Ausgabe 
(26.1.1932) Nr. 21
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Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u, kostet RM, l.90 frei Haus. Anzeigenberechnung: hiesige die Ivaesp Nonp.-Zeile Rm 0.2S. au«. Nationalsozialistische Zeitung. Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im wärts Rm, 0,3». im Textteil die 4gespalt. Textzeile Rm. 0.80. aus­Redaktion: Papenstr. 15 Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung. Streik, Verbot. Aussperrung wärts Rm. 1,. Stellengesuche u. Familien-Anzeigen Rm. 0,10. bis Freitag von I? bis 19 Uhr. Fernsprecher Domsheide 2SL7L usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugspr. Kleine Anzeigen Rm. 0.15. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.

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Die gewaltige Kundgebung, die das deutsche München soeben mit der großen Rede Adolf Hitlers erleben konnte, war mehr als die Antwort an Herrn Brü- ning, sie war eine vernichtende Abrech­nung mit dem System, zu dessen Vertei­digung sich der Reichskanzler in seiner mehr als schwachen Entgegnung gezwun- geu sah, sie war ein überwältigendes Ge­ständnis des deutschen Menschen zum oeuen Deutschland unter der Fahne der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung. Im Gegensatz zurdeutschen" Presse brin­gen wir heute den Wortlaut der großen Abrechnung unseres Führers, um damit klar und eindeutig die Richtung unserer letzten Wegstrecke zu kennzeichnen.

Die Schristleitung. «»

Adolf Hitler ging in seiner Rede von der Erklärung des französischen Ministerpräsi­denten Laval aus, daß Frankreich nicht ge­willt sei, auf etwas zu verzichten und von einem Plane abzugehen, der die freiwillige Unterschrift Deutschlands trögt. Wir Na- tionalsoz. haben schon damals vor 2 Jahren darauf hingewiesen, daß der bloße Versuch einer Durchführung des Joungplanes zu einer völligen Zerstörung der deutschen Wirt­schaft führen müsse. Wenn es Tatsache ist, daß dieser Plan undurchführbar und un­erfüllbar ist, so ist es aber auch ebenso Tat­fache, daß dieser heute nunmehr auch von der ganzen übrigen Welt als unerfüllbar be­zeichnete Plan von Deutschland als rechtsgül­tig anerkannt worden ist. Ich betone, daß wir schon damals im Namen des deutschen Volkes die Rechtsgültigkeit nicht anerkannt haben, und daß, wenn wir Gelegenheit zur Aufklärung gehabt hätten, die ganze Nation ihn schon damals einmütig verworfen hätte Unsere Kritik der Notverordnungen wurde als Illusion bezeichnet und nur wenige Wochen sind seitdem vergangen. Nun frage ich Sie, wer hat sich auf dem Gebiet der Illusionen bewegt, wir oder die Männer der Notverordnungen? In der Antwort des Herrn Reichskanzlers wird uns entgegen­gehalten: Ja, Sie könnten auch nichts an­deres machen als wir heute. Halt! Herstellt euch! Wir haben nicht nötig, das zu tun. was die anderen heute machen. Aber seit anderthalb Jahren sehe ich, daß sich die an­deren sich mit unseren Ideen beschäftigen', sie sind nun gezwungen, das zu beginnen, was wir seit vielen Jahren gefordert haben. Aber es ist etwas anderes, ob ein Mensch musi­kalisch ist, oder ob ein anderer der eine Vio­line zur Hand nimmt, nun auch spielen kann. Ich bestreite, daß es ihnen möglich ist, sich auf Gebieten zu bewegen, die unsere waren und sind. Wo sie versuchen, sich frem­des Geistesgut anzueignen, sehe ich Schritt für Schritt die Beschränktheit und Stümper- haftigkeit dieser Versuche. Wenn die heuti­gen Politiker sagen, es sei der Beweis der Fähigkeit des deutschen Volkes, daß es trotz­dem diesen Winter überlebt, so glauben auch

wir, daß es nicht nur diesen Winter, sondern jeden Winter überdauerte, weil wir glauben, daß es das heutige System überwindet."

