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Berlin, 21. Jan. Die Denkschrift Hit- lers an den Reichskanzler wird voraussichtlich Freitag oder Sonnabend beantwortet werden.
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Berlin, 21. Jan. Am 15. Januar 1932 waren bei den Arbeitsämtern rund 5 966 666 Arbeitslose gemeldet. Die Zunahme seit dem Jahresende bslief sich auf annähernd 366 666 gegenüber 326 666 in der vorigen Berichtszeit und gegenüber 381666 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Seit dem Tiefstand des vergangenen Sommers ist die Arbeitslosenzahl um rund 2 612666 gestiegen.
Alle Zeichen stehen auf Sturm, eine politische Niederlage jagt die andere. Das System von heute steht vor dem absoluten Nichts. 6 Millionen ohne Avbeit fordern Rücktritt und Wechsel, so geht es nicht weiter, wenn Deutschland leben soll.
Außenpolitisch wie innenpolitisch ein Schlag auf den andern. Kein Erfolg und keine noch so kleine Möglichkeit. AIs die Nationalsozialisten in klarer Erkenntnis diese Entwicklung schon vor Jahren voraussagten: 6 Millionen Erwerbslose, völliger Zusammenbruch der Wirtschaft, außenpolitische Einkreisung und Isolierung Deutschlands, da hat man sie verlacht und sie Katastrophenpolitiker genannt, heute geht dieser Ausdruck zurück auf die verantwortlichen Männer, die sich nicht entschließen können, aus der Poli tik von gestern einen neuen Weg in die Zu kunft zu suchen. Eine Notverordnung nach der andern. Preissenkungsaktionen, Steuererhöhung, die tiefsten Eingriffe in das Wirt schaftsleben, nichts, kein Mittel hat geholfen. Wir stehen heute vor der Tatsachs, daß die Kurve der Entwicklung mit rasender Ge schwindigkeit nach unten fällt. Allein seit dem 1. Januar, innerhalb von 15 Tagen hat sich das graue Heer derer, die arbeiten wollen und nicht dürfen, um 366 666 ver mehrt. Das sind die Erfolge der letzten Maßnahmen und außenpolitisch steht Deutschland wieder einmal allein. Es ha" nicht verstanden, England tätig in den Kreis gegen Versailles hineinzuziehen, Amerika hat sich verärgert auf seinen Kontinent zurückgezogen und Frankreich besteht nach wie vor, schärfer noch als früher, auf Einhaltung von Versailles und Aoung. Selbst mit dem besten Willen, mit den besten Absichten, die wir nicht abstreiten wollen, kann Herr Brüning keinen Weg aus dieser Hoffnungslosigkeit finden, ihn trögt nicht die Kraft und das Vertrauen des Volkes, und wenn Herr Groe- ner scharfe Worte, die wir begrüßen, gegen die Hetze Frankreichs findet, so ist er doch nur der Exponent einer Regierung, in der die Sozialdemokratie, in der Pazifisten und andere Koalitionsgenossen seiner Politik täglich in Wort und Schrift in den Rücken fallen. Darum wird die Wirkung im Aus land nicht erreicht werden können und da rum wird auch Herrn Brünings „Nein", auf gezwungen durch uns, nicht den erhofften Erfolg haben, denn ihm fehlt die Kraft des Volkes, die er nicht sehen will, die Kraft, die bei uns, beim Natio nalsozialismus steht, und wenn man heute angesichts eines Defizits der Gemeinden von 366 Millionen, daß im März mindestens eine halbe Milliarde betragen wird, daran denkt noch eine neue Notverordnung, die fünfte, zu erlassen, wenn man daran denkt, die Umsatz
teuer und Krisensteuer zu erhöhen, Beamtengehälter weiter zu kürzen und vielleicht sogar ein Tabakmonopol zu errichten, so glauben wir nicht, daß dies das weitere drohende Anwachsen der grauen Millionenarmee verhindern kann. Wir glauben nicht, daß Herr Brüning einen Weg aus der Katastrophe findet, denn ihm fehlt das Volk.
Wir betonen nochmals, und unser Führer hat das klar und deutlich ausgesprochen, trotz der furchtbaren Lage sind wir Nationalsozialisten, bewußt der schwersten Aufgaben, immer noch bereit, die volle Verantwortung zu übernehmen. Noch ist es Zeit, Herr Brüning, treten Sie zurück und legen Sie das Steuer in die Hand verantwortungsbereiter Männer, die frei von Partei- und Gruppeninteressen, frei aber auch von jeder Rücksicht, dem Staatsschiff einen neuen Kurs geben wollen. —quen.
