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Blutige Neberfälle in Berlin
Berlin, 11. Febr. Auf mehreren NS- DAP.-Erwerbslosenversammltmgeu kam es am Donnerstag abend zu schweren Ueberfällen auf Nationalsozialisten durch Mitglie- der der KPD. Die Polizei nahm zwanzig Zwangsgestellungen vor. Im ganzen wurden 3V Verletzte in den Krankenhäusern eingeliefert. In der Hauptstraße rn Schöneberg wurden allein zehn Leute durch Messerstiche verletzt.
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München, 11. Februar. Wer den SA.- Appell im Berliner Sportpalast erlebte, über dessen überwältigenden Verlauf der „Völkische Beobachter" ausführlich berichtet hat, diese imponierende, schweigende Willenskundgebung der 15 000 namens der Millionen der ganzen nationalsozialistischen Bewegung, dieses erschütternde Bekenntnis der freiwilligen Disziplin, Opferwilligkeit' und bedingungslosen Treue zum Führer der deutschen Freiheitsbewegung, der begreift die geradezu hysterische Unruhe, von der die gesamte Systcmpresse aller Schattierungen befassen ist. der weih, was angesichts der unerbittlich herannahenden Entscheidung den vereinigten Gegnern des erwachten Deutschlands den Angstschweiß aus den Poren treibt.
Sie fühlen den Boden unter sich schwanken und verbergen hinter ihrer künstlichen und verlogenen Stimmungsmache eine für sie furchtbare und lähmende Erkenntnis, die uns Nationalsozialisten und allen den Millionen, welche mit uns der Meinung sind, daß mit dem System des Zusammenbruchs nunmehr Schluß gemacht werden mutz, zur beglückenden Gewißheit wurde: Die Erkenntnis nämlich, daß hier nicht irgendein bürgerlicher nationaler Debattierllub, sondern eine im zwölfjährigen unendlich opferreichen Kampf zusammengeschmiedete Bewegung in harter Entschlossenheit bereit steht zu ernten, was sie gesät hat, und endlich den Willen des Volkes zu vollziehen. Der Führer hat in Berlin an einem Brennpunkt des politischen Kampfes die Truppe inspiziert und ihre restlose Einsatzbereitschaft fest gestellt. Und wie in Berlin, ist es in jeder Stadt, in allen Galten des Reiches, in Nord und Süd, und West und Ost.
Millionen erwarten voll Siegeswillen und Zuversicht das Signal zum politischen Groß angriff auf die schwarz-rote Front und ihre bürgerlichen Hilfstruppen. Aber es ist eine Verkennung der Situation und ein Zeugnis völliger Unwissenheit, zu schreiben, Adolf Hitler werde in seinen Entschlüssen von seinen Unterführern „gedrängt". Sie alle vertrauen blindlings auf ihn, weil sie wissen, daß ihr Denken und Fühlen auch das seine ist, und daß seine Entscheidung, wie sie auch laute und wann sie auch kommen wird, nur die Entscheidung für das deutsche Volk und seine nationalen Kämpfer sein kann.
Wie bisher schon der Haß und die Größe der Angriffe ihrer Feinde noch stets der Matzstab und das getreue Spiegelbild für die Stärke der nationalsozialistischen Bewegung gewesen ist, so erscheint heute die Unruhe, welche die Gegner unter einem schlecht verhüllten Lügenmanöver verbergen, als un- ertrüglicher Beweis dafür, daß die nationalsozialistische Bewegung auf dem rechten Wege ist. Niemals — das sei heute festgestellt — war die Stellung der NSDAP, auch in ihrer taktischen Linie stärker als sie heute ist. Sie kann, gestützt auf die schlagkräftige Millionenarmee ihrer Anhänger, die Haltung des Generalfeldmarschalls von Hindenburg zum Sahm-Noske-Ausschuß in aller Ruhe abwarten. Sie weiß ebenso wie der Generalfeldmarschall den wirklichen Wert jener über- gejchäftigeu Unterschriftensammlung einzu
schätzen, die jedem beliebigen Schwindelmanöver Tür und Tor öffnet und in die sich die um ihre wankende Bonzenherrschaft verzweifelt kämpfenden schwarzen und roten Genossen samt ihren Familien ein paar Dutzendmal unter irgendeinem Namen eintragen können, um das fehlende Volk vorzutäuschen.
