Ausgabe 
(9.4.1932) Nr. 71
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Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und /Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag >Ks Freftag von 17 bis 18 Uhr.—Fernsprecher Domsheide 25878.

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unserem Sonderkorrespondenten. An Dord der D 1720.

Als gestern nacht von Ludwrgshafen die Sonderzüge mit den Rheinpfälzern, Hessen pnd Wallesen wieder in die Heimatstädte ab­rollten, brachte auch der schwere 200-PS- Mercedes-Denz den Führer nach einigen Stun­den Schlaf nach Heidelberg. Dies hatte sich in den Nachtstunden noch in der Stadt herum­gesprochen, sodaß fast seit Sonnenaufgang das Hotel, in dem Adolf Hitler abgestiegen war, von Männern, Frauen und Kindern belagert wurde. Immer dichter wuchsen die Massen, die nur den Führer sehen wollten. Sie ließen sich nicht vertreiben vom Sturm, der über die Blütenbäume und Burg hinwegsauste. Nicht jendenwollende Heilruse empfingen den Führer. Kinderstimmen mischten sich in die Heilrufe der Männer und Frauen. Auf den Bänken standen Bauernfrauen und grüßten mit dem Gruß der Nationalsozialisten. Kaum konnten sich die Wagen den Weg durch die fanatisch begeisterte Menge bahnen. Aus den Hinter- höfen und Häusern eilten die Menschen, rann­ten dem Wagen entgegen und schrien ihr Heil, das der Sturm dem Führer nachtrug. Jetzt skommt ein Orkan, jetzt prasseln Regen- und Hagelschauer nieder. Jetzt blitzt und donnert Und heult es, doch wir fahren zum Flugplatz nach Mannheim.

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Die Reise und Versammlungen werden bis zur letzten programmäßig durchgeführt, mag kommen was will. Der Führer hat diese Parole wenige Stunden vorher ausgegeben. Jetzt wird sie durchgeführt.

Dunkel liegen die Wälder. Schwarz wölbt sich die Wolkenwand über das Land. Am Horizont aber leuchtet es schon wieder hell. Am Flugplatz in Mannheim stauen sich die Massen, die jubelnd Adolf Hitler umdrängen Und ihm wiederum Blumen mitgeben auf seinem Fluge. Es ist das Bild, das wir jedesmal neu erleben, ob der Führer seinen Fuß setzt vom Flugzeug auf die Erde, ob er knkommt oder abfährt, ob in Danzig oder Nürnberg, ob in Chemnitz oder Stuttgart. Das we.ktätige Volk feiert und grüßt Adolf Hitler, wir einst Könige nicht empfangen wurden.

, Die Motoren rattern. SA-Männer drängen sich an die Maschine. Heilrufe. Wir rollen über das Feld und fliegen. Ueber uns nur die Aprilsonne und nur drüben an der Berg­straße steht noch schwarz das Gewitter. Höher und höher steigt der Vogel. Riesige Wollen- schatten ziehen über das Land, das 1000 Meter tief unter uns sich weitet. Bald leuchten die Kuppeln der alten Kaiserstadt Worms. Graubraune Wasser trägt der Rhein.... Wollensetzen schießen heran und eine Bö packt die Maschine, drückt sie nieder, hebt sie hoch, wirft sie links und rechts herum. So geht es über den Rhein zwischen Mainz und Bingen, hoch noch über den Taunus mit seinen 'bewaldeten Höben und ickmalen Tälern._

Hundert Kilometer gegen Wind. Windstoß um Windstoß. Schwer stampft die Maschine, einmal hinaus und einmal hinunter; zwar nicht so arg wie gestern, da unten der Orkan Bäume entwurzelte, während wir als einzige in der Luft dem Ziele zustrebten, aber dennoch Wind­stärke 10.

Jeden Stoß, jede Bö und jeden Angriff des Sturmes pariert am Steuer der Kapitän. Ein stolzer Beruf, mit den Naturgewalten zu kämpfen und Sieger zu bleiben.

Wieder über dem Rhein. Im Sonnenglanz liegt Laub. Dort unten zogen wir einst nach dem Dolchstoß als feldgraue Soldaten ge­schändet in die Heimat. Dr unten» im Ange­sicht des deutschen Stromes, der Berge und der Burgen, schworen wir Rache. Jetzt wird sie unser. In der kommenden Abrechnung gilt auch dieser Fluch.Schwarz türmen

sich vor uns dichte Wolkenmassen. Ein neues Gewitter ist im Anzug. Näher und näher kommt der schwarze Wall. Felder und Wälder verschwinden und tauchen unter in dichte Re­genböen. Schon faßt uns der Sturm, rüttelt an den Tragflächen, schleudert uns, wiees ihm gefällt. Wir biegen aus nach Westen und umfliegen das Sturmgebiet. Gewitter zur Rechten und Gewitter zur Linken. Zwischen­durch arbeitet sich unsere Maschine.

