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Oss Volk
120000 im ksnllnei' ^.ustgsnlsn — 60000
Berlin, 10. März. Am Mittwoch abend in erschiene das nationalsozialistische Berlin zu einer Rl.,enkundgebsng im Berliner Lustgarten auf. Während die „Eiserne Front" am vergangenen Sonntag laut Polizeibericht kaum 25000 Menschen zusammenbrachte, strömten zu der gewaltigsten aller Wahlver- cnjtültlrngen über 120000 Volksgenossen herbei. um die Künder unseres Endkämpfer, die Vmluften unseres Sieges noch einmal zu hören.
Dann sprach der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels, umgeben von einem Wald von über hundert Sturmsahnen: '' '
Der Sieg des 13. März wird den des 14. Septdr. 1930 wclt in den Schatten stellen. Mit reinem Gewissen und reinen Händen tritt der Nationalsozialismus vor das Volk hin.
... In vier Tagen wird die Welt erfahren, daß das deutsche Volk den Glauben an sich selcht und an seinen Aufstieg wiedergefunden hat. Hitler ist die einzige Hoffnung vieler Millionen .... Tragt el e drzu bei, daß de n jungen Deu sch'rmd der Weg zur Macht nicht versperrt werde.
Arivli in Kokn
Köln, 10. März. Den Höhepunkt des Wcchlkarnpses in Köln bildete die Versammlung der NSDAP. mit Hitler als Hauptredner am Mittwoch. Drei Stunden vor Beginn begann ein breiter Menschenstrom über die Hohenzollernbrücke in das Messegelände hinabzusinken. Die Karlen für den großen etwa 8000 Personen fassenden Messesaal waren schon mehrere Tage vorher ausverkauft. Es wurde deshalb ein Saal nach dem anderen und zuletzt noch große Ausstellungshallen ohne Bestuhlung herangezogen, so daß bis zum Beginn um 8 Uhr abends annähernd 00 000 Menschen in den großen Sälen and riesigen Ausstellungshallen versammelt waren. Einige tausend Kraftwagen aus dem Rheinland und v.ele Wagen auch aus Holland und Belgien waren auf sechs riesigen Parkplätzen aufgestellt. Mit einer ausgedehnten Lautsprecher- anlage waren die elf Säle mit dem Vortrags- raum verbunden.
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Das macht uns keiner nach.
HsMbsrg, 10. März. Die NSDAP. veranstaltete am Donnerstag abend bei Sagebiel eine große Wahtkundgebung, auf der der Ber- iftner Gauleiter Dr. Goebbels sprechen sollte. Da die beiden großen Säle bereits lange vor Beginn der Veranstaltung bis auf den letzten Platz besetzt waren, mußten zwei weitere Säle hinzugenommen werden, die ebenfalls bald überfüllt waren. Alles in allem waren etwa 12 000 Personen anwesend. Um 21 Uhr teilte das Bürgerschaftsmitglied Henningen Mit, daß der Redner des Abends, Dr. Goebbels, erst gegen Mitternacht mit dem letzten Zuge aus Berlin in Hamburg eintreffen tonne. Er ließ die Versammlungsteilnehmer fragen, ob sie so lange warten wollten. Die Versammlung stimmte mit stürmischen Heilrufen und anhaltendem .Beifallklatschen zu.
Künrlsndupg innt slek
Gestern abend sprach Reichspräsident von Hindenburg' im Rundfunk über seine Kandidatur. Seine Ausführungen haben auch uns tief erschüttert, denn wir mußten aus ihnen erkennen, daß es gelungen ist, dem Feldmarschall ein völlig falsches Bild von den politischen Verhältnissen in Deutschland zu geben, so falsch, daß der greise "Mann wirklich glaubt, hinter ihm stände der Teil des deutschen Voltes,. der 1914 zu den Waffen griff, um das Vaterland in seiner Not zu verteidigen.
Hindenburg begründet seine Wiedertandr- datur mit dem Satze, er wolle lieber verkannt und persönlich angegriffen werden, als unser Volt in neue innere Kämpfe geraten zu lassen. War es wirklich möglich, dem Reichspräsidenten zu verschweigen, daß seine Kandidatur wie keine andere dazu geführt hat, gerade den staatserhaltenden Teil des deutschen Volkes in schwerste innerpolitische Kämpfe zu stürzen.
