Ausgabe 
(9.1.1932) Nr. 7
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Sonnabend nachmittag Unterredung

Hitler-Hugenberg Berlin, 8. Jan. Wie von Nationalsozi alistischer Seite mitgeteilt wird, ist die Un­terredung zwischen Hitler und dem Führer der deutschnationalen Partei, Geheimrat Hu- genberg für den frühen Sonnabend nachmit­tag angesetzt. Die endgültige Stellungnahme Adolf Hitlers gegenüber dem Reichskanzler bezw. dem Reichsinnenminister wird Sonn­abend abend 21 Uhr erfolgen.

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Das Erscheinen Hitlers in Berlin und die Erkenntnis, daß ohne ihn auch das Reichs­kabinett Brüning nichts mehr unternehmen kann, hat wie eine Bombe eingeschlagen. Wir wollen uns nicht mit dem Geschrei der marxistische Presse aufhalten, wir wollen auch nicht das neue Verbot des Angriffs auf acht Tage hiermit in Verbindung bringen aber wir wollen schon heute mit aller Ein deutigkeit die Männer und Parteien kenn­zeichnen, die jetzt ganz offen zum Bürger­krieg Hetzen. So hat die „eiserne Front" am gestrigen Freitag eine Kundgebung in Ber­lin abgehalten, in deren Verlauf der sozial- demokratische Redner feststellte, daß auch die legale Machtübernahme Hit­lers den Bürgerkrieg bedeute, und wenn dabei der Staat in Trümmer ging. Auf dieser Kundgebung haben aber auch Redner der Staatspartei und des Zentrums gesprochen!

Und nun fragen wir den Reichskanzler Brüning, ob diese offene Kriegserklärung an den Staat von ihm gebilligt wird, ob ihm bekannt ist, daß auch der Berliner Po lizeipräsident Dr. Weiß sich mit diesem ver brecherischen Unternehmen solidarisch erklärt hat?

Als Dr. Goebbels gestern abend im Sportpalast auf diese drohende Gefahr hin­wies, wurde ihm von einem Beauftragten des Polizeipräsidenten das Wort entzogen und die machtvolle Versammlung aufgelöst. Will man so mit einer Partei umgehen, de­ren Führer soeben gebeten wurde, daß zu­sammenbrechende Kabinett für seine außen­politischen Unterhandlungen zu unter­stützen?

Wir lassen heute weniger denn je mit uns Schindluder treiben und so hat unser Füh­rer Hitler für die Zustimmung seiner Par­tei zu einem Berliingerungsgesetz für die Amtsdauer des Reichspräsidenten gefordert, daß eine entscheidende Aenderung der Reichsregierung herbeigeführt wird. Wei­terhin ist die öffentliche Anerkennung der Legalität unserer Bewegung verlangt wor­den, eine Forderung, die heute schon über­holt erscheint, da verbrecherische Elemente im marxistischen Lager entschlossen sind, ihre Bonzenposten um jeden Preis mit dem Blut der von ihnen verführten Arbeiterschaft zu verteidigen.

So haben sich die Verhältnisse in den letz­ten 24 Stunden auf das Aeußerste zugespitzt und wir halten es heute noch ebenso un­wahrscheinlich wie gestern, daß diese Ber-

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Von pg. veWNKSWtl» 5t«w.

Kampf ist unser Schicksal! — Im Kampf sich behauptn, heißt das Schick­sal meistern. — Das Gute wird sich durchsetzen, selbst dann, wenn die Verhält­nisse die schwersten Hindernisse entgegenstellen; — sie überwinden bedeutet eine Leistung. — Ueberwundene Hindernisse spornen an zu weiterer Krastentfal- tung. — Mit wachsendem Erfolg steigen die Freuden an der Arbeit und am Kampf. —

Arbeit und Kampf war der Weg, in. im ersten Jahre ihres Bestehens unsere BNZ ging. — Siegreich hat sie sich behauptet, trotz aller Anfechtun- gen, trotz des Schmutzes, den eiire marxistische Presse ihr entgegenschleudert. —

