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Berlin, 15. Jan. Der Führer der NSDAP., Adolf Hitler, trifft heute abend oder morgen früh in Berlin ein, um bei dem Termin anwesend zu sein, der in dem von Stennes gegen Hitler angestrengten Beleidigungsprozeß für Sonnabend anberaumt worden ist.
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v»iining unmöglirr«!
Von Alfred Rosenberg
Nur mit steigendem Ekel kann m^n die Systempreise und ihre Kommentare zur Ablehnung Hitlers gegenüber der Brüning- Aktion zum Schutz der Zentrumsherrschaft verfolgen. Schon während der Unterhandlungen hetzte diese ganze Presse in jämmerlichster Weise, während die nationalsozialistischen Blätter mustergültige Disziplin bewahrten, jetzt versucht die Journaille, uns die Schuld zuzuschieben, weil Adolf Hitler nach ernstester Prüfung aller Umstände ,chon aus verfassungsrechtlichen Ueberlegungen die — ungenaue Unterrichtung des Reichspräsidenten durch die Zentrumsjuristen zurückweisen mußte. Er hatte seine Legalität beschworen und mußte deshalb nach Prüfung der !n Betracht kommenden Artikel der Verfassung zur Ueberzeugung gelangen, daß seitens der Zentrumsregierung der Reichspräsident in un- qualifizierbarer Weise — berat-n worden war. Deshalb bot ihm die Gewisseuspflicht, gegen die Selbsterhaltungsaktion Dr. Brü- nings aufzutreten. Diese eherne Sachlichkeit ist es, welche die bisherigen Hüter des Weimarer Kapitals geradezu in Tollwut versitzt hat, wobei die schwarzrote Parteienpresss in dem Vorgehen Dr. Brünings — gleich was er sich dabei gedacht hatte — einen Ueber- tölpelungsversuch gegen den Nationalsozia- Iismus erblickte, dabei auch wohl mir Recht annahm, daß Brünings dringendes Telegramm an Adolf Hitler ein richtiger Hilfe- ruf gewesen war.
Tatsächlich! Man stelle sich vor, daß Dr. Brüning noch vor wenigen Wochen hockwffi- ziell den Führer der deutschen Freiheitsbewegung in seiner Rundfunkrede in heftigster Weise angegriffen, haß er noch ganz kürzlich vor ausländischen Vertretern den Na tionalsozialismus als „WeItgefah r" hingestellt hatte. Und nun wurde plötzlich der Führer dieser „Weltgefahr" gebeten, unter Vorschiebung Hindenburgs die politische Lebensdauer desselben Herrn Brüning zu verlängern. Wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, daß in den Tagen, die zwi schen dem letzten Angriff und dem Tele gramm liegen, der immer noch amtierende Reichskanzler von sehr autoritativer ausliin bischer Seite darauf aufmerksam gemacht worden war, daß er nicht mehr recht ver handlungsfähig sei ohne Adolf Hitlers Un terstützung, da ja kein Volk mehr hinter der Regierung stünde. Mir wurde schon im De zember 1931 in London von einer dortigen Botschaft eines Großstaates bekanntgegeben daß mit der jetzigen Reichsregierung keine dauernden Abmachungen getroffen werde: könnten. Und mittlerweile ist noch mehr von der „Autorität" Dr. Brünings abge bröckelt!
Ein geradezu selbstvernichtendes Urt<e. über die Folgen der Brüning-Politik hat >o eben die offiziöse Korrespondenz der Baue rischen Volkspartei ausgesprochen. Sie schreibt inmitten von Wutausfällen gegen Hitler und Hugenbsrg, in einem „vielleicht weltgeschichtlichen Augenblick" habe „sich d' »nationale Opposition" in Deutschland fiir das Verbleiben in der Niederung und gegen
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Wichtige Verhandlungen mit Beneduce in London
London, 14. Jan. Das englische Kabinett erörterte am Donnerstag wiederum in einer Vollsitzung die Tributfrage und die Vorbereitungen für die Lausanner Konferenz. Endgültige Beschlüsse wurden auch jetzt noch nicht gefaßt. Zunächst will die Regierung die Verhandlung zwischen den englischen und ita- lienischen Finanzsachverständigen abwarten. !sie am Freitag in London stattfinden. Zu diesem Zweck hat sich der italienische Fincmz- 'achverständige Beneduce nach London begeben, wo er am Donnerstag abend erwar- et wird. Den Verhandlungen mißt man im Hinblick auf die letzten Mussolini-Artikel in iier italienischen Presse eine erhebliche Bedeutung bei, ganz besonders soweit die Beratungen über die mögliche Haltung Amerikas in Frage kommen.