Wie kläglich müßte sich Wohl diese unkontrollierbare Liste ausnebmen gegenüber den Zahlen, die etwa eine Lifte der NSDAP, heute in kürzester Frist auf sich vereinigen würde? Wo sind denn die „Massen", mit denen die zentrums-marristischen Drahtzieher eine Kandidatur Hindenburgs von Gnaden des schwarz-roten Systems erschleichen wollen? Die nahezu aufgeriebenen bürgerlichen Mittelvarteien vermöchten jedenfalls heute für ihre Katastrophenpolittk keinen Hund mehr hinter dem Ofen vorlocken. Es kann also heute nicht mehr der geringste Zweifel darüber bestehen, daß Hindenburg, falls er eine Kandidatur aus den Händen dieses merkwürdigen Ausschusses entgegennähme, nur der Kandidat des Marxismus, der Kandidat der SPD. sein könnte, die dann öffentlich die Parole für ihn auszugeben gezwungen wäre, soll anders dieses verantwortungslose Spiel nicht einen geradezu katastrovha- len Ausgang für den Generalfeldmarschall der deutschen Heere des Weltkrieges nehmen.
Schon hat sich gestern nach Noske nun auch Crispien, der Mann, der kein Vaterland kennt, das Deutschland heißt, öffentlich für die schwarz-rote „Hindenburg-Front" erklärt. Sagt das noch nicht genug?
Glauben denn diese Herren allen Ernstes, das deutsche Volk nach allem, was es in den letzten Jahren und Monaten erleben mußte, für den Kandidaten des Marxismus gegen das erwachende Deutschland begeistern zu können? Dann werden sie ihr Cannae erleben!
Sechs Millionen Arbeitslose, fortschreitender wirtschaftlicher Verfall und finanzieller
Zusummenbruch, in der Außenpolitik Niederlage auf Niederlage! Und um diesem System für weitere sieben Jahre einen Freibrief auszustellen, würde das Volk, so glaubt man, sich zur Wahlurne drängen und gegen den Kandidaten eines neuen Deutschlands entscheiden, auf das Millionen und aber Millionen in ihrer Not und Sehnsucht zugleich hoffen? Aus dieser Illusion muß es für die rot-schwarzen Genossen ein böses Erwachen geben. Die nationalsozialistische Bewegung weiß, daß sie nicht nur das Ohr des Volkes, sondern auch sein Herz und sein Vertrauen besitzt. Man würdigt sie dieses unbegrenzten Vertrauens, das durch nichts mehr erschüttert werden kann. Wenn die nationalsozialistische Bewegung sich selbst treu bleibt, kann die NSDAP, heute mit größter Zuversicht der weiteren Entwicklung der Dinge in der Reichspräsidentenwahl entgegensehen.
Sie läßt sich in ihrer Haltung auch durch die täglichen Lügenmanöver nicht beirren, die von außen her Zwietracht in die Front der nationalen Opposition zu säen bestrebt sind. Sie nahm die Versicherung unserer nationalen Freunde, daß an diesen Zweckgerüchten kein wahres Wort ist, entgegen und glaubt an sie. Wer könnte es auch heute angesichts der Entscheidung und der Kampfstimmung der Massen des ganzen nationalen Deutschlands gegen das System wagen, in das Lager der Gegner hinüberzuwechseln? Ein solcher Selbstmordversuch politischer Ueberläufer, der von gewissen bürgerlichen Blättern eifrig propagiert wird, würde im iibrigen an der bestehenden Situation nichts ändern, sondern höchstens die starke Stellung der deutschen Freiheitsbewegung und das Vertrauen des Volkes zu ihr noch befestigen.
Die nationalsozialistische Bewegung geht ihren geraden Weg weiter und sie hat im gegenwärtigen Augenblick wirklich keine Veranlassung, die wenig beneidenswerte Lage ihrer schwarz-roten Gegner in irgendeiner Weise zu erleichtern.
