Gesetzen durch eine Stamtsidee einen lebendigen Gehalt zu geben. Weil aber die Jugend aller Parteilager nicht zuletzt um ihrer Opferbereitschast und Begeisterungsfähigkeit Sinn und Ziel zu geben, eine solche wehrhafte, heldische Staatsidee vermißt, steht sie in ihrer überwältigenden Mehrheit in erbitterter Opposition zu diesem System, das eben aus den gleichen Gründen nicht als Staat bezeichnet werden kann.
In Ihrer Stellungnahme sprechen Sie davon, daß zu diesen Grundgesetzen die „Pflicht der Gewährleistung der unbedingten Sicherheit aller Staatsbürger" gehört.
Herr Minister, weil der Staat diesem Grundgesetz keine Achtung verschaffen konnte^ schuf Adolf Hitler seine Schuhabteilungen, ohne die unsere legale 'Versammlungstätigkeit nicht möglich gewesen wäre. An 308 Tote und viele taufend Verwundete beweisen Ihnen, wie mangelhaft dieses System seinen Verpflichtungen nachkommt.
Sie sprechen des weiteren von durch unsere SA. gefährdeter Staatsautorität und fordern, daß „der in die Schranken der staatlichen Ordnung zurückgewiesen wird, der sich in Widerspruch zu den Grundgesetzen stellt".
Herr Minister, dieses System hat noch nie eine idornmäßig begründete und darum geschichtlich tragbare Autorität besessen. Die Führung der SS und SA hat sich in langjähriger Erziehungsarbeit darum bemüht, die sittlichen und ethischen und darum auch sozialen Grundlagen für eine solche noch fehlende Staatsautorität zu schaffen.' In diesem Zusammenhang sei auch wieder einmal darauf hingewiesen, daß unser Kampf sich nicht gegen den Staat sondern gegen die den Staat gefährdenden Mächte handelt.
Sie unterstreichen dann, daß gerade Sie es sich zur besonderen Aufgabe gesetzt haben, -,den Geist der Wehrhaftigkeit" zu pflegen.
Solange es möglich ist, Herr Minister, daß Ahnen eine Partei, die in allen ihren Hand-
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(Drahtbericht unseres Sonderberichterstatters.)
Augsburg, 16. April.
An dem ersten Tage seiner neuen Reise sprach der Führer im bayrischen Schwaben.
Schon in den frühen Abendstunden stehen die Massen der alten schwäbischen Hairptstadt Augsburg zu Hunderten, zu Tausenden, säumen schwarz die Straßen und Plätze, warten ohne Ungeduld stundenlang im schlechten, feuchten Wetter des trüben, naßkalten Tages, warten, weil sie alle wissen, daß sie heute noch den Führer sehen werden, der hier vorbeikommen mutz. Und alle, wie sie dort stehen, wie sie keinen Fürsten und Minister erwartet hätten, sie konnten keinen Einlaß finden in die große Halle vor der Stadt. Trotz Bitten und Flehen war kein Platz mehr für sie da, denn kein Zelt und keine Halle ist weit und breit da, die alle die Tausende aufzunehmen vermag. Die Bauern und Arbeiter aus dem weiten und nahen Schwaben, die sich alle heute hier in der alten Augsburger Ven- delikorum trafen, sie stehen in den Abend und hoffen froh, sind schon zufrieden, einen Gruß, einen Blick ihres Führers mit sich forttragen zu können.
Vom Himmel tröpfelt es kalt und unaufhörlich, da setzt ein dichter Strom, ohne Anfang, ohne Ende ein, hier vor der großen Sängerhalle, die
der größte Raum hier im ganzen Lande ist. Um 6,30 Uhr öffnen sich die Tore und es quillt herein, dicht gedrängt und eilig. Schon um 7 Uhr wird der weitere Kartenverkauf polizeilich untersagt.
Es ist ein grandioses Bild, hier diese große Halle mit dem unbeschreiblichen Meer von Köpfen, mitten im Saale, in den Rängen, bis hoch unter das Dach, in den Galerien. Es drängt sich und schiebt immer mehr. Immer dichter rücken sie aufeinander. In ihnen ist ein unermeßlich frohes Gefühl voll Zuversicht, Glauben und Mut, das sie alle fest umschließt, sie alle zu einem einzigen lebenden Wesen kettet.
Bauern aus der weiten Umgebung, Arbeiter aus den Maschinenwerken, Angestellte und Erwerbslose, Frauen und Männer, alle eins im Glauben und Willen. Ein herrlicher Ausschnitt aus dem Zukunftsbild unseres kommenden Reiches.
Ja Herzlichkeit, lauter helle Herzlichkeit ist es, die den Führer empfängt, ihn mit Blumen überschüttet, ihm die Hand entgegenstreckt, daß er kaum seinen Weg zum Mikrophon findet. Adolf Hitler steht vor den Tausenden, noch einmal jubelt es auf in Dankbarkeit und Treue, dann ist es still.
> Der Führer spricht:
Man sagt mir nach, ich sei der Führer aller derer, die nur die Not zu mir getrieben hat.
