Ausgabe 
(21.1.1932) Nr. 17
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Schanghai, 21. Jan. In Sch«mghai kam es am Mittwoch zu blutigen japanisch- chinesischen Zusammenstößen, wobei die chine­sische Bevölkerung von einigen tausend Ja­panern angegriffen wurde; es find mehrere Todesopfer zu verzeichnen.

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«erlagsort Bremen, Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus. Anzeigenberechnung: hiesige die lvgesp, Nonp.-Zeile Rm.0I5.au».

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NSK. Wenn es nach der katastrophalen Rotverordnungspolitik des letzten Jahres «och eines Beweises bedurft hätte, wie un­möglich und untragbar der Reichskanzler Brüning für das deutsche Volk und seine außen- wie innenpolitischen Interessen ge­worden ist, dann ist dieser Nachweis in den letzten Tagen und Wochen lückenlos erbracht worden. Immer klarer erkennt das Volk i n Brüning den letzten Hemmschuh für eine politische Entwicklung, die reif ist zur Gestaltung eines neuen Deutschland, das die nationalsozialistische Freiheitsbewegung im Herzen des deutschen Volkes längst ge­schossen hat, und dessen Verwirklichung nur noch von den Fassadenträgern eines inner­lich abgewirtschafteten Systems sabotiert wird.

Das politische Experiment der Mißach­tung des erklärten Volkswillens, das Herr Dr. Brüning nach dem 14. September 1939 durch seine Weigerung, einer Regierung des nationalen Widerstandes Platz zu machen, begann, hat das deutsche Volk teuer bezahlen müssen. Finanziell ausgequetscht wie eine Zitrone, sieht es sich jetzt außenpolitisch einer Situation gegenüber, der die Regir­rung Brüning, da ihr jedes Vertrauen im Volke fehlt, in keiner Weise gewachsen ist. Statt der durch»die nationalsozialistische Be­wegung neu geschaffenen Widerstandskraft der Nation Raum zu geben zu außenpoli­tischem Einsatz in einem Augenblick, in dem die ganze Welt diese Haltung Deutschlands erwartete und ihr Rechnung zu tragen ge­zwungen war, hat kleinster Partcigeist aus

innerpolitischer Furcht geboren, den Zen­trumskanzler auf dem Regieruugssessel ge­halten, — zum Schaden des deutschen Vol­kes, das seine« Willen in den 1K Monaten seit der Septemberwahl mehr als ein Dut­zendmal eindeutig bekundet hat. Statt volkspolitischer Einheitsfront nach außen unter Führung neuer entschlossener Männer, skrupellose innrrpolitische Unterdrückung maßnahmen gegen die nationalsozialistische Freiheitsbewegung: Das war die Antwort dieser Regierung an das Volk. Nun ist das Maß voll und die Stunde gekommen, die dem Volke auch die letzte Entscheidung in die Hand gibt, dem Spiel ein Ende zu machen.

Will Herr Dr. Brüning noch länger einer Zusammenfassung aller nationalen Kräfte des Volkes den Weg versperren, nachdem der Herr Reichspräsident selbst ihn ersuchen mußte, seine ebenso erfolglosen, wie pein­lichen Bemühungen um die Reichspräsiden- tenwahl einzustellen? War der Wink noch nicht deutlich genug?

Oder bedarf es noch stärkerer Betonung, daß das deutsche Volk, das den Generalfeld­marschall v. Hindenburg in freier Volkswahl in sein hohes Amt einsetzte, keinen Reichspräsidenten von Herrn Brünings Gnaden wünscht?

Wenn Herr Dr. Brüning das nicht end­lich begreift, worüber in der Auffassung des Volkes «ad der des Herrn Reichspräsidenten

längst Uebereinstimmung herrscht, dann wird man allerdings auch vergeblich von diesem Kanzler erwarten, daß er sich der Verantwortung bewußt ist, die in aller Schwere auf ihn fallen wird, wenn durch sein noch längeres Verbleiben das Volk dem Herrn Reichspräsidenten v. Hin­denburg entfremdet wird. Es wird Brüning nicht gelingen, diese ganz klare Situation, die Minister Dr. Frick in seiner Kemptencr Rede lediglich unterstrichen hat, z» ver­schleiern.

