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l Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die 10gespaltene mm--Zeile RM0.10
j! »Etwnalsoziallstische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12. im Lextteil RM 0 50, auswärts RM 0.70. Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Aussperrung Stellengesuche RM 0.04. Sonstige kleine Anzeigen RM 0.08. »« Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878. usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugpr. Platzvorschristen ohne Verbindlichkeit.
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D»e Schünemanrrpresse veröffentlichte am letzten Februartag eine Erklärung, in der es inr Wortlaut heißt:
^Alle Werbungen für eine Partei oder einen Kandidaten, alle Aufforderungen zum Besuch einer Wahlversammlung, alle Hinweise auf Parteiprogramme oder Punkte eines solchen, alle Angriffe aus eine Partei, eine Parteileitung, auf Kandidaten oder Einzelpersonen, wie überhaupt alle Veröffentlichungen politischen Inhalts müssen mit vollem Namen unterzeichnet und als Anzeigen ausgegeben werden".
Unterzeichnet ist diese Erklärung von der Bezirksarbeitsgenossenschaft der Nordwestdeutschen Presse. Als wir das lasen, wußten wir sofort, daß sich keines der beiden Bremer Blätter «n diese Abmachung halten würde, die lediglich dazu getroffen war, um evt. nationalsozialistische Einsendungen abzulehnen. Wir haben dann auch in den letzten Tagen mehr als einmal feststellen können, daß die Bremer Nachrichten sich selbst Lügen strafen und Werbungen für eine Partei oder einen Kandidaten veröffentlichen, ohne daß der Name daruntersteht und ohne daß diese Werbung als Anzeige behandelt wurde.
Ein besonders drastischer Fall von Nichtachtung selbst getroffener Vereinbarungen ereignete sich am letzten Dienstag. Wir hatten schon ganz kurz in unserer gestrigen Ausgabe die Unterstellungen zurückgewiesen, die der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in einem Artikel „NSDAP. und Frauen" gemacht wurde. In diesem Artikel wird uns Nationalsozialisten vorgeworfen, daß wir für Auflockerung des Familienlebens, für Zerstörung der Einehe und für Ehebruch des Mannes seien. Schließlich stellt die Einsenderin fest, daß auch unser Führer Adolf Hitler sich durch eine „beispiellose Mißachtung der Gefühle und Persönlichkeitsrechte jeder Frau", schuldig gemacht habe. Wenn wir uns in keinem Wahlkampf befänden, hätten diese Ausführungen als Anlaß zu einer sachlichen Auseinandersetzung gewertet werden können. In diesen Tagen aber wirken sie, zumal sie unsachlich vorgetragen werden, demagogisch auf Stimmenfang abgestellt.
Wir können darum selbstverständlich nicht eine grundlegende Betrachtung über die Pflichten und Rechte der Frau im kommenden Reich als Erwiderung bringen. Aber wir können der Verfasserin des Artikels sagen, daß, wenn sie ein Buch zitiert, sie s o ehrlich und anständig sein muß, nicht Sätze aus dem Zusammenhang zu reißen und vor allen Dingen nicht Sätze zu unterschlagen, die das Gegenteil ihrer Behauptungen beweisen. Nach dem Artikel soll Rosenberg in seinem „Mythos des 20. Jahrhunderts" zu den oben aufgeführten Grundsätzen gekommen sein und schlägt map nun in dem Buch nach, so findet man z. B. auf Seite 582 zwar scharfe Worte über die „heuchlerische" geschlechtsbefriedigende Gesellschaft", aber man findet dann sofort das ausdrückliche Bekenntnis zur Einehe. Auf dieser gleichen Seite fordert Rosenberg, daß man Schluß damit mache, uneheliche Kinder zeitlebens einen Makel tragen zu lassen, während man es duldet, daß sich
in Deutschland Frauen mit Juden oder Mulatten verheiraten, ohne daß sie der moralischen Aechtung verfallen. Diese ganzen Ausführungen sind aber, und auch das geht ganz eindeutig aus ihnen hervor, wenn man sich die Mühe macht, den gangen Abschnitt zu lesen, nicht als politisches Tagesprogramm ausgesprochen, sondern sind wissenschaftlich gehaltene geschichtsphilosophische und biologische Ausführungen, die zum mindesten den Anspruch erheben, ebenso sachlich und frei von aller Tagespolitik kritisiert zu werden, wie sie selbst von dem Verfasser vorgetragen werden. Wir begnügen uns daher mit der Feststellung, daß es sich hier um eine Wahl- lüge zu d urchsichtigen Zwecken handelt, die unter Fälschung des benutzten Quellenmaterials von den Bremer Nachrichten entgegen ihrer eigenen Erklärung vom Montag, den 29. Feb ruar, verbreitet wird.