Aus durchaus zuverlässiger Quelle vergütet ferner, daß der französische Plan, die ungeschützten Tributzahlungen durch deutsche Eisenbahnbonds abzudecken, in London als tot betrachtet wird. Die englische Regierung habe diesen Plan niemals angenommen und die dagegen erhobenen Bedenken seien so schwerwiegender Natur für die zukünftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft, daß man diesen Weg nicht für gangbar halte.
Endlich glauben politische Kreise zu wissen, daß der Plan der City, wonach die Lausanner Konferenz zunächst nur eine Ausdehnung des Tributmoratoriums beschließen und dann in einigen Monaten nach Klärung der inneren Lage in Deutschland und Frankreich — vielleicht auch in Amerika — Verhandlungen über eine endgültige Lösung des Problems der Regierungsschulden aufgenom men werden sollen, jetzt die Gunst des Ka binetts gefunden habe, denn er sei zunächst ohne große Schwierigkeiten für England, Frankreich und Deutschland annehmbar und umgehe die umstrittene Frage eines länge ren Moratoriums.
„Die Tribute praktisch erledigt".
London, 15. Jan. Wie „Financial Times meldet, richte sich die Aufmerksamkeit des englischen Kabinetts darauf, eine Methode zu finden,- nach der noch vor Eröffnung der Lausanner Konferenz eine günstige inter
nationale Atmosphäre geschaffen werden könne. Laval habe nämlich, wie der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" meldet, gewisse ausländische Vertreter in Paris dahingehend verständigt, daß Frankreich die Tributkonferenz nur beschicken werde, wenn vorher ein vorläufiges Einvernehmen mit England und Deutschland erzielt worden sei. Die englische Regierung werde sich nicht damit abfinden, die schwierige«,, aber wichtigen Fragen aus die lange Bank zu schieben, indem man sie Sachverstand igen- ausschüssen überweise, wie es offenbar di? Politik der Lausanner Konferenz zu werden scheine. Von diesem Standpunkte aus be
trachtet, habe man auch Zweifel an dem Vorschlag Mussolinis, eine Art Schuldner» Vereinigung gegenüber Amerika zu bilden. England wolle die Erörterungen im übrigen auf die Tribute beschränken und sie nicht auf die Kriegsschulden ausdehnen: „Financial Times" erklärt weiter, es verstärke sich die Ansicht, daß die Tribute unbeschadet des Ergebnisses der Lausanner Konferenz praktisch erledigt seien und daß selbst die Halsstarrigkeit der Franzosen und ihr Widerstand, die Tributzahlungen nicht am Leben erhalten werde. Diese Ansicht MHurch die Erklärung Mussolinis und durch Berichte verstärkt worden, wonach das englische Kabinett mit der City dahin übereinstimme, daß es besser sei, die Tribute abzuschaffen anstatt sie nur herabzusetzen.
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Schließung der Berliner SA.-Heime
Gemeinsame polizeiliche Maßnahmen auch in anderen Gebieten
Hitler-Jugend verboten
Berlin, 14. Jan. Der planmäßige Verfolgungskampf der Berliner Polizei gegen die SA. hat zur Schließung von zwei weiteren Verkehrslokalen in Berlin geführt. Das Verkehrslokal in der Huttenstraße in Moa- bit wurde auf Antrag des Polizeipräsidenten auf Grund der dritten Notverordnung zunächst für vier Wochen für die Zeit von sechs Uhr abends bis sechs Uhr morgens geschlossen. In der Begründung dieser Maßnahme wird darauf hingewiesen, daß die Schließung für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist, weil die Besorgnis besteht, daß das Verkehrslokal als Stützpunkt für Gewalttaten gegen Personen und Sachen dien- nen könnte.
