Ausgabe 
(14.4.1932) Nr. 75
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am 20. Kpnl im „Lasino

Die l-ortrsr-Versammlung ftnttst vorläufig n > cl, t statt.

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Berlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werttag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die 10 gespaltene mm°Zeile RM 0.10 « ^""'"^Zialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12, im Textteil RM 0.50, auswärts RM 0.70«

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^lotvvr'oi'llnung:

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Berlin, 13. April. Die mehrstündigen Be­ratungen des Reichskabinetts endeten am Mitt­woch mittag mit dem Beschluß einer Notverord­nung, durch die die nationalsozialistischen Forma­tionen SS. und SA. mit Wirkung vom heutigen Tage verboten werden. Die Notverordnung sowie eine Begründung der Reichsregicrung wird noch heute der Oesfentlichkeit übergeben werden.

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München, 13. April. Im Zusammenhang mit dem durch die Reichsregierung erlassenen Verbot der nationalsozialistischen SA. und SS. wurde am Mittwoch nachmittag in München im „Brau­nen Haus" eine Haussuchung durchgeführt.

Hundertschaften der Landespolizei rückten auf Lastautos an, sperrten die Brienner- straße bis zum Obelisk ab, riegelten die Zufahrt- pratzen ab und besetzten das „Braune Haus", das Nebengebäude und den Garten. Nach Durch­führung der polizeilichen Besetzung wurde die Haussuchung in den Räumen der SA. und SS. begonnen. Den Pressevertretern wurde der Zu­tritt zu dem polizeilich besetzten „Braunen Haus" nicht gestattet und auf die spätere Heraus­gabe des polizeilichen Berichts verwiesen. Neben dem „Braunen Haus" wurde auch das Gaubüro des Gaues MünLen-Oberbayern polizeilich besetzt.

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Berlin, 13. April. Kurz nach Veröffent­lichung des Verbotes der SA und SS am Mittwoch nachmittag begann die polizeiliche Schließung sämtlicher SA.- und SS.-Heime so­wie der Büros dieser Formationen. In allen diesen Räumen erschienen starke Polizeikom- znandos, die Durchsuchungen vornahmen und alles vorgefundene schriftliche Material ein­schließlich der Karteien beschlagnahmten.

Auch aus anderen Teilen des Reiches wird gemeldet, daß dort die Polizei die gleichen Maßnahmen durchgeführt hat.

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Vsnssmmiungsvsi'doi

München, l3. April. Wie die nationalsoziali­stische Parteikorrespondenz meldet, hat die Re­gierung von Oberbayern die für den kommenden Sonntag in Weilheim und Rosenheim geplanten nat.-soz. Versammlungen mit Adolf Hitler und General von Epp als Redner verboten mit der Begründung, daß nicht die erforderlichen Po­lizeikräfte zur Verfügung stünden.

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Gegen fozialdemokratischr Unterstellungen.

Die Pressestelle der Reichsleitung der NS DAP. teilt mit:

Hn einer Versammlung im Berliner Sports

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Hitler hat anläßlich des SA.- und SS.-Verbots folgenden Aufruf erlassen:

wstionslsorislistvn! I^sntsigsnossen! LksmsUgs S^.- unel SS-IHISnnsn, slismsiigs IVIilglisrlsi' elss kßSXK u. eisn ^ISegsnstlli'ms!

Nun wißt Ihr, weshalb ich versuchte, die Präsidentschaftskandidatur der schwarz-roten Par­teien zu verhindern. General Groener hat als Auftakt für die Länderwahlen die SA. und SS. aufgelöst. Reichsbanner und „Eiserne Front" dagegen werden als staatspolitisch wertvoll an­gesehen und deshalb nicht verboten.