In dem Artikel wird dann Hitler vorgeworfen, daß er sich aus die Seite 255 und 259 seines Buches „Mein Kampf" besonders abfällig über die Frauen ausgesprochen haben soll. Jeder kann sich selbst davon überzeugen, daß auf keiner dieser beiden Sitrn überhaupt von Frauen die Rede ist. Wir müssen also schon die Verfasserin des Artikels bitten, uns die Stelle anzugeben, in der die behaupteten Sätze stehen.
Wenn Adolf Hitler dann später auf Seite 459 sich dazu bekennt, daß die höchste Aufgabe der Frau der Mutterberuf ist und daß darum die Erziehung der Mädchen in erster Linie eine Vorbereitung auf diesen Beruf sein muß, so wissen wir uns hier eins mit allen gesund einbindenden Frauen aller Volksschichten. Dieser ganze Angriff erscheint uns umso unsachlicher, als gerade das System, das wir auf das bitterste bekämpfen und die hinter ihm stehenden Parteien seit Jahren nichts anderes tun, als auf eine Zerschlagung der Familie und Zerstörung aller sittlichen und moralischen Grundsätze des Volkes hinzuarbeiten. Das System läßt einen Dr. Magnus Hirschfeld in deutschen Mädchenschulen die Forderung ausstellen, sich auszuleben und wenn Folgen eintreten, solle man sich an ihn wenden. Das System setzt sich für die Abtreibung ein, die wie nichts anderes dazu engetan ist die sittlichen und christlichen Grundlagen der deutschen Ehe zu zerstören. Die heute herrschende Weltanschauung hat es mit sich gebracht, daß man an vielen Orten nicht mehr die Frauen von den Dirnen unterscheiden kann, sei es in Kleidung oder Benehmen. Und die Frauenrechtlerinnen selbst sind es gewesen, die mit ihren übertriebenen Forderungen die Ritterlichkeit des Mannes gegenüber der Frau in großen Teilen des deutschen Volkes zerstört haben. Und das System ist es, das aus Grund s einer hemmungslosen Wirtschaftspolitik es zuläßt, daß Tausende und aber Tausende von jungen Mädchen in ihrer schweren Berufsarbeit sittlichen Gefahren ausgesetzt sind, in denen die Begriffe Mutier und Familie schon in frühen Jahren zerstört werden. Darum erheben gerade wir Nationalsozialisten Anspruch darauf, die ureigensten Rechte und Pflichten der Frau in den Vordergrund gestellt zu haben.
Wie innerlich unwahr und geheuchelt die
Moral der bremischen Frauenrechtler ist, die hinter diesem Artikel stehen, beweist folgender Fall.« Die in Bremen befindliche „öffentliche Straße" wurde als unwürdig der Form nach aufgehoben und damit glaubten diese Vorkämpfer des Frauentums, eine große sittliche Tat vollbracht zu haben. Heute leben in dieser Straße nicht nur käufliche Mädchen, sondern Familien mit Kindern, die man unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in diese Straße hmeingelockt hat und wir erleben das erschütternde Schauspiel, daß schon die Kinder auf der Straße „Männerfang" spielen und sich gegenseitig fragen, ob sie mal mitkommen wollten. Wenn die Frauenrechtlerinnen alle Lösungen sozialer Frauenfragen so durchführen, dgtz unschuldige Kinder dabei mora
lisch zugrunde gehen, so ist es höchste Zeit, daß mit diesem Spuk aufgeräumt wird. Mit Phrasen und Schlagworten kommen wir nichts weiter. Allein die Rückkehr zu rassischen und und damit sittlichen, christlichen Grundsätzen ist die Voraussetzung dafür, daß die Frau im Volk wieder die gleiche geachtete und hehre Stellung als Mutter einnimmt, wie wir es von unseren Vorfahren wissen. Dazu brauchen wir keine Blaustrümpfe, sondern wirklich Mütter^ die in ihren Kindern und deren Erziehung die höchste Vollendung ihrer Lebensaufgabe sehen. Dazu gehört aber ein gesund empfindendes Volk in einem gesunden Staat und so muß und wird jede Frau am kommenden Sonntag Adolf Hitler wählen.
— art.
WoMn s1vusi*1 üvr* Slsklkvlm?
Freie Aussprache nicht möglich! — Beschämendes Schauspiel am Borstandstisch.
keine Antwort.
Eine Frage und
Am gestrigen Dienstag hatte der Kampfblock „Schwarz-weiß-rot" zu einer Wahlversammlung mit freier Aussprache eingeladen, die einen mehr als beschämenden Verlaus nahm, und man fragt sich, ob mit dem Führerwechsel im Stahlhelm in einem kleineren Teile dieser Organisation auch ein Wechsel der Anschauungen sich vollzogen hat.
