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Derlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr.—Fernsprecher Domsheide 25878.
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„Finanzial News" über SA.-Verbot und Tributkonferenz.
London» 16. April. „Financial News" beschäftigt sich mit dem Verbot der SA. und der Tributfrag«. Das Blatt schreibt u. a.: Sicherlich bedelllet die Auflösung der militärischen Organisation der NSDAP. «in weitgehendes Entgegenkommen, um den Weg zu einer Verständigung in Lausanne zu ebnen. Mit der Drohung eines Staatsstreiches über ihrem Haupte würde die Brünmg-Regierimg es nicht wagen, gewissen Zahlungen zuzustimmen. Da offensichtlich von der französischen Regierung die Unterzeichnung eines Abkommens über «ine völlig« Streichung der Reparationen nicht erwartet werden könne, so hätte die Tatsache, daß die Reichsregierung keinen noch so herabgesetzten Zahlungen zustimmen kann, zu einem Zusammenbrach der Verhandlungen geführt. Sehr enttäuschen mutz die Feststellung, dah — soweit sich dies aus der Haltung der französischen Presse beurteilen lätzt — die entgegenkommende Haltung der Reichsregierung keine Erwiderung von seilen Tradieus gesunden hat.
Klumps ^sisokung
Die Fälschung der Kaiserhofrechnung Hitlers gerichtlich festgestellt.
Berlin, 15. April. Die LügenuSwehrstelle der Reichsleitung der NSDAP. teilt mit:
„Marristische Zeitungen aller Schattierungen — auch die Bremer Volkszeitung — veröffentlichten in diesem Wahlkampf «in« Photographie der angeblichen Rechnung des Kaiserhofs in Berlin, nach der Adolf Hitler für einen zehntägigen Aufenthalt 4048 RM. verbraucht haben soll. Diesem Wahlschwindel ist jetzt endgültig «in Ende bereitet. Rechtsanwalt Dr. Lmtgebrune hat nunmehr für Adolf Hitler eine gerichtlich« Entscheidung des Amtsgerichts München herbeigeführt, durch die festgestellt ist, datz diese Rechnung «ine plumpe Fälschung darstellt. Das Rechnungsformular ist aus der Buchhaltung des Kaiserhofs entwendet und darauf eine Phantasievechnung geschrieben worden.
Berlin, 15. April. Dle Lügenabwehrstelle der Reichsleitung der NSDAP. erläßt einen Aufruf, in dem sie die Nationalsozialisten und die Wähler Hitlers bei der Reichspräsidentenwahl auffordert, die jetzt in der Zeit des Wahlkampfes wieder verstärkte Lügenpropaganda der Gegner entsprechend zu widerlegen. Die Schmähschriften der „ritterlichen" Demokratie würden auch jetzt noch immer anonym oder „ohne Wissen der Herausgeber" zu Hunderttausenden versandt. Der Aufruf schließt mit einem Appell» den Marxismus am 24. 4. LU schlagen-
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In unserer heutigen Ausgabe veröffentlichen wir authentisches Material über die Bürgerkriegsvorbereitungen des Reichsbanners, Material, aus dem vor allem die Staats- und Kultur- feindlichkeit dieser Organisation hervorgeht. Dabei handelt es sich keineswegs um Behauptungen unsererseits, sondern um Aussprüche, Aussätze und Dokumente, die das Reichsbanner selbst her Oesscntlichkeit übergeben hat. Damit ist aber zugleich sestgestellt, datz dieses Material beim Verbot der SA. auch dem Reichskabinctt bekannt gewesen ist. Trotzdem ist man zu der unerhörten, einseitigen Maßnahme des SA.-Verbots gekommen, dem wir in Bremen wie in Oldenburg durch Forderung des Reichsbaunerverbots entgegengetreten sind.
Hätte man gestern die bremische Bevölkerung fragen können, wie sie sich zu dieser Frage stellt, so wäre mit überwältigender Mehrheit entweder dieses Verbot erlassen oder das SA.-Verbot aufgehoben worden. So aber hatte die „bremische Bolkspartei" über die Dringlichkeit unseres Antrages zu entscheiden und diese setzte sich, wie schon so häusig, im Gegensatz zu den Willen ihrer Wähler und stimmte bis auf Dr. Gebert gegen die Dringlichkeit des Antrages. Damit stellt sich diese Partei hinter die Notverordnungspolitik des Zentrumskanzlers Brüning, stellt sich schützend vor das SA.-Verbot — bei Herrn Professor Dietz wundert uns das nicht — obwohl selbst die Schünemannpresse erst wieder in den heutigen Ausgaben aus ihrer Entrüstung, wenn auch in vorsichtiger Form, kein Hehl macht.
Wir sagen der bremischen Bolkspartei, daß man nicht ungestraft die Grundlagen der Gerechtigkeit im Staate zerstört. Wir haben in den letzten Tagen bewiesen, welche mustergültige Disziplin in den Reihen unserer SA. lebt; wir haben bewiesen, datz unsere Legalitäts- erklärungen stichhaltiger und glaubwürdiger sind, als alles Gerede der Sozialdemokratie über ihre staatserhaltende Gesinnung. Darüber hinaus aber können wir heute von jedem politisch denkenden Bremer erwarten, daß er zu unterscheiden weiß zwischen Form und Inhalt, d. h. zwischen -er formellen Staatsbejahung des Marxismus und seinem
tatsächlichen Zersetzungswillen
im Gegensatz za der immer wieder bewiesenen heißen Vaterlandsliebe unserer SA.- und SS.- Formationen.
