Ausgabe 
(15.3.1932) Nr. 51
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NatiottaSsozialistischcr Bürgeriueister.

B i der Stichwahl um das Amt des Bürger­meisters zu Erröten iu Mecklenburg konnte der lationalsszialistische Kandidat Dr. Wcgenec 1333 Stimmen cr.ingcn. Der Sczi.ttdcmokrat Leistikow erhielt nur 1935 Stimmen.

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Derlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die 10gespaltene mm°Zeile RM 0.10 Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12, im Textteil NM 0 50, auswärts NM 0.70.

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Osn Kampf

f'snis ruknivÄvn I^In ^norlukt Äsn AngsL

Das WahlergeVms vom 13. März 1932 tzibt jedem Anlaß zu interessanten psycho­logischen Betrachtungen. Es zeigt als mar­kantestes Beispiel zwei Gemütsstimmungen sich ln gleicher Weise auswirken: eine bis zu einem gewissen Grade geglückte Spekulation aus die Sentimentalität der politisch nicht klarblicken- >en Bürger und die Auswirkung einer namen- osen Angstpsychose der SPD. vor Adolf Hit- er. Diese beiden Kräfte innerhalb der bunt- checkigen Wählerschaft Hindenburgs haben ihm >ie zweifellos große Stimmenzahl gebracht. Mit allen Mitteln wurden die Augen des mit Poung und Notverordnungen gesegneten Bür­gers vom Staatsmann Hindenburg ab­gelenkt auf dMguten Großvater" und den Sieger von Tannenberg". Hindenburg selbst

Unsers ttookdupgsn

In drei Wahlkreisen erhielt unsere Bewegung mehr Stimmen, als alle Hindenburgparteien zusammengenommen. Es sind dies:

Pommern:

Duesterberg 165 305

Hindenburg 307 010

Hitler 323 997

Thälmann 86 231

Schleswig-Holstein:

Duesterberg 61888

Hindenburg 393 323

Hitler 417861

Thälmann 100 250

Chemnitz-Zwickau:

Duesterberg 55 653

Hindenburg 410 310

Hitler 487879

Thälmann 236 093

In diesem letzten Wahlkreis haben wir sogar mehr Stimmen erhalten, als Hindenburg und Duesterberg zusammen. Durch zähe Arbeit mutz auch in den anderen Wahlkreisen in Kürze ein gleiches Ergebnis zu erzielen sein.

Ganz dicht rückten wir an die tzindenburg- Stimmen heran in folgenden Wahlkreisen: Frankfurt-Oder (Unterschied 90000), Liegnitz (Un­terschied 63000), Halle-Merseburg (Unterschied 13 000!), Thüringen (Unterschied 57 000), Ost- Hannover (Unterschied 12000!), Mecklenburg- Lübeck (Unterschied 59 000).

bess..., -^chnmls im gleichen Sinne den Geist von 1914" und so wurde unter Miß­brauch der in amtlichem Besitz befindlichen Mittel des Rundfunks und der Presseunter­drückung gegen uns das Bürgergemüt wieder in einen gelinden Dankbarkeitsrausch versetzt. Es hat hier die nationalsozialistische Zurück­haltung gegenüber Hindenburg zweifellos mit­gewirkt, der somit nicht in d em Lichte erschien, in welchem ihn die Geschichte zweifellos er­blicken wird. Es wird hier also zur Aufklärung -es deutschen Volkes noch vieles nachzuholen fein.

Zn der Beurteilung der SPD. gestehen wir aerne M, die Angst nicht genügend einge­schätzt zu haben. Diese Angst, bewußt von den <oten Bonzen hochgepeitscht durch die Lügen, Hitler wolle die Arbeiterschaft aller sozialen Errungenschaften berauben, hat die Wähler der