Ferner hat der Polizeipräsident aus den gleichen Gründen die Schließung des nationalsozialistischen Verkehrslokals in der Hebelstraße in Charlottenburg auf die Dauer von zwei Monaten ebenfalls für die Zeit von sechs Uhr abends bis sechs Uhr morgen verfügt.
Der Polizeipräsident in Gleiwitz in Oberschlesien hat die SA.-Heime in Gleiwitz und Hindenburg ebenfalls auf Grund der dritten
den Höhenflug entschieden." Der blutunterlaufene Haß der patentchristlichen Nächstenliebe des Zentrums in Bayern ist ein schlechter Berater gewesen. Denn aus diesem Geständnis geht hervor, daß auch nach Anschauung der BVP. wir dank der ZentrumSregie- rung Brüning uns in hoffnungsloser Niederung befinden, und daß ein Höhenflug nur durch Adolf Hitler zu erwarten sei!
Es wäre nun gewissenlos an der deutschen Nation gehandelt, wollte Adolf Hitler seine große Bewegung von sich aus jenen anvertrauen, die uns an den jetzt zugegebenen Abgrund geführt haben. Seine Ablehnung ergab sich also nicht nur aus verfassungsrechtlichen, sondern auch aus politisch-moralischen
Gründen. Seine Bemühungen gingen aber dahin, den an den Machenschaften unschuldigen Reichspräsidenten aus dem Strudel des Kampfes herauslassen, und wir haben alle Ursache, anzunehmen, daß »m Büro des Reichspräsidenten diese Haltung verstanden worden ist.
Die Denkschrift Adolf Hitlers an den Reichspräsidenten wird nebst ergänzenden Ausführungen zu gegebener Zeit veröffentlicht werden. Wir glauben nicht, daß Herr Dr. Brüning daran seine ungetrübte Freude haben wird. Aus der Gesamtheit der Vorfälle aber ist Dr. Brüning heute unmöglicher als jemals früher.
Wann zieht er endlich die Konsequenzen?
Notverordnung des Reichspräsidenten geschlossen. Außerdem hat der Polizeipräsident auf Grund der gleichen Notverordnung der Besitzerin des Bahnhofshotels in Gleiwitz die Erlaubnis zum Betrieb ihrer Gast- und Schankwirtschaft auf die Dauer eines Monats mit fofortiger Wirkung entzogen. Als weitere Maßnahme der Berliner Polizei gegen die NSDAP, ist festzustellen, daß am Mittwochabend die in den Germania-Sälen stattfindende Versammlung der Hitlerjugend von der Polizei geschlossen wurde. Dreißig Hitlerjungen wurden von der Polizei festgenommen. Wie das Polizeipräsidium dazu mitteilt, erfolgte die Schließung der Versammlung und die Festnahme wegen angeblichen Verstoßes gegen das Uniformverbot.
Soeben beklagt die schlesische NSDAP, ihren neunten toten Kameraden.
Von den Behörden wird nichts unternommen, um die schutzlosen Nationalsozialisten zu unterstützen und den marxistischen Terror zu verhindern. Dafür werden die schärfsten Maßnahmen gegen die NSDAP, ergriffen.
Wie bereits berichtet, unternahm am Sonnabend abend zusammengerottetes marxistisches Gesinde! einen Sturm auf das Lübener SA.-Heim, der schließlich abgeschlagen werden konnte. Das SA.-Heim «st nun wegen „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit" geschlossen worden!
Die SA.-Heime in Gleiwitz und Hindenburg sind polizeilich geschlossen worden.
Der Polizeipräsident hat es nicht für notwendig erachtet, überhaupt eine nähere Begründung für die Schließung der beide» SA.-Heime anzugeben.
Der eigentliche Grunb für die Schließung der SA.-Heime ist natürlich auf ganz anderem Gebiete zu suchen. Man will das starke Anwachsen der nationalsozialistischen Bewegung, das sich gerade im oberschlesischen Industriegebiet bei den Bergleuten in der letzten Zeit gezeigt hat, unterbinden. Der Zustrom zu der NSDAP, ist in de« letzte» Wochen außerordentlich stark geworden.