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Sonnabend nachmittag Unterredung
Hitler-Hugenberg Berlin, 8. Jan. Wie von Nationalsozi alistischer Seite mitgeteilt wird, ist die Unterredung zwischen Hitler und dem Führer der deutschnationalen Partei, Geheimrat Hu- genberg für den frühen Sonnabend nachmittag angesetzt. Die endgültige Stellungnahme Adolf Hitlers gegenüber dem Reichskanzler bezw. dem Reichsinnenminister wird Sonnabend abend 21 Uhr erfolgen.
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Das Erscheinen Hitlers in Berlin und die Erkenntnis, daß ohne ihn auch das Reichskabinett Brüning nichts mehr unternehmen kann, hat wie eine Bombe eingeschlagen. Wir wollen uns nicht mit dem Geschrei der marxistische Presse aufhalten, wir wollen auch nicht das neue Verbot des Angriffs auf acht Tage hiermit in Verbindung bringen aber wir wollen schon heute mit aller Ein deutigkeit die Männer und Parteien kennzeichnen, die jetzt ganz offen zum Bürgerkrieg Hetzen. So hat die „eiserne Front" am gestrigen Freitag eine Kundgebung in Berlin abgehalten, in deren Verlauf der sozial- demokratische Redner feststellte, daß auch die legale Machtübernahme Hitlers den Bürgerkrieg bedeute, und wenn dabei der Staat in Trümmer ging. Auf dieser Kundgebung haben aber auch Redner der Staatspartei und des Zentrums gesprochen!
Und nun fragen wir den Reichskanzler Brüning, ob diese offene Kriegserklärung an den Staat von ihm gebilligt wird, ob ihm bekannt ist, daß auch der Berliner Po lizeipräsident Dr. Weiß sich mit diesem ver brecherischen Unternehmen solidarisch erklärt hat?
Als Dr. Goebbels gestern abend im Sportpalast auf diese drohende Gefahr hinwies, wurde ihm von einem Beauftragten des Polizeipräsidenten das Wort entzogen und die machtvolle Versammlung aufgelöst. Will man so mit einer Partei umgehen, deren Führer soeben gebeten wurde, daß zusammenbrechende Kabinett für seine außenpolitischen Unterhandlungen zu unterstützen?
Wir lassen heute weniger denn je mit uns Schindluder treiben und so hat unser Führer Hitler für die Zustimmung seiner Partei zu einem Berliingerungsgesetz für die Amtsdauer des Reichspräsidenten gefordert, daß eine entscheidende Aenderung der Reichsregierung herbeigeführt wird. Weiterhin ist die öffentliche Anerkennung der Legalität unserer Bewegung verlangt worden, eine Forderung, die heute schon überholt erscheint, da verbrecherische Elemente im marxistischen Lager entschlossen sind, ihre Bonzenposten um jeden Preis mit dem Blut der von ihnen verführten Arbeiterschaft zu verteidigen.