Hindenburg irrt, wenn er bestreitet, daß er eine neue Kandidatur aus den Händen der schwarz-roten Linken bekommen hat. Sie und ihre Presse sind die geistigen Träger seiner Wiederwahl, weil sie fürchten, ihren durch nichts mehr gerechtfertigten Einfluß auf das deutsche Volk zu verlieren. Wir verweisen in diesem Zusammenhang nur auf die Tatsache, daß in einem westfälischen Zentrumsblatt ein Hindenburgaufruf mit vier Unterschriften von Generälen erlassen wurde, bei dem es sich jetzt herausstellt, daß die Unterschriften gefälscht sind! Das gleiche Blatt muß jetzt eine Berichtigung bringen, nach der die Unterzeichner erklären, daß sie nicht Hin- denburg wählen würden.
Hindenburg irrt, wenn er sich darauf beruft, daß in Deutschland weite Schichten den Wunsch haben, daß er weiter in seinem Amte bleibt. Die Sozialdemokratie und auch das Zentrum haben lediglich den Wunsch, zu verhindern, daß ihre Bonzenwirtschaft zerschlagen wird und nur aus diesem Grunde wählen sie den Kandidaten Hindenburg, von dem sie, wie Minister Braun noch dieser Tage ausdrücklich feststellt, weltanschaulich eine tiefe Kluft trennt. Hindenburg ist also nicht der Kandidat des deuts^rn Voltes, wie er es selbst glaubt, sondern der Kandidat zweier Parteien, die allen Anlaß dazu haben, sich vor einer Rechtferti
gung ihrer Taten der letzten 7 Jahre zu scheuen. Allein Hitler ist der Kandidat des deutschen Volkes, denn hinter ihm steh:« alle die Kräfte, die mit heißem Herzen und kühlem Verstand die deutsche Nation zu einM Ganzen zusammenschmelzen wollen. Sämtliche anderen Kandidaten sind . Parteikandidaten. Hindenburg irrt, wenn er glaubt, durch seine Kandidatur eine Volksgemeinschaft zu schaffen. Der Manismus will keine Volksgemeinschaft, sondern Klassenkampf. Das Zentrum will keine Volksgemeinschaft, sondern römische Vorherrschaft in Deutschland. Wie aber soll dann eine Volksgemeinschaft zustande kommen? l
Hindenburg irrt, wenn er nachträglich die Unterzeichnung des Pounaplanrs verteidigt, wenn er sich darauf beruf!, daß die Notverordnungen ein notwendiges Nebel gewesen seien. Eine todkranke Wirtschaft läßt sich nicht sanieren durch. Zwangsmaßnahmen, sondern allein dadurch, daß man das Uebel an der Wurzel ausrottet. Das aber ist die in der Wirtschaft herrschend'e liberale Gesinnung u„d die alle produktiven Kräfte zerstörender: Mächte des Leihkapitals. Sämtliche Notverordnungen hätten dem deutschen Volk erspart bleiben können, wenn man der N tionalsszia- kistischen Bewegung am 14. September die Regierungsblkdung übergeben hätte.
Hindenburg irrt, wenn er glaubt, dem deutschen Volt in Treue zu dienen durch seine neue Kandidatur, denn diese Kandidatur ist unter Bedingungen zustandegekommen, wie wir sie nie gewagt hätten, dem Feldmarschall zu stellen. Sozialdemokratie und Zentrum haben sich hinter den 'Feldmarschall gestellt, weil sie glauben, unter seiner Kandidatur und zweifellos gegen seinen Willen weiterhin ihre staatsgefährdcnde Zersetzungsarbeit vollbringen zu können.
Hindenburg ist das Opfer seiner Umgebung geworden, die die historische Schuld aus sich geladen hat, ein Persönlichkeit, wie den Fcldmarschall zu parteipolitischen Zwecken zu mißbrauchen.
Weil wir allein Hindenburg wirklich achten und ihm die wirtliche Treue halten selbst gegen seine eigene falsche politische Einstellung, darum empört uns seine neue Kandidatur.
— art.
Henningsen teilte dann weiter mit, daß die Behinderung Dr. Goebbels mit dem Hoch- verratsverfahren in Berlin und der Haussuchung bei der dortigen Eaugcschäftsstelle zusammenhänge. Dadurch fei es Dr. Goebbels unmöglich gewesen, den fahrplanmäßigen Zug rechtzeitig zu erreichen. Die Hamburger Gau- leitung habe ihm daraufhin ein Flugzeug nach Berlin geschickt, aber d:e Lus.po.izei in Tempelhof habe den Start dieses Flugzeuges verweigert. AIs Grund dafür sei angegeben worden, daß der Flughafen in Hamburg'nicht vorschriftsmäßig beseht sei und daher kein Flugzeug dahin abgehen könne. Man habe jedoch vorn Hamburger Flughafen die Nachricht erhallen, daß von 18.30 Uhr an alles in Ordnung gewesen sei.
