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London, 16. Januar. Der deutsche Bot- schafter besuchte den englischen Außenminister. Der englische Außenminister unterrichtete den Botschafter über die Ansichten, die im englischen Kabinett zu Gunsten einer kurzfristigen Verlängerung des Tributmora- toriums durch die Lausanne? Konferenz beständen, durch die der Weg zu endgültiger Regelung der Reparationsfrage offen bleiben soll.
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Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM, 1.90 frei Haus. Anzemenberechnuna- tnettae die Ivaeiv Nonv-Ke,le Rm 0 25 mis.
Nat.ona.sozia.istische Zeitung. Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl M Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis 7st im wäZts^Rm 0.U im T
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Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP, teilt mit:
Kaum ist der Spuk, den die Regierungspresse um die inzwischen so kläglich zusammengebrochene „Brüning-Aktion" in unverantwortlicher Weise inszenierte, aus den Köpfen der Ewig-Gestrigen verflogen, um einer durchaus begreiflichen Katzenjammer- Stimmung Platz zu machen, da wird eine neue Psychose ins Volk hineingetragen, um den verblassenden Stern eines sterbenden Systems, das nun selbst sein Ende herannahmen fühlt, noch einmal in künstlichem Glänze aufleuchten zu lassen. Wir hätten keine Veranlassung, uns bereits jetzt mit diesem neckischen Spiel spießbürgerlicher Illusionen um die Präsidentenwahl zu befassen, wenn diese Stammtischrunde abgetakelter politischer Parteien, die heute noch hinter dem System Brüning stehen, und von jeher die Schildträger seines Kampfes gegen den Nationalsozialismus waren, bei ihrem Partei-Skat unter sich bliebe und die nationalsozialistische Bewegung, die den neugeborenen Willen der Nation verkörpert, aus dem Kreis ihrer unmaßgeblichen Betrachtungen herausließe. Oder sollten sie etwa selbst der Auffassung sein, daß ihr Spiel ohne die Karte der nationalsozialistischen Bewegung verloren und hoffnungslos ist? In diesem Falle müßten wir allerdings den Herren mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit zu verstehen geben, daß die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, die aus eigener Kraft das geworden ist, was sie heute dem deutschen Volke bedeutet, gewohnt ist. ihre Trümpfe selbst auszuspielen, wenn sie die Zeit dafür gekommen hält.
Die neuerdings von der Systempresse künstlich und zu durchsichtigen Zwecken verbreiteten Verlautbarungen und Meldungen, daß in den Verhandlungen um die parlamentarische Verlängerung der Amtszeit des Herrn Reichspräsidenten, die für Dr. Brüning ein so unrühmliches Ende nahmen, da der Herr Reichspräsident sie nicht weiter verfolgt zu sehen wünschte, seitens der na- tionalsozialistiscken Parteiführung über die Kandidatenfrage für die verfassungsmäßige Volkswahl verhandelt oder auch nur gespro chen worden sei. sind völlig unzutreffend. Was in den für die nationalsozialistische Bewegung so erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen allein zur Debatte stand, war die Liquidierung der verfehlten Brüning Aktion in einer für die Interessen des deutschen Volkes erträglichen und angemessenen Weise. Darüber hinaus hat die NSDAP, zur Volkswahl selbst in den Verhandlungen keinerlei Stellung genommen und sich ihre Ent schlüsse vorbehalten. Sie sind sich der Verantwortung, die ihr das Vertrauen des deut schen Volkes zur nationalsozialistischen Frei heitsbewegung auferlegt, bewußt und wird der Öffentlichkeit von ihren durch keinerlei
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Jud Rosenfeld als Reichspräsidentkandidat!
Die SPD. dreht und windet sich verzweifelt um eine Stellung zur Wiederwahl des Herrn Reichspräsidenten von Hmdenburg herum. Die Ballonmütze, die Liebe zur Internationale kämpft einen hysterischen Kampf gegen den ausgeliehenen Zylinderhut und die galvanisierte „Staatstreue". Vor sieben Jahren noch konnte die Sozialdemokratie, ihre Presse und Abgeordneten, eine wüste Hetze gegen den Generalfeldmarschall inszenieren. Heute aber stößt die gleiche Clique verlogene und unehrliche Loyalitätserklärungen heraus.
Da haben es doch die Genossen von der Internationale erheblich leichter. Sie Prä
Machenschaften ihrer parteipolitischen Gegner zu beeinflussenden Entschlüssen zu gegebener Zeit Kenntnis geben.
sentieren einfach ihren guten alten Teddy wieder. Gewählt wird der russische „Reitergeneral" von Stalins Gnaden sowieso nicht; es brauchten also nicht einmal die persönlichen Konkurrenzkämpfe ausgefochten werden.
Einen unerhörten Skandal aber bedeutet der Beschluß der sogenannten SAP., ihren „Führer", den jüdischen Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld als Kandidaten für die Reichspräsidentenwahl zu bestellen. Dieser Beschluß wurde, wie wir hören, auf einer „Führertagung" gefällt und soll der Öffentlichkeit noch möglichst lange vorenthalten bleiben.
Wir haben es wahrlich herrlich weit gebracht: ein Jude darf als Reichspräsidentschaftskandidat aufgestellt werden: Das ist der wahre Marxismus, sein Ziel und Weg. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen, nicht an den heuchlerischen und verlogenen Phrasen. Es erübrigt sich jedes weitere Wort zu dieser grenzenlosen Unverschämtheit. Wie lange soll in Deutschland für derartige politische Machenschaften noch Platz sein?
