Ausgabe 
(23.1.1932) Nr. 19
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Neuer Sieg der NS.-Studenten Berlin, 22. Jan. Die Wahlen zur Kam- mervertretung der allgemeinen Studenten­schaft an der Hundeishochschule Berlin vom 19. bis 21. Januar hatten folgendes Ergeb­nis:

Nationalsozialisten 350 Stimmen (90), 14

(ß) Kamm ersitze; Nationale Gruppe 159 Stimmen (198),

7 (13) Kammersitze; Deutsche Finkenschaft K9 Stimmen (138),

3 (9) Kammersitze.

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SA.-Manu Witkowski seinen Verletzungen erlegen

Berlin, 23. Jan. Wie derAngriff" mitteilt, ist der SA.-Mann Witkowski seinen bei dem feigen Rotmord-Ueberfall in der KolonieFelseneck" erlittenen Verletzungen erlegen. Witkowski war trotz feiner Ver­letzungen von der Polizei in Haft genommen worden.

Das vierte nationalsozialistische Todes­opfer in dieser Woche. Wann endlich wird dem marxistischen Morden ein Ende gesetzt? Deutsches Volk erwache!

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Paris, 23. Jan. Trotz der Erklärung des Ouai d'Orsay, daß hier keine Einladung Macdonalds an Laval eingetroffen sei, wird in politischen Kreisen versichert, daß Laval demnächst zur persönlichen Fühlungnahme nach London reisen werde. DerJntrcmsig- nant" bestätigt diese Nachricht und fügt hin­zu, daß der Besuch bei Macdonald vermut­lich schon in acht Tagen stattfinden werde

VoWsu«I«KMtK noen Keine VeDöKenMsnnng «es StiN nsttesvkonnnens

Berlin, 22. Jan. Nachdem der Inhalt des Stillhalteabkommens heute dem deut­schen Bankenausschuß bekanntgegeben wor den ist, dürfte er morgen zunächst paraphiert werden. Alsdann wird er den einzelnen Gläubigerausschüssen der beteiligten Länder zur Genehmigung vorgelegt. Ob bereits, ehe diese Genehmigung vorliegt, der Inhalt des Abkommens der deutschen Öffentlichkeit bekanntgegeben wird, muß zurzeit noch als fraglich bezeichnet werden.

LVSvUMSNßGVSNZ.

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London, 23. Jan. Der diplomatische Berichterstatter desDaily Telegraph" glaubt zu wissen, daß in Lausanne keine Ministerkonferenz stattfinden werde. Zu nächst sei ein vorläufiges Abkommen zwi schen Deutschland und den Gläubigermächten über eine Verlängerung des Moratoriums für die Dauer von fünf Monaten not wendig. Die englische Regierung bcavsich tige noch immer eine Vollkonferenz späte stens im Juni zustandezubringcn.

Line» von Vwwn

Sozialdemokratischer Stadtdirektor zu 15 Monaten Zuchthaus verurteilt

Düsse! d orf, 23. Jan. Das hiesige Er weiterte Schöffengericht verurteilte am Frei tag den 4K Jahre alten verheirateten sozial- demokratischen Stadtverordneten und Stadt direktor der Stadt Hilden (Rheinland) Kon rad Renneisen wegen fortgesetzter schwerer Amtsunterschlaguug zu fünfzehn Monate Huchthiuls»

Sowohl unser Mißtrauensantrag gegen den Senat als auch unser Antrag auf Auflösung der Bürgerschaft stehen in Kürze zur Debatte und Abstimmung. Die bür­gerlichen Fraktionen der Mitte nicht ihre seinerzeitigen Wähler, die längst für un­sere Anträge sind müssen sich dann entscheiden. Sie müssen ganz klar Farbe be­kennen, für welche Seite sie sich endgültig entscheiden.

Ob für internationalen Marxismus oder für nationalen Sozialismus;

ob für rote eiserne (!) Froot oder für nationale Front;

ob mit roter Front für Bürgerkrieg

oder mit nationaler Front gegen Bürgerkrieg;

ob durch Bürgerkrieg für ein Sowjet-Deutschland

oder ohne Bürgerkrieg für ein starkes, augeseheues Deutschland?

ob für Svwjet-KIassendiktatur des Proletariats

d. h. für jüdische Führung oder für ein freies deutsches Volk auf freiem eigenen Boden, «nter

freien deutschen Führern;

ob für Enteignung des Privateigentums oder für Schutz des Privateigentums;

ob für jüdischen Glauben, denn die Gottlosen machen stets vor

den Synagogen der Juden halt oder sür christlichen Glauben.

In der Erkenntnis, daß ein einzelnes Land, also auch der Freistaat Bremen, grundlegende Aenderungen im nationalsozialistischen Geiste, ohne die von uns erstrebte Neugestaltung der Reichs- und Wirtschaftspolitik allein nicht durchführen kann, sind wir zur Bildung einer gemeinschaftlichen Regierung mit den Fraktionen der Mitte bereit. Damit jedoch bei der schicksalsschweren Bedeutung der Entscheidung der Frak­tionen der Mitte möge sie nun so oder so ausfallen sowohl bei ihnen selbst wie auch insbesondere bei der bremischen Gesamtbevölkerung auch nicht die geringste Un­klarheit und der leiseste Zweifel über unsere Absichten bestehen können, lege ich hiermit unsere Ansicht über die Grundlagen eines nationalsozialistisch-bürgerlichen bremischen Regierungsprogramms in zunächst 10 Punkten nieder.

1. Punkt

Wahrung der Selbständigkeit Bremens ist oberster Leitgedanke aller Regierungsmaß­nahmen.

