Ausgabe 
(18.3.1932) Nr. 54
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

kinrelpnkis 15 ^Isnnig

fpkNSg.1S.MN8W ^ Nttlnmep 54

kmMunkkörsr rsicknst suck ein

I^ükeres siede Leite 8

ParteimnIliMsMau öer bttMr UMoMlsoriatistm

Berkagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiel«. Geschäftsstelle und Redaktion: Papeustr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. Fernsprecher Domsheide 2S878.

Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, durch die Post zuzügl. 30 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Aussperrung usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bszugpr.

Anzeigenberechnung: hiesige die 10gespaltene mm--Zeile RM0.10 auswärts RM0.12, im Lextteil RM 0.50. auswärts RM0.70. Stellengesuche RM 0.04. Sonstige kleine Anzeigen RM 0.06. Platzvorschristen ohne Verbindlichkeit.

Das Lvslsm illegal

Völlige ^altloslglrslt rlsn Lsvsi'lng-Aktion dsi'slts enwissen

Kamp- um k»psu8sen

Wie von uns vorausgesehen, setzt nunmehr sofort nach dem ersten Wahlgang zur Präfix denken mahl ein Generalangriff gegen unsere Bewegung ein, der geführt von Herrn Severing sich zur Aufgabe seht, uns organisatorisch zu zerschlagen und uns die Möglichkeit zu nehmen, im zweiten Wahlgang und besonders in der ,Preußenwahl, die Abrechnung mit dem System zu halten, die erforderlich ist. Wir haben schon in den letzten Tagen auf die ersten Vorzeichen hingewiesen, so auf den Osterburgfrieden in Verbindung mit der Vorverlegung der Preu- tzemvahl, auf die in Erwägung gezogene Her­aufsetzung des Wahlalters und vor allen Dingen auf den Versuch, im letzten Augenblick die bisherig« Machtstellung der preußischen Regierung bei der Neichsregirnmg in Sicher­heit zu bringe«. Hierzu erfahren wir auch noch, daß beabsichtigt ist, einen Reichskommissar für Preußen einzusetzen, der von vornherein jedes Wirken einer nationalsozialistischen Regierung verhindern soll. Vorgesehen für diesen Posten ist der Reichsinncnminister Eroener!

Scheinbar befürchtet man aber, daß diese Maßnahmen nicht genügen und so hat «evering gestern, wie bereits gemeldet, eine große Po­lizeiaktion gegen unsere Bewegung in Szene gesetzt, bei der es ihm zweifellos in erster Linie darauf ankam, unsere Werbearbeit und unsere Mitgliederliste in die Hände zu bekom­men, denn alles das, was er als tatsächliches Hochoerratsvsrbrechen der NSDAP. hinstellt, find so haltlose Vorwürfe, daß wir uns nicht vorstellen können, wie ein so kluger Mann wie Herr Severing es glauben könnte. Der vor­gebliche Grund für die in ganz Preußen durch­geführte Polizeiaktion ist die örtliche Zusam­men,Ziehung der SA. am Wahltage, die wir so geheimnisvoll betrieben haben, daß schon am Sonnabend vor der Wahl die bürgerliche Prefe darauf hinweisen konnte und dabei ihrer Befriedigung über das maßvolle Zurück- hallen der NSDAP. Ausdruck gab. Uns ist an dieser Anerkennung nichts gelegen, aber sie zeigt, wie schnell sich in Preußen die Meinungen ändern und sie zeigt zugleich, wie unsinnig die Hochoerratsaktion der preußischen Regierung ist. lleberdies hat die Reichsleitung dem Reichs- innen minister Groener bereits acht Tage vor der Wahl amtlich von diesem Zusammenziehen der SA. Kenntnis gegeben, so daß man sich eigentlich, wundern muß, warum jetzt Zerr Severing nicht auch den Reichsrnnenminister in seine Hochverratsaktion einbezieht. Er hat von den Plänen der PSDAP. gewußt und trotzdem nicht eingegriffen. Warum die oberste SL-Leitung sich zu diesem Schritt ent­schloß» sagt unser Führer Adolf Hitler in seiner nebenstehenden Erklärung mit erfrischen­der Deutlichkeit, so daß wir abschließend nur noch festzustellen brauchen:

Die Aktion des Herrn Severing ist eine so Unbezahlbare Wahlpropaganda, für die NSD- AP^, daß wir Herrn Dr. h. c. Severing, wenn er nicht schon den Titel Dr. h. c. besitzen würde, diesen für besondere Verdienste um die deutsche Freiheitsbewegung jetzt ver­leihen müßten.art.