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Ein schwerer Kampf liegt hinter Euch; Ich habe persönlich Eure Opfer und Eure Anstrengungen kennengelernt. Dank ihnen ist die Partei in einem unvergleichlichen Aufstieg nunmehr zur weitaus stärksten politischen Bewegung Deutschlands geworden. Ein zweiter gröberer Kampf aber steht Euch nunmehr bevor! Noch einmal hat sich dieses System durch Lüge uud Trug und Mißbrauch aller öffent­lichen Einrichtungen, durch Terror und Verbote vorübergehend zu halten gewußt. Der Kampf dagegen muß daher sofort aufs neue be­ginnen. Mit dem 14. März setzt das Ringen um den entscheidenden Wahlgang ein. Unsere Aufgabe ist: Mindestens 2Vs Millionen ver­führte Wähler aus der Zentrums- und Marxistenfront herauszubrechen und der nationalen Front zuzuführen. Wir find von sieben Mann auf heute fast 11 Vs Millionen angewachsen. Wir werden, wenn alle Parteigenossen und alle Kameraden der S.A., S.S., Hitlerjugend und N.S. K.K. fanatisch ihre Pflicht erfüllen, auch diese Aufgabe lösen! So sehr Ihr vielleicht der Ruhe bedürft, so sehr zwingt mich der be­vorstehende schwerste Kampf, von Euch auch die schwersten Opfer zu verlangen. Unser Angriff hat unverzüglich einzusetzen. Die Propa­ganda ist jetzt in höchster Intensität 4 Wochen lang fortzuführen. Am 10. April muß, koste es was es wolle, dieses Ziel erreicht sein! Unsere Kameraden, die so große Opfer brachten, ja am Ende ihre Gesundheit und ihr Leben gaben, haben ein Recht, auch von uns den höchsten Einsatz zu fordern. Der Nationalsozialist, der seine Gegner erkannt hat, läßt sie in seinem Angriff niA mehr los, bis daß sie zuletzt doch zusammenbrechen.

Der Dank liegt nur im endgültigen Sieg! München, den 14. März 1932.

Adolf Hitler

SPD. doch noch -n,a,»mengetrieben und für Hindenburg wählen lassen. Darüber hinaus ist diese Angst selbst in der KPD. fühlbar ge­worden. Sie, die von allen auf 6 Millionen eingeschätzt wurde, ist weit hinter dieser Zahl zurückgeblieben, so daß auch viele Bolschewiken, die zu einer Parlamentswahl zweifellos KPD. gewählt hätten, in diesem Falle doch auf die Ratschläge von Loebe und Mosse gehört haben und Hindenburg wählten.

Wenn wir auch selbstverständlich bedauern, daß der Name Hindenburg eine so große Anzahl unpolitischer Bürger nochmals einsan­gen konnte, so stellen wir doch mit Befriedigung fest, daß der unerschütterliche Kern der natio­nalsozialistischen Bewegung ungeheuer 'ange­wachsen ist, allen Versuchen nicht nur stand­gehalten, sondern sich seit 1930 fast verdoppelt hat. Mit 11300 009 Stimmen ist die NSD- AP. heute die weitaus stärkste aller Parteien Deutschlands! Erst weit hinter ihr kommt wenn man die Rechnung von 1930 noch bei­behalten möchte die SPD. mit 8,6 Mil­lionen. Das ist inmitten eines Riesenkampfes, der buchstäblich gegen alle geht, eine ganz wunderbare Leistung, an der alle unsere Red­ner, unsere SA. und SS., alle unsere Amts­

walter ihr geschichtliches Verdienst haben. Zehn Pa.teien, ungezählt die unpolitischen Gruppen, hatten sich aus Angst um Hinden­burg geschart, eine geschlossene schwarz-rote Phalanr an der Spitze mit demKeil" Hin- denbu-g (wie derVorwärts" den Reichs­präsidenten nannte), gegen das erwachende Deutschland gerichtet. Und wir standen allein! Wir können stolz sein aus jenen unbekümmerten gesunden Kern der deutschen Nation, der sich zu Adolf Hitler bekennt, und wenn auch die ganze Systempresse heute ein Iubelgeheul an­stimmt, ob der vorläufigen Rettung, so wissen wir doch sehr genau, daß das innerliche Grauen vor der nationalsozialistischen Bewegung ihr morgen wieder im Genick sitzen wird. Denn jetzt beginnt unser Kampf von neuem! Er wird beginnen mit einer noch vertiefteren, noch sorgfältigeren und eingehen­deren Aufklärung der durch Sentimentalitäten eingeschläferten Deutschen. Kein einziger Kämp­fer von uns wird aus der Front ausbrechen, neue wurden dazu gewonnen und werden jetzt eingesetzt. Der Nationalsozialismus ist im un­unterbrochenen Vormarsch, er wird zu einer immer härteren Klammer, in der sich Zentrum und SPD. herumwinden, hoffnungslos

