Ausgabe 
(10.2.1932) Nr. 34
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Neue japanische Truppen nach Schanghai

Moskau (über Kowno), 9. Febr. Nach einer amtlichen russischen Meldung aus Tokio hat das japanische Kriegsministerium beschlossen, erneut 15 0V0 Mann nach Schanghai zu ent­senden. Die gesamte Tonnage der japani­schen Flotte ist jetzt für die japanischen Trup­pen gechartert worden, um schwere Geschütze verschiedenen Kalibers nach Schanghai zu verladen.

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BerIin, 9. Febr. Adolf Hitler nahm am Dienstag abend im Sportpalast einen Appell der SA., Gau Berlin-Brandenburg, ab, an dem mehr als 1V 000 SA.-L-ute teilnahmen. Hitler erschien pünktlich um 21 Uhr, von den SA.-Leuten stürmisch begrüßt. Er richtete eine längere Ansprache an die SA. und er­klärte u. «.:

yDie SA. steht und wird durch nichts er- chuttert und durch nichts gebrochen. Es be- tehen keine Meinungsverschiedenheiten zwi- chen dem Führer und den Gauleitern, -.wi­chen dem Führer und dem Stab, Zwischen der SA. und ihren Führern. Es gibt keine in­neren Kämpfe in der nationalsozialistischen Bewegung."

Unsere Grundsätze," so suhr Hitler fort, sind: Nationalsozialismus bis zum Aeußer- stcn, Hingabe des Persönlichkeitswertes im Sinne einer unerhörten Autorität des Füh- rcrgcdankens und Kampfbereitschaft bis zur Selbstopferung. Wir sind heute die größte politische Bewegung, die es in Deutschland je gegeben hat. Wir haben heute nahezu ncun- hnnderttausend Mitglieder und werden Ende nächsten Monats die erste Million erreicht

haben. Jeder Nationalsozialist aber zieht 20 andere zu unseren Ideen hin. Ob wir heute oder morgen die Mehrheit der deutschen Na­tion umfassen, spielt keine Rolle. Der Tag kommt, an dem das deutsche Volk in unseren Reihen stehen wird. Daß unsere Gegner die Bedeutung unserer Bewegung erkennen, sehen wir an dem erbitterten Kampf, den sie gegen uns führen. Wir haben die ersten drei Stadien dieses Kampfes: Verschweigen,- cherlichmachnng und Verleumdung überwun­den und werden auch das vierte Stadium, den Terror, überwinden. Der sog. Eisernen Front stellen wir eine lebendige Front ent­gegen."

Die Reichspräsidentenwahl erwähnte Hitler mit folgenden Worten:Der Entschluß, der getroffen wird, wird zur richtigen Zeit ge­troffen und zur richtigen Zeit bekanntgege­ben werden. Ich weiß, daß in ganz Deutsch­land eine Millionenpartei ausschreien wird über unseren Entschluß und zwar aufschreien in Begeisterung. Wenn irgendeine Bewe­gung mit eiserner Ruhe der Entscheidung entgegensehen kann, dann ist es die unsere allein."

Mission ausgearbeitet habe. Dieser Entwurf entspreche nicht den Erfordernissen des Ta­ges. Er sei lückenhaft und schweige über we­sentliche Punkte. Die deutsche Delegation behalte sich vor, zur gegebenen Zeit der Kon­ferenz Vorschläge zu unterbreiten, die die­sem Mangel abhülfen.

Ich erkläre hiermit, so schloß der Reichs­kanzler, daß Deutschland als vollberechtigtes Mitglied des Völkerbundes vor dieser hohen Versammlung mit allen Nachdruck eintreten

wird für eine allgemeine Abrüstung, die für alle Völker nach denselben Grundsätzen durch­geführt wird und für alle Völker ein glei­ches Maß von Sicherheit schafft. Deutschland wird im Geiste weitgehender Solidarität und Verständigungsbereitschaft aber auch unbe- irrter Energie diesem Ziele zustreben. Es bietet allen Völkern, die auf dieser hohen Versammlung vertreten sind, ehrlich seine Hand zur gemeinsamen Arbeit an diesen» gemeinsamen Werke.

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viGning seSet

Als unser derzeitiger Reichskanzler nach Genf fuhr, haben immerhin einige unver­besserliche Optimisten geglaubt, daß nun­mehr vor diesem Forum zum erstenmal in der Geschichte der deutschen Republik die Dinge beim richtigen Namen genannt wer­den würden. Man hat sich vorgestellt, daß Herr Brüning unter Bezugnahme auf den frechen Einbruch Litauens in das deutsche Memelgebiet die anderen Staaten auf den Wahnsinn aufmerksam machen würde, der in der völligen Abrüstung Deutschlands inmit­ten seiner bis an die Zähne bewaffneten Nachbarn liegt. Es wäre für einen deutschen Kanzler so leicht gewesen, festzustellen, daß die übrigen Staaten die mit Deutschland ein­gegangenen Verträge gebrochen haben und darum Deutschland seiner Handlung frech in der Rüstungsfrage wiedergewonnen hat. Alles das hätte selbstverständlich in der üb­lichen diplomatischen Form vorgebracht wer­den können, aber es hätte eben klar gesagt Werden müssen und was ist nun geschehen?