ArSoli ttitlsi* spkiZpZ

Münckpm, 17. März. Die Pressestelle bei der Reichsleitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei teill folgende Erklä­rung Adolf Hitlers zum Vorgehen des preu­ßischen Innenministeriums mit:

Das preußische Innenministerium hat den uns schon seit längerem bekannten Plan eines Ueber falls auf die nationalsozialistische Bewe­gung nunmehr ausgeführt. Der nach altem Rezept ausgezogen« Derhastungs-und Brschlag- nahmerummel soll der Öffentlichkeit die Mei­nung suggerieren, die Nationalsozialistische Par­tei und ihre Organisationen beabsichtigten, ungesetzliche Maßnahmen in einem Augenblick zu ergreifen, da die legale Entwicklung ihr ohnedies bereits die Stellung der stärk­sten Partei Deutschlands gegeben hat. Der preußische Innenminister Dr. h. c. Se­vering weiß, daß die legale Machtergreifung durch die NSDAP. nur »roch «ine Frage der Zeit ist. Der völlige Zerfall der SPD. des Herrn Ministers Severing ist durch die Reichs- prSsidenteiuvahl einwandfrei festgestellt.

Nun soll diese Polizeiaktion in letzter Mi­nute eine neue Handhabe fein auf dem Wege weiterer Ungesetzlichkeiten und Verfassungs­brüche, das herrschende System noch einmal zu retten.

Minister Severing sieht den Beweis für die von ihm der NSDAP. unterstellten ge­setzwidrigen Absichten in der am Tag« der Reichspräsidentenwahl erfolgten Zusammenhal- tung der SA. in ihren Vereinslokalen. Er teilt dabei der ecstamrte» Oeffentlichkrrt mit, daß die Erhebungen seiner wachsamen Polizei ergeben hätten, daß diese Verfügung geraume Zeit vorher von der SA.-Führung ausge­geben worden sei. Das Haltlose, ja Absurd« dieser neuen preußischen Polizeiaktion ergibt sich allein schon aus folgenden Feststellungen:

1. Die NSDAP. hat noch bei jeder bisherigen Wahl am Wahlsonntag bzw. schon in der Nacht vorher ihre SA.- und Vertrauensleute zusammen­gezogen, weil diese die gesamte Wahlarbeit in der Nacht zum Wahltage und am Wahllage selbst durchzuführen haben.

2. Die nationalsozialistische Parteileitung hat insbesondere aber auch deshalb die SA.- und SS-- Männer an allen Wahltagen zusammengefaßt, uni bei den gesteigerten Hetzkainpagne ihrer Gegner

das wehrlose Abschlachten einzelner aus der Straße gehender SA.- und SS.-Männer durch die Genossen der Partei des Herrn Ministers

Severing, des Reichsbanners, der Eisernen Front und auch der ihnen wescns- und mahl- vernmndtcn Kommune zu verhindern. Durch diese Parteien sind erst in den letzten Wochen vierzig meiner Kameraden, die ihnen einzeln waffenlos in die Hände sielen, getötet worden. Tausende wurden verletzt. Diese Maßnahme der Zufammenhaltung unserer SA.-Männer zu ihrem Schutz vor dem roten Untermenschentum war umso nötiger, als es bekanntlich der Polizei des Ministers Severing, sehr zum Unterschied ihrer sonstigen altivistischon Findigkeit, nicht gelungen ist, auch nur einen Bruchteil dieser Verbrechen aufzuklaren oder gar der Täter habhaft zu werden.

3. Von der geplanten Zufammenhaltung der SA.- und SS--Mä,mer in ihren Vereiuslokalen wurde um von mir vorausgesehenen Manövern amtlicher und nichtamtlicher Stellen beizeiten vor­zubeugen in meinem Auftrage

das Reichsinncnmimsterium durch meiiren Stabschef in Kenntnis gesetzt. Stabs­chef Röhrn teilte diese beabsichtigte Maßnahme dem Vertreter des Reichsinuenmiinsteriums eine Woche vorher amtlich mit. Ein Einspruch da­gegen wurde nicht erhoben.

4. Die Richtigkeit dieser Maßnahme hat sich im übrigen dadurch erwiesen, daß am letzten Wahl­tage den sozialistischen und kommunistischen Mord- absichten weniger Leute als sonst zum Opfer fielen und die Polizeibehörden von einem im gan­zen Reich wider Erwarten ruhigen Verlauf der Wahlhandlung zu berichten wußten.

Bezüglich der anderen ins einzelne gehenden öffentlichen Beschuldigungen- des Herrn Severing gegen die NSDAP. habe ich sofort durch meine Parteidienststcllen Erhebungen vornehmen lassen. In den bisher untersuchten Fällen hat sich bereits die völlige Haltlosigkeit der Severingschen Unter­stellungen ergeben. Im Laufe des Freitag ist mit dem Abschluß unserer Feststellungen zu rechnen. Ich werde dann durch meinen Stabschef der Oesfentlichkeit den Beweis liefern, daß es sich bei dem Vorgehen des Herrn Severing. um «in Angst- inanöver handelt, das die SPD. vor der nun ein­mal notwendig gewordenen Abrechnung durch das deutsche Volk bei den bevorstehenden Wahlen retten soll.