Dann also würden in Deutschland 13 Millionen von Not getrieben. Wer trieb diese 13 Millionen? Nicht ich habe regiert, regiert haben doch wohl jene Parteien, die in den 14 Jahren ihres Regiments Gelegenheit einer unumstößlichen Propaganda hatten, die Propaganda der Leistung und der Tat. Statt dessen haben sie in den zehn Jahren unzählige Menschen vernichtet, haben das
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Wie wir erfahren, ist am Sonnabend der Kassierer. Hermann Meyer der Bremer Sparkasse geflüchtet, nachdem er im Laufe der Zeit 100 OOü Mark unterschlagen hat. Wie wir weiter hören, soll er sich gegenüber der Polizei und der Leitung der Sparkasse bereit erklärt haben, Angaben über seine Unterschlagungen zu machen, so daß mit einem freiwilligen Stellen des Täters gerechnet werden kann.
Eine kritische Stellungnahme zu diesen Vorgängen behalten wir uns vor.
Volk ruiniert und Stand um Stand dem Untergänge nahe gebracht. Kein einziger stünde heute aus, für sie gegen mich zu sprechen.
Darum glissen sie zu jener Propaganda der
lungen und Programmpunkten den Landesverrat verkörpert, im Reichstag das Vertrauen ausspricht, solange, Herr Minister, müssen wir Ihrem Kampf für die Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes sehr skeptisch gegenüberstehen. Ich brauche Sie nicht auf die Fülle authentischen Materials zu verweisen, das über vollbrachten und geplanten Landesverrat und über die Wehrseindlichkeit dieser Partei vorliegt. —
Wenn Sie in der weiteren Fortsetzung Ihrer Verteidigungsschrift die Bürgerkriegsvorberei- tungen des Reichsbanners! mit „kommenden gewaltsamen Auseinandersetzungen" und schon mit „der Tatsache des Bestehens der SA" erklären, so liegt hierin eine völlige Verschiebung der Tatsachen.
Die gewaltsame Auseinandersetzung ist nicht von uns, sondem von führenden Persönlichkeiten der „Eisernen Front", so vom Reichstagspräsidenten Lobe, auch für die verfassungsmäßig« Uebernahme der Macht durch die NS. DAP. angekündigt worden.
Da die SA und SS kraft ihrer ganzen Gesinnung sich für einen wahrhaften deutschen Staat einsehen, während das Reichsbanner unzählige Beweise für seine internationale Verbundenheit und Wehrfeindlichkeit geliefert hat, dürsten Sie eigentlich als Wehrminister keinen Augenblick darüber im Zweifel sein, welche Organisation als staatsfeindlich zu vrr- deiten fei. Dabei wird vorausgesetzt, daß
Sie über die angebliche „staatserhaltende" Gesinnung des internationalen, klassenkämpse' rischen Marxismus ein richtiges Urteil haben. Dagegen spricht allerdings Ihr Appell an die Einsicht der Führung des Reichsbanners, von dein sie wissen könnten, daß Ihnen selbstverständlich alles zugesagt wird, ohne daß tatsächlich eine Aenderung eintritt.
Sie kommen dann mit einem Vorschlag heraus, die Angehörigen der SA wie die Mitglieder durch Verbände in einer neuen großen iMtioualsportlichen Organisation zusammenzufassen. Dieser Vorschlag erschüttert uns, denn wir entnehmen aus ihm, wie verständnislos Sie dem Fühlen und Wollen zum mindesten der nationalsozialistischen Jugend gegenüberstehen.
Wir wollen uns als Lebensinhalt einen freien, starken Staat erkämpfen, wir wollen wieder, daß ideale und sittliche Forderungen das staatliche und politische Leben beherrschen, wir verlangen Arbeit und Brot für Millionen deutscher Volksgenosse«, wir wollen einen Neubau deutscher Kultur und deutschen Volkslebens, und Sie, Herr Minister, schlagen uns vor, Fußball zu spielen und Wettlaufen zu veranstalten!
Ueberdies wäre eine nationalspovtliche Vereinigung schon deshalb unmöglich, weil das Reichsbanner, wie Ihnen bekannt ist, international denkt.
Zum Schluß Ihrer Ausführungen werfen Sie
unserem Führer, Adolf Hitler, vor, daß er einem ausländischen Korrespondenten gegenüber die Vermutung ausgesprochen habe, der Reichskanzler habe unter dem Druck des französischen Ministerpräsidenten gehandelt. Wir haben für diese Vermutung sowohl in der englischen wie französischen Presse mehr als eine Bestätigung gefunden und darüber hinaus haben eine Reihe großer deutscher Zeitungen, die uns keineswegs freundlich gesonnen sind, dieser Vermutung erheblich deutlicher Ausdruck gegeben, als unser Führer. In diesem Zusammenhang betonen Sie, daß die Landesverteidigung eine Ehrensrage des ganzen deutschen Volkes ist und „alle anderen Volksschichten bereit seien, wenn es gilt, die Heimat zu schützen."
Sollte Ihnen, Herr Wehrminister, entgangen sein, daß die stärkste Regierungspartei im Reichstag durch ihre führenden Vertreter und mit ihnen zusammen das Reichsbanner bei jeder sich bietenden Gelegenheit erklärt haben, daß sie einen Verteidigungskampf des deutschen Volkes mit Generalstreik und Bürgerkrieg beantworten würden.
Mit solchen Elementen, Herr Minister Groe- ncr, bilden wir weder einen nationalsportlichcn Verein, noch sind wir bereit, den Hader, d. h. den Kamps gegen sie einzustellen und mit ihnen zusammenzustehen. Nur so, Herr Wehrminister, bleibt Ihnen Ihr Betätigungsfeld als Wehrminister erhalten, denn die Sozialdemokratie würde sowohl Reichswehr wie Sie abschössen. —art.