Ausgabe 
(11.4.1932) Nr. 72
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Hamburg, 10. April. Am Wahlsonntag, kurz nach 17 llhr, wurde am Ausschlägerweg der SA.-Mann Brandt von politischen Gegnern erschossen. Ein weiterer SA.-Mann, der Au­genzeuge des Vorfalls war, erlitt einen Herz- schlag, dem er erlegen ist. Außerdem wurden noch drei weitere Nationalsozialisten durch Schüsse verletzt. Sie wurden dem Krankenhaus zugeführt.

Im er. Kurt Thiele Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die 10 gespaltene mm°Ieile NM o.w

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. .'Dkö neue Schlacht ist vorüber. Der Natio- Wtlsozialismus hat in Deutschland abermals Hvei Millionen Stimmen für sich neu gewin­kten können, und der Zeitpunkt kommt immer daher, an dem der Staat nicht an dieser größten deutschen Freiheitsbewegung, die die Geschichte kennt, vorbeigehen kann. Der per­sönliche Einsatz unseres Führers hat es ver­krocht, trotz schwächerer Wahlbeteiligung in sämtlichen Gauen Deutschlands neue Mitkämp­fer unserer Bewegung zu gewinnen. Damit ist erneut eindeutig festgestellt, daß wir National­sozialisten mit Recht den Anspruch darauf er­heben können, nunmehr die Geschicke Deutsch­lands in die Hand zu nehmen.

Wir leben nicht von Wahlerfolgen und dar­um geht unser Ringen um die Seele jedes einzelnen Deutschen mit dem heutigen Tage weiter. Wir wollen keine Zahlen, wie man Uns immer vorwirft, sondem wir wollen Kämpfer, die mit unserem Führer erkennen, daß Opferbereitschaft für die Nation und Pflichterfüllung im täglichen Leben die Vor­aussetzungen für den Ausbau eines gesunden Staat« sind. Darum nennen wir uns natio­nale Sozialisten.

Hindenburg ist endgültig zum Reichspräsi­denten gewählt und er wird nun Gelegenheit haben, zu beweisen, daß er ein überparteilicher Kandidat war. Er wird es sofort beweisen können, wenn er zunächst einmal abrückt, und das mit aller Deutlichkeit, von der Schlamm­flut, die im Interesse seiner Wiederwahl über die deutsche Freiheitsbewegung sich ergoß. Hin­denburg hat jetzt Gelegenheit, vor aller Öf­fentlichkeit den Nachweis zu führen, daß er weltanschaulich nichts mit den Asphaltjuden der ihn anhimmelnden Presse gemein hat. Alles das würde die kommende Zusammenarbeit mit einer nationalsozialistischen Regierung wesent­lich erleichtern und würde vor allem die hei­ßen Bemühungen unseres Führers unterstützen, die historische Gestalt des Feldmarschalls den kommenden Generationen zu erhalten. Hin­denburg hat jetzt das Wort.

Betrachtet man die Wahl rein zahlenmäßig, so können wir sagen, daß wir den allergrößten Teil der Stahlhelmstimmen für uns gewonnen haben, Stahlhelme!, die sowieso weltanschau- ich im Lager der deutschen Freiheitsbewegung tehen und das vorige Mal nur der Parole >er Bundesleitung gefolgt sind. Uns ist es aber auch weiterhin gelungen, unseren Ein­bruch in die marxistische Front zu verstärken, denn wir haben den Kommunisten einen nicht unerheblichen Teil ihrer Wähler fortgenommen. Wir empfinden es als eine ganz besondere Niedertracht, wenn man uns jetzt unterschiebt, die Kommunisten hätten nur Adolf Hitler gewählt, weil sie den Bürgerkrieg wollten.

Erstens ist die Person Adolf Hitlers die beste Garantie dafür, daß wir keinen Bürger.tieg bekommen und zweitens ist es Beschimpfung unzähliger deutscher Arbeiter, die sich nach langem Ringen wieder zur Nation, zu Opfer- bereitschaft und Pflichterfüllung zum National­sozialismus bekannt haben. Wir machen die Schünemannpresse daraus aufmerksam, daß der Mahlkampf vorbei ist und weitere Verleum­dungen der nationalsozialistischen Bewegung ihren Abonnentenschwund nur beschleunigen würd«. Den Bremer Nachrichten sei im übrigen

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München, 11. April. Adolf Hitler hat am 10. April folgenden Aufruf erlassen:

Nationalsozialisten! Parteigenossen und Parteigenossinnen! Ein« große und schwere Schlacht habt Ihr geschlagen. Ich wußte, daß Eure Treue unerschüttert ist. Dennoch muß ich Euch für den unerhörten Glauben, Eure Opferwilligkeit und Euren Fleiß danken.

Trotz aller Unterdrückungen und Verfolgungen hat Eure Bewegung durch Euch einen neuen großen Sieg errungen, der sie berechtigt, sich als Bannerträgerin der nationalen Freiheit und damit der nationalen Zukunft zu fühlen.

Morgen beginnt der neue Kampf. Ich weiß, Ihr werdet auch in Zukunft des deutschen ^Volkes beste Garde sein. Am 24. April werden wir uns abermals mit unseren Gegnern

messen und einmal muß und wird der Tag kommen, an dem wir unsere Fahnen zum

letzten Sieg tragen." gez. Adolf Hitler.

