Ausgabe 
(30.1.1932) Nr. 25
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Trier, 30. Jan. Im Jahre 1931 sind auf der Station Perl (Obermosel) auf dem Wege zur Fremdenlegion festgestellt insgesamt 244 Personen gegenüber 411 im Jahre 1930, dar­unter 99 Jugendliche gegenüber 121 im Jahre 1930. D,e Höhe der Zahl von 1930 ist durch die Neueinstellung mehrerer Regimen­ter in der Fremdenlegion gegeben, für die sich z. Zt. Deutsche anwerben ließen.

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Verlagsort Bremen, Herausgeber: Kurt Thiele Ver ag : Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus. Anzeigenberechnung: hiesige die lvgesp Nonp.-Zeile Rm 0.25. aus.

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Königsberg, 29. Jan. Am Donners­tag abend wurde auf dem Sackheim, einem Königsberger Arbeiterviertel, der 11jährige Schüler Ewald Tonger von vier jugendlichen Marxisten im Alter von 14 bis 17 Jahren überfallen und, da er sich zur Hitlerjugend bekannte, mit einer Eisenstange gestochen. Mit einer schweren Lungenverletzung wurde das Kind Ä. eine Klinik, geschafft..

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Berlin, 29. Jan. Die Festsetzung des Termins für die Reichspräsidentenwahl wird, wie die TU. aus parlamentarischen Kreisen hört, durch den Reichstag selbst erfolgen und nicht durch seinen Ständigen Ausschuß.

Da der 23. Februar, an dem der Reichstag wieder zusammenzutreten beschlossen hat, zu spät für die Festsetzung des Termins für die Reichspräsidentcnwahl ist, wird die Einbe rusung, wie die TU. weiter hört, erfolgen, sobald die Bemühungen um die Kandidatur Hindcnburgs abgeschlossen sind. Reichstags Präsident Löbe wird dann den Reichstag nur zum Zwecke der Bestimmung des Wahlter­mins sofort einberufen, da ja aus der Mit­teilung der Parteien, die di? Kandidatur Hindenburgs unterstützen, hervorgehen dürs­te, daß nunmehr eine Mehrheit des Reichs­tags leine Einvrruiunz wünscht.

Der unter Leitung oes Berliner Ober­bürgermeisters Dr. Sahm stehende Ausschuß zur Vorbereitung der Kandidatur Hindcn­burgs glaubt, wie man weiter aus parla­mentarischen Kreisen erfährt, am Montag mit seinem Aufruf an das Volk vor die Öf­fentlichkeit treten zu können. Theoretisch würde also eine Einberufung des Reichstags schon für die übernächste Woche möglich sein. Da sich jedoch der Reichskanzler zu dieser Zeit in Genf aufhalten wird, so wird voraussich!- lich ein etwas späterer Termin für den Zu­sammentritt des Parlaments gewählt werocn müssen.

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Berlin, 27. Jan. Ein Berliner Blatt be­richtet über bevorstehende Umänderungen in der Organisation der gesamten Arbeitslosen­versicherung und erklärt, daß die entsprechen­den Pläne des Reichsarbeitsministsriums auch bereits im Kabinett erörtert worden sei­en. Wie von zuständiger Stelle hierzu mit­geteilt wird, liegen noch keine Pläne vor, die auf eine Aenderung des bisherigen Zustan­des schließen lassen. Offenbar handelt es sich hierbei um bereits vor einiger Zeit von dritter Seite stammende Empfehlungen, die auf eine Vereinheitlichung der gesamten Ar- beitslosenfürsorge hinzielen.

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Das auchnationale Lager, in dem das Zen­trum nach dem mißglückten Versuch Dr. Brünings in den letzten, Wochen ensig tätig war, macht nun richtig inHindenburg- front". Männer, die im politischen Leben Deutschlands gar nichts bedeuten, Interessen­ten der bankerotten Systempartsien, jüdische Kommerzienräte usw. haben sich zu einem Aufruf zusammengetan, um eineVolks"- wahl für den Mdmarschall zustande zu brin­gen. Die politische Bedeutungslosigkeit die­ser Herrschaften ist gleich proportional ihrer Anmaßung. Sie haben scheinbar noch immer nicht begriffen, daß das seelische Leben der Nation über sie längst hinweggegangen ist, daß sie nur noch Versteinerungen darstellen, die dadurch nicht lebendig werden, daß sie in der schwärzesten Systempresse wieder einmal gedruckt dastehen.