So haben sich die Verhältnisse in den letzten 24 Stunden auf das Aeußerste zugespitzt und wir halten es heute noch ebenso unwahrscheinlich wie gestern, daß diese Ber-
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Kampf ist unser Schicksal! — Im Kampf sich behauptn, heißt das Schicksal meistern. — Das Gute wird sich durchsetzen, selbst dann, wenn die Verhältnisse die schwersten Hindernisse entgegenstellen; — sie überwinden bedeutet eine Leistung. — Ueberwundene Hindernisse spornen an zu weiterer Krastentfal- tung. — Mit wachsendem Erfolg steigen die Freuden an der Arbeit und am Kampf. —
Arbeit und Kampf war der Weg, in. im ersten Jahre ihres Bestehens unsere BNZ ging. — Siegreich hat sie sich behauptet, trotz aller Anfechtun- gen, trotz des Schmutzes, den eiire marxistische Presse ihr entgegenschleudert. —
Stolz können die Bremer Nationalsozialisten sein aus ihr Parteiblatt, das sich >n einem Jahre von einem 'Kopfblatt, das anfänglich zweimal in der Woche erschien, zu einer Tageszeitung, die jetzt mit 8 Seiten erscheint, emporgearbeitet hat. —
Diejenigen Bremer Nationalsozialsozialisten, die eng mit der Zeitung zu- sammengearbeitet haben, können es am besten beurteilen, welch schweren Kampf und welch schwere Opfer es gekostet hat, unsere BNZ zu dem zu machen, was sie heute nach einem Jahre ist. — Ihnen allen unseren herzlichsten Dank! — Unsere Zeitung verkörpert im kleinen Maßstabe unsere ganze Parteientwicklung: ganz auf sich selbst angewiesen, nur aus sich selbst heraus, nur zehrend von den eigenen selbstverdienten Früchten, — ist sie heute bei allen Parteigenossen geachtet, geehrt und beliebt. —
Genau wie unsere Partei, von allen Seiten befehdet, behindert und verfolgt, mußte unsere einjährige BNZ in dieser kurzen Spanne Zeit durch alle diese Hindernisse hindurch, weil sie das war, was wir alle sein wollen; Verkünder der Wahrheit, Kämpfer für Ehre, Freiheit und Brot. —
Ein Freund ist sie uns geworden, ein Bundesgenosse in schwerer Zeit. — Ihr Bremer Nationalsozialisten haltet dem alten Freund die Treue und Ihr, die Ihr Verständnis dafür habt, was eine eigene Zeitung, eine Verkün- derin der Wahrheit, eine Mahnerin und ein Wegweiser in heutiger Zeit bedeutet, helft unserem Kampfblatt, das es in unserer Hand auf dem Wege weiter fortschreitet, den es bisher unbeirrt gegangen ist. — Wäre nicht unsere BNZ gewesen, — eine andere Presse Bremens hätte niemals unser Sprachrohr sein können, weil sie es nicht sein wollte. —
Die Macht der BNZ ist jetzt auch von ihren Gegnern erkannt. — Ein jeder Nationalsozialist ist verpflichtet, diese Waffe schlagfertig zu erhalten. —
So wollen wir hineingehen ins zweite Jahr mit dem festen Vertrauen, daß unsere BNZ sich die Freundschaft eines jeden deutschen Volksgenossen in Bremen erringen und erhalten wird. —
liner Verhandlungen zu einem Ergebnis von Dauer kommen werden wie die Reichs- regierung es sich wünscht. Wir glauben vielmehr, daß die entscheidende Krise eingeleitet ist und nun, da die Dinge einmal in Fluß graten sind, sie unaufhaltsam einer Klärung entgegengehen. Man mag über das Wort Bedingung sich streiten, denn angeblich haben wir keine Bedingungen gestellt, entscheidend bleibt, daß bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wenn die NS
DAP, einer kurzfristigen Verschiebung der Reichspräsidentenwahl zustimmen soll.
Zum Schluß aber warnen wir noch einmal alle Machtinstanzen des Staates, die verbrecherischen Kriegsumtriebe der ^eisernen Front" zu dulden, denn wir fürchten uns auch nicht vor einer solchen Auseinandersetzung, aber das Blut der Gefallenen kommt dann über die, die diesen Kampf nicht rechtzeitig verhindert haben. —art.
Lpv. tSBoke oKon mit vüDgo»I»iog
Reichsbanner hinter Hindenburg
Berlin, 9. Jan. Die „Eiserne Front" veranstaltete am Freitagabend ihre erste Kundgebung nach Beendigung des Weihnachtsfriedens. Der sozialdemokratische Redner, Negierungsrat Mühle, führte u. a. aus, das politische Leben in Deutschland habe sich in den letzten 48 Stunden in einem Maße zugespitzt, daß eine klare und entschiedene Stellungnahme erforderlich sei Vielleicht bedürfe es nur eines Funkens, um den Bürgerkrieg hervorzurufen. Das Reichsbanner marschiere. Der Marsch werde nicht abgestoppt werden, bevor der Sieg errungen sei.