^snlsigsnosssn i

Ich verstehe Eure Gefühle. Jahrelang seid Ihr getreu meiner Anordnung legal den Weg der Erringung der politischen Macht gegangen. Ihr seid in dieser Zeit aus das grausamste verfolgt und gequält worden. Hunderte von Kameraden wurden getötet, viele Tausende sind verwundet. Die feigen Mörder und Täter befinden sich zum überwiegenden Teil jedoch aus freiem Fuß. Für den Versuch der Notwehr habt Ihr zahllose Gefängnis-, ja Zuchthausstrafen erhalten. Trotz der zum Teil grauenhaften Not, die durch das Verschulden der heute regierenden Parteien auch Euch getroffen hat, seid Ihr brave und ehrliche Deutsche geblieben. Seumes Wort, daß einst die ärmsten Söhne unseres Volkes die treuesten Bürger sein werden, habt Ihr herrlich erfüllt. Was General Groener, Herr Braun, Herr Severing, Herr Greszinski, Herr Stütze! und Herr Brüning usw. wollen, weiß ich und Ihr wißt es auch. Unsere Antwort auf diesen neuen Verzweislungs- schlag des Systems wird keine Parade, sondern ein Hieb sein. Am 24. April ist der Tag der Vergeltung. Zu dem Zweck empfehle ich Euch, meine ehemaligen Kameraden der SA. und SS., folgendes an:

1. Ihr seid von jetzt ab nur noch Parteigenossen.

2. Ihr erfüllt als Parteigenossen Eure Pflicht, indem Ihr Euch in den Sektionen und Ortsgruppen zur politischen Wahlarbeit als Parteigenossen freiwillig mehr als je zur Verfügung stellt.

3. Gebt den augenblicklichen Machthabern keinen Anlaß, unter irgendwelchen Vorwänden die Wahl aussetzen zu können. Wenn Ihr Eure Pflicht erfüllt, wird dieser Schlag des Generals Groener durch unsere Propaganda tausendfach aus ihn selbst und seine Bundes­genossen zurückfallen.

4. Verliert nicht den Glauben an die Zukunft unseres Volkes, an die Größe unseres Vater­landes und an den Sieg unserer Sache, die beiden dienen soll. Ich werde mein letztes hergeben für diesen Kamps und damit für Deutschland.

Denn trotz General Groener: Solange ich lebe, gehöre ich Euch und Ihr gehört mir.

Am 24. April jedoch möge es einer gerechten Vorsehung gefallen, unseren Kamps für Frei­heit und Recht zu segnen.

Es lebe unsere nationalsozialistische Bewegung, es lebe Deutschland!

Berlin, 13. April 1932. Adolf Hitler.

palast hat der preußische Ministerpräsident Braun erklärt, in der Hand der preußischen Regierung befänden sich dokumentarische Be­weise für den Landesverrat der NSDAP. In diesen Dokumenten sei eindeutig bewiesen, daß die NSDAP. einen etwaigen Angriff auf die preußischen Grenzmarken zu einem Putsch benutzen wollten. Diese Behauptung Brauns Brauns wird von der NSDAP. als unwahr aus das schärfste zurückgewiesen. Ebenso ist die Behauptung des sozialdemokratischen „Vor­wärts" erlogen, daß Adolf Hitler in seiner Rede in Lauenburg am 5. April den Sinn dieser angeblichen Dokumente bestätigt habe. Im Gegenteil, die NSDAP. wird, wie bisher, leidenschaftlich den Kampf gegen die landes- verräterischen Umtriebe der Linksparteien wei­terführen. Der Führer hat aus der Erenzland- kundgebung in Lauenburg eindeutig betont: „Mir ist so recht verständlich, daß es keine Rettung der deutschen Grenze gibt, wenn nicht hinter den Formationen, die «ine Gvenze schützen wollen, das ganze Volk steht. Deutschland wird nichts mehr ver­

lieren und kein Grenzgebiet wird mehr geopfert an dem Tag, an dem hinter Pommern, hinter Schlesien, Ostpreußen und Danzig 65 Millionen stehen."

Im gleichen Sinne hat Adolf Hitler in Elbing gesprochen:

„Ich habe eine Millionenbewegung ge­schaffen, dir einst bereit sein wird, wenn es nottut, Ostpreußen, Schlesien und auch den deutschen Süden zu verteidigen und zu schützen."