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Berlin, 11. Febr. Obwohl die litauischen Schützen den für Donnerstag im Me- melgebiet geplanten Aufmarsch noch nicht durchgeführt haben, ist nach hier vorliegenden Meldungen von einer Beseitigung dieser Gefahr, die den Frieden aufs ernsteste gefährden würde, leider noch nicht die Rede. Im Gegenteil liegen ziemlich bestimmt lautende Meldungen aus dem Meinelgebiet vor, wonach infolge der außerordentlich gesteigerten Tätigkeit der litauischen politischen Parteien im Memelgeb'et ein Ausmarsch in der Zeit zwischen dem 13. und 18. Februar geplant ist. 5VW im Innern Litauens wohnende Schützen haben sich dem litauischen Kriegskommandanten zur „Beseitigung der Memelautonomie" angeboten. Am 6. Februar haben die litauischen Behörden alle diejenigen Beamten beurlaubt, die Mitglieder des Schützenvcrbnndes sind, um ihnen die Teilnahme an Uebungen zu ermöglichen. Zunächst scheint festzustehen, daß der litauische Verband der Landwirtschaft am 13. Februar
einen großen Demonstrationszug, der als „Marsch auf Memel" aufgezogen werden soll, veranstalten will. Die Memelautonomie soll nach den Plänen der geistigen Urheber dieses Demonstrationszuges am litauischen Unabhängigkeitstage, nämlich am 16. Februar, endgültig beseitigt werden. Der ,.Marsch aus Memel" bezweckt weiter, die litauische Regierung zu veranlassen, den Memelländischen Landtag aufzulösen und die noch verbliebenen maßgebenden deutschen Beamten endgültig aus ihre» Stellen zu entfernen.
Unheimliche Zahlen
Im Jahre 1931 sind in Deutschland 707 männliche und 496 weibliche Personen auf verbrecherische Weise ums Leben gekommen. 0349 Frauen und 21285 Männer starben durch Unfälle mit tödlichem Ausgang. 4829 Frauen und 11 863 Männer gingen durch Selbstmord zugrunde. Durch Krankheit starben 406 090 Männer und 299 827 Frauen.
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Wir fordern sein Eingreifen gege» Wenhold
Wir hatten selbstverständlich damit gerechnet, daß die gegnerische Presse, die auch sonst mit allen Mitteln der Verdrehung und Entstellung über uns herfallen würde, um unsere Feststellungen zum Fall Wenhold abzuschwächen. Es kann darum auch nicht un- sere Aufgabe sein, all den Unsinn, und alle die Lügen richtigzustellen und die persön- lichen Verunglimpfungen zurückzuweisen, die man in den letzten Tagen gege nuns aufgetischt hat. Wir können diesen Standpunkt um so mehr einnehmen, als jetzt die bürgerliche Presse gezwungen war, eine Erklärung des Pg. Dr. Backhaus zu bringen, die nur das bekräftigt und bestätigt, was wir vom ersten Tage an behauptet hatten. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
„Ich hatte von Herrn Battermann und seinen Oldcnburaer Freunden einen Sonderauftrag, den ich zunächst erfüllen konnte, und der sich auswirken mußte. Dieses Mandat habe ich ans rein internen Gründen niedergelegt. Die Niederlegung habe ich unter dem 15. Dezember 1931 zweckmäßiger- und loyalerweise dem gegnerischen Verhandlungssührer, Herrn Rechtsanwalt Dr. Lahusen, rein tatsächlich und ohne Angabe von Gründen mitgeteilt. Mit den etwaigen zivilrechtlichen oder strast- rechtlichen Weiterungen des Problems hatte ich an sich nichts zu tun. Meine Nieder- legnna bedeutet daher keinerlei sachliche oder kritische Stellungnahme zu ihnen.
gez. Nechtsanwalt Dr. Backhaus."
Damit beschließen wir fürs erst die Polemik und teilen unserer Leserschaft mit, daß wir uns in unserem Bemühen um Aufklärung dieses Skandals selbstverständlich nicht nur auf diese Veröffentlichungen beschränken, sondern auch in der Bürgerschaft eine Interpellation einbringen werden, die den Senat zu eiw'r Stellungnahme veranlassen wird. Diese Interpellation hat folgenden Wortlaut:
Der Präsident des Landbundes Oldenburg-Bremen. Herr Battermann, erbebt gegen den Direktor der Sparkasse in Bremen, Herrn Wenhold, den schweren Vorwurf der Wechselreiterei. Beihilfe zum Konkursvsrgehen und Bilanzfälschung.
Ist der Senat bereit, als Aufsichtsbehör- de der Sparkasse in Bremen, seinen Einfluß dahingehend geltend zu machen, daß Herr Wenhold sofort zur Disposition gestellt wird, bis der Sachverhalt geklärt ist, zumal die Obsrstaatsanwaltschaft mit der Begründung, es läge ein öffentliches Interesse nicht vor, die Strafverfolgung abgelehnt hat.
Aber auch hiermit ist noch nicht das Notwendige geschehen. Wir hatten schon in unserem ersten Artikel und vor allen Dingen in unseren Veröffentlichungen vor einigen Monaten darauf hingewiesen, daß es uns unerläßlich scheint, der Sparkasse das sich selbst verliehene Recht. Bankaeichafte im weitesten