Ausgabe 
(7.3.1932) Nr. 44
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Berlagsort Bremen. Herausgeber- Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die Ivgespaltene mm-Zeile RM0.10

Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12. im Textteil RM 0 50. auswärts RM 0.70.

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MMkfurt a. M.. 6. MSrz. Die NSDAP, veranstaltete am Sonntag abend im größten Saale Frankfurts, der Festhalle, eine Wähler- versanrmlung, in der Adolf Hitler sprach. Die Feschalle, die 13 000 Personen saht, mußte wegen Ueberfüllung polizeilich geschlossen wer­den, sodaß eine Reihe von Parallelversamm­lungen notwendig waren, wohin die Rede Hitlers durch Lautsprecher übertragen wurde. Nachdem Hauptmann a. D. Eoering über Sie Gründe gesprochen hatte, die die NSDAP, zur Ablehnung der Kandidatur Hindenburg veranlaßten, führte Adolf Hitler u. a. aus: In der Sucht, um jeden Preis am Ruder zu bleiben, scheue das heutige System vor nichts zurück, nicht einmal davor, einen 85- jährigen Greis vor sich als Schild hinzu­stellen, um so selbst der Abrechnung zu ent­gehen. Ursprünglich habe die NSDAP, einen anderen Kandidaten für die Reichspräsidenten- wahl bestimmt. Als aber Hindenburgs Kan­didatur von den Parteien, die ihn einst schmähten, aufgestellt wurde, sei es für ihn, Hitler, selbstverständlich gewesen, daß er die Führung der Gegenseite übernahm.Vor dem Eeneralfeldmarschall des Weltkrieges habe ich", so erklärte Hitler,die größte Ehrfurcht". Zu einem von den Sozialdemo­kraten und dem Zentrum aufgestellten Kan­didaten Hindenburg aber sage ich: Alter Mann, tritt zurück. Du kannst die nicht ver­decken, die wir vernichten wollen. Wenn man mich nach meinem Programm fragt, so sage ich, seit 13 Jahren predige ich es tag­täglich, Millionen haben es geschworen und in ihre Herzen aufgenommen, nur ein Reichs­innenminister hat keine Ahnung von meinem Programm. Wenn er die Propaganda für unser Programm aber als ungenügend emp­findet, so wird das nachgeholt werden. Ich kann nicht um Stimmen betteln, ich bin nur Bannerträger und will auch in Zukunft nichts anderes sein. Seit 13 Jahren habe ich nur nach meinem Gewissen gehandelt. Der 13. März wird vergehen, der 14. wird uns wieder im Kampfe finden, so oder so".

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DSsseldojrs, 5. März. Die Zentrumspartei Düsseldorf veranstaltete am Sonnabend eine Jugendkundgebung. (?) Nach dem Einmarsch von über 100 Bannern sprach Reichskanzler a. D. Dr. Marr über:Unser Glaube, unser Kampf, unsere Zuverficht!" Er führte u. a. aus:

Wie der 13. März ausfällt, so wird sich im ganzen Umfange das Schicksal des deut­schen Volkes gestalten. Die jetzige Präsidenten­wahl hat eine größere Bedeutung, als die von 1925. Ich hätte die Kandidatur damals nicht angenommen, wenn ich gewußt hätte, was ich heute weiß. Wir haben uns damals geirrt. Wir wußten von Hindenburg weiter nichts als daß er ein großer Feldherr sei. Wir wußten aber auch schon, daß er ein Mann der Pflicht war. Ich habe dann zwei Jahre als Kanzler mit Hindenburg zusammengear­beitet. Da habe ich ihn erst kennen­gelernt, wie er wirklich ist. ' Wenn alle so klug (!) wären wie Hindenburg, dann stände es anders um uns. Dr. Marr wandte sich dann gegen die Gerüchte, daß hinter

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Am letzten SoMtag vor der Reichspräsi­dentenwahl kam es in Bcjrlin zu schweren kommunistischen Ausschreitungen. Verschie­dentlich machten die Kommunisten dabei auch von den trotz Strafandrohung und Waffm- anmeldungszwang noch immer in ihrem Besitz befindlichen Pistolen GeorMch. Die schwer­sten Zusammenstöße ereigneten sich im Westen, im Osten und im Südosten d^ Reichshaupt­stadt. Bei den Ueb-erfällen wurde ein Natio- nalsozialisti getötet und vnst schwer verletzt. Einer der Schwerverletzten liegt im St-rben. Außerdem gab es zahlreiche Leichtverletzte. Die Polizei, die seit den Abendstunden des Sonnabend in Höchster Bereitschift und mit großen Kräften ständig unterwegs war, nahm mmähernd 12V Verhaftungen vor. Unter den Festgenommenen befinden sich etwa 3V Natio­nalsozialisten und zirka 90 Kommunisten.

