Ausgabe 
(14.3.1932) Nr. 50
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Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die lOgespaltene mm-Zeile NMO.IOl Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12, im Textteil RM 0 50, auswärts RM 0.7M

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^ Wir haben keine Veranlassung, zu verschwel- .Mn, daß uns, wie alle anderen, die hohe Mtimmenzahl überrascht hat, die Reichspräsi­dent von Hindenburg trotz seiner unorganisch Msammengesetzten Wählerschaft überrascht hat. sMber wir haben vor allen Dingen keine Ver­anlassung dazu, nicht stolz zu sein auf den ^großen Erfolg unserer herrlichen, Bewegung. «Hinter Hindenburg hatten sich Parteien mit 81 Millionen Wähler von einst gestellt, zu denen noch Millionen kamen, die aus falsch verstandenem Patriotismus den Feldmarschall wählten und trotzdem sank die Wahlziffer auf 18 Millionen. Hinter Hitler stellte sich allein seine Bewegung, die vor reichlicher Jahresfrist 8 Millionen umfaßte und die Ziffer stieg auf (über 11 Millionen. Diese Zahl aber bedeutet fast 200 Abgeordnete im Reichstag, bedeutet den Zusammenbruch der Brüningschen Regie­rungsmehrheit, bedeutet eine Stärke, wie sie noch keine Partei in Deutschland ausweisen konnte. Das aber ist auch noch nicht das Entscheidende. Hinter Hindenburg stehen nur wenige Millionen, die wirklich zu ihm als Führer anblicken. Die große Mehrheit hat ihn gewählt aus Haß gegen das erwachende Deutschland. Hinter Hitler stehen über 11 Millionen Menschen in letztem Vertrauen von Mensch zu Mensch, eine Gefolgschaft, opfer­bereit und voll hingebender Liebe, wie nur wir Nationalsozialisten sie kennen und immer wieder mit der Tat beweisen. 3 Millionen haben ynr der Regierungsmehrheit abgenom­men und dazu kommt die gesamte Jungwähler­schaft Deutschlands, die ungefähr 1,6 Millionen umfaßt. Mit uns marschiert das junge Deutsch­land, und wenn drüben jeden Tag Wähler aussterben, so wie das ganze System, so wächst bei uns die neue Volksgemeinschaft, kein Zweckverband von feindlichen Elementen sondem die junge Nation.

Die anderen müßten das anerkennen wenn sie ehrlich wären und dürften nicht davon sprechen, daß die Sozialdemokratie „sich in Ehrfurcht vor dem Heros des Reiches gebeugt habe". Schindluder hat sie mit ihm getrieben, hat ihn ausgespielt als ihren letzten Trumpf legen Deutschland, ohne daß der Feldmarschall 'cch dieser Situation bewußt wurde. Gerade olche Schuld rächt sich sehr schnell und darum assen wir ihnen das Vergnügen, sich jetzt frohlockend etwas vorzulügen, weil in uns Nicht nur Wille zum Sieg, sondern eine in sich schöpferische Weltanschauung lebt, die nicht von der Zahl lebt, sondern von dem Grad der Leidenschaftlichkeit und der Kraft der Herzen, die sie in sich tragen. Und das hat immer in der Geschichte entschieden!

Der Kampfblock Schwarz-weiß-rot wird ein- tzesehen haben, daß es nicht Zeit ist, Sonder- wege zu verfolgen, daß man nicht ungestraft 1 versucht, das Zünglein an der Waage zu sein, wenn über das Schicksal der Nation entschieden wird. Jedenfalls wird es sich jetzt erweisen Müssen, wer tatsächlich die Harzburger Op- xositionsstellung verlassen hat oder verlassen will. Wir gehen unseren Weg auf alle Fälle!

! Und wenn jemand doch Unterlagen braucht, tzn der er die Kraft unserer Bewegung messen

Ivas vopISLMZG AMMekS

Berlin, 14. März. Das vorläufige Gesamtergebnis lautet:

NSIIs^ 1122LS71

OussLepbsng

2S17S76 1S6S173S 4 971 V7S 111477

München. 14. März. Adolf Hitler erläßt folgende Kundgebung an die Mitglieder der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei.

«Die erste Wahlschlacht ist geschlagen. Gegen das vereinte Auftreten aller anderen Parteien, trotz stärkster behördlicher Unterdrückungen und Behinderungen unserer Propa­ganda hat die NSDAP. ihre Wählerschaft im knapp IV? Jahren verdoppelt. Wir sind heute zur unbestritten weitaus stärksten Partei Deutschlands emporgestiegen.

Mit einer Flut von Lügen, Verleumdungen und Irreführungen sondergleichen haben Unsere Gegner gekämpft. Die gegen uns vereint aufmarschierenden Parteien sind von 21,4 auf 18,6 Millionen gesunken. Wir sind dagegen von 6,4 auf 11,3 Millionen gestiegen. Deutschnationale und Stahlhelm haben ihren alten Bestand gehalten.

Was uns in diesem Wahlkampf noch nicht restlos gelungen ist, mutz im kommen- denvollendetwerden.