Die Kämpfe in Oberschlesien und im Balti­kum haben bewiesen, daß die Verteidigung der deutschen Grenzen nur möglich ist, wenn dem deutschen Kämpfer nicht von der eigenen Regierung in den Rücken gefallen wird. Die Leute, die damals Obersch'.esien vor dem Zu­griff der Polen verteidigten, stehen heute in der SA. Der Sinn der Worte Adolf Hitlers ist vollkommen eindeutig, und nur ein Blatt wie der jozialdemokratische „Vorwärts" kann versuchen, ihn in das Gegenteil umfälfchen zu wollen.

VsScMstlspn MLIspksknsn..

„Wenn die Regierung die SA. auslösen sollte, dann würde sie mich der Verantwortlich­keit für dieselben entheben. Ich würde dann diese 400 Oüü Mann nicht mehr wie bisher unter meiner Kontrolle haben und könnte »ich» dafür verantwortlich gemacht werden, was si^ im Eiuzelsalle tun werden. Lassen Sie ruhig die Auslösung der Organisationen erklären. Sie können meinen Leuten nicht die Köpfe abschnei­den. Solange die aber Herzen und Köpf« haben, werden sie mir ergeben sein.

Adolf Hitler."

Was wir vorgestern bereits berichteten, ist nunmehr Tatsache geworden. Die SA. und! SS. ist im ganzen Reich verboten. Das Braunhemd, unser Ehrenkleid, muß abgeliefert werden, die Fahnen und Standarten unterlie­gen der polizeilichen Sichsrstellung. Unter­schrieben ist diese Verordnung von dem Feld­marschall vou Hindenburg und dem General Groener, zwei alten Soldaten, denen die in­nere Beziehung zwischen der Fahne und ihren Trägern geläufig ist. Parteipolitische Maß­nahmen, letzte Rettungsversuche eines sterben­den Systems treffen uns nicht. Aber hier sol­len Begriffe, innere Werte zerstört und zer­schlagen werden, die durch Jahrhunderte die preußisch-deutsche Geschichte bestimmt haben und den Wesenskern unseres Volkes ausmachen. Wir wissen, daß man in Neudeutschland von diesen Dingen nichts versteht, und wir er­warten auch nicht von Herrn Severing oder Herrn Braun hieffür Verständnis, aber weil dem deutschen Volk die entscheidende Substanz, innere Wert verlorengegangen war, hatten wir unsere Banner aufgepflanzt, haben wir ge- kämpft 13 Jahre hindurch, haben 300 Tote und viele Tausende Verwundete aus uns ge­nommen, haben geopfert und gelitten, nicht für eine Partei, sondern für diese letzten uns heiligen Begriffe und Ideen, die allein Träger des Staates und auch Träger einer Volksgemeinschaft über allen politischen Alltagskram hinweg sind. Diese Banner nimmt man uns mit Gewalt, mit einer staatlichen Macht, gegen die wir uns nicht wehren dürfen und wollen, und der wir heute unter dem Zwange der Pressenotverord­nung nur sagen, daß noch nie in der Geschichte ein Diktator oder eine Regierung ungestraft die Söhne des Vaterlandes verfolgt und ge­peinigt hat, die allein kraft ihrer Gesinnung und kraft der Beweise, die sie hierfür abgelegt haben, bereit sind, mit Blut und Gut für die Nation, für das Vaterland einzustehen.

Diese Gedanken erscheinen uns als die Kern­frage des SA.- und SS.-Verbotes, dem wir im übrigen, soweit es eben eine letzte Maß­nahme des Systems ist, mit aller Eelasseir- heit gegenüberstehen. Herr von Hindenburg hat in seinem Dank an die Wählerschaft den Satz geprägt: „Laßt den Hader ruh'n und schließt die Reihen". Er hat als erste Maß­nahme unsere SA.-Heime geschlossen, in denen wir Tausenden von deutschen Volksgenossen Heimat und Brot gegeben hatten. Aber «r ist Reichspräsident, der überparteilich und in voller Gerechtigkeit seines Amtes walten muß. Herr von Hindenburg hat stets von einer Volksgemeinschaft gesprochen, und wir glauben^