Ausgabe 
(5.11.1931) Nr. 147
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Ooonerslss, Kovember19Z1 I^r. 147

Morgen, Freilos spriehi

Dr. Goebbels

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Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Natwnaliozialislische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: PapenstratzelS Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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Nationalsozialisten vogelfrei

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Berlin, 5- Nov. Kurz nach Mitternacht wurde in Treptow der sich auf dem Heimkveg befindliche Nationalsozialist Erwin Moritz von zwei bisher unbe­kannten Männern niedergeschossen Polizeibeamte hatten in -er Graetzstrahe beobachtet, wie Moritz von zwei Männern angesprochen wurde und hörten kurz darauf Schüsse fallen- Als fie hinzueilten, fanden sie Moritz durch Kopf- und Brustschuh schwer verletzt am Boden liegend auf- Die Täter waren entkommen. Moritz wurde ins Urban-Krankenhaus überführt, wo er eine Stunde nach der Einlieferung seinen schwe­ren Verletzungen erlag- Es wird vermutet, daß es sich bei den Tätern um Angehörige der kommunistischen Partei handelt.

GA.-Kityrer »rn «ntersrrrHungSgefüngniS noeH SverstMen?

Berlin, 4- Nov- Bei Beginn des sechsten Ver­handlungstages im Kurfürstendamm-Prozeh teilte die Verteidigung mit, dah Graf Helldorf nur beschränkt verhandlungsfähig sei Er sei am Dienstag auf einem Gang des Untersuchungsgefängnisses von acht Kommu­nisten überfallen worden und habe eine Verletzung am Hinterkopf erhalten Einer der Verteidiger Dr. Freister machte darauf aufmerksam, dah sich die NSDAP vorbehalte, gegen die Leitung des Unter­suchungsgefängnisses Schadenersatzansprüche zu stellen, da nicht genügend Vorsichtsmahregeln gegen die Sicherheit des Graf Helldorf getroffen worden seien.

Deuts eher Minister angegriffen

Tumulte im Braunschweiger Landtag

Am Dienstag war der Braunschweigische Landtag der Schauplatz erregter Szenen. Die SPD.--Fraktion machte in unverschämter Weise gegen Pg. Klagges Front. Durch vollkommen unsachliche Angriffe von > Seiten der Sozialdemokraten war erst die richtige par­lamentarische Stimmung geschaffen worden Auf die Anfrage der SPD-, wie der Minister gedenke, die öffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung aufrecht­zuerhalten, antwortete dieser kurz: „Durch Ausrottung

des Marxismus!" ^ ^ ^

Als Minister Klagges im Verlauf seiner Rede erklärte, in seinem Elternhause sei hundertmal mehr gearbeitet worden, und habe hundertmal mehr Är- beitsqeist geherrscht, als in der Familie des marxi­stischen Abg- v. Frankenberg. stürmte dieser mit ge­ballten Fäusten gegen Minister Klagges. Darauf er­hoben sich die Nationalsozialisten von ihren Platzen und drängten ebenfalls zum Präsidium. Der ^u- mult steigerte sich. als auch die Abgeordneten der Linken sich erhoben und nach vorn drängten. Durch das energische Eingreifen des Präsidenten Pg, Zorner wurden Tätlichkeiten verhindert. Abg- v Franken- berg und zwei sich widersetzende Sozialdemokraten wur­den von der Sitzung ausgeschlossen. Die Unruhe auf der Tribüne endigte mit dem Verweis ewiger Zu­hörer. Das Niveau der Aussprache wurde gekenn­zeichnet durch fortwährende sozialdemokratische Zwi­schenrufe, wie elender Verleumder, Schweinehund, Lügner, Mordgesindel und Strolch.

RG.-Mnlrofe zertreten

Brake, 5- November. Nun ist der hier am Sonn­tagabend bei einer Schlägerei durch Kommunisten schwerverletzte Angehörige des Vermessungsschiffes „Meteor" seinen Verletzungen erlegen — Der Ueber- fallene war in eine Wirtschaft gekommen und auf seinen Ruf „Keil Hitler" von Kommunisten über­fallen und schwer mißhandelt worden- Zwei Bier­kutscher, die nachts mit einem Handwagen noch Bier in eine in -er Nähe gelegenen Wirtschaft gebracht hatten, hatten den Ueberfallenen mitgenommen Nach kurzer Zeit hat der Matrose aber seinen Weg zu Fuß fortgesetzt, er ist dann scheinbar nochmal überfallen worden. Genaues läht sich im Augenblick noch nicht sagen, da er, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, gestorben ist- Bisher sind drei Personen, von denen zwei als Haupträdelsführer betrachtet werden, verhaftet worden Weitere Verhaftungen sollen be­vorstehen-

GenM Me FaHnen!

Remscheid, 4 Nov. Am vergangenen Mittwoch wurde Pg. Müller am hiesigen Hauptbahnhof von einer Horde Kommunisten überfallen- Der Vater Pg. Albert Müller, eilte seinem bedrängten Sohne zur Hilfe- Daraufhin schlug ihn ein Kommunist mit einer Steinhacke über den Kopf, daß der 50jährige mit zertrümmerter Schädeldecke bewustlos liegen blieb- Er ist am Sonntag im Krankenhaus gestorben.

«eHerfn« auf RG.-Loka«

Osnabrück, 4. Nov. Einem Trupp Kommunisten war bekannt geworden, daß sich Nationalsozialisten aus Hellern im Gasthof Musekamp in Hellern aufzu­halten pflegten. Die Kommunisten drangen in das Lokal ein, die SA- hatte sich aber in ein Hinter- zimmer begeben, um einem Streit auszuweichen. Die Kommunisten begannen yiun mit dem Wirt einen Streit, da dieser ihnen den Eintritt in das Zimmer der Nationalsozialisten verwehrte. Unsere SA. kam nun dem Wirt zur Hilfe, so daß es zu einer Schlä­gerei kam. bei der einige Personen verletzt und in dem Lokal Schaden angerichtet wurde.