Lieber sollten die Trümmer über den Republikanern zusammenbrechen, als das; Deutschland dem Faschismus ausgeliefert werde.
Wenn heute die Republikaner die Möglichkeit freier Bestimmung in Deutschland hätten, würde Hindenburg nicht ihr Kandidat sein. Um aber die Präsidentschaft eines nationalsozialistischen Volksverderbers zu verhindern, müßten auch die Republikaner das schwere Opfer bringen, für Hindenburg' einzutreten. Der Bundestag des Reichsbanners habe, was noch nicht bekannt sei, am 24. September einen Beschluß gefaßt, daß das Reichsbanner in der Wiederaufstellung Hindenburgs die einzige Möglichkeit sehe, die Präsidentenschaft eines Nationalsozialisten ohne einen Bürgerkrieg zu verhindern. Der Redner kritisierte dann mit scharfen Worten den offiziellen Empfang Hitlers durch Brüning und Groener. Das beste wäre, Hitler je früher, je lieber aus den deutschen Grenzen auszuweisen. Wenn das angesichts der politischen Verhältnisse im Augenblick nicht möglich sei, dann sollte ein Aufenthaltsverbot Hitlers sür Preußen erlassen werden. Wenn Hitler illegal oder auch legal — darauf legte der Redner besonderen Nachdruck — in Deutschland zur Macht komme, dann bedeute das in Deutschland auf jeden Fall einen Bürgerkrieg. Die Sozialdemokratie verdiene, ins Irrenhaus zu kommen, wenn sie den Faschisten nur mit demokratischen Mitteln entgegentrete. Das Reichsbanner sei für jede Möglichkeit gewappnet. Es werde auch das Mittel der Brutalität gebrauchen. Wenn Braun und Severing nur ein Haar gekrümmt werde, werde der Volkszorn in Deutschland und das Volksgericht nicht ausbleiben.
Polizei gegen VoebbeK
Berlin, 8. Jan. Ein unerwartet schnelles Ende fand die erste große Kundgebung der Berliner Nationalsozialisten nach dem Weihnachtsfrieden, die am Freitag abend im Sportpalast begann. Der große Raum war schon eine Stunde vor Beginn der Versammlung überfüllt. Auch Berliner Vertreter der dänischen und schwedischen Presse waren der Einladung zu der Veranstaltung, deren Thema: „Das Jahr des Sieges" lauten sollte, gefolgt. Zu Anfang gab es in
sofern einen Zwischenfall, als der Polizeibeamte in Zivil einer SA.-Abteilung das Weitersingen eines im Programm vorgesehenen Liedes untersagte. Dann erhielt zunächst Reichstagsabgeordeter Dr. Goebbels das Wort, der stürmisch begrüßt wurde. Er hatte etwa 20 Minuten gesprochen, und dabei auf den Widerhall der Kundgebungen des Parteiführers im Auslande, auf den Zinn der Harzburger Tagung und ferner darauf hingewiesen, i>aß die Machtverhält
nisse in den breiten Massen nicht mehr mit denen innerhalb der Regierung übereinstimmten. Goebbels erklärte weiter, am gestrigen Abend habe der Berliner Vizepolizeipräsident Dr. Weiß in einem Artikel im „Berliner Tageblatt" seine Kordialitiit mit der eisernen Front zum Ausdruck gebracht. Damit werde die Sachlage ungleich bedenklicher.
Er sprach dann weiter von der Notwendigkeit politischer Auseinandersetzung unter diesen Umständen. „Das Reichsbanner wimmert" „Staat pack zu!" Die freie« Gewerkschaften erklären, daß der Kampf . .