Ausgabe 
(2.3.1932) Nr. 40
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Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die KZgespaltene mm-Zeile NM0.1V

Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zu zugl. 36 Pfg Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts NM 0.12. im Textteil RM 0 auswärts RM 0.70.

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MSnchen, 2. März. Die Reichsleitung der NSDAP, hat folgenden Aufruf zur Reichs­präsidentenwahl erlassen:

„Deutsche Männer! Deutsche Frauen! Deutsche Jugend!"

Am 13. März wird über das Schicksal der deutschen Nation entschieden, das Euer aller Schicksal ist.

Nach 13 Jahren nationaler Demütigung, nach 13 Jahren unerhörter Mißwirtschaft der schwarzroten November-Parteien, nach 13 Jahren furchtbarer materieller und seelischer Not ist Euch durch Ablauf der Amtsdauer des Reichspräsidenten der letzen sieben Jahre die Möglichkeit gegeben, euer Schicksal zu wenden. Die „Männer der Demokratie", die vorgeben, das Recht des Volkes zu wahren, haben Euren am 14. 9. 193L> und seitdem immer wieder kundgegebenen Willen mißachtet, haben die Bildung einer starken, vo^r Volk getragenen Regierung der nationalen Kraft und sozialen Gerechtigkeit durch politische Winkelzüze hinter trieben und die deutsche Freiheitsbewegung durch geistigen Terror und Unterdrückung dar­an gehindert, ihren Willen zu vollziehen.

Nun ist die Stunde der Abrechnung ge­kommen. Es gibt für die Notverordner kein Ausweichen und keinen Schlupfwinkel mehr. Das System des Zu'ammenbruches wird vor den Richterstuhl des Volkes gestellt. , Am 13. März wird abgerechnet mit der schamlosen Boützenwirtschaft der volksverrSte- rischen Sozialdemokratie, die zu feige ist, selbst vor das Voll zu treten und sich hinter den Rücken eines einst von ihr beschimpften Ee- neralfeldmarschalls versteckt, weil sie den Spruch des Volkes mit Recht befürchtet.

Am 13. März wird abgerechnet mit der jüdischen Pseudo-Demokratie, die, ohne jede innere Verbundenheit mit dem Volke, nur den Zweck verfolgt, durch eine vergiftete Presse die deutschen Volksgenossen des schaffenden Deutschland gegeneinander zu Hetzen, um sie in diesem Zustand der Zerrissenheit für ihre Zwecke auszubeuten.

Am 13. März wird abgerechnet mit dem schew'Kxiligm Zentrum und der Bayerischen Volkspartei, die, um voltsfremder Ziele wil­len, konfessionelle Zwietracht säen und auf dem besten Wege sind, die Totengräber des deutschen Volkes zu werden, wenn ihnen nicht endlich das Handwerk gelegt wird.

Am 13. März wird abgerechnet mit den fei­gen, spießbürgerlichen Eeldsackpatrioten, den Trabanten und Steigbügelhaltern dieses schwarz-roten Systems, mit dem wirtschaft­lichen Jnteressentenhaufen und längst über­fälligen Parteikadavern, die ihre national nicht zu verantwortende Existenz lediglich zu poli­tischen Schacher- und Schiebergeschäften be­nutzen.

Mit ihnen allen, die — um allem die Krone aufzusetzen — sich nicht gescheut haben, auf dem Umweg über tote Ausschüsse die Kandidatur eines 35jährigen, ihnen innerlich fremden, ehrwürdigen alten Mannes vorzuschie­ben und den Eeneralseldmarschall, statt ihm den wohlverdienten Ruhestand zu gönnen, zu einer für sein Ansehen verhängnisvollen poli­tischen Niederlage auszunutzen, wird nun Ge­richt gehalten.

Am 13. März, dem gleichen Tag, an dem vor zwei Jahren Hindenburg seinen Namen unter die von diesem System angenommenen besetze schrieb, die Not, Hunger. Hoffnungs­

losigkeit und Verzweiflung in das deutsche Volk gebracht haben, greift das seine Lebens­rechte anmeldende junge Deutschland, verkörpert in seinem Führer Adolf Hitler, nach der Macht im Staate und wird die alten zu neuem Leben untauglichen Parteigebilde hin­wegfegen.

Der Führer unserer nationalsozialistischen Freiheitsbewegung, die sein Werk ist, der zwölf Jahre lang mit ihr um die Seele seines Volkes für Deutschland gerungen hat, fordert heute im Itamen die'es Volkes, das System in die Schranken. Wir wissen daß das Volk, für das er kämpft, in dieser Stunde zu ihm steht, um mit ihm für die deutsche Nation zu kämpfen und zu siegen.

Die national'oziali'tische Bewegung, in dieser Stunde als Sturmkolonne um ihren Führer geschart, ruft heute das ginze deutsche Volk auf, mit ihr anzutreten, um Adolf Hitler den Weg zu bahnen an die Spitze der Nation und damit zur Führung Deutschlands in die Freiheit.