Dem Empfinden des Volkes hat unser Führer Adols Hitler in seinem Briefe an Dr. Brüning in nicht mißzuverstehender Formulierung Ausdruck gegeben, indem er die Beseitigung des Systems, dessen Ex­ponent der Zentrumskanzler ist, als die Lebensvoranssetznng der deut­schen Nation kennzeichnete. Es besteht in der Tat kein Zweifel mehr, daß sowohl für eine innerpolitische nationale Einigung, wie für eine erfolgreiche Politik nach außen, Herr Dr. Brüning heute ein nicht mehr länger zu ertragendes Hindernis ist, auf dem Wege, den die deutsche Nation nicht nnr zu gehen entschlossen, sondern auch ge­zwungen ist. Die schriftliche Antwort, die der Reichskanzler auf den Brief unseres Führers ankündigen ließ, kann er sich eben­so sparen, wie die ausgebliebenen Erwide­rungen auf die bisherigen offenen Briefe Adolf Hitlers. Das deutsche Volk erwartet von Herrn Brüning nnr noch eine schwei­gende Antwort: Sofortigen Rück­tritt!

ZL«n8inenIösung avgelelmt

Berlin, 21. Jan. Der englische Bot­schafter in Berlin, Sir Horace Rumbuldt hat «m Dienstag nachmittag im Auftrage seiner Regierung bei der Reichsregierung sondiert, »b Deutschland mit einer Verlängerung des Hoover-Moratoriums um ein Jahr einver­standen sein würde. Reichskanzler Brüning hat, wie verlautet, in ablehnendem Sinne geantwortet.

Wenn man bedenkt, daß bis zum Ablauf des gegenwärtigen Hoover-Moratoriums «och rund fünf Monate verstreichen werden, also ein Zeitraum, der bei einigem guten Willen groß genug ist, um zu der so dringend notwendigen Endregelung gelangen, so ist es zu verstehen, daß die englische Anregung in Berlin keinen Anklang gesunden hat. Eine Hinauszögerung der Endlösung ist angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage gleich­bedeutend mit einer Verlängerung der all­gemeinen Ungewißheit, die bekanntlich auch «ruf der Gegenseite als der Hauptstörungs­faktor bezeichnet wird. Ob die Konferenz von Lausanne stattfindet, dürfe nunmehr von der

Entscheid»»«, der englischen Regierung ab hängen.

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Das große englische konservative Blatt „Daily Telegraph" widmet der nationalso­zialistischen Bewegung einen Leitartikel mit der Ueberschrift: „Der neue Geist von Deutschland". Der Verfasser, ein von einer Rundreise durch Deutschland soeben zurück­gekehrter Sonderberichterstatter, weist darauf hin, daß Deutschland durch das Erstarken der nationalsozialistischen Bewegung mit neuem Vertrauen in sich selbst erfüllt werde, daß seine höchste Triebfeder die Verneinung der marxistischen These vom egoistischen Interesse sei. Hitler halte heute die entscheidende Schlüsselstellung in Deutschland. Der deutsche Parlamentarismus sei nur noch eine Fassade. Es bestehe kein Anlaß, diesem kranklichen Gebilde eine Träne nachzuweinen. Brüning und Groener könnten auch beim besten Wil­len die nationale Flutwelle auf die Dauer nicht abdämme«.

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Paris, 21. Jan. In hiesigen politischen Kreisen verlautet, daß der Beginn der Lau- sanner Tributkonferenz vom 25. auf den 28. Januar verschoben werden solle. Grundsätz­liche Beschlüsse seien jedoch weder in Lon­don, noch in Paris gesaßt, da man den Aus­gang der Abstimmung i« der französischen Kammer abwarten wolle. Tatsächlich bleibt die Frage also noch immer vollkommen in der Schwebe.