Paris, 22. Jan. Der außenpolitische Berichterstatter des „Matin", Stephan Lau- zanne. prüft diejenigen Maßnahmen, die die französische Regierung ergreifen müsse, wenn Deutschland endgültig auf seinem Standpunkt beharre, nicht mehr zu zahlen. Das erste, was Frankreich zu tun habe, sei die NichtVerlängerung des 25 Millionen Dollar- Kredits der Reichsbnnk, was automatisch auch die BIZ. veranlassen würde, ihren gleich- hohen Anteil nicht weiter in Deutschland zu belassen. Wenn eine derartige Mafinahme den Zusammenbruch der Mark herbeiführen werde, so könne man demgegenüber nur feststellen, dafi die Stabilität der Mark Frankreich nicht mehr interessiere, wenn Deutschland seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkomme. Als zweite dringende Sanktionsmafinahme schlägt Lausanne die sofortige Kündigung des deutsch-französischen Handelsvertrages vor, der sich günstig für Deutschland ausgewirkt habe. " ^.
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Berlin, 21. Jan. Zu den Pressenachrichten über die Aussprache des Auswärtigen Ausschusses der französischen Kammer betr. den deutschen Rüstungsstand, erklärt das Reichswehrministerium:
In dem planmöfiigen Verleumdungsfeldzug, den die französische Presse und ande- reStellenin letzter Zeit über das Thema angeblicher deutscher Geheimrüstungen veranstaltet haben, stellen die Behauptungen des Generals Bourgeois und des Senators Ec- card einen Gipfelpunkt dar.
Nach diesen Behauptungen soll Deutschland im Widerspruch zum Versailler Vertrag ein mächtiges Heer organisiert haben. Dies wird damit begründet, dafi eine grofie Anzahl von Unteroffizieren aus der Reichswehr ausscheidet, um Platz für Rekruten freizumachen, weiter damit, dafi zahlreiche Offiziere in verbotenen Schulen ausgebildet würden. Deutschland sei dadurch imstande, im Kriegsfalle eine starke „Stofiarmee" aufzustellen, deren militärischer Geist durch häufige Zusammenkünfte der neuen Einheiten mit Angehörigen der alten Wehrmacht geweckt werde.
Diese Behauptungen sind erlogen.
Die Zahl der Entlassungen und Neueinstellungen ist im Wehrgesetz nach den Vorschriften des Diktats von Versailles genau festgelegt und wird ebenso genau eingehalten. Kein Unteroffizier scheidet aus der Reichswehr vor Vollendung der zwölfjährigen Dienstzeit aus; es sei denn, dafi besondere gesetzliche Gründe (Dienstuntauglichkeit usw.) zu vorzeitigem Ausscheiden zwingen. Die Zahl der aus diesen besonderen Grün den ausscheidenden Soldaten überschreitet jährlich in keinem Fall die in VerMlles festgesetzte Quote von 5 v. H. der Gesamtstärke Eine Ausbildung von Offizieren in Verbote nen Schulen ist schon deshalb nicht möglich, weil die geringe Anzahl der deutschen Offiziere zum Dienst in der Truppe benötigt
wird und weil es überhaupt verbotene schulen nicht gibt. Im deutschen Reichsheer dienen nur 3866 Truppenoffiziere, während die Zahl der französischen aktiven Offiziere höher als 3V66V ist. Wenn General Bourgeois von einer deutschen „Stofiarmee" gesprochen hat, so verwechselt er diese anscheinend mit der etwa 5V Divisionen starken französischen „Armee de couverture", da diese eine voraussichtliche Kriegsstärke von über 1.5 Millionen Mann hat, während die Stärke des deutschen Reichsheeres im Frieden und Krieg nur IM VW Mann beträgt? so ist nicht einzusehen, wie der nur dem Zweck der Kameradschaft dienende Verkehr — General Bourgeois gebraucht den völligen irreführenden Ausdruck „Zusammenkünfte" — von Angehörigen der Reichswehr mit Soldaten der alten ruhmreichen Wehrmacht, die Sicherheit Frankreichs gefährden kann. An Truppeneinheiten gibt es in Deutschland nur die im Diktat von Versailles festgelegten Formationen.