Adolf Hitler fchälte in großen Zügen die politischen und wirtschaftlichen Ursachen der heutigen Katastrophe heraus und stellte fest, daß es unmöglich sei, diese Ursachen zu be­seitigen, wenn man nicht die persönlich Schuldigen beseitige.Die Weltkrise ist da, aber nicht unverschuldet. M« Menschen, die sich heute auf sie berufen, haben ein gerüttelt Maß an Schuld, daß sie eingetroffen ist. Ich glaube, daß es Völker gibt, die in der Lage sind ihr zu begegnen. Aber Deutschland ist so weit gebracht worden, daß es anscheinend als Opfer auf der Strecke bleiben foll. Ist an dieser Weltkrise jemand schuld, oder ist sie ein Verhängnis, das ist die Frage. Ist sie ein Verhängnis, dann ist Deutschland ver­loren. Glaube ich aber an die andere Mög­lichkeit, dann ist der erste Schritt zur Besse­rung die Beseitigung der Schuldigen. Sie

sagen: Schuld ist Versailles. Jawohl! Wer ist schuld an Versailles? der verlorene Krieg! Wer ist aber schuld am verlorenen Krieg? (Stürmischer Beifall!) Wer ist schuld an Versailles?! Immer wieder trifft den Men­schen der Fluch der Tat. Wäre die Kata­strophe nicht gekommen, sondern der Erfolg, wären dann auch die Vertreter von Weimar gekommen und hätten gefagt: Wir haben keine Schuld daran? Warum du stirbst ist einerlei, wesentlich ist, daß du nicht die Kraft hattest, dein Leben zu bewahren. So ist es auch im Leben der Völker. In dem Augen­blick als man die Revolution begann, war alles weitere eine zwangsläufige Folge­erscheinung. Am 9. November 1918, am Tage der Revolution, wurde auch die Kriegsschuld­lüge mit aus der Taufe gehoben. Hier in Berlin, nicht in Paris. Die Revolutionspar­teien brauchten die Kriegsschuldlüge, um einen Rechtsgrund für die eigene Revolte zu besitzen. Und die Parteien, die in Ver­

sailles den ersten Paragraphen unterzeich­net haben, haben damit ihr eigenes Handel« in der Heimat motiviert. Aus einem inner­politischen Verbrechen heraus hat die Koali­tion von Sozialdemokratie, Zentrum und demokratischem Bürgertum Deutschland vor der ganzen Welt belastet. Die Schuldigen, die sich selbst als schuldig priesen, verfielen der Entwaffung. Indem man die Nation wehrlos machte, gab man sie auch der wirt­schaftlichen Ausplünderung preis. Erst mach­ten sie Revolution, weil Deutschland und seine Regierung schuld sei am Kriege. Dann Anerkennung der Krisgsschuldlüge als Basis des Friedensvsrtrages, dann Entwaff­nung als Folge der festgestellten Kriegs­schuld. Dann Zahlung Deutschlands für die Kriegsschuld als Folge der Kriegs- schuld und vollständiger Wehrlosigkeit derNa- tion. Nicht Versailles ist schuld, sondern euere Parteien. Und daher müssen sie zuerst vernichtet werden. Wo bleibt heute die Ministerverantwortlichkeit?

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Herr Brüning ist überzeugt, die Konferenz in Lausanne werde Deutschland erlösen. Ich weiß nicht, ob Lausanne stattfindet. Ich weiß nur, daß, wenn diese Konferenz Deutschland erlösen würde, sie bestimmt nicht stattfindet.

So wie die anderen Deutschland in zwölf Jahre vernichteten, hätte man es in zwölf Jahren auch wieder aufbauen können. Wenn meine Gegner sagen, wir räumen den Platz nicht mehr, auf den wir gestellt sind, so muß ich ihnen erwidern: Die Männer von Ver­sailles können nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung nicht die Männer der deut­schen Zukunft fein. Wenn sie sagen, wir räu­

men das Feld nicht, weil wir verantwortlich sind, dann fragen wir: Wem seid Ihr ver­antwortlich? Der Nation!? Fragt sie doch! Sie wird Euch Euer Urteil ausstellen. (Donnernder Beifall.) Aber Ihr fürchtet das Volk als Richter! Oder seid Ihr verantwort­lich Eueren Parteien? die sind nicht Deutsch­land!

Wir versprechen nicht, daß heute oder mor­gen die Wendung kommen wird, aber wir versprechen, daß wir die Ursachen des Ver­falls beseitigen werden. Die Männer, die für die Pleite verantwortlich sind, müssen mit der Pleite auch verschwinden.

