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Seit Wochen befindet sich Deutschland in Wahlkämpfen, deren Ausgang von entscheidender Bedeutung für die nächste sZukunft unseres Volkes sein wird. Gegen die Repräsentanten der Novemberrevolution lind ihre Folgen kämpft die Nationalsozialistische Bewegung in stolzer Vereinsamung als letzte und einzige Vertreterin des Lebenswillens der deutschen Nation.
/UIs sinü gegen uns!
Ein nie dagewesenes Komplott vereinigt alle Nutznießer unseres Unglücks innen und außen. Ungeheuerlich und skrupellos find die Mittel, die unserer Gegner in diesem ihrem Ringen gegen uns anwenden. Ein Parteiregiment zwingt alle Möglichkeiten des privaten und öffentlichen Lebens in seine Dienste und arbeitet .mit Verdrehungen, Lügen und Verleumdungen, mit versteckter und offener Gewalt gegen uns-
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Ein besonders empörendes Kampfmittel unserer Gegner ist dabei seit 13 Jahren der sich dauernd steigernde Mißbrauch der Affeutlichen Gewalt für nackte parteipolitische Interessen. Gerade in diesen Wochen des Wahlkampfes kann jeder aufrechte und wahrheitsliebende Deutsche erkennen, wie sehr durch das" derzeitige Parteiregiment alle verfassungsmäßigen Grundlagen unseres staatsbürgerlichem Lebens erschüttert oder bereits beseitigt sind. Die Freiheit der Gesinnung, die Kundgebung der freien Meinung, die Freiheit der Propaganda, der öffentlichen Rede, sowie der Versammlung und am allermeisten die Freiheit der Presse existiert in Wirklichkeit nicht mehr. Kaum jemals zuvor ist die Verletzung der Pressefreiheit so unverhüllt und offen betrieben worden wie in diesen Tagen. Entgegen den Bestimmungen und Forderungen der Verfassung sind unzählige nationalsozialistische Zeitungen, deren Eintreten für die Interessen und Rechte des deutschen Volkes den heutigen Machthabern unbequem und daher verhaßt ist, beschlagnahmt oder verboten worden. Außer in Polen sind diese Zustände kaum in einem anderen Lande der Welt denkbar.
Die Machthaber des heutigen Systems glauben dabei vielleicht unsere Presse vernichten und ihre eigene Existenz damit noch einmal retten zu können. Aber seit 12 Jahren ist der Nationalsozialismus gewohnt, diesen gesetzwidrigen Angriffen zu begegnen. Wir haben bisher aus jeder Unterdrückung immer noch neue Kraft geschöpft zum Kampf für das Recht und gegen die Unterdrückung. Auch diesmal kann unsere Antwort auf die Knebelung der Wahlfreiheit und Wahlpropaganda nur ein noch schärferer Angriff gegen das System sein. Unsere Presse wollen sie vernichten, wir aber werden ihnen durch grandiose Maßnahmen das Gegenteil des Gewallten beweisen.
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Es wird uns möglich sein, damit eine ungeheure Werbeaktion für unsere Presse durchzuführen als Antwort auf den gesetzwidrigen Versuch ihrer Unterdrückung und Vernichtung. Die Ausführungsbestimmungeu für diesen Presse-Propagandafeldzug sind bereits erlassen.
Ich erwarte und verlange von den Beziehern und Lesern der nationalsozialistischen Zeitungen, daß sie, den Sinn dieser Aktion verstehend, ihrerseits mithelfen, ihre Durchführung zu ermöglichen.
Jeder Nationalsozialist wird es sich angesichts der letzten Severingaktion zur Mundtotmachung unserer Presse als höchste Ehre anrechnen, selbst ein Kämpfer und damit ein Träger dieser Protestwerbeaktion zu sein.
Schon jetzt ist der großangelegte Vernichtungsplan der preußischen Innenministeriums gegen die deutsche Freiheitsbewegung gescheitert. Vor aller Welt ist die Gesetzlichkeit des nationalsozialistischen Kampfes erneut erwiesen. Unsere Aufgabe ist es nun- aber, zum Gegenangriff überzugehen. Diese Ungesetzlichkeit des Handelns unserer Feinde muß unsere Kraft zu ihrer Vernichtung stärken.
