Ausgabe 
(29.1.1932) Nr. 24
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Berlin, 29. Jan. Nach dem Wochenbe­richt der Bank von Frankreich, ist der Kapi- talzuflnß nach Frankreich und die Rückkehr französischer Kapitalien aus dem Ausland be­trächtlich gestiegen. Der Bericht erwähnt, daß der Goldbestand in Franken um 15 Milliar­den gestiegen, die Golddeckung, die gesetzlich 35 d. H. betrage, von 53,03 v. H. auf Kt),57 v. H. gestiegen sei.

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, Die NSDAP, hat in der Reichspräsiden­tenfrage die Schlüsselstellung zur ganzen zu­künftigen Entwicklung in Deutschland, und aus dieser Stellung wirb sie sich auf keinen Fall herausdrängen lassen. Das System, das mit seinem baldigen Sturz rechnen mutz, ver­sucht jetzt, nachdem die parlamentarische Schiebung um Hindenburg restlos gescheitert ist, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln die Verteidigungslinie zu halten.

Der liberale Bürgermeister von Pleite- Berlin, Sahm, und Zeppelin-Eckener, der geWitz ein hervorragender Pionier der Luft­fahrt ist, von dem wir aber politisch nichts wissen und erwarten können, die beiden bil­den jetzt einen Ausschutz zur Hindenburg- wcchl.

Der größte Wunsch des Reichskanzlers ist es, noch einmal mit Hilfe der Verbrüderung der weichen Mitte mit der zu allem bereiten, klebenden Linksbonzokratie, die altbewährte schwarz-rote Diktatur über Deutschland zu ver­längern. Und jetzt bemüht er sich sogar da­bei noch um Herrn Goerdeler, der sich lieber eingehender mit dem Preisesenken abgeben sollte.

Es ist ein bittertrauriges Spiel, das liier um den Feldmarschall geführt wird, und mir möchten nur wünschen, ein grotzsr Teil des Volkes wartet täglich darauf, datz der Sieger von Tannenberg der alte geblieben sein möge, und durch ein persönliches Eingreifen jetzt endlich Schluß mit dem jämmerlichen Kuhhandel macht!

Wenn heute gewisse Kreise geneigt sind, sich für die dunklen Geschäfte Brünings und der „Eisernen Front" benutzen zu lassen, so dokumentieren sie uns damit nur ihren eigentlichen Wert.

Die Brüning-Diktatur wird von der Mehrheit des Volkes abgelehnt, Adolf Hitler hat dem Kanzler offen erklärt, „keine Regie­rung hätte es schlechter machen können". So­lange die Kuppelung Brüning-Hindenburg besteht, solange mit Hindenburg auch Brü- ning bleiben soll, solange denken wir nicht im geringsten an eine Wiederwahl des Reichspräsidenten.

Und weil Brüning, zur größten Veunru higung des Volkes, keine Anstalten macht abzutreten, darum werden wir wählen und siegen, darum wird das Volk zeigen, daß der Nal'^" ozialismus das neue Antlitz der Inhalt Deutschlands ist.

Möchte man aber diese Wahl hintertrei ben, so zitieren wir dazu das Gsebbelswort das er jetzt in Bremen aussprach:

„Verfassungsmäßig können die Wahlen nicht verschoben werden. Wer sie verschiebt handelt illegal. Die Legalität steht dann bei der Opposition!"

Und davor wird man sich Wohl hüten!

—quen.

Die NSK. veröffentlicht einen umfang­reichen Brief Adolf Hitlers an den Reichs­kanzler als Antwort auf dessen Brief an Hitler. Hitler widerspricht der Darstellung des Kanzlers, es fei beabsichtigt gewesen, die Amtsdauer des Reichspräsidenten im „Wege der Gesetzgebung" um eine gewisse Zeit zu verlängern. Richtig ist, daß der Reichstag die Amtsdauer des Reichspräsidenten auf sieben Jahre, also auf die gesetzlich vorgeschriebene Amtsperiode habe verlängern sollen. Es sei unverständlich, wie der Kanzler der Ansicht ein könne, datz damit der verfassungsmäßig Izestimmte Hergang der Wahl des Reichs­oberhauptes nicht verlassen werde. Wenn eine Reichstagsmehrheit das Recht besitzen ollte, die Amtsdauer des Reichspräsidenten zu verlängern, dann dürfte genau so eine andere Mehrheit das Recht haben, sie abzu­kürzen. Die unausbleibliche Folge einer par­lamentarischen Amtszeitverlängerung wäre eine unabsehbare Herabminderung des An-

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sehens und des Einflusses eines vom Par­lament abhängig gewordenen Reichspräsi­denten.