Neupreußen

Königsberg, 20. Jan. Nachdem am 18. Januar in Berlin die neue Noterordnung über das Tragen von kleinen Abzeichen be­kanntgegeben und dies auch in den Königs­berger und ostpreußischen Blättern mitgeteilt worden war, fanden doch am 19. Januar in Königsberg noch mehrere Verhärtungen we­gen des Tragens angeblich verbotener Ab­zeichen statt. Das Polizeipräsidium ließ in einer Pressenotiz erklären, daß die durch die Presse gehend- Meldung von der Aufhebung des Abzeichenvevbotes unrichtig sei. Erst heute, am 20. Januar, erscheint eine Presse­notiz des Polizeipräsidiums, daß nunmehr auch dem Polizeipräsidium in Königsberg durch einen Funkspruch bekannt geworden sei, daß die Abzeichen getragen werden können.

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Von Hans Hagemeyer jr., Nürnberg

Es ist in letzter Zeit unendlich diel vo« der Verflochtenheit der Weltmärkte geschrie­ben worden, und es hat den Anschein, als ob diese Verfechter dieser Gedankengänge, die natürlich auf Grund dieser Einstellung ent­sprechend Schlüsse ziehen, im Recht wären. Doch diese Verfechter behandeln nur die Symptone dieser Behauptung und beachten dabei nicht die Kräfte, die am Werke find. Erst diese würden ihnen den Wert oder Un­wert dieser Verflochtenheit klar vor Auge« fuhren.

Die liberalistische Wirtschaftslehre machte zu ihrer Blütezeit (inzwischen ist die Frucht bereits im Faulen begriffen), nicht halt vor den Grenzen ihres Landes, sondern breitete sich über die ganze Welt aus, wie es ihrem ureigensten Wesen entsprach. Damit sank die Bedeutung des eigenen Binnenmarktes, dem einzigen Um- und Absatzmarkt, und das großartige, phantastische Gebilde des Welt­marktes mit seinen unergründlichen Eigen­arten, durch die Zusammensetzung der ver­schiedenen Völkerrassen, trat in den Vorder­grund.

Bedürfnis, Bedarf und Bedarfsdeckung, schon durch das kapitalistische System der letz­ten Jahre künstlich forciert, wurden somit völlig unübersichtlich. Solange noch der Sät­tigungsgrad des Weltmarktes nicht erkannt war und der dürfte immer durch die libe­ralistische Auffassung im Handel verschleiert bleiben, solange wurde unbegrenzt produ­ziert.

Da inzwischen der Binnenmarkt zu einer sekundären Bedeutung herabgesunken war, beachtete man diese Fragen von Bedürfnis, Bedarf und Bedarfsdeckung für ihn nur so ganz nebenbei. Aber wir kamen gleichzeitig auch für das Ausland als Absatzgebiet i« Frage, wurde der von deutscher Seite nicht genügend beachtete Binnenmarkt desto mehr vom Ausland beachtet.

Ersparen sie mir das unerquickliche Ka­pital, daß sich mit den wenigen Worten „Made in Germany" verknüpft. Hier haben wir ein Kuriosum von Nichtbeachtung des Binnenmarktes, indem wir erleben, daß der deutsche Käufer die an das Ausland expor­tierte deutsche Ware kauft und natürlich für diesen irrsinnig anmutenden Umweg der Verteilung, entsprechend zahlen muß. (Made in Germany.) Weniger konnte man seinen eigenen Binnenmarkt Wohl nicht beachten.

Doch gehörte dieser Vorfall in die Vor­kriegszeit hinein. Der Krieg selber nahm uns den Handel mit den Auslandsmärkten, Er stellte uns zwangsweise vor die Aufgabe, mit Hilfe des eigenen Binnenmarktes, den ungeheuren Kriegsbedarf einschließlich der Verpflegung selbst zu decken.

Man kann nur seine Bewunderung aus­drücken, welche ungeheuren Leistungen der­selbe hervorbrachte. Nur eine verkehrte Steuerpolitik macht sich dies nicht zu nutze und züchtete damit die unliebsame Erschei­nung des Kriegsgewinnlers. Wahrscheinlich