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Zu dem ersten großen Zusammenstoß kam es bereits kurz nach sieben Uhr morgens vor dem Hause Choriner Straße 3. National­sozialistische Flugblattverteiler waren auf den Bürgersteigen und »auch in einzelnen Häusern der CKoriner Straße mit der Verteilung von Propagandaschriften beschäftigt, als plötzlich von verschiede«« Seiten etwa 100 Kommu­nisten herankamen, dSe sich sofort mit Gsj- johle aus die Nationalsozialisten stürzten und dabei aus Revolvern Schüsse abgaben. Wäh­rend die Nationalsozialisten in den Torein­gängen der umliegenden Häuser Deckung such­ten, wurde einer von ihnen, der 46 Jahre alte Arbeiter Otto Ludwig aus der Uecker- münder Straße 6, von einer Kugel in den Kopf getroffen. Er brach sofort tot zusam­men.

Als das von Bewohnern der Umgegend alarmierte Überfallkommando am Tatort eintraf, hatten die Kommunisten be­reits die Flucht ergriffen. Die Polizisten setzten ihnen vergeblich nach. Von der Poli­tischen Polizei wurde unter Leitung der Kom­missare Dittschlag und Fischer eine Mord­kommission entsandt, die zahlreiche Zeu­gen vernahm und auf Grund ihrer Aussagen zwei Kommunisten in einem kommunistischen Versammlungslokal in der Nähe des Tatortes ermittelten und festnahmen. Vorläufig be- streiten sie die Tat, werden aber von den Augenzeugen als die Mörder Ludwigs be­zeichnet.

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Etwa zur gleichen Zeit kam es in Moabit in der Siemensstraße zu einem zweiten kom­munistischen Ueberfall auf Nationalsozialisten. Auch hier machten Kommunisten von Schuß­waffen Gebrauch. Der 2Zjährige national­sozialistische Schlächter Karl Schmiege! aus der WilhelmshavezHer Straße 57 erhielt einen Schuß in di-e Brust und wurde in das Moa- biter Krankenhaus gebracht. Schm-egel ist so schwer verletzt, daß man nicht mehr mit seinem Auskommm «Schmer. Auch in diesem Falle gelang es später den Beamten des

zuständigen Reviers, den Schützen, den 33jäh- rigen kommunistischen Sch'osser Franz Schenk, festzunehmen und der Politischen Polizei einzuliefern.

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Gegen 7.30 Uhr morgens kam es am Kott- busser Tor zu einem dritten schweren Uebert- fall. Mehrere Nationalsozialisten kamen die Wie > er Straße auf dem Bürgersteig entlang, als plötzlich von der gegenüberliegenden Straßenseite zahlreiche Schüsse voil Kommu­nisten fielen. Gleichzeitig stürmten Kommu­nisten vor, stürzten sich auf die Nationalsozia­listen und mißhandelten sie. Der 30jährige Arbeiter Gerhard Block, der am Kottbufser Damm wohnt, erhielt mehrere Messerstszche in d?e Brust und mußte schwerverletzt nach dem Urbankrankenhaus gebracht werden.

In der Müggelheimer Straße in Köpenick überfielen etwa 50 Kommunisten einige Nationalsozialisten. Es entstand eine Schlägerei, bei der der 20jährige National­sozialist Otto Schramm aus der Müggelheimer Straße durch einen Messerstich in die Brust schwer verletzt wurde. Die Polizei lieferte ihn- in das Krankenhaus Köpenick ein. Die! Täter sind entkommen.

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An der Ecke der Beussel- und der S i ck in g en st ra ß e wurden gegen 7 Uhr morgens nationalsozialistische Flugblattver­teiler plötzlich von Kommunisten umzingelt und überfallen. Als Polizei erschien, ergriffen die Kommunisten die Flucht. Während der Flucht schössen die Kommunisten aus die sie verfolgenden Beamten. Die Polizei gab vier Schreckschüsse ab. Die Kommunisten flüch­teten in die Häuser an der Rostocker Straße und schlössen deren Tore hinter sich ab. Eine größere Anzahl Schutzpolizei umstellte darauf­hin die Grundstücke und nahm eine systematische Durchsuchung vor. Dabei wurden mehrere Kommunisten festgenommen und der Poli­tischen Polizei zugeführt.