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Solange es eine Menschengeschichte gibt, ist noch nie eine Unterschrift eines Volkes unter ein Versklavungsdokument gelöscht worden, bloß aus der Erkenntnis der Un- erfüllbarteit der Forderung. Immer noch hat das politische Wollen das durchstrichen, was politische Unfähigkeit vorher unter­zeichnete.

Gibt es ein Volk der Weltgeschichte, das in seiner schwersten Stunde sein Schicksal einer Demokratie anvertraut hat? Deutsche Auflösung, deutsche Selbswernichtung, das sind Frankreichs Forderungen. Es muß im deutschen Volke weg die Internationale in ieder Form, die Demokratie und der Pazi­fismus. Voraussetzung/zur deutschen Freiheit ist eine Entwicklung Derjenigen Kräfte, die unzertrennlich verbunden sind mit dem Sein und dem Wesen des ^deutschen Volkstums. Wenn das deutsche Vo)k sich nicht selbst ge­funden hat. was es ijimer noch verlogen. Aber wir dürfen nichts nur das Gift des Pazifismus und Internationalismus austil­gen, sondern die Parteien, die ihre Träger sind. ^ / Y ^

Voraussetzung zu einer Wiedererhebung ist allem die innere Regeneration unseres Volkes. Was die anderen zerstört haben, bauen wir Stück für Stück wieder auf: Eine neue Volksgemeinfchaft. In ihr ist das be^te Deutschland aus allen seinen Schichten ver­eint und marschiert heute in unseren Reihen. Wenn es nicht das Beste wäre, wie hätten wir dann aus" sieben Mann 15 Millionen werden können? Wenn diesen Geist, der heute 15 Millionen Deutsche beherrscht, schon heute ganz Teutschland besäße, dann ständen wir heute anders da.

Wenn Ihr sagt, wir Nationalsozialisten wollten die Kontinuität der jetzigen Politik auch in der Zukunft erhalten, dann erwidere ich: Nein, nein, nein, wir wollen sie beseiti­gen! Wenn Ihr sagt, wir gehen nicht, dann sage ich: Wir werden Euch entfernen, so wahr wir hier stehen! (Ungeheurer Beifall.) Wenn Ihr sagt, wir werden eine eiserne Front aufrichten, dann erwidern wir: Die Front aus Eisen ist schon da! Ihr habt die Front der Lüge, der Verleumdung, des Meuchelmordes und Hinterhalten Angriffs.

Trotzdem habt Ihr uns nicht zum Wanke« gebracht.

Und wenn da jemand sagt, er Ware noch nicht erschüttert, dann weisen wir darauf hin, daß auch eine Festung erst dann zu Fall gebracht wird, wenn ihr letztes Fort gefallen ist.

Die Parteitürme Deutschlands, mögen sie heißen wie immer, wir reißen sie ein und aus den Resten Eurer Parteitürme, da bauen wir wieder auf den Turm der deut­schen Nation! (Stürmischer anhaltender Beifall.)

Mit der ersten Strophe des Horst Messe!- Liedes schloß die bedeutsame und eindrucks­volle Volkskundgebung. Damit ist dem in jeder Hinsicht unzulänglichen Entgegnungs­versuch des Reichskanzlers auf dem Fuße eine Abfertigung erteilt worden, wie sie nicht wirksamer hätte sein können. Aus dem Munde unseres Führers Adolf Hitler hat Brüning die Antwort des deutschen Volkes erhalten.

Bkemn »snZmssnsTten «Wegwsen"

Neuyork, 25. Jan. Nach einer Meldung aus Guatemala sind in der Republik Sal­vador kommunistische Unruhen ausgebro­chen. Die Kommunisten beherrschen die Städte La Libertad, Zaragoza und Santa Tecla. Zahlreiche Regierungsoffiziere wur- den ermordet und ihre Köpfe auf Pfähle auf- gespießt. Die Truppen sind der Regierung treu geblieben und haben sich in der Haupt­stadt San Salvador verschanzt. Dorthin sind alle Fremden geflohen. Ueber das ganze Land ist Kriegsrecht und Zensur verhängt. Die fremden Kriegsschiffe, die in La Libertaö eingetroffen sind, warten auf Befehl, Trup­pen zu landen.