Die Zeit ist vorbei, in der man gedankenlos den Unsinn nachschwatzen darf, die Nationalsozialisten seien staatsseinlich. Die Nationalsozialisten find schon heute die Träger und Bewahre» des deutschen Staates, gegen die Zentrum und Sozialdemokratie mit ihren dunklen Plänen und internationalen Zielen anrennen. Schon heute sind die Nationalsozialisten die alleinigen Garanten für den Wiederaufbau einer gesundenWirtschast und normaler Handelsbeziehungen. Schon heute bilden wir das einzige Aktivum im Hauptbuch der deutschen Volkswirtschaft. Unzählige Bremer Kaufleute haben jetzt, genau wie die bremische Arbeiterschaft, in rasch zunehmendem Maße erkannt, daß allein aus der Grundlage eines nationalsozialistischen Staates neue Arbeitsund Lebensmöglichkeit geboten wird.
Wir bedauern, daß die bremische Bolkspartei das noch immer nicht begriffen hat und aus einem salschoerstandenen Verantwortungsgefühl heraus sich hemmend der geschichtlichen Entwicklung entgegenstellt» Die hanseatische Voraussicht, die die Entwicklung unseres Stadt-Staates erst ermöglicht hat, scheint diesen Kreisen in erheblichem Maße verloren gegangen zu sein. —art.
TokrsOksnstsgs in vrsslau
Severing-Polizei droht Reichstagsabgeordneten Pg. Schönwälder mit Erschießen.
Vreskau, 14. April.
Die Vorfälle, die sich in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag in Breslau abspielten, stellen alles bisher Dagewesene weit in den Schatten. In den Straßen hörte man nur noch das dauernde Klingeln der Polizei- überfallkommandos und der mit schwerbewaffneten Mannschaften besetzten Lastkraftwagen. Gummiknüppelattack« folgt aus Gummiknüppel- attacke.
In der Bevölkerung herrscht eine Erregung, die sich mit Worten gar nicht beschreiben läßt. Die Emzelfälle alle aufzuzeichnen ist nicht
mehr möglich, da es sich um eine ununterbrochene Kette schwerster Zusammenstöße handelt.
In der Nacht zum Donnerstag mußte in der Eaugeschäftsstelle, Bischofstraße 13, ein provisorisches Lazarett eingerichtet werden, in das
nach und nach über 20 schwerverletzte Parteigenossen
eingeliefert wurden. Auch ein Kommunist befand sich darunter. Nationalsozialistische Aerzte walteten ihres nicht leichten Amtes. Aul
Matratzen und schnell zusammengestellten So» fas lagen die Verletzten.
Mehrere von ihnen haben infolge der
Eummilnüpp«lhiebe Gehirnerschütterungen davongetragen.
Donnerstag vormittag wurden, ebenso wkck in der Nacht zum Donnerstag auch Frauen mit dem Gummiknüppel geschlagen.
Eine unglaubliche Szene spielte sich am Donnerstag mittag ab. Als Untergauleiter Reichstagsabgeordneter Pg. Schönwälder vom ersten Stockwerk der Gaug«schästsst«lle aus einem Fenster den Gummiknüppelattack«» der Polizei zusah, riefen Polizeibeamte zu ihm hinaus: „Fenster schließen, sonst wird geschossen." Als unser Parteigenosse darauf hinwies, daß er Reichstagsabgeordneter sei, und ein Recht habe» zuzusehen, was sich auf der Straße ereigne, rief der Beamte zurück, daß er diesen Einwand nicht gelten lassen könne, und forderte! nochmals zur Schließung des Fensters auf. Gleichzeitig entsicherte «in Beamter seine Pistole und richtete sie gegen den Reichstagsabgeordneten Schönwälder. Nun erst schloß dieser das Fenster. Dieser unglaubliche Vorfall rief unter der vielhundertköpfigen Menge, die immer mehr anwuchs, ungeheure Empörung hervor. Auch am Donnerstag wurde eins Reihe von Nationalsozialisten mit Gummiknüppeln schwer verletzt.
ein Sokisg gegen 6ss nationale Oeutsokianrl
Die Vereinigten Vaterländischen Verbünd« haben zu dem Verbot der nationalsozialistischen SA. und SS. folgende Erklärung abgegeben: „Im Verbot der SA. erblicken wir die Um fähigkeit des schwarz-roten Parteisystems, di« deutsche Freiheitsbewegung in den Dienst des Staates zu stellen, wie es von jeher als Pflicht nationalen Staatswillens galt. Das Verbot entbehrt jeden außerpolitischen Augenmaßes. Es muß als Verbeugung vor der Genfer Abrüstung^ Maskerade empfunden werden. Seine Einseis tigkeit untergräbt nicht nur das Vertrauen zur Gerechtigkeit, sondern liefert den Staat dem ros ten Reichsbanner aus, das seinen Lohn fordert. Das Verbot ist ein weiterer Schritt zur Unten drückung aller nationalen Bestrebungen, die sich dadurch mitbetroffen fühlen.
Die freiheitsliebenden Deutschen aller Parteieck fordern wir deshalb auf, auf legalem Wege ihr« letzte Energie zur Wiedergewinnung eines freiest nationalen Staates einzusetzen.
Das Präsidium der Vereinigten Vaterländischen Verbände Deutschlands.
gez. Graf v. d. Gold-*