Der Führer geht dann auf die politischen Ausführungen des Kampfes ein und schreibt:

Zu ihren Auslassungen, Herr Reichskanz­ler, über die politischen Gründe, die mich als Führer der nationalsozialistischen Bewe­gung zwingen, bei aller Verehrung für die Person des Generalfeldmarschalls Ihren Ver­such abzulehnen, erlaube ich mir folgendes zu bemerken:

Sie sehen in den Argumenten, die wir sür unsere Ablehnung Ihres Vorschlages vorzubringen haben, eine unsachliche, aus rein parteipolitischen Interessen heraus be­dingte Einstellung, während Sie zum Unter­schiede davon für sich allein das Recht in An­spruch nehmen, nach „vaterländischen" und ähnlichen Gesichtspunkten zu handeln. Herr Reichskanzler, darf ich mir dann die Frage erlauben:

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Haben Sie vor 7 Jahren, als das Zen­trum die Wahl Hindcnburgs zum Reichs­präsidenten aus das schlimmste bekämpfte, und dem Generalfeldmarschall eine wirk­lich alles andere als „geschichtliche Gestalt" als Gegenkandidaten entgegenstellte, da­mals Ihre Stimme Herrn Marx gegeben, ebenfalls aus vaterländischen Erwiigun gen oder aus parteipolitischen? Oder sollte Ihrer Meinung nach vor 7 Iahren das vaterländische Interesse gegen Hindenburg gesprochen haben und erst heute dasür?

Herr Reichskanzler, Sie haben die rein persönliche Auffassung, daß heute Ihr par­lamentarischer Versuch eine nationalpoli­tisch notwendige Tat sei, und ich habe die Ueberzeugung, daß die nationalpolitisch wichtigste Handlung die Beseitigung des heutigen Systems ist.

Sie schreiben in Ihrem Briefe, daß Sie zur „Steuer der Wahrheit" meinen „Theo­rien" durch den Hinweis auf die Tatsachen entgegentreten mützten.

Herr Reichskanzler, ich habe Ihren Brief

jetzt vielleicht schon ein Dutzendmal durchge­lesen, aber ich suche vergebens diese „Tat­sachen", deren Anführung anscheinend wohl vergessen wurde. Sie sagen, datz Sie es vom „vaterländischen Standpunkt" aus auffällig finden, datz ich die Hauptursache der deut­schen Not auf unsere parteipolitischen Ver­hältnisse zurückführe. Herr Reichskanzler! Fürst Bismarck, der doch fraglos auch einen vaterländifchen Standpunkt einnahm, und gerade deshalb vom Zentrum angehatzt und auf das furchtbarste befehdet wurde, hat insbesonders, soweit es sich um die Par­teien bandelt, die Ihre tragenden Kräfte, Herr Reichskanzler, sind, die ganz gleichen Auffassungen über diese parteipolitischen Hauptursachen der deutschen Not gehabt.

Dann schreiben Sie — auch sehr wenig „tatsächlich" —, datz nach „fast allgemeiner Auffassung" ein „außenpolitischer Tatbe­stand" für unsere Not der Versailler Ver­trag sei, mit seiner politischen und wirtschaft­lich-finanziellen Ungerechtigkeit und Unver­nunft, der sowohl unsere deutsche Not, als auch die Weltnot verursache.

HSe? WM ÄGSM SSs VEYZMZSS?

Sehr richtig, Herr Reichskanzler! Aber zu einem Versailler Vertrag wäre es nie ge­kommen, wenn nicht die hinter Ihnen stehen­den Parteien des Zentrums, der Soziatdemo- kratie und der Demokratie das alte Reich ausgehöhlt, zerstört und verrate» hätten, wenn sie nicht die Revolution vorbereitet, durchgeführt oder zumindest akzeptiert und gedeckt hätten. Nicht ich, Herr Reichskanzler, habe jemals im Versailler Vertrag eine mög­liche Basis für das Leben unseres Volkes oder das Gedeihen der Wirtschaft gesehen, aber die hinter Ihnen stehenden Parteien haben durch die Unterzeichnung dieses Ver­trages seine Erfüllung zumindest als mög­lich vorgetäuscht. Derjenige, der als erster in Deutschland in unzähligen Massenver­sammlungen gegen diesen Vertrag Stellung nahm, war, um ^geschichtlichen Verwechslun­gen vorzubeugen", ich, nicht Sie. Die un­

erbittliche Handhabung aber dieses Vertra­ges, die, wie Sie meinen, in den ersten fünf Jahren jeden deutschen Wiederaufbau zer­störte, wäre ganz unmöglich gewesen, wenn nicht gewisse „deutsche" Parteien zu jeder Erpressung Schmach und Schande ihre Zu­stimmung gegeben hätten.