Nach einer kurzen Pause sprach dann Neichs- tagsabgeordneter Sthamer.
von
Oldenburg, 10. März. Die Stadt Idar a. d. Nahe im oldenburgischen Landesteil Birkenfeld hat Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Die Mitteilung erreichte Hitler am Mittwochabend telephonisch in der Kölner Wahtkundgebung.
Msirsi's Ausritts
SOS LZSM
S< n, 10, März. Wie der „Niederdeutsche B obachler" mitteilt, ist infolge des unbegreiflichen Verhaltens des Stahlhelms Adolf Hitler gegenüber Haup mann Brandts, der Erstürme! van Douaumont, der als 2. Fr nlosf zier den „Pour lr weifte" erhielt, aus dem Stahlhelm ausgetreten und Mitglied
der NSDAP., der Ort-gruppe gew .n.
-s *
Die Stahlhelmgruppe Ostwine (Pomm.) ist zur NSDAP. übergc^rftcn.
zur politische» Propaganda für den Sahm- Ausschuß
Berlin, 10. März. Wie uns soeben aus gut unterrichteter Quelle mitgeteilt wird, beabsichtigt der Sahm-Ausfchritz für die letzten Tage die gesamte Luftflotte der Deutschen Lufthansa m chartern. Die Flugzeuge sollen in geringer Höhe die Verkchrszentrcn -er Großstädte überfliege» und tonnenweise Flugblätter für Hindenburg abwerfen.
Mit solchen Mtteln gedenkt man also auf Stimmenfang für das System auszugeben. Selbstverständlich kann dieser Plan des Sahm-Ans- schusses nicht obue Wissen und Willen der Rei'bs- regierung vor sich gehen, die also hierzu ibre Zustimmung gegeben haben mühte. In „gra'Mmi- ger" Weise seift man sich darüber hinweg, da- dieses saubere Planchen insoweit schon gegen die lnst- vnlizeilichen Bestimmungen verstößt. cM e^- für Flugzeuge verboten ist. in geringer Hö^e verkehrsreiche Straßen zu überstiegen. Anßerd-r, >ve,-zm durch das unglaubliche Vorhaben des S-'mi-Ans- schustes die Piloten unter Bert-b,wg der -Mkelsts- bestim'mnngen der LullhcnM in die ar'Men Gewissenskonflikte gebracht. Nach diesen BMi"-mnn- gen ist es verboten, die Flugzeuge d-r Ln',hMa in den Dienst der politillben Provaarmdn zu stellen.
Wir fragen den Neubsverkehrsmirstster T>-vi- rnnus in aller Oeffentlichteit. ab' er zu diesem Plan des Sabn,-Ausschusses leine Zustimmung gegeben hak und es somit rnbia aeschehen ^ä'st daß ein öffentliches Bertebrsnnternehmen unt-r Umgehung der geledljchen Bestimmungen eiuse'ftg in den Dienst Politischer Propaaanda gereist wi'd.
Ganz l'sabhä'wla davon st-Asn nur M"" >est, daß auch dieser Brrsvch --r Rettung des Systems zum Scheitern verurteilt ist.
VSpdvtSN
Köln, 10. März. Wie wir erfahren, hat der Oberpräsident der Nheinprovinz mit sofortiger Wirkung auch die nationalsozialistische Zeitung .^Oberbergischer Bote" in Waldbröl bis zum 18. März verboten. Das Verbot ist aus den gleichen Gründen erfolgt, die zum Der,-, der übrigen westdeutschen n '.'onal- sozialistischen Zeitungen am 9. März ftihrtm.
N.tftn 'ksoxiril; sicher W.hlflim fc»Z-g:brn.
Berti«, 10. Mäiz. Der nationalsozialistische Wahlfilm von Regisseur Häußler „Schicksalswende", in dem auch Dr. Goebbels spricht, und *wssen Verbot der Rnchsinnenmimster Grsener (!> verlangte, ist von der Filmober- prüsstelle heute vormittag freigegeben worden.
20 Todesopfer in Camden.
Newyork, 10. März. Nach der letzten Meldungen das Unglück im Gaswerk Camden wenigstens 20 Todesopfer gefordert. Dazu kommen noch sechs Schwerverletzte. Man vermutet, daß es sich um einen Betriebsunfall handelt, der dadurch entstanden ist, daß eM Funke von einem Werkzeug aus das mit Schwefelsäure getränfte Reinigungsinaterial übersprang.