Auch diese Aktion wird ebenso in ihrem Aus­gange die unbedingte Gesetzlichkeit der National­sozialistischen Partei und ihrer Handlungen er­weisen wie umgekehrt den wirklichen Hintergedan­ken dieses polizeilichen Kunstgriffes enthüllen. Das Wnhlmanüver des Herrn Severing wird seine Partei nickt vor der kommenden Niederlage retten."

gez.: Hitler.

München, 17. März. Die Fraktiousvorsitzen- den Dr. Frick und Gregor Straffer haben fol­gendes Telegramm an den Reichsinnenminister Groener gerichtet:

Im Namen von Ulk deutschen Reichs- tagsabgeordneten, hinter denen heute eine Wählerschaft von llch Millionen deutscher Staatsangehöriger steht, erh.'ben wir gegen den Versuch des Sozialdrmokraten Severing, der Partei illegale Pläne zu unterstellen.

zu denen das Material aus willkürlichen Hausdurchsuchungen herbeigeschafft werde»

soll,- (diese acht

Worte wurden von uns mit Rücksicht aus die Notverordnung nicht veröffentlicht. D. Red.) «verschärfst«» Protest und brand­marken die Aktion als Wahlmache einer sich in ihrer Machtstellung bedroht suhlenden internationalen Partei.

Wsilsi's

^potssLtslSApsmms

Berlin, 17. März. Der Führer der Na­tionalsozialistischen Fraktion im Preußischen Landtag, Kube, hat an den Reichsmnenmmi- ster folgendes Telegramm gesandt:Preußische Landtagsfraktion der Nationalsozialisten erhebt schärfsten Einspruch gegen Wahlmache des preu­ßischen Innenministers, die die Sicherheit des Ostens gefährdet und fordert sofortiges Ein­schreiten gegen das marxistische Preußen."

Die StandarteSchneidemühl" meldet.

Flatow, 17. März. Zu der Erklärung des preußischen Innenministeriums, daß beispiels­weise bei der StandarteSchneidemühl" be­lastende Dokumente gegen die NSDAP. ge­funden worden seien, wird von der Standartew- leitnng 149 in einer längeren Gegenerklärung u. a. daraus hingewiesen, daß in der letzten Woche überhaupt keine Haussuchung stattgefun­den habe, und daß während der ganzen Zeit keinerlei Beschlagnahmen erfolgt seien. Erst am Donnerstag seien allgemein gehaltene An­ordnungen beschlagnahmt worden, aber erst mehrere Stunden, nachdem die Erklärung des preußischen Innenministers der Oesfentlichkeit übergeben worden sei.

VSS'KÜNLkS-

Verschärfung der Polizei^:nsnc für Plakate und Flugblätter.

Berlin, 17. März. Amtlich wird mitgeteilt:

Aus Anregung der Oberbehörden der evan­gelisch» und der katholischen Kirche hat der Herr Reichspräsident eine Verordnung erlassen, durch die ähnlich wie es für dir Weihnachtszeit durch die Verordnung von» S. Dezember 1931 geschehen, »st, auch für die Ostrrzeit das inner- politische Leben befriedet werden soll. In der Zeit von» Palmsonntag bis zum Weißen Sonn­tag, mittags 12 Nhr, dürfen keine öffentlichen politischen Versammlungen und keine politischen Versammlungen und Auszüge unter freiem Himmel stattfinden. Für die gleiche Zeit ist jede Art der öffentliche» Verbreitung von Pla­katen, Flugblättern und Flugschriften poli­tischen Inhalts verboten.

Die Reichsregierung ist nicht gewillt, die in den letzten Wochen beobachtetemaßlose Ver­hetzung" durch Flugblätter, die in den Häu­sern verteilt worden, sind, noch weiterhin zu dulden. Nach den bisher gellenden Vorschriften der Verordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 23. März v. Js. brauch­ten nur solche Plakate und Flugblätter poli­tischen Inhalts der Polizei zur vorherigen Kenntnisnahme mitgeteilt zu werden, die an oder auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen angeschlagen, ausgestellt, verbreitet oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Nunmehr ist diese Vorschrift dahin ergänzt worden, daß die Vorlegungspflicht auf alle Plakate und Flugblätter politischen Inhalts ausgedehnt ist, die in irgendeiner Art, also auch durch Verteilung in den Häuser« öffentlich verbreitet werden.