Ob gewollt oder nicht, sie alle sind vorge­schobene Posten der frankophilen Erfüllungs­politik des bankerotten Zentrums, das sich jedenfalls schon selbst so kompromittiert hat, daß es gar nicht mehr wagt, offen vor die Nation zu treten, weil jedermann heute in Deutschland weiß, daß es um nichts anderes mehr geht als um die unsittliche, den Ge­samtmarxismus aufzüchtende Herrschaft des Zentrums über das deutsche Volk. Im Juli 1917 verbündete sich dieses Zentrum offen mit den Dittmanns und Schsidemanns, im November 1918 pflückten beide Parteien die Früchte ihres Verrats und besetzten alle er­reichbaren politischen Pfründen.

Ein politisches Falschspiel nie gesehenen Ausmaßes setzte ein: Einerseits schickt das Zentrum das rote Untermenschentum gegen die deutsche Freiheitsbewegung vor, anderer­seitshetzt" es gegen Bolschewismus und Gottlosenverbände, betont seinNationalge­fühl" und preist sich als Hort des Christen­tums an. Man hoffte mit Hilfe dieses in­famen Spiels den deutschen Nationalwillen auszurotten und die deutsche Nation für im­mer zu einem Volk dritten Ranges zu stem­peln, ja bezeichnete es als religiöse Aufgabe, die Bildung eines deutschen Nationalstaates zu verhindern, wie Dr. Moenius, ein beson­derer Bewunderer Dr. Brünings.

Nun versucht das den Bolschewismus groß­ziehende volksverräterische Zentrum die nicht alle werdenden Auchnationalen vor seinen Karren als Schlepper zu spannen mit der Absicht, das erwachte Deutschlandvor vol­lendete Tatsachen" zu stellen. Zuerst also die frommen Zentrumsbürgermeister, parteilose Äriegervereine, geschäftige Rechtsgelehrte lind wenn diese alle unter einen großen schwarzen Hut gebracht sind, dann sollen sich die anderen Truppen von derEisernen (Mord-) Front" hinzugesellen. Noch werden diese nicht genannt, es wäre peinlich, gleich am ersten Tage Herrn Sahm neben Emil Barth, Herrn von Cramer-Klett neben Ditt- mann, General Graf Bothmer neben Crispien. Frau Gertraud Wolf neben Toni Sender aufmarschieren zu lassen. Aber diese alle ha­ben sich schon angeboten,das kleinere Uebel" (Hindenburg) zu wählen und der fromme Prälat Kaas, Vorkämpfer für die Rheinische Republik, dankt lächelnd seinen bewährten

Hilfstruppen. Es ist doch für ihn wirklich verlockend, etwa gar noch den Kyffhciuserbund neben das Reichsbanner Schwarz-Rot-Mord hinzustellen, Hörsing, Höltermann und Künst­ler neben dem General von Horn (oder gar neben Seldte und Duesterberg) vor dem Zentrumsoberbefehlshaber stehen zu sehen alles für die Festigung der Dauerherrschaft der getreuen Nachfolger Matthias Erzder- gei-s..

Die Stellung des nationalen Deutschlands zu diesem üblen Spiel ist ganz eindeutig:

Wir lassen uns nicht vorvollendete Tat­sachen" stellen.

Wir stehen nicht ineiner Front" mit den Dittmanns und Crispiens.

Wir haben nicht 12 Jahre gegen die volks- verdcrbende schwarze Herrschaft gekämpft, um die gleiche Joung-Koalition im Sattel zu er­halten.

Wir haben das Vertrauen, daß auch der Reichspräsident von Hindenburg sich nicht ge­gen das erwachende Deutschland zu Nutz und Frommen der Dittmanns und Crispiens miß­brauchen läßt.

Die Nationalsozialistische Volksbewegung, hinter der heute allein 15 Millionen deutsche Wähler stehen, wird sich nicht bluffen lassen und diesen anmaßenden politischen Geschäfte­machern im Namen des deutschen Volkes die ihnen gebührende Antwort erteilen.

Wir warnen deshalb alle Deutschen, den Bemühungen des schwarzroten Systems noch weiter Beachtung zu schenken und sich als Marionetten gebrauchen zu lassen. Die Präsidentenwahl ist eine der wichtigsten po­litischen Lebensfragen, es ist deshalb absurd, gerade sie angeblich durch einunpolitisches" Gremium entscheiden zu wollen, hinter dem sich aber doch nur der schwarze und rote Mar­xismus verborgen halten, um nach gelunge­ner Uebertölpelung ihren Ausrottungskampf gegen die deutsche Wiedergeburt mit verdop­pelter Stärke weiter zu führen.