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Meine Führer! Eine schwere Arbeit liegt hinter Euch. Eurem mutigen Wirken und Eurem unermüdlichen Fleiß verdanken wir einen neuen großen Sieg. Ich bin grenzenlos stolz darauf, Euer Führer zu sein! gez. Adolf Hitler.

An die Leitung der Organisation und an die Prepr^ ^ der nationalsozialistischen Be­wegung!Parteigenossen und Führer. Der Sieg des 10. April verpflichtet mich, allen denen zu danken» die in der Organisation, der Propaganda und der Presse durch ihre Arbeit die Voraussetzungen schufen. Das Vertrauen von 131/2 Millionen Deutscher zu

unserer Bewegung ist nicht nur der höchste Lohn für die geleistete Arbeit, sondern auch

die schwerste Verpflichtung für die Zukunft. Die nationalsozialistische Bewegung ka^n kerne Ruhe kennen, ehe nicht das Ziel der nationalen Befreiung Deutschlands verwirklicht ist. Millionen deutscher Geistes- und Handarbeiter, Millionen deutscher Bauern erwarten die Fortsetzung unseres Kampfes. Die Arbeit beginnt morgen, am 11. April, zu dem nächsten schweren Kampf. gez. Adolf Hitler".

gesagt daß es ebenso unsachlich ist, zu behaup­ten, unser Kampf sei nur mit der Parole ge­führt worden, wir wollten es anders machen, ohne dabei zu sagen, wie wir es machen woll­ten. Wir stellen fest, daß im Kamps für Hindenburg vom Reichskanzler Brüning her­unter bis zu den kleinsten Wahldemagogen kein einziger die programmatisch:«, wegwei­senden und eindeutigen Ausführungen gemacht hat wie unser Führer und unsere Presse. Wir weisen daher auch diese Verleumdung mit aller Deutlichkeit zurück.

Mit dem heutigen Tage beginnt in Preußen der Wahlkamps um die Macht in Preußen und wir werden das ergötzliche Schauspiel er­

leben, daß die Hindenburgfront auseinander- bricht und nun wie wild sich gegenseitig be­kämpft. Unsere Bewegung geht mit dem glei­chen Schwung, mit der gleichen Ueberzeugungs- trene und den gleichen eindeutig formulierten Zielen in diesen Kamps hinein, nachdem sie jetzt schon für Preußen rund 150 Abgeordnete sich gesichert hat. Wir sind uns bewußt, daß erneut der ganze staatliche Apparat gegen die Freiheitsbewegung eingesetzt werden wird, aber wir haben eben bewiesen, daß uns alles das an unserem Siegeszug nicht hindern kann. In Preußen fällt jetzt die Entscheidung. Von hier aus muß der Sturm gegen Brüning unter­nommen werden, von hier aus muß und wird das Reich" erobert werden.art.

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Die Zahlen in Klammern sind die Ergebnisse vom 13. März 1932.

Wahlkreis 1

Ostpreußen

Hindenburg 546 391 (509 883)

Hitler 493176 (402300)

Thälmann 84 928 (116 451)

Wir gewinnen 91 000 Stimmen.

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Wahlkreis 2

Berlin

Hindenburg 565 509 (559 329)

Hitler 323 058 (247 387)

Thälmann 314 671 (371 410)

Wir gewinnen 76 000 Stimmen.

Wahlkreis 3

Potsdam 2

Hindenburg 581 201 (566 070)

Hitler 415 362 (326 477)

Thälmann 167 957 (205 442)

Wir gewinnen 89 000 Stimmen.

Wahlkreis 4

Potsdam 1

Hindenburg 535 020 (508 470)

Hitler 483 599 (375 479)

Thälmann 182 838 (229 503)

Wir gewinnen 108 000 Stimmen.

Wahlkreis 5

Frankfurt-Oder

Hindenburg 442 299 (409 484)

Hitler 420 891 (338 049)

Thälmann 57 389 ( 81523)

Wir gewinnen 82 800 Stimmen.

Wahlkreis 8

Pommern

Hindenburg 395 696 (361 223)

Hitler 510 655 (391815)

Thälmann 64 519 ( 94 570)

Wir gewinnen 119 000 Stimmen.

Wahlkreis 7

Breslau

Hindenburg 568 218 (541 871)

Hitler 461 150 (403 282)

Thälmann 69 138 ( 96 862)

Wir gewinnen 58 000 Stimmen.

Wahlkreis 8

Licgnitz

Hindenburg 359 409 (338 024)

Hitler 313 797 (275 062)

Thälmann 33 946 ( 46 744)

Wir gewinnen 38 000 Stimmen.

Wahlkreis 3

Oppcln

Hindenburg 403 263 (369 831

Hitl-W 213 747 (185 301s

Thälmann 79 032 (102 706)

Wir gewinnen 28 000 Stimmen.

Wahlkreis 10

Magdeburg

Hindenburg 491 195 (471 107)

Hitler 413 513 (350958)

Thälmann 81293 (107 435)

Wir gewinnen 63 000 Stimmen.