Wenn jeder Nationalsozialist und Leser unserer Presse in diesen kommenden zehn Tagen opferbereit seine Pflicht erfüllt, dann wird unsere Presse aus einem Angriff, der sie töten sollte, stärker als je zuvor hervorgehen.
Nationalsozialisten! Unsere Propaganda des Plakates, der Versammlung und der Rede wird von der ganzen Welt als unerreicht bewundert. Sorgt durch euer Verständnis und eure Arbeit mit dafür, daß unsere Presse sich zu derselben Höhe erheben
kann.
, 26. März 1932.
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In einer ihrer letzten Ausgaben bringt dick „Weser-Zeitung" einen Leitartikel ihres römischen Korrespondenten, der die obige Ueber- schrist trägt und eine solche Fülle falscher- Gedanken über den Nationalsozialismus und! die dazugehörigen falschen Schlußfolgerungen! enthält, daß wir uns ku>^ mit ihm befassen müssen.
Der Verfasser gibt seiner Unmut darüber Ausdruck, daß.Hitler als Träger der deutschen Freiheitsbewegung mehr Sympathien in Italien genießt, als der 84jährige Hindenburg, der Sieger von Tannenberg. In den weiteren Ausführungen soll dann durch eine Reihe vort Verdächtigungen, für die der Verfasser dick' Begründung schuldig bleibt, Hitlers Romhörigkeit als Grund für diese Sympathien nachgewiesen werden, während die allein richtige Erklärung für diese Tatsache nur im Vorbeigehen gestreift wird.
Hindenburg ist nicht nur Sieger von Tannenberg, sondern seit sieben Jahren Präsident in einem System, dessen Führer kaum eine Gelegenheit vorübergehen ließen, aus inner- politischen Gründen die Staatsform Italiens mehr oder weniger massiv anzugreifen. Reichstagspräsident Lüde nimmt hier eine führende Rolle ein. Darf man sich aber dann wundern, wenn Italien diesem System nicht gerade freundlich gegenübersteht? Soll man aus der anderen Seite davon sprechen, die deutsche und besonders die preußische Regierung sei „paris- hörig" , weil man dort ihren Sturz nur ungern sieht? Wir glauben, so oberflächlich kann man heute nicht mehr gegen die deutsche Freiheitsbewegung argumentieren.
Die „Weser-Zeitung" bringt denn auch einige „Beweise" für ihre Behauptungen.
Zunächst soll unser „römische Gruß" unsere Romhörigkeit erkennen lassen. Die Geste, die rechte Hand zum Gruß zu erheben, ist älter als das römische Reich und ist von unseren Vorfahren ebenso als Zeichen der Begrüßung und Wassenlosigkeit geübt worden, wie später von den Römern. Unsere „romfreie" Schulausbildung betont leider nur die römiicbe.Geschichte in einem Maße, daß solche Irrtümer verständlich werden. Selbst der Heil-Ruf ist eine altgermanische Grußform. (Festgestellt z. B. bei den Gothen).
Als zweiter Beweis für unsere Romhörigkeit werden „die Massendemonstrationen mit Hemden uniformierter SA-Mannschaften" an-> gegeben. Die Wirkung der Massendemonstration haben wir von der früheren Sozialdemo- kratie gelernt und die Gefährlichkeit der Hemden hat uns die preußische Polizei gezeigt. Im übrigen sind die Hemden ein Teil einer Uniform und es ist uns völlig neu, daß Uniformierung eine römische Angelegenheit ist. Sind Grün- und Blauhemden, die es in Deutschland auch gibt, gleichfalls romhörig? Seil wann beurteilt man im übrigen den Wert eines Menschen danach, ob und was für ein Hemd er trägt?
Nicht ganz so äußerlich ist ein weiterer Versuch, uns die Romhörigkeit nachzuweisen. Gemeint sind die „ciceronische Rednergabe des Führers und seine Unfehlbarkeitsglorie". Was hat aber rednerische Begabung, und sei sie „ciceronisch". mit der Abhängigkeit von der römischen Weltanschauung zu tun?