Der Zentrumskanzler Brüning hat eine theoretische Rede gehalten, die selbst von der Frcmzosendelegation beifällig aufgenommen worden ist. Der Zentrumskanzier hat es fer­tiggebracht, über den Einbruch Litauens in das Memelgebiet zu schweigen, er hat es fertiggebracht, sich in schöngeistigen Ausfüh­rungen über das pazifistische Menschheits­ideal zu ergehen und das unter dem Ka­nonendonner der japanischen und chinesischen Geschütze. Er hat von unzähligen Hoffnun­gen, Wünschen und Zuk'.'nftsabsichten ge- svrochen und das, obwohl Tardieu seine be­wußte provozierende Rede gehalten hatte.

Wir Nationalsozialisten haben vorher ge­wußt, daß ein Zentrumskanzler einfach nicht dazu in der Lage ist, die Belange der Na­tion vor diesem Forum zu vertreten. Herrn Brüning aber trifft die Verantwortung, wie­der einmal eine Gelegenheit verpaßt zu ha den, die sich der deutscheu Außenpolitik bot

um klar und eindeutig die unabdingbaren Forderungen eines 70-Millionen-Volkes zur Geltung zu bringen.art.

Me leßzSe rnAnee veipsSt

Genf, 9. Febr. Heute vormittag verlas der Reichskanzler Brüning auf der Ab­rüstungskonferenz seine große Rede, in der den deutschen Rechtsanspruch auf die allge­meine Abrüstung darlegte. Der erste Teil seiner Rede behandelt die moralische Ver­pflichtung der Völker zur Abrüstung.

Der Kanzler fuhr dann fort: Die wirt­schaftliche Not der Welt beruhe im gegen­wärtigen Zeitpunkt zweifellos in erster Li­nie auf den politischen Zahlirngen und den übertriebenen ungleichen Rüstungen. Die Staatsmänner, die hier versammelt seien, trügen zudem eine besondere Verantwortung auf Grund ihrer der Welt gegebenen Zu­sagen. Ich erinnere daran so erklärte der Reichskanzler, daß die Sieger des Welt­krieges bei Vorlegung ihrer Friedensbedin­gungen ausdrücklich als ihr gemeinsames und feierliches Bekenntnis niedergelegt ha­ben, daß die allgemeine Herabsetzung nnd allseitige Beschränkung der Rüstungen eines der besten Mittel zur Kriegsverhütung sei und daher als eine der ersten Aufgaben des Völkerbundes betrachtet werden müsse.

Die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk forderten nach der eigenen Ent­waffnung die allgemeine Abrüstung. Deutsch­land habe darauf einen rechtlichen und mo ralischen Anspruch, der von niemandem in Zweifel gezogen werden könne. Das deutsche Volk erwarte von dieser Konferenz die Lö­sung des Problems der allgemeinen Ab­rüstung auf dem Boden der Gleichberechti­gung und auf der Grundlage gleicher Si­cherheit für alle Völker. Die deutsche De!e gation könne aber zum Ausgangspunkt der praktiscken Arbeiten nicht den Konventions cntwurf nehmen, den die vorbereitende Kom-

Wir haben gestern in aller Ausführlichkeit über den Fall Battermann berichtet und haben unseren Lesern gezeigt, wie im Ver­lauf von Finanztransaktionen des Herrn Wenhold der Präsident des Oldenburgisch- bremlschen Landbundes in gutem Glauben an die Bremer Sparkasse ein Vermögen von 900 00» Mark verlor. Wenn man uns Na­tionalsozialisten nicht grundsätzlich mit allen Mitteln bekämpfen würde, hätte die bürger­liche Presse sich wenigstens mit dem Mate­rial auseinandergesetzt, das wir veröffent­licht haben. Zunächst schien es auch so, als ob man bei Schünemann großes Jn/eresse zeigte, denn wir können unseren LescKa ver­raten, daß ein Abgesandter des Verlages sich bei uns schonvor Erscheinen der " eitung um einen Bürstenabzug unseres erichtes bemühte und ihn natürlich auch er­hielt. Scheinbar hat man dann die von uns anständigerweise zur Ver'ügung gestellten Unterlagen dazu benutzt, sie schleunigst Herrn enhold zu übermitteln, der nun seinerseits der bürgerlichen und marxistischen Presse eine Erklärung gab, die in ihrer Dürftigkeit auch diesen Herren auffallen mußte.