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Hannover, 1K. Jan. Der Hannoversche Landbund weist in einer Kundgebung darauf hin, daß heute die Verwendung von künst- ichem Dünger in der Landwirtschaft nur noch annähernd KV Prozent des gewöhnlichen Düngerbedarfs ausmacht und führt anschließend aus:
„Es handelt sich darum, daß dieser Minderabsatz zu künstlichem Dünger auch einen entsprechenden Minderertrag der neuen Ernte mit sich bringen muß. Die kommende Ernte wird aber dadurch noch weiterhin ver
ringert, daß die Landwirtschaft nicht einmal in der Lage ist, das nötige Saatgut zu beziehen. Die Verwendung von Saatgut erster Absaat i st bereits auf 1 l) Prozent zurückgegangen. Das sind Zahlen, die die Not der Landwirtschaft zeigen, aber auch schon andeuten, wie sehr die Ernährung des deutschen Volkes aus der Ernte 1932 gefährdet ist. Daher werden jetzt, wo es vielleicht zu spät ist, die Warnungen vor d em Hunger im Jahr 1932-33 laut.
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Stendal, 15. Jan. In der letzten Nacht wurde der Nationalsozialist Baska von dem Schlosser Stiege!, der dem Reichsbanner angehört, auf der Straße niedergeschossen. Auf Baska wurden fünf Schüsse abgegeben, von denen drei den Oberkörper trafen und auch die Lunge in Mitleidenschaft zogen, so daß Lebensgefahr besteht. Baska ist noch in der Nacht im Krankenhaus operiert worden. Stiegel war vor einigen Tagen von einem Nationalsozialisten eine Pistole abgenommen worden. Wahrscheinlich aus Verärgerung darüber verübte er jetzt den Ueberfall auf Baska. Der Täter wurde noch in der Nacht festgenommen.
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Hagen, 14. Jan. Wie das Polizeipräsidium bekanntgibt, wurde am Donnerstag abend von Beamten der Abteilung 1 a deH Hagener Polizeipräsidiums in der Sunder» lohstraße Nr. K ein verstecktes Sprengstoff» und Wafsenlager ausgehoben. Gefunden wurden 119 Pfd. Sprengstoffe, 770 Sprengkapseln, eine Menge Pistolen, Gewehre, Revolver und Munition. Mehrere Personen wurden verhaftet. Nähere Einzelheiten können im Interesse der Untersuchung zur Zeit noch nicht mitgeteilt werden.
Wie wir von anderer Seite erfahren, handelt es sich bei den Verhafteten um Angehörige der Kommunistischen Partei.
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Deutschlands Lage macht weitere Zahlungen unmöglich! Berlin, 15. Januar. Das Präsidium des Reichsverbandes der deutschen Industrie beschäftigt sich in seiner Sitzung am Donnerstag, unter dem Vorsitz Krupp von Bohlen und Halbach mit der neuesten Entwicklung der Reparationsfrage, insbesondere mit dem zweiten Baseler Bericht und den Erklärungen des deutschen Reichskanzlers in seinem Interview vom 9. Januar. Auch der Reichsverband der deutschen Industrie ist der Auffassung, daß Deutschlands Lage ihm die Fortsetzung politischer Zahlungen unmöglich macht und daß jeder Versuch, das System solcher politischen Höhlungen aufrechtzuerhalten, nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze Welt zum Unheil führen müsse.
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Berlin, 15. Jan. Wie verlautet, dürfte Adolf Hitler seinen Berliner Aufenthalt dazu benutzen, um dem Reichskanzler die vor kur
zem angekündigte Denkschrift zu übermitteln, die seine verfassungspolitischen und sonstigen Gründe für die Ablehnung einer parlamentarischen Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten enthält. Die Denkschrift wird voraussichtlich nach ihrer Ueberreichung — d. h. also wahrscheinlich im Laufe des Sonnabend — veröffentlicht werden.
Adolf Hitler wird am Sonntag abend vor dem Nationalsozialistischen deutschen Stn» dentenbund eine Rede halten, in der er voraussichtlich die grundsätzliche Haltung der Partei zu allen aktuellen politischen Fragen darlegen wird. _
Bombenanschlag auf Faschisten
Paris, 15. Jan. Nach einer Meldung aus Marseille wurde in Aubagne ein faschistenfeindlicher Bombenanschlag verübt. Am Donnerstag abend drangen zwei Italiener in eine Bar ein, über der sich der Sitz der faschistischen Gruppe des italienischen Frontkämpferbundes befindet. Sie warfen eine Bombe, durch die zwei Gäste und eine Bardame verletzt wurden. Der' Sachschaden ist aroß. Die Täter wurden verhaftet.
Reichswirtschastsrat gegen Mittelstand
Seit Monaten liegt beim Reichswirtschaftsministerium ein Antrag des württembergi- schen Ministeriums vor, wonach die Neuerrichtung von Warenhäusern von Konzessionen abhängig gemacht werden soll. Dieser Antrag ist dem vorläufigen (!) Reichswirtschastsrat überwiesen worden, zur Begutachtung! Am 6: Januar sollte ein Ausschuß dieses Rates über den Antrag befinden. Inzwischen hat man sich aber wieder vertagt. Offenbar hält man im Reichswirtschaftsrat den verzweifelten Existenzkamps des Mittelstandes nicht für wichtig genug.
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Berlin, 16. Jan. Wie Berliner Morgen- blätter aus Paris melden, hat die außerordentliche Konferenz der internationalen Luftfahrtvereinigung am Freitag Dr. Eckener die große goldene Medaille für 1931 in Anerkennung seiner Amerikafahrten mit dem „Graf Zeppelin" verliehen.