Stolz können die Bremer Nationalsozialisten sein aus ihr Parteiblatt, das sich >n einem Jahre von einem 'Kopfblatt, das anfänglich zweimal in der Woche erschien, zu einer Tageszeitung, die jetzt mit 8 Seiten erscheint, emporgearbeitet hat. —

Diejenigen Bremer Nationalsozialsozialisten, die eng mit der Zeitung zu- sammengearbeitet haben, können es am besten beurteilen, welch schweren Kampf und welch schwere Opfer es gekostet hat, unsere BNZ zu dem zu machen, was sie heute nach einem Jahre ist. — Ihnen allen unseren herzlichsten Dank! — Unsere Zeitung verkörpert im kleinen Maßstabe unsere ganze Parteientwick­lung: ganz auf sich selbst angewiesen, nur aus sich selbst heraus, nur zehrend von den eigenen selbstverdienten Früchten, — ist sie heute bei allen Partei­genossen geachtet, geehrt und beliebt. —

Genau wie unsere Partei, von allen Seiten befehdet, behindert und ver­folgt, mußte unsere einjährige BNZ in dieser kurzen Spanne Zeit durch alle diese Hindernisse hindurch, weil sie das war, was wir alle sein wollen; Ver­künder der Wahrheit, Kämpfer für Ehre, Freiheit und Brot. —

Ein Freund ist sie uns geworden, ein Bundesgenosse in schwerer Zeit. — Ihr Bremer Nationalsozialisten haltet dem alten Freund die Treue und Ihr, die Ihr Verständnis dafür habt, was eine eigene Zeitung, eine Verkün- derin der Wahrheit, eine Mahnerin und ein Wegweiser in heutiger Zeit be­deutet, helft unserem Kampfblatt, das es in unserer Hand auf dem Wege wei­ter fortschreitet, den es bisher unbeirrt gegangen ist. — Wäre nicht unsere BNZ gewesen, — eine andere Presse Bremens hätte niemals unser Sprachrohr sein können, weil sie es nicht sein wollte. —

Die Macht der BNZ ist jetzt auch von ihren Gegnern erkannt. — Ein jeder Na­tionalsozialist ist verpflichtet, diese Waffe schlagfertig zu erhalten. —

So wollen wir hineingehen ins zweite Jahr mit dem festen Vertrauen, daß unsere BNZ sich die Freundschaft eines jeden deutschen Volksgenossen in Bremen erringen und erhalten wird. —

liner Verhandlungen zu einem Ergebnis von Dauer kommen werden wie die Reichs- regierung es sich wünscht. Wir glauben viel­mehr, daß die entscheidende Krise eingeleitet ist und nun, da die Dinge einmal in Fluß graten sind, sie unaufhaltsam einer Klärung entgegengehen. Man mag über das Wort Bedingung sich streiten, denn angeblich ha­ben wir keine Bedingungen gestellt, ent­scheidend bleibt, daß bestimmte Voraussetz­ungen erfüllt sein müssen, wenn die NS­

DAP, einer kurzfristigen Verschiebung der Reichspräsidentenwahl zustimmen soll.

Zum Schluß aber warnen wir noch ein­mal alle Machtinstanzen des Staates, die verbrecherischen Kriegsumtriebe der ^eiser­nen Front" zu dulden, denn wir fürchten uns auch nicht vor einer solchen Auseinander­setzung, aber das Blut der Gefallenen kommt dann über die, die diesen Kampf nicht rechtzeitig verhindert haben. —art.

Lpv. tSBoke oKon mit vüDgo»I»iog

Reichsbanner hinter Hindenburg

Berlin, 9. Jan. Die „Eiserne Front" ver­anstaltete am Freitagabend ihre erste Kund­gebung nach Beendigung des Weihnachts­friedens. Der sozialdemokratische Redner, Negierungsrat Mühle, führte u. a. aus, das politische Leben in Deutschland habe sich in den letzten 48 Stunden in einem Maße zugespitzt, daß eine klare und entschiedene Stellungnahme erforderlich sei Vielleicht be­dürfe es nur eines Funkens, um den Bürger­krieg hervorzurufen. Das Reichsbanner mar­schiere. Der Marsch werde nicht abgestoppt werden, bevor der Sieg errungen sei.