Die besonderen Aufgaben Bremens als Brückenkopf für die deutsche Ueberseewirt- schaft können nur von Bremen selbst in dienlicher Weise gepflegt werden. Bei der bekannten Einstellung und Tendenz des Reiches sowohl als auch insbesondere Preu­ßens halten wir es für angebracht, sich zur Erhaltung der Selbständigkeit mit den gleichfalls bedrohten Schwesterstädten Hamburg und Lübeck zu Verbünden. (Siehe: Der Hansische Bund", Denkschrift der nationalsozialistischen Parteileitungen und Bürgerschaftsfraktionen der Hansestädte.)

2. Punkt.

Wiederherstellung der Achtung vor der Autorität des Staates seitens aller Volksge­nosse«.

Die im ganzen Reiche zu beobachtende stark geförderte innorpolitische Entwicklung vom Ordnungs- und Rechtsstaat fort zum recht- und gesetzlosen Willkürstaat hin ist auch an Bremen nicht vorbeigegangen. Die Zunahme marxistischer Terrorakte im Jahre 1931 legen hierfür ein beredtes Zeugnis ab und lassen die Achtung vor der Autorität des Staates vermissen» (Siehe: Militärische Uebungen des Reichsbanners und Totschlagsdelikte.)

3. Punkt.

Schutz, Pflege und Förderung einzig »nd allein der deutschen Kultur seitens der

Staates.

Die unter Punkt 2 festgestellte innerpolitische Entwicklung ist am weitesten auf kulturellem Gebiet fortgeschritten. Insbesondere die Erziehung der Jugend hat fortan auf den Grundlagen des eigenen Volkstums und des wahren Christentums zu erfol­gen. (Siehe insbesondere: Gottlosenbewegung und marxistische Versuchsschulen.)

4. Punkt.

Der bremische Staat setzt sich mit seinem ganzen Gewicht für die sofortige Inangriff­nahme des Baues des Hansakanals ein.

Der seit langem geplante und bis ins einzelne vorbereitete Hansakanal ermög­licht ^rst praktisch die Ost-Orientierung der rheinisch-westfälischen Wirtschaft und bringt

(Fortsetzung nächste Seite)

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Wir verurteilen, bekämpfen die Geschichts­auffassung eines Karl Marx, wir verneinen, daß alles Werden, jede Entwicklung, jeder Umbruch in der Geschichte immer und im­mer wieder nur auf den fo oft an den Haaren herbeigezogenen ökonomischen Ver­hältnissen beruhen soll, aber wir erkennen doch im Laufe der Weltgeschichte, im Gang unserer eigenen, deutschen Geschichte bei­nahe regelmäßige, manchmal sogar mathe­matisch anmutende Kurven, die sich in mehr oder weniger großen Intervallen wiederho­len. Aufstieg Abstieg, diktiert von der Leistung und dem Willen des Menschen. Denn nicht die Verhältnisse, sondern der Herr dieser Verhältnisse, oder wie Ranke sagt: Männer machen die Geschichte.

Der blutigste Laie sowie der größte Opti­mist, sie beide müssen erkennen, daß wir Deutsche uns heute in einem Stadium des Abstieges und des Niederganges befinden. Wir glauben, daß wir schon den tiefsten Punkt der Kurve erreicht haben, da bleibt entweder Abbruch, Sturz ins Bodenlose, Chaos, oder es mutz in unserer Geschichte wieder ein Aufwärts geben. Sonst ist keine Lösung.

Um die Zukunft zu wissen, mutz man die Vergangenheit schauen. Und um den Weg zu sehen, der gegangen werden mutz, ist es nötig, zurückzublicken, hinter uns die Höhen zu erkennen, um dann Schritt für Schritt den Abstieg zu verfolgen bis zu dem Punkt, an dem wir heute uns noch halten.

Am 17. und 18. Jahrhundert, als das Wissen von der Macht desselben Blutes, vom Wesen des Stammes und der Nation keine Selbstverständlichkeit, kein Besitz der Völker war, erreichte die Kurve der Ge­schichte ihre Höhepunkte im Zeitalter des Despotismus. Verschiedenartig zwar, wie die Völker, hier im Sonnenkönigtum der Franzosen, dort im Preutzentum eines Grotzen Friedrich, doch hier wie dort, in einer Hand liegt Schicksal und Geschichte, gleiches System.

Dann dämmerte etwas Neues, erst ei« Ahnen nur von nationalem Staate, dann immer stärker werdend, erwachte das Eigen­leben der Völker. Grotze Männer, Dichter und Denker wiesen den Nationen neue, eigene, ureigene Wege. Langsam, die Ge­schichte nahm sich Zeit, vollzog sich jedoch gründlich und tief eine Umbildung, eine Re­volution, und auf die Dauer wurde fodan« das alte System unmöglich.

Nicht von heute auf morgen verschwand das Alte. Grotze und starke Männer hatten es fest gegründet. Und ehe sich Neues bil­den konnte, mutzte erst Altes sich auflösen.

Diese Auflösung fand ihre Form in dem Gedanken und den Auswirkungen des Li­beralismus.

Jene neue Lebensauffassung, die das Ausleben des einzelnen als das Richtige und Wünschenswerte lehrte, führte zu vor­her nie geahnten Zuständen, Formen der Auflösung. Man denke hierbei nur an das Manchestertum. Ruhe und Ordnung waren die Forderungen der Zeit, Ruhe und Ord­nung, unter deren Schutz sich dann all das abspielte. Immer größer wurde die Gefahr