Nationalsozialisten! Wir haben aus eigener Kraft aus dem deutschen Volk wieder 5 Millionen Stimmen erneut an uns gezogen. Der Angriff gegen die Zentrums- und Marristenfront mutz nun sofort in der stärksten Form aufgenommen wer­den. Ich weiß, Parteigenossen, daß wir in dem Kampf schwere Opfer gebracht haben, trotzdem fordere ich Euch auf, augenblicklich den Kampf für die zweite Wahl zu eröffnen. Kein Tag darf verloren gehen. Ich habe schon in meinen Reden angekündigt, datz, ganz gleich, wie die Wahl ausgeht, der 14. März uns wieder an der Arbeit sehen wird, und ganz gleich, wie gcotz und intensiv die Arbeit der letzten Wochen war, sie wird und mutz noch gesteigert werden; wenn die Wähler der g'samten nationalen Front sich auf das Gebot der Stunde besinnen, mutz es uns noch möglich werden, die wenigen Mil­lionen fehlender Volksgenossen aus der widernatürlichen Front unserer Gegner herauszu­brechen und uns zuzuführen.

lJch weiß, datz meine Redner jetzt ermüdet sind. Ich weitz, datz meine SA- und SS.-Männer zahlreiche schlaflose Nächte hinter sich haben. Ich weitz, datz die politischen Leiter ebenso wie die Führer der SA. in den letzten Wochen Uebermenschlichrs geleistet haben. Allein, es darf jetzt keine Rücksicht geben. So, wie ich selbst die Arbeit augenblicklich wieder aufnehme» erwarte ich von Ihnen allen, datz Sie ohne Zögern ihre Anstrengungen erhöhen, und wenn nötig, verdoppeln.

Entsprechend der vor uns klar sichtbaren Aufgaben wird unsere Propaganda einer neuen lleberprüfung unterzogen. Dir Anordnungen für die Wetterführung und Verteilung des Kampfes gehen bereits heute abend an die Organisation hinaus.

Parteigenossen! Durch unser« Energie und Zähigkeit sind wir von sieben Mann nun­mehr auf 11,3 Millionen gewachsen. Die übrigen nationalen Kräfte eingerechnet, umfassen wir damit rund 13,8 Millionen. Es mutz uns möglich sein, die fehlenden 2,5 Millionen aus -er gegnerischen Front herauszureitzen und dorthin zu führen, wo sie hingehören. Unser Ziel ist klar, die Notwendigkeit des Kampfes wird uns die schon gebrachten Opfer nur noch erhärten. Wir sind es allen denen, die uns ihr Vertrauen schenkten, schuldig, unser Höchstes und Allerletztes herzugeben, um den Sieg an unsere Fahnen zu heften.

De; 1. Wahlkampf ist beendet, der zweite hat mit dem heutigen Tag begonnen. Ich j werd» auch ibn mit meiner Arson führen. " "" gez. Ad 0 lfHitle r."

' kann, der soll wissen, datz wir in jedem Wahl-' kreis bis auf vereinzelte Ausnahmen bis ziF 300 000 Stimmen, das sind 5 Abgeordnete, gewonnen haben, so in den Berliner Kreisen' 268 000, in Thüringen 206 000, in Braun-j schweig 185 000, in Hessen-Nassau 226 000, ml Franken 277 000, in Chemnitz 223 000, in! Württemberg 238 000. Wer also Zaylen,! braucht, um den Aufstieg der deutschen Frei-) heitsbewegung zu. messen, der nehme diese, der! denke daran, daß wir trotz aller Knebelung,j trotz Sperrung des Rundfunks, über 5 Mil-y Honen Stimmen in Deutschland hinzugewanneu«

Darum hat unser Führer, wie wir nicht anders erwartet haben, sofort abermals die» Initiative ergriffen und wendet sich mit einen^ Aufruf an unsere Bewegung, die auch dem!s verstocktesten Gegner die Gesinnung zeigen^ müßte, die in der nationalsozialistischen Be-/ wegung lebendig ist. !

Den Worten unseres Führers werden wir) folgen, schon heule werden auch in Bremen die. Vorbereitungen für den erneuten Sturmlaufj begonnen. Wir haben gerade hier ein weites! Arbeitsfeld, das umbrochen werden muß, wenm wir siegen wollen.

Erneut legen wir ein Treugelöbnis zu. un-' serem Führer ab in dem unbändigen Willen) int ihm zu siegen, damit wir und unsere' Kinder in einem freien Deutschland leben^ können.

So gehen wir heute wieder an die Arbeit.

—art.

Die Pressest:!!: der Rcichsleitung der NSDAP ) zum Wahlergebnis. ,

München, 14. März. Die Pressestelle der Neichsleitung der NSDAP. schreibt zur Reichs- , Präsidentenwahl: Durch Unterbindung der)

Propaganda durch Zeitungsverbote, Redever-i böte, Beschlagnahme von Wahlschriften jeder! Art, sei es den jetzigen Machthabern noch ein­mal gelungen, einen Teil des deutschen Vol­kes in trügerische Hoffnungen zu verstricken und die S...nde der Abrechnung auf kurze Zeit j hinan . ' en. Trotzdem habe bereits diese) Wahl den klaren Beweis geliefert, daß die) Tage des Systems gezählt seien. Die Re- s gierung Brüning sei offen und vor alter Welt zu einer Minderheitsregie-, rung geworden, deren Rücktritt nach der gel- ? tenden demokratischen Verfassung unverzüglich ^ zu erfolgen habe. Die Stimmen der schwarz-, roten Front seien von 24,4 auf 18,6 Millionen zurückgeschlagen worden, wäbrend die Stimmen der nationalsozialistischen Bewegung von 6,4 auf 11,3 Millionen Stimmen angewachsen seien. Eine Reichstagswahl würde sich in einer Steigerung von 107 auf fast 190 Mandate - auswirken. Die nationalsozialistische Bewegung > sei also aus dieser Wahl als die weitaus stärkste Partei hervorgegangen und habe sich damit das Recht auf die politische Führung des Reiches erkämpft. Ihre Parole kaut« nach wie vor: Angriff.