Hitler, das ist die Parole aller, die an Deutschlands Wiederaufstieg glauben.

Hitler ist die letzte Hoffnung derer, denen man alles nahm, Haus und Hof. Ersparnisse, Existenz, Arbeitskraft und für die es eines gibt: der Glaube an ein gerechtes Deutschland, das seinen Volksgenossen wieder ihre Freiheit und Brot geben wird.

Hitler ist für Millionen das erlösende Wort, weil sie heute verzweifeln und nur in diesem Namen einen Weg sehen zu neuen Wegen und neuem Schaffen.

Hitler erfüllt das Vermächtnis der zwei Millionen toten Kameraden des Weltkrieges, die nicht starben für das heutige System der langsamen Vernichtung unseres Volkes, sondern für Deutschlands Zukunft.

Hitler ist der seinen Feinden verhaßte Mann aus dem Volk, weil er das Volk versteht und für das Volt kämpft.

Hitler, das ist der stürmische Wille der deutschen Jugend, die inmitten eines gesunden Geschlechts nach neuer Gestaltung ringt und den Glauben an eine bessere deutsch» Zukunft nicht aufgeben will und kann; und darum ist

Hitler das lodernde Fanal und die Parole aller, die eine deutsche Zukunft wollen.

Sie alle werden am 13. März den Män­nern des Systems, die ihnen Freiheit und Würde versprachen, aber Steine und Phrasen statt Brot gaben, zurufen: „Euch kennen wir zur Genüge, jetzt sollt Ihr uns kennenlernen!"

Hitler wird siegen, weil das Volk seinen Sieg will!"

vei'line»' Lsstwii'ts ?u VvnKsnölungsn deneit

Berlin, 1. März. Der Ortsausschuß der Eastwirtevereinigung Berlins hat in einer Ver­sammlung am Dienstag festgestellt, daß ent­gegen Zeitungsnachrichten der B.erstreik ledig­lich aus wirtschaftlichen Gründen begonnen worden ist, nicht aber infolge parteipolitischer Beeinflussung. Er richte sich daher nicht gegen die Regierung, sondern nur gegen Maßnahmen auf dem Gebiet der Steuerpolitik und der Preissenkung. Dem Ortsausschuß sei es daher nicht möglich, den im guten Glauben seiner Mitglieder begonnenen Kampf, lediglich um Verhandlungsmöglichkeiten zu finden, zu be­enden. Der Ortsausschuß sei jedoch jederzeit bereit, mit den in Frage kommenden Be­hörden zu verhandeln. Er werde hierbei jede Lösung annehmen, die eine überparteiliche Ver­mittlung übernehmen wolle. Die Jnoustrie- und Handelskammer ist vom Ortsausschuß er­sucht worden, sich auch im Interesse der in Mitleidenschaft gezogenen Bevölkerungsgrup­pen für eine Vermittlung einzusetzen.

HussensnKvsnbnt von S?*snn?wein

Berlin, 1. März. Wie der Amtliche Preu­ßische Pressedienst mitteilt, wird in der näch­sten Nummer der Preußi'chen Gesetzsammlung eine Verordnung des Ministers des Innern veröffentlicht, wonach anläßlich der Reichs­präsidentenwahl der Ausschaut von Brannt­wein und der Kleinhandel mit Trinkbrannt- weni am Sonnabend, den 12. und Sonntag, den 13. März bis zur Polizeistunde verboten ist. Zuwiderhandlungen werden mit Haft und mit Geldstrafe bis zu 15V RM. oder mit einer dieser Strafen bestrast.

WsKI6smsgogsn

Die Schünemannpresse, das Blatt des Groß- warenhau'es Karstadt, beginnt wieder in schein­heiliger Ueberparteilichkeit, gehässig Angriffe gegen die Nationalsozialisten zu richten und bemüht sich dabei zu verhindern, daß ihre Leser ein klares Bild von den tatsächlichen politischen Vorgängen gewinnen. Wir nehmen es den Bremer Nachrichten nicht übel, wenn sie den Brief an Hindenburg kritisieren, aber es ist eine Verdrehung der Tatsachen, wenn man uns einen Vorwurf daraus machen will, daß Hindenburg der Kandidat der Sozialdemokra­ten ist. Es steht einmal fest, da ßdie Sozial­demokratie vom Landesverrat lebt und es steht zum anderen fest, daß wir allein das Recht dazu haben, unser Bedauern darüber auszusprechen, da ßheute Hindenburg von der Sozialdemokratie gewählt wird, denn wir, und nicht die Bremer Nachrichten, haben uns seiner­zeit für die Wahl Hindenburgs zum Präsi­denten eingesetzt.