Die Versammlung war sehr schwach besucht, als zunächst Professor Hoff mann, Münster, die Gründe entwickelte, warum sie nicht Hindenburg wählen könnten. Da sich der Redner nur auf eine Aufzählung von Einzelfällen beschränkte, vermißte man eine grundsätzliche weltanschauliche Linie, die allein die Deutschnationale Bolkspartei davor bewahren kann, wieder in dem parlamentarischen Sumpf stecken zu bleiben, wie es schon einmal drei Jahre hindurch geschah. Der Redner gab dann die Bedeutung und Kraft unserer Bewegung zu, machte aber zum Schluß, um überhaupt die Parole Düsterberg anbringen zu können, einige nicht ganz sachliche Angriffe mit Hilfe alter Ladenhüter, die schon tausendfältig widerlegt sind.
Während die anwesenden Nationalsozialisten bislang den Redner mit keinem Wort unterbrochen hatten, setzte von feiten des Stahlhelms sofort ein wüster Tumult ein, als unser Diskussionsredner, Pg. von Sichart zu sprechen begann, obwohl er mit keinem Wort dem Stahlhelm zu nahe trat. Ihm kam es daraus an, festzustellen, daß diese Präsidentenwahl ein weltanschaulicher Kampf sei, der zwischen nationalem Sozialismus und Liberalismus aller Schattierungen ausgetragen würde. Da aber selbst Herren vorn Vorstandstisch, so Major von Brickenstein, es fertig brachten, durch Gesten und Zwischenrufe die Versammlung gegen den öffentlich eingeladenen Diskussionsredner aufzuputschen, war eine sachliche Auseiandersetzung nicht möglich.
Wir empfehlen den Herrschaften, eine nationalsozialistische Versammlung zu besuchen und an der SA. zu lernen, was Disziplin und Redefreiheit ist. Eine Reihe von Zuhörern standen denn auch ostentativ auf und verließen den Saal.
Pg. von Sichart stellte dann an den folgenden Redner die Frage, ob es Tatsache sei, daß sich der Schwarz-weitz-rote Kampsblock mit dem Gedanken trage, im zweiten Wahlgang Hindenburg zu wählen? Der deutschnationale Abgeordnete Lavarenz habe das in Hamburg bereits angekündigt. (Auffallend ist auch, daß bei der zweiten Wiedergabe der Brüning-Rede im Rundfunk die Angriffe gegen die Deutschnationalen fortgelassen wurden!!)
Herr Vagts mußte zunächst seinem Bedauern darüber Ausdruck geben, daß die Versammlung
so wenig Disziplin gehalten habe. Unsere Frage nach der weltanschaulichen Grundlinie wurde mit dem Schlagwort „Unsere Weltanschauung ist das Vaterland" beantwortet. Bekanntlich stehen hinter diesem Wort fast sämtliche Systemparteien. Wenn dann weiter ausgeführt wurde, der Stahlhelm umfasse alle Frontsoldaten, so ist das eben ein großer Irrtum! Nur ein ganz bestimmter, klassenmäßig bürgerlich eingestellter Teil hat sich im Stahlhelm organisiert, von denen allerdings heute mehr als die Hälfte begriffen hat, daß es sich nicht mehr um bürgrliche Interessen, sondern u« die des gesamten Volkes handelt. Herr Vagts bekannte sich denn auch noch einmal ausdrücklich zu diesem bürgerlichen Sonderstandpunkt und blieb bei alledem die klare Antwort aus unsere Frage schuldig.
Wir fragen darum noch einmal an dieser Stelle, ob nicht der Kampfblock „Schwarz-weiß-rot" bei einem günstigen Angebot Brünings sich zu einer Wiederwahl Hindenburgs entschließt. Keine Antwort ist in diesem Falle auch eine Antwort!
Zum Schluß stellen wir fest, daß noch in der Versammlung einige Stahlhelme! um Ausnahmescheine für die NSDAP. baten, da sie dieses Treiben nicht mehr mitmachen wollten.
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Hon,bürg, 8. März. In der öffentlichen Gast- und Schankwirtsversammlung von Groß- Hamburg am Dienstag nachmittag wurde durch Urabstimmung mit großer Mehrheit beschlossen, den Bierstreik abzubrechen. Die Versammlung nahm davon Kenntnis, daß in den Biersteuerverhandlungen am Montag die Reichsregierung amtlich die Bestätigung für eine zum 20. März 1932 in Kraft tretende Mersteuerftnkung erteilt hat. Der Ausschank von Bier jeder Art wird sofort wieder aufgenommen. Da die Fachverbände des Gast- wirtegewerbes den Bierstreik schon vorher abgeblasen hatten, steht jetzt nur noch die kommunistische Eastwirteorganisation im Streik, doch dürfte auch diese bald dem Beispiel der übrigen Gastwirte folgen.