Ausgabe 
(4.4.1932) Nr. 66
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Chemnitz, 4. April. Nach der Rückkehr von der Hitler-Kundgebung in Chemnitz erfolgten Überfälle auf SA.-Männer. In Mittweida wurde der SA.-Mann Neulich durch einen Rücken­stich tödlich verletzt. Er ist während der sofort vorgenommenen Operation gestorben. — Neulich, der von Beruf landwirtschaftlicher Arbeiter ist, war 22 Jahre alt. Weiter wurden sieben Mann durch Schutz- und Stichwunden verletzt. Ihr Befinden ist zum Teil ernst. In Mittweida ist Chemnitzer Polizei eingetroffen.

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Derlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878.

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zu Stadt. Auch eine Boe erschüttert D 1720, die unter der sicheren Hand ihres erfahrenen Piloten Hans Bauer zum ersten Ziele Dres­den mit 170 Kilometer Geschwindigkeit zu­strebt. Der Donau trübe Fluten wälzen sich in die Ebene. Imposant aus 500 Meter Höhe wirkt die Befreiungshalle Telheim, die in ihrem Innern die Worts eines bayerischen Königs trägt, die für jeden auch heute noch Geltung haben müßten. Möchten die Deut­schen nie vergessen, was den Befreiungskampf notwendig gemacht und wodurch sie siegten.

Regensburgs DoM grüßt von -er Lerne und die bewaldeten Berge des Fichtelgebirges und des Bayerischen Waldes mit ihren Dör­fern, voll Not und Elend, verdrängen die Bilder von vorher. Der deutschen Stadt Eger,

hart an der tschechischen Grenze, noch ein ' kurzer Blick und schon fliegen wir über dem s Lande der Sachsen, der Hochburg der natio-s nalsozialiftischen Bewegung. — In der Mit­tagssonne und ihren Strahlen glänzt Dres­dens Häusermeer, langsam senkt sich das Flug­zeug über der Elbe und dem königlichen Schloß mit dem Zwinger, und rollt dann aus ins Flugfeld. Aus dem allmählich ver­stummenden Rauschen der Propeller erhebt sich der Heilruf der den Führer erwartenden Nationalsozialisten. Stramm steht die SS. in ihren weißen Hemden. Der SS.-Führer macht Meldung und eine Minute nach Lan­dung des Flugzeuges besteigt Adolf Hitler das Auto und fährt zur Kundgebung in der Radrennbahn. Ueber dem Führer fliegt ein flinkes Flugzeug der SA., Heilruse von

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An Bord der D 1720.

-- sDrahlbericht unseres Korrespondenten.)

. Ein blauer Himmel wölbt sich über dem Münchener Flugplatz der Lufthansa, aus dem in der Morgensonne die dreimotorige D 1720, bewacht von der SS. München, leuchtet, während eine Lerche trillernd ihre Kreise zieht. Sonst find die Sonntage ruhig auf dem Flug­platz, heute aber bevölkern ihn einige hundert Nationalsozialisten, Mitglieder des SS.-Flie- gerkorps, SA.- und SS.-Männer. Erwar­tung und Spannung liegt auf allen Gesichtern. In wenigen Minuten soll Adolf Hitler vom Braunen Haus eintreffen zum Fluge kreuz And quer über Deutschland, die Lügen zu ent­larven und noch einmal das Volk wach zu trommeln in einem Appell» der seinesgleichen sucht. Sie haben in ihrer „Ritterlichkeit" dem Führer des jungen Deutschland den Rund­funk vorenthalten. Die Antwort darauf gibt fAdolf Hittler diese Woche, indem er selbst vor über eine Million Menschen in allen kkeilen des Reiches, von Karlsruhe bis Kö­nigsberg, von Dresden bis Frankfurt, hin- treten und vor ihnen sprechen wird.

Heilrufe künden die Ankunft des Führers. Schon laufen die Motoren an, wirbeln die Propeller. Der Führer besteigt mit seiner Begleitung das Flugzeug, winkt am Fenster. Die Heilruse gehen unter im Sausen und Mattem der Motors. Das Flugzeug fährt an, rollt über die weite Fläche, erhebt sich An­fliegt.

Der Flug des Führers zur gewär­tigsten Versammlungsofsensiv«, die je ein Mann durchführte, nimmt seinen Anfang.

Immer kleiner werden die Menschen, sie win­den, bis das Flugzeug ihrem Gesichtskreis ientschwindet. München liegt unter uns. Rot üwie das Blut, das unsere Bruder einst ver- tzossen aus den Schlachtfeldern des Kontinents tzur Verteidigung der Heimat, leuchtet vom Braunen Haus die Fahne majestätisch. Die Frauentürme, Münchens Wahrzeichen, ragen über Giebel und Dächer. Dort in diesem kleinen Gäßchen, das für Augenblicke sichtbar, liegt die einstige Geschäftsstelle, in der Adolf Hitler vor 13 Jahren als Unbekannter das Banner des Nationalsozialismus entrollte und die Bewegung schuf, die nun anhobt, dem Staat ihr Gesicht aufzuprägen.