Ich gehe daher nicht „an den außenpoli­tischen Verhältnissen vorbei", auch nicht an dem dadurch geschaffenen „Sachverhalt", son­dern ich mache diejenigen verantwortlich, die durch ihr Wirken diese Verhältnisse ent­weder schufen oder zumindest begünstigten. So wie Bismarck einst die alte freisinnige Partei überwinden mußte, um Deutschland zu schmieden, müssen Ihre Parteien, Herr Reichskanzler, vernichtet werden, um Deutsch­land zu retten.

Herr Reichskanzler! Sie rede» von „sach­

kundigen Männern aller Länder" und ver­suchen diese gegen uns auszuspielen. Wolleu Sie etwa auch die Gutachten jener „Saa> verständigen" anführen, die erst den Dawes- pakt und dann den Aoung-Plan dem deut­schen Volk ausgeschwätzt haben, indem sie se­gensreiche Wirkungen für uns und die übrige Welt aus diesen „Verträgen" voraussagten? Herr Reichskanzler, nicht Ihre Sachverstän­digen haben die Entwicklung richtig prophe­zeit, sondern wir. Ich bin jederzeit bereit, die „Gutachten" Ihrer „Sachverständigen" unseren damaligen Warnungen angesichts des ganzen deutschen Volkes gegenüberzu­stellen. Selten wurden in einer für Deutsch­land furchtbareren Weise Gutachten von Re­gierungssachverständigen durch die Tatsachen widerlegt. Die heutige Katastrophe, Herr Reichskanzler, haben wir seit Jahren vorbei-» gesagt, dafür wurden wir von Ihnen und Ihren Parteien als „staatsgefährliche Phan­tasten" verschrien.

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Herr Reichskanzler! Sagen Sie aber, daß auch eine andere Reichsregierung auf Ihren Wegen weiter fortschreiten müßte, so billige ich Ihnen von Ihrem Standpunkt aus die Notwendigkeit einer solchen Einstellung zu: Wie jeder Feldherr, und mag er noch so viele Niederlagen erlitten haben, immer noch über­zeugt sein wird-, daß es ein anderer nicht hätte besser machen können. Die Geschichte zeigt aber, daß es doch ein Unterschied ist, ob in einer an sich verzweifelten Situation ein Herzog von Braunschweig die Armee führt oder ein Gneisenau.

Endlich ermähnen Sie uns noch, zu be­denken, daß außenpolitische Erfolge nur zu erzielen find durch die Geschlossenheit, mit der sich die Nation hinter ihre Unterhänd­ler stellt.

Herr Reichskanzler! Gewiß gab es eine Zeit, da war es die Pflicht jedes anständigen Menschen, sich hinter die Wahrer der deut­schen Interessen zu stellen, die damals auf dem Schlachtfelde verteidigt wurden. In die­ser furchtbarsten Zeit haben aber jene Par­teien, auf die Sie sich heute stützen, diese Lehre überhaupt nicht befolgt!

Heute handelt es sich nun darum, diesen Saboteuren der deutschen Widerstandskrast endlich die Seele der Nation aus höchstem „vaterländischem Interesse" zu entreißen.

Sie können von uns nicht erwarten, Herr Reichskanzler, daß wir etwa den Aoung- Plan decken, dessen Erfüllung Ihre Parteien als einen entscheidenden Fortschritt beju­belten, wir aber von Anfang an als Wahn­sinn erkannten. Sie können auch heute nicht erwarten, daß ein wirklich verantwortungs­bewußter Deutscher zu Vorgängen Ja und Slmen sagen wird, die nach aller menschlichen und geschichtlichen Erfahrung ein Volk nur in weiteres Unglück stürzen müssen. Ich zweifle keinen Augenblick, Herr Reichskanz^ lcr, daß, wenn Friedrich der Große, Freiherr vom Stein oder Bismarck verdammt wären, die Politik der letzten 13 Jahre als simple Staatsbürger zu verfolgen, sie nicht, in Ihrem zentrümlich-demokratisch-marxistische«