Der Führer ist in bester Stimmung, spricht von der phantastischen Schönheit dieses und des gestrigen Sturmfluges, ist frisch wie am Tage vor dem Einsatz seiner Person, trotz der fast unmenschlicher Anstrengung dieser Woche, die ihn führte im Fluge kreuz und quer durch ganz Deutschland. Die Tatsache, daß am heutigen Tage auch Organisations­leiter Pg. Strasser, der am Abend in Dort­mund spricht, den Cturmflug mitmacht, be­nutzt selbstverständlich der Bilderberichterstatter

Hoffmann, um auch Strasser auf der Platte festzuhalten.

Schroff brechen die noch kahlen Wälder des Hunsrück ab. Schmutzig grau wälzen sich die Fluten der Mosel entlang durch graue Kiefern- hänge. Kurze Zeit leuchten die Dörfer längs der Mosel im Sonnenglanz. Dann faßt uns und das Land unter uns eine finstere Wolken­wand. Wieder beginnt der Kampf um Men­schen und Maschine gegen die Naturgewalten. Um den Nürburg-Ring schleudern die Wollen ihre Hagelkörner zur Erde und bedecken die kurz vorher noch grünen Wiesen mit einer milchig-weißen Schicht. Gleich einem Wellen- kamm über dem Meer liegt rundum das Hügelland. Ein Regenbogen erhebt sich schil­lernd aus den Bergen bei Bonn. Wir lassen das Wolkenmeer zurück und fliegen wieder unter blauem Himmel. Nicht lange und neue Wollen türmen sich. Neuer Re.gen, neuer Sturmwind um uns, doch gleich 'sind wir am Ziel. Das unendliche Häusermeer Kölns breitet sich unter uns aus. Kirchen und Fabriken, Rheinbrücken, der Rheinhafen und der Kölner Dom. Noch ein paar Minuten und wir senke» uns zur Erde.

Das Endziel des heutigen Tages,

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Jetzt fährt der Wagen Adolf Hitler zu den Hunderttausenden, die seiner harren in Düssel­dorf, Essen und Münster.

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Düsseldorf, 8. April. Hitler steht am Rhein, dort, wo das Reich der Jndnstriewerke und Hochöfen übergeht in die große Weide des niederrheinischen Landes. In Düsseldorf, das lange Brutherd der bolschewistischen Verhetzung war, ist es den braunen Kämpfern Adolf Hiö lers unter Anspannung der äußersten Kräfte gelungen, die rote Herrschaft zu brechen. Heute dröhnt Düsseldorf unter dem Tritt der Ba­taillone und ist in unermüdlichem Schaffen zum Krastzentrum der nationalsozialistischen Bewe­gung im Westen des Reiches geworden.

Zahlreiche blutige Opfer heischte dieser Weg. In der Eolzheimer Hride ragt riesenhaft das schwarze Kreuz aus deutschem Stahl in den unendlichen Himmel. Hier fiel Parteigenosss Schlageter in Deutschlands dunkelster Stunde. Acht weitere treue Kämpfer im Gau haben ihren Glauben an die Sendung des Natio­nalsozialismus mit dem Tode bezahlt. Ihr Opfer war nicht umsonst. Dichter wurden die Reihen, fester das Band, das uns umschließt, gewaltiger straffen sich die Fäuste. Wuchtiger hallt der Schritt der braunen Kolonnen.

Vor wenigen Wochen sprach der Führer in Düsseldorf in der Maschinenhalle. 25 000 Volksgenossen hörten seine Botschaft. Diese Leistung war das Gewaltigste, was eine poli­tische Bewegung bisher in den Mauern Düssel­dorfs hatte ausweisen können. Aber die Halls war zu klein. In vier Sälen mußten die 25000 untergebracht werden. Weitere 10000 fanden keinen Einlaß. Weniger noch als «ru­dere deutsche Städte verfügt Düsseldorf übey Hallen und Säle, die die Massen fassen kön­nen, wenn Adolf Hitler spricht.

Die Eauleitung versuchte das Aeußerste und wandte . M. an . die Stadtverwaltuna— uni

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