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Zu einer weiteren Schießerei kam es auf dem Zionskirchplatz an der Ecke der Swinemünder Straße. Hier wollten Kom­munisten ebenfalls über Nationalsozialisten herfallen, als im letzten Augenblick eine Poli­zeistreife erschien. Die Kommunisten ergriffen nunmehr die Flucht. Einige von ihnen schös­sen jedoch Lbestfallartig aus den Nebenstraßen qus die Polizeibeamten. Auch die Polizei gab mehrere Schüsse ab, von denen jedoch niemand getroffen wurde. Schließlich gelang es der Polizei, drei Kommunisten festzunehmen. Gleich darauf überfielen Ecke Zionskirchstraße und Kastanien-Allee annähernd 100 Kommunisten 8 Nationalsozialisten, von denen zwei durch Hiebe und Stiche verletzt wurden. Die Polizei, die herankam, wurde von den Kom­munisten beschossen.

Hindenburg Leute ständen, die ihn beeinflußt hätten. Hindenburg hat alle seine Reden meist selbst entworfen. Wenn es gelingt,

Hindenburg wiederzuwählen, dann wird eine Beruhigung nach außen eintreten, die von ganz außerordentlicher Bedeutung ist.

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Von Dr. Joseph Goebbels.

Adolf Hitler hat sich den Zusammenschluß aller Deutschen zum Ziel gesetzt. Er hat unser« völkische Not nicht aus den Büchern gelernt, er hat sie als geborener Oesterreicher, dessen ganzes bisheriges Leben von der Sehnsucht zum Eroßdeutschen Reich erfüllt war, am eigenen Leibe verspürt. Adolf Hitler wird dieser Sehnsucht, die heute 100 Millionen deutschblutige Menschen erfüllt, politische Ge­stalt geben.

Hitler der Eroßdeutfche

Adolf Hitler hat sich die Lösung der sozialen und Arbeiterfrage zum Ziel gesetzt. Er kennt die soziale Not nicht vom Hörensagen. Er selbst mußte sich in Wien und München jahre­lang sein kärgliches tägliches Brot als ein­facher Bauarbeiter verdienen. Dort lernte er das Volk und die Arbeiterschaft kennen, nahm teil an ihrem schweren Los und war Mitträger ihrer Not. Er wird deshalb das Recht des deutschen Arbeitertums, wo er auch stehen mag, verfechten. »

Hitler, der Frontsoldat :!7.t sich zum Ziel gesetzt, die berechtigten Ansprüche des Front- Deutschtums staatspolitisch zu verwirklichen. Er stand von 1914 bis 1913 als unbekannter Soldat in dem 10-Millionen-Heer der deut­schen Armee, wurde bei Beginn des Krieges schon wegen Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und lag mitten unter seinen Kameraden im Schützen­graben, um auch mit seinem Leib die Heimat zu decken.

Hitler, der Führer.

Adolf Hitler, der geborene Massenführer, hat sich zum Ziel gesetzt, das deutsche Volk zu einigen und es zu einer noch nie dage­wesenen Kraftentfaltung zusammenzuschmied n- Er hat diesem Ziel nicht mit Phrasen und leeren Redensarten gedient, sondern ihm durch die Gründung der Nationalsozialistischen Deut- schen Arbeiterpartei den gangbaren Weg ge­wiesen.

Mit sechs Männern, Front- und Arbeits­kameraden, fing er im Jahre 1919 an; im Jahre 1923 wurde seine Bewegung, als sie nach der Macht greifen wollte, zerschlagen und erschüttert. Adolf Hitler ging auch über ein Jahr in die Festung, und 1925 begrün­dete er seine alte Partei aufs neue.

In einem harten, mühseligen und opfer­reichen Aufstieg führte er die verlachte und verhöhnte kleine Sekte zur imponierendsten Massenbewegung Europas empor.

Hitler, der Prophet. In der nationalsozialistischen Bewegung steht der Bauer neben dem Arbeiter, der Prinz neben dem Proletarier, der Student neben dem Frontsoldaten. Millionen und Millionen haben sich in ihr zur Idee der deut­schen Volksgemeinschaft zusammengeschwssen. Sie wollen keine Standes- und Klassenunter­schiede mehr kennen. Sie haben sich dem deut­schen Volk und seiner historischen Mission verpflichtet.

In M dem verzweifelten Jammer der Nachkriegszeit ist hier ein neuer politischer Glalube lebendig gewotden. Er ist unter­mauert von einem glühenden, hingabebe- Heiten Idealismus, oh«« dabei ein roman­tisches Idol zu versechten. Die national- sozÄWische Bewegung steht mit markigen Knochen «ruf der Erde, aber in ihren Ziel-