trotz der augenblicklichen, nicht durch ihre Kraft herbeigeführten Erleichterung.

Line nähere Würdigung aller Umstände und Ergebnisse wird sich später ergeben, nur Schles­wig-Holstein und Pommern seien als muster­gültig hervorgehoben, sie haben alle geschla­fen, ihr Erfolg muß richtunggebend für die Zukunft sein.

Das System muß fallen und wird fallen, weil Deutschland leben will. Das ist unser Versprechen, und es wird eingelöst wer­den. Der Kampf geht weiter!

Alfred Roscnberg

Paris, 14. März. Das Echo der Präsi­den.schaf.swahl ist in Frankreich durchaus nicht so einheitlich, wie man hätte glauben können. Der Erundton der Kommentare ist natürlich eine sichtliche Erleichterung, daß die gefürchteten Nationalsoziali!en nicht den Sieg davongetra­gen haben. Nun rechnet man mit der Mög­lichkeit, die bisherige Politik gegenüber Deutsch­land forisetzen zu können, und das bedeutet für die Regierung Tardieu auch inncrpoliusch eine Entlastung.

DasEcho de Paris" z. B. behauptet, die Regierung Brüning verdiene nicht, daß man ihr besondere Zugeständnisse auf militärischem Gebiete mache. Dazu sei ihre Stellung viel zu schwach. Kaum die Hülste der beuch e i Bevöl­kerung stehe hinter der Weimarer Verfassung und den Verträgen, die die Ordnung in Eu­ropa bedeuten. Mehr als 19 Millionen Men­schen seien für eine Zerstörung der Verträge.

Der Querschnitt durch die bisher vorlie­genden Stimmen der öffentlichen Meinung läßt mit Sicherheit erkennen, daß dir fran­zösische Pzii ir von einem Alpdruck befreit, zielbewußt und mit vermehrter Energie ihren bisherigen Kurs fortsetzen wird.

London erhofft weiter Trisu-> fMung. London, 14. März. England hat die Wahl- ergebnisse mit einem Seufzer der Erleichlerung begrüßt. Das Bild Hindenburgs wird in den Kinos bejubelt, weil er das System, das heißt die Fortsetzung der Tribute in irgendeiner neuen, wenn auch noch nicht feststehenden Form, garantiert. Man hat hier die Wahlziffern für Thälmann überschätzt. Man stellt daher mit Befriedigung fest, was immer als Argument für ein geduldig sich bückendes Deutschland ge­sagt wird, daß die Deutschen ein nüchternes und arbeitsames Volk seien, das heißt eben, daß sie auf Grund der Wahlergebnisse weiter die Tribute zahlen würden.

Nom, 14. März. In den Berichten über den Verlaus des Wahlsonntags in Deutschland betont die faszistische Presse einstimmig die Ruhe und Ordnung, mit der die Abstimmung vor sich ge­gangen ist.

Die Stimmenzahl für Hitler bilde ein gewalti­ges Ganzes, eine einzige kampfstarke Partei als Bejahung des guten Gewissens und energischen Willens. Die Millionen der für Hindenburg ab­gegebenen Stimmen seien die einer zusammenge­würfelten Menge, die Millionen Stimmen für Hitler dagegen die einer wohlgeordneten Heer­schar.

DasLavors Fascista" erklärt, die Hitler-Partei habe sich bei der Wahl als gestärkte und festgefüg­teste politische Partei Deutschlands erwiesen, die allen Widerständen und Schwierigkeiten zum Trost sich kräftig behauptet habe.