Im Süden grüßen die Berge , in bläulicher Pracht, fällt die Zugspitze schroff ab zum Alpsee und drüben, über den schneebedeckten Kämmen und Spitzen läuft die Greltze, tren­nen Blut vom gleichen - Blut, die Brüder Deutschlands und Deutsch-Oesterreichs. Ge­trennt durch die teuflischen Buchstaben des Dersailler Schandfriedens. Städte und Berge tauchen unter. Weit dehnt sich das Land, braune Schollen und Wiesen mit dem ersten bauch des Frühlings, dazwischen Dörfer mit ihren Kirchen. Ueber sie eilt der Schatten des großen Vogels, als wolle er die Erde Füssen, vom Himmel. Ihr und ihren Mensch- lein gilt doch der Kampf um Freiheit und Prot, der den Führer jetzt treibt von Stadt

Die Sonne hat es gut gemeint, prächtiges Hitler-Wetter herrschte und ryurde somit zum Symbol des wahren Kampfes. Kurz vor 12 Uhr traf Adolf Hitler ein. Die Musik setzte ein, der Präsentiermarsch und der Jubel von 80 000 Volksgenossen empfing ihn.

Ruhigen Schrittes und straff emporgerichtet betrat er die Bühne. Wieder setzte ungeheurer Jubel ein. Hier kommt es jedem zum Be­wußtsein:

„Das ist der Mann, der die Kraft ausströmt and der Millionen in i Marsch gesetzt hat."

Nach kurzer Einleitung packt er sofort die gegnerische Propaganda an die Gurgel, und zerbrach eine der größten Lügen, die die Geg­ner gegen uns richten:

„Bringen die Nationalsozialisten Bür­gerkrieg, Revolution oder Chaos?"

Die Antwort gaben sofort 80 090 Menschen. Ein stürmisches Nein, erklang es über den weiten Platz und dann gab der Führer die Antwort:

„In wenigen Jahren hat unsere Bewe­gung Hunderte von Toten und Tausende

von Verwundeten und Verletzten zu be­klagen. Ist das Friede oder Ordnung?" Oder ist das schon heute das Chaos? Ist das wohl heut« der Bürgerkrieg?

Wenn sie demgegenüber die nationalsozia­listische Bewegung als Massenorganisation und Erscheinung gerecht beurteilen wollen, dann muffen sie zugeben, daß in einer Bewegung zum ersten Male Bürger, Arbeiter, Bauern, Angestellte, Beamte, Handwerker, Menschen aus allen Lagern und Stellungen sich zusam­mengefunden haben, daß aus Parteimenschen, aus Standes- und Klassenstolz erfüllten Men­schen Deutsche geworden sind."

Damit zerschlug er diesem System das Schreckgespenst, durch das Bürger und Rentne« zu Handlungen getrieben worden waren

Und sie sagen weiter, daß unsere Bewegung eine Inflation heraufbeschwören wolle. Wir können das nicht, selbst wenn wir es wollten, denn die Spezialisten der Inflation sitzen in jenen Parteien, die jetzt regieren. Im Gegen­teil, über zehn Jahre haben wir die Abrech­nung gefordert. Wenn sie heute nach der Me­thode handeln, haltet den Dieb und den Schul­digen, so wissen wir, warum sie das tun, sie fürchten in uns ihre Richter. Zum Schluß gab der Führer den 80 000 Menschen den Glauben und die Mission des Nationalismus.

„Ein Millionenblock einer neuen Weltan­schauung ist erstanden und ich, als Begründer und Führer, nehme den Kampf heute gegen dieses System genau so auf wie vor 13 Jah­ren, genau so, wie ich kämpfe heute und in zehn Jahren. Ich habe den Kampf gewollt. Ich bin ihm verpflichtet, ich ble be ihm treu, bis mich die Erde deckt. Daß sie meine Freunde töten, ist möglich, daß sie mkch töten, ist auch möglich, daß wir kapitulieren, niemals, nie­mals, niemals!"

Und dann gab er erneut dke Parole, daß wir kämpfen, bis der Sieg unser ist, ganz gleich, ob in diesem Wahlgang, oder im näch­sten, unser Kampf wird immer weitergehen.

Dann verließ der Führer die Redner-Tri- bühne, um sich sofort nach Leipzig zu be­geben.

Hitlers treuer Begleiter, Hauptmanu Goe- ring, sprach darauf das aus, was 80 000 Menschen empfanden, als er fragte:

- „Wo ist der andere Kandidat?"

Man hört ihn nur auf einer Grammophon­platte. Er vertritt dieses System und hat nicht mehr die Kraft, die Massen zu mobili­sieren.

So begann der Kampf des deutschen Füh­rers Adolf Hitler nach Beendigung des Osterfriedens in Sachsen und von hier aus wird sich der Siegeszug fortsetzen durch all« deutschen Gau«. Bei uns ist die Kraft, b«i uns ist Begeisterung und damit der Glaub«

Kition »u- «Ion Ssftr'l

(Dieses Bild entnehmen wir dem f oxbW vlch iLNWW Buch Hitler wie ihn keiner kennt!*

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