Aber man will ja sich gar nicht gründlich informieren, denn sonst würde z. B. die We­serzeitung nicht die völlig unsinnige Behaup­tung anfstellcn, daß HerrBattermann im Casino das Wort gegen die Sparkasse ergriffen habe. Schon diese Falschmeldung beweist, wie mangelhaft die ganze Angelegenheit geprüft worden ist. Aber es kommt noch toller. Um unsere Be­weisführung in ihrem Wert herabzusetzen, stellt man weiter die Behauptung auf, P g. Dr. Backhaus sei der Nechtsbei- stand von Herrn Battermann und er habe die Vertretung niedergelegt, offen­sichtlich aus dem Grunde, die Sache sei ju­ristisch nicht zu vertreten. Auch diese Mel­dung ist von der Weserzeitung srci erfunden. Dr. Backhaus ist nie Nechtsbeistand von Herrn Battcrmau gewesen und kann darum auch die Durchführung des Auftrages nie ab­gelehnt haben.

Mit diesen beiden Behauptungen erschöpft sich aber das Kommentar, das die einst so be­deutende Weserzeitung selbst zu geben ver­mag. Die übrigen Behauptungen und Ab­wehrversuche finden wir im gleichen Wort­laut in der'gesamten übrigen Presse, stam­men also von Herrn Wenhold persönlich. Ganz beiläufig wollen wir feststellen, daß die marxistische Volkszeitung sich hier genau wie die Wcscrzeitnng ganz unbesehen für lcihka- pitalistische Interessen einsetzt, aber schließ­lich ist Herr Faust nicht umsonst mit Herrn Wenhold so eng befreundet.

Die Abwehrversuche Wenholds, die nicht ungeschickt formuliert sind, gehen an dem Wesentlichen vorbei und rufen in der Öf­fentlichkeit einen falschen Eindruck hervor. Herr Wenhold behauptet zunächst, daß die Forderung des Herrn Battermann, als sie dem Verwaltungsrat der Sparkasse bekannt wurde, von diesem sofort unter Hinzuzie­hung eines beeidigten Bücherrevisors geprüft worden sei und sich ihre völlige Haltlosigkeit ergeben habe. Zunächst ist es unrichtig, daß der Verwaltungsausschuß sofort zu einer Prüfung geschritten ist. Der Verfasser die­ser Zeilen, hat selbst die Unterhandlungen geführt, die das wochenlange Bemühen des Herrn Battermann um Prüfung seiner Unterlagen nur zu einem Scheinerfolg brachten. Von Herrn Battermann war ge­fordert worden, die in seinem Besitz befind­lichen Unterlagen einzusehen und sich mit den Büchern der Kück A.-G. zu befassen. Die Sparkasse beschränkte sich aber auf Veran­lassung von Herrn Wenhold und zwar nicht sofort lediglich auf die Prüfung ihrer eigenen Bücher, deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit mit der Angelegenheit so gut wie nichts zu tun hat. Unser Angriff er­streckt sich ja auch nur nicht auf die Svarkasse, sondern richten sich gegen Herrn Wenbold, der unter dem S ch utzedesgutenRu» fes der Bremer Sparkasse faule Finanzgeschäfte betrieben Hut. So­weit hierzu Gelder der Sparkasse direkt oder indirekt verwandt wurden, können sie durch­aus ordnungsgemäß ausgebucht worden sein, so daß also eine Prüfung der Bücher der bremischen Sparkasse zur Aufklärung der Vorgänge in Oldenburg unter Umständen nicht das geringste beiträgt. Damit dürfte der erste Teil des Abwehrversuches des Herrn Wenhold als völlig haltlos gekennzeich» net sein.

Mit der von ihm weiter aufgestellten Be­hauptung, Herr Battermann habe am 28. November die von ihm gegen die Sparkasse und ihre Direktoren erhobenen Vorwürfe mit dem Ausdrucke des Bedauerns schriftlich zurückaenommen, steht es noch weit fauler. Herr Wenhold unterschlägt nämlich hierbei der Öffentlichkeit, daß er durch Rechtsau- walt Dr. Lahusen an Battermann mit dem Ersuchen herangetreten war, seine in berech­tigter Empörung ausgesprochenen Beleidi­gungen zurückzunehmen, da man sonst mit ilun nicht über eine Regelung des Falles ver­handeln könne. Wichtig hierbei ist der zweite Teil des Satzes und Herr Battermann hat denn auch, durch seine Notlage gezwungen, den gewünschte» Brief geschrieben, ummit der Sparkasse dann den geschäft-