Wir hätten zu dem langatmigen Leitartikel der Bremer Nachrichten, der sich bemüht, es einem halben Dutzend Weltanschauungen recht-

zumachen, nicht Stellung genommen, wenn nicht eine absolut demagogische Behauptung darin aufgestellt würde, die den politischen Tatsachen ins Gesicht schlägt. Der Artikelschreiber kommt nämlich zu dem Schluß, daß Hindenburg nach seiner Wiederwahl, einen neuen Kurs einschla­gen und das Kabinett Brüning austauschen würde. Ist dem Artikelschreiber nicht bekannt, daß die ganze nationale Opposition bereit gewesen wäre, sich hinter Hindenburg zu stel­len, wenn er es fertiggebracht hätte, sich von Brüning zu trennen? Glaubt der Artikel­schreiber wirklich, daß man die nationale Op­position zur Regierung einladen wird, nachdem die Systemparteien durch die Wiederwahl Hin­denburgs einen Sieg' errungen haben? Die Tatsache läßt sich nicht wegleugnen, daß die Wiederwahl Hindenburgs die Fortsetzung der verhängnisvollen Notverordnungspo itik bedeu­tet und es hat auch mehr als einer der Agi­tatoren für das System in seinen Wahlreden verlangt, daß alles beim alten bleiben solle. Wir aber wollen, daß alles anders wird und darum wählt die Mehrheit des deutschen Vol­kes Adolf Hitler.

wsüonslwwtscnsft!

Das ökonomische Geftaltuttgsprinzip des Dritten Reiches. Dr. Rudolf Albert, Dresden.

Die gegenwärtige Volkswirtschaft Deutsch­lands befindet'sich in so starkem Maße in Abhängigkeit vom Auslande, daß der Zustand zu ernstesten Befürchtungen Anlaß gibt, nicht nur für ihre Funktionen selbst, sondern auch in Bezug auf die politische Lage der Nation. Gehen wir Bestrebungen nach, die unsere volkswirtschaftliche Freiheit erreichen und Mißstände der ökonomischen Struktur besei­tigen sollen, so dienen wir politischen und wirtschaftlichen Zielen zugleich. Die freie Ent­faltung der politischen Macht unseres Volkes und auch de'sen kulturelle Entwicklungen hängen mit dem wirtschaftlichen Erfolg und der Wirt­schaftsform zusammen. Gerade weil für uns auch die Volkswirtschaft ein Mittel zum völ­kischen Ausstieg ist, muß ihre Bedeutung mit unter dem Gesichtspunkt nationalsozialistischer Ideen gewertet werden.

Nationalsozialismus und Wirtschaft lassen sich, wenn man den völkischen Gedanken einmal durchsetzen will, ebensowenig voneinander lösen wie Nationalismus und Kultur. Nur wenn die Wirtschaft sittlicher Ideen entkleidet wird, also liberalistischen oder marxistischen Tendenzen hörig ist, versucht sie, nationale In­teressen zu übersehen oder gar zu verletzen. Die Wirtschaft aber, welche durch die starke Autorität der Staatsgewalt unter den kate­gorischen Imperativ gestellt wird, jederzeit zum Wohle des Volkes und Vaterlandes zu handeln, kann mit nationalen Pflichten nicht in Widerspruch geraten, sondern muß auf ihrem Gebiet deren Erfüllung sein.

Bloß ein materialistisches Zeitalter konnte zu Wirtschaftserscheinungen kommen, die natio­nalen Belangen zuwiderlaufen. Hat sich der nationale Gedanke als natürlicher Lebensstil des ganzen Volkes durchgesetzt, dann wird auch die Wirtschaft folgerichtig sich nach dieser Erundemstellung organisieren, und zwar so­wohl in ihrer inneren Struktur, ihren Zielen wie auch Beziehungen zum Auslande. Natio­nalwirtschaft ist ein ökonomisches Gestaltungs­prinzip, das für den Ausbau des Drittm Reiches zur Selbstverständlichkeit wird, wie es andererseits auch eine Ablösung des gegen­wärtig herrschenden politischen Systems zur unbedingten Voraussetzung hat.

Der Begriff Nationalwirtschaft ist von den verschiedensten Theoretikern je nach ihrer Ein­stellung mannigfach ausgelegt und bewertet worden. Wenn ich als Nationalsozialist Ziele umreiße, die sich auf den Nenner Nationalwirt­schaft vereinigen lassen, so ist selbstverständlich, daß meine Gedanken bestimmt werden von Grundlinien des Parteiprogramms, das Wohl und Freiheit aller deutschen Menschen im Auge hat. Die Verwirklichung nationalwirt­schaftlichen Denkens muß von Verantwortungs­gefühl gegenüber der gesamten Nation ge­tragen sein und kann sich infolgedessen nur in den Rahmen sinnvoll einfügen, der die Ideen­welt des Dritten Reiches umschließt.

Wer sich unter Nationalwirtschaft lediglich Bestrebungen vorstellt, die dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem einen „patriotischen" Mantel zu geben geeignet sind, treibt mit dem Be­griffe ärgsten Mißbrauch.

Im Mittelpunkt des kommenden deutschen Staates steht der deutsche Mensch,