Lieber sollten die Trümmer über den Re­publikanern zusammenbrechen, als das; Deutschland dem Faschismus ausgeliefert werde.

Wenn heute die Republikaner die Mög­lichkeit freier Bestimmung in Deutschland hätten, würde Hindenburg nicht ihr Kandi­dat sein. Um aber die Präsidentschaft eines nationalsozialistischen Volksverderbers zu verhindern, müßten auch die Republikaner das schwere Opfer bringen, für Hindenburg' einzutreten. Der Bundestag des Reichs­banners habe, was noch nicht bekannt sei, am 24. September einen Beschluß gefaßt, daß das Reichsbanner in der Wiederauf­stellung Hindenburgs die einzige Möglichkeit sehe, die Präsidentenschaft eines National­sozialisten ohne einen Bürgerkrieg zu ver­hindern. Der Redner kritisierte dann mit scharfen Worten den offiziellen Empfang Hitlers durch Brüning und Groener. Das beste wäre, Hitler je früher, je lieber aus den deutschen Grenzen auszuweisen. Wenn das angesichts der politischen Verhältnisse im Augenblick nicht möglich sei, dann sollte ein Aufenthaltsverbot Hitlers sür Preußen erlassen werden. Wenn Hitler illegal oder auch legal — darauf legte der Redner beson­deren Nachdruck — in Deutschland zur Macht komme, dann bedeute das in Deutschland auf jeden Fall einen Bürgerkrieg. Die So­zialdemokratie verdiene, ins Irrenhaus zu kommen, wenn sie den Faschisten nur mit demokratischen Mitteln entgegentrete. Das Reichsbanner sei für jede Möglichkeit ge­wappnet. Es werde auch das Mittel der Brutalität gebrauchen. Wenn Braun und Severing nur ein Haar gekrümmt werde, werde der Volkszorn in Deutschland und das Volksgericht nicht ausbleiben.

Polizei gegen VoebbeK

Berlin, 8. Jan. Ein unerwartet schnelles Ende fand die erste große Kundgebung der Berliner Nationalsozialisten nach dem Weih­nachtsfrieden, die am Freitag abend im Sportpalast begann. Der große Raum war schon eine Stunde vor Beginn der Ver­sammlung überfüllt. Auch Berliner Vertre­ter der dänischen und schwedischen Presse waren der Einladung zu der Veranstaltung, deren Thema: „Das Jahr des Sieges" lau­ten sollte, gefolgt. Zu Anfang gab es in­

sofern einen Zwischenfall, als der Polizei­beamte in Zivil einer SA.-Abteilung das Weitersingen eines im Programm vorgese­henen Liedes untersagte. Dann erhielt zu­nächst Reichstagsabgeordeter Dr. Goebbels das Wort, der stürmisch begrüßt wurde. Er hatte etwa 20 Minuten gesprochen, und da­bei auf den Widerhall der Kundgebungen des Parteiführers im Auslande, auf den Zinn der Harzburger Tagung und ferner darauf hingewiesen, i>aß die Machtverhält­

nisse in den breiten Massen nicht mehr mit denen innerhalb der Regierung überein­stimmten. Goebbels erklärte weiter, am gestrigen Abend habe der Berliner Vizepoli­zeipräsident Dr. Weiß in einem Artikel im „Berliner Tageblatt" seine Kordialitiit mit der eisernen Front zum Ausdruck gebracht. Damit werde die Sachlage ungleich bedenk­licher.

Er sprach dann weiter von der Notwen­digkeit politischer Auseinandersetzung unter diesen Umständen. „Das Reichsbanner wimmert" „Staat pack zu!" Die freie« Ge­werkschaften erklären, daß der Kampf . .