Der Erfolg

ves ^BrnunfMineig-Lages

Aufnahmesperre bei der NSDAP.

von der Pressestelle der Nationalsozialistischen Deut­schen Arbeiterpartei,. Drtsgruppe Braunschweig, wird uns folgendes mitgeteilt: Infolge der großen Zahl von Neuauf­nahmen in den letzten Wochen sieht sich die Drtsgruppe der NSDAP. gezwungen, vom 4. bis 30. November eine Auf- nahmesperre zu verhängen. Neuanmeldungen werden in die­ser Zeit nur für die SA. und in besonderen Fällen entgegen­genommen.

Luinulle in Hotte

Halle, 4- Nov. Während die Polizei das Uni­versitätsgebäude ohne Gewaltanwendung räumen konnte, mußte außerhalb der Universitätsbannmeile, wo es zu stürmischen nationalsozialistischen Kundge­bungen kam, vom Gummiknüppel Gebrauch gemacht werden, um die tausendköpfige Menschenmenge zu zer­streuen. Gegen 21 Uhr wurde berittene Polizei in ungewöhnlich großem Umfange eingesetzt. Trotz des ungewöhnlichen Umfanges der Tumulte wurden nur verhältnismäßig wenige Verhaftungen vorgenommen.

Die Dreiser Verfu«Hsf«Vttlen unv ivir

von Heinrich Scharrelmann-Vremen. vor dem Kriege war Politik durchweg Zache der Berufs­politiker. die sich zum Teil aus den Kreisen der politisch In­teressierten ergänzten. Durch den Weltkrieg und die nach­folgende Nevolution mit ihren unseligen Folgeerscheinungen aber wurde das Interesse an der Politik viel allgemeiner und unmittelbarer. Die Politik fing an ein bis dahin neu­trales Gebiet nach den andern zu erobern, indem sie es oder so zu beeinflussen versuchte.

Auch kulturelle verbände und Einrichtungen gerieten in den letzten Jahrzehnten immermehr in politische Abhängigkeit. Selbst Fragen und Dinge, die von Haus aus garnichts mit Politik zu tun hatten, wurden parteipolitisch infiziert und mußten der einen oder andern Partei Handlangerdienste; leisten, heute liegt die Sache längst so, daß alles und jedes abhängig ist von irgend einer politischen Partei. Theater, Kino. Bibliotheken, jede Kunst, jede Wissenschaft alles ist politisch hörig geworden. Selbst Astrologen und andere fragwürdigen Propheten färben heute schon ihre Zukunfts­enthüllungen je nach dem Parteiprogramm, dem sie folgen oder mit dem sie wenigstens sppathisieren.

wie konnte es zu diesem unglaublichen Ueberwuchern des politischen Einflusses kommen? — Die Lösung des Rät­sels liegt einfach darin, daß sich der Kampf der Parteien mehr und mehr auf eine Front konzentriert, heute ist es den Einsichtigen ja klarer, als es uns vor 20 oder 30 Iahren sein konnte, daß mit und hinter den Parteiprogrammen Weltanschauungen miteinander ringen. Wir Nationalsozialisten waren die ersten, die nachdrücklich auf diese nicht zu leug­nende Tatsache hingewiesen haben. Adolf Hitler hat wie kein anderer erkannt, daß Deutschland nur zwei Wege für die Zukunft hat: Entweder schlittert es mehr und mehr in den Bolschewismus hinein oder aber die aufbauenden Kräfte der Nation sammeln sich um uns zur Abwehr aller kulturzer- störenden, satanischen Kräfte, wie sie sich im Marxismus offenbaren, heute stehen wir dicht vor der großen Entschei­dungsschlacht in dem Weltkriege zwischen Himmel und Hölle, Kultur und Lhaos, Mensch und Maschine. Auf der einen Seite das Heer d»r irregeleiteten Gottlosen, auf der andern alle Gott suchenden und Gott findenden Menschen, dort die durch den Kollektivismus entseelten „Genossen", hier die Familie und volkstum bewußt pflegenden; dort Internatio­nalismus, hier Rassegedanke; dort schmähliches und schwäch­liches „Nie wieder Krieg!", hier Verteidigung des Wehrge­dankens; dort der Irrglaube an die „Masse", hier das Be-l wußtsein, daß nur Männer Geschichte machen können usw.

Es wäre ein Wunder zu nennen, wenn nicht auch dir Schule in diesen Kampf der beiden gigantischen Gegensätze unserer Zeit mit hineingerissen würde. Das Ringen zwischen Marxismus und Nationalsozialismus mit seinen Bundesge­nossen wird heute auch in jeder deutschen Schulstube mit aus-

Ltnsere Ctefiungnahme

zur Erstausführung

Kampf um Kitftih'

finden Eie in» Zinnern des VIatteS

gefochten. Auch die Lehrerschaft ist in zwei feindliche Heer­lager gespalten.

Auch bei uns in Bremen ist's nicht anders als überall. — vor wenigen Tagen wurde vor dem Schöffengericht ein Pro­zeß geführt, der als Symptom der Zeit von allgemeiner Be­deutung ist. Der von unserem Parteigenossen Kreikemeyer verklagte Lehrer Lorbeer wurde wegen Beleidigung verur­teilt. Es ging um die bremischen versnchrschulen. Wir haben