Deutschland wäre zufrieden, wenn die französischen Schulbücher die Kriegsschuldlüge und die Darstellung des Weltkrieges im gleichen Geiste der Wahrhaftigkeit behandeln würden, wie die deutschen.
Die Behauptungen Senator Eccards über die deutschen Militärausgaben strafen sich durch ihre Lächerlichkeit selbst Lügen. Die gesamten deutschen Militiiraufwcndungen betragen im Jahre 1936-31 nach den Rüstungs- veröffentlichungen des Völkerbundes 767 Millionen Reichsmark, während die französischen Militärausgaben im gleichen Jahr sich nach den amtlichen Angaben der französischen Negierung auf 13,8 Milliarden Franken, also mehr als das Dreifache der deutschen Ausgaben beziffern. Im Jahre 1931-32 sind die deutschen Mehrausgaben erheblich vermindert worden; das französische Militärbudget erreicht im gleichen Jahre die ungeheure I Summe von 18 bis 19 Milliarde« Franken.
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Die Begründung der Ablehnung Adolf Hitlers in der Aktion zur Rettung der Zentrumsregierung hat, wie es ja selbstverständlich ist, die angesammelte Wut der Roten und Schwarzen an vielen Stellen zur Entladung gebracht. Nichts Neues in dieser Begründung, staatsrechtliche Ueberlegungen schon alle bekannt, so beteuern sie und geben damit zu, daß sie wenigstens genau wissen, daß eine Verfassungsverletzung vorliegen würde, wollte man die Amtsdauer des Reichspräsidenten einfach in der Weise verlängern, wie es die ehemaligen Beschimpfer Hindenburgs nur zu gerne gesehen hätten. Wahrheit ist, daß die Ausführungen Adolf Hitlers auf jeden nicht vom Herrschaftskoller des Zentrums und der SPD. Besesse- nen absolut zwingend sind und wir hoffen auch jetzt nicht fehl in der Annahme zu gehen, dafi im Büro des Reichspräsidenten heute die gleichen Gedankengänge herrschen.
Adolf Hitler hat nur an einer einzigen Stelle den Schleier über das Gespräch mit dem Reichskanzler gelüftet und wir glauben nicht, daß dem sich nun doch zu einer „Antwort" aufschwingenden Reichskanzler Dr. Brüning viel daran liegen wird, noch weitere Einzelheiten bekanntzugeben. Schon der Ueberredungsversuch mit dem Hinweis auf die angebliche lebenslängliche Verlängerung der Amtsdauer Thiers und dem angeblich verfassungsändernden Beschluß des französischen Parlaments hat Herrn Dr. Brüning auf der Stelle die peinlichste Abfuhr zugezogen, die auch in der rein sachlichen Darstellung Adolf Hitlers noch spürbar ist. Alle Kreise müssen sich nach diesem Vorfall fragen, wie es möglich ist, daß ein Mann mit einem derartig herausfordernden Mangel an politischer Bildung noch immer Reichskanzler und Außenminister bleiben kann. In der ganzen diplomatischen Welt macht heute ein mokantes Lächeln die Runde, wenn dieser vorbereitete Ueberredungsversuch des Reichskanzlers besprochen wird. Die schwarze Presse geht diskret über die Blamage ihres Exponenten hinweg, über die Beschimpfung der Reichsregierung durch die von uns wiedergegebene Zeichnung des „Matin" hat sie gleichfalls — wenn auch aus anderen Gründen — kein Wort verloren. Wenn das geliebte „süße Frankreich" die Republik schmäht, so ist das lauterster Wohlklang in den Ohren unserer zahlreichen Möniusse in der Zentrumsführung. Und so läßt man den deutschen Botschafter in Paris als Straßenbanditen hinstellen ohne aufzumucken, die Reichsregierung selbst aber hat bis heute ebenfalls keinen Ton des Protestes gefunden. Herr von Hoesch aber setzt auch nach seiner Beschimpfung die Besuche bei dem Franzosen ruhig fort.
Offenbar findet niemand an alledem etwas Besonderes.
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Nach dem traurigen „Dementi" in der Angelegenheit der Indiskretion nach Brünings Tributerklärung steht nun die bereits svrickiwörtlickie Ungeschicklichkeit Dr. Brü-