Der Nationalsozialismus wird sich die Ent­scheidung nicht aus den Händen winden las­sen und den ganzen Spuk dieser abgetakelten Politischen Zeitgenossen vertreiben. Im Voll­bewußtsein, heute allein legitim das Deutsch­land der Zukunft zu vertreten, wird er sich nicht scheuen, zu gegebener Zeit offen vor allem Volk seine Entschlüsse bekanntzugeben und wird nicht hinter dem dicken Rücken unpolitischer Herren" Parteigeschäfte eines bankrotten Systems besorgen, wie es Zen­trum undEiserne Front", schuldbewußt und vor der Abrechnung zitternd, heute zu tun bemüht sind.

Deutschland hört heute auf Adolf Hit­ler.

Dowgalewski bei Laval

Moskau (über Kowno), 30. Jan. Nach einer amtlichen Mitteilung des Volkskom­missars für auswärtige Angelegenheiten empfing der französische Ministerpräsident Laval den russischen Botschafter Dowgalewski und hatte mit ihm eine längere Unterredung über die Fortsetzung der Verhandlungen über einen russisch-französischen Nichtangriffspakt.

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Schanghai, 29. Jan. (Draht) Japa­nische Truppen haben am Donnerstag die Ehinesenstadt von Schanghai, Chapei, besetzt«

London, 29. Jan. (Draht) Britischen Meldungen aus Schanghai zufolge nahmen «.«Panische Kriegsschiffe das chinesische Fort Wusung unter Feuer, nachdem angeblich die Chinesen vorher die Feindseligkeiten eröffnet iiaben.

Berlin, 29. Jan. (Draht) Die Lage im Fernen Osten hat sich in den letzten 24 Stun­den außerordentlich zugespitzt. Wie zahlreiche Telegramme aus Washington, London, Schanghai und Tokio erkennen lassen, hat die japanisch-amerikanische Spannung durch den Einmarsch der Japaner in Schanghai einen Grad erreicht, der zu ernsten Befürch­tungen Anlaß gibt. Die Amerikaner setzen ihre Bemühungen fort, Englands Unter­stützung gegen die Landung der japanische« Truppen in Schanghai zu erhalten.

Am Donnerstag abend wurde in Washing­ton an höchster Amtsstelle erklärt, daß die Vereinigten Staaten sich schärfstens jedem ja­panischen Versuch widersetzen würden, die internationale Niederlassung in Schanghai zu besetzen. Gegen die Besetzung des chinesi­schen Viertels in Schanghai wurden in ame­rikanischen Regierungskreisen ebenfalls scharfe Bedenken geäußert. Auch in London wird die Lage als sehr ernst bezeichnet, um so mehr, als man sich völlig darüber im klaren ist, daß Washington eine Verletzung der chinesischen Hoheitsrechte durch Japan nicht dulden wird. In englischen Politische« Kreisen will man wissen, daß Washington den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Tokio für den Fall erwägt, daß eine Einigung in absehbarer Zeit nicht zustande kommt.

Die aus Tokio vorliegenden Meldungen lassen auf ein Einlenken Japans vorläufig nicht schließen. In maßgebenden Kreisen in Tokio wird erklärt, daß wirtschaftliche Gegen­maßnahmen Amerikas zum Abbruch der dip­lomatischen Beziehungen führen müßten. Es wird allerdings bezweifelt, daß Amerika Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebist trifft, da die Vereinigten Staaten ein größe­res Interesse an der amerikanischen Ausfuhr nach Japan hätten als Japan am amerika­nischen Markt.

KNMSSSÄSSSSg ÄS5kDeiMeIs 15

vom «st SZSZE-WSSSKN

Genf, 29. Jan. Nach mehrstündiger Aussprache beschloß der Rat auf Grund des chinesischen Antrages, das offizielle Verfahre« des Artikels 15 einzuleiten. Die chinesischen und japanischen Vertreter wurden ersucht, entsprechend den W 1 und 2 des Artikels dem Generalsekretär des Völkerbundes sofort eine erschöpfende Darstellung der Streitlage und der einschlägigen Beweisstücke zu über­mitteln, auf Grund deren der Generalsekre­tär in den nächsten Stunden dem Rat Vor­schläge für das Verfahren machen soll.