Ausgabe 
(8.1.1932) Nr. 6
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

rin»«l>»?el» IS »k«»i,ls

freilsg. S. ^Mgr IM » liiiimm k

ve» ^VVS lügt?

«lSKeUv5 im lolisle« le»

VreuwMatwaMziMMeZeitum

parteumMeKes 0rglmöerbreMrllatiomlsoziM«l

Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele, Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM, 1.90 frei Haus. Anzeigenberechnung: hiesige die Ivgesp, Nonp.-Zeile Rm, V.SS. au«.

Nationalsozmllstische Zettung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im wärts Rm. 0.30. im Textteil die 4gespalt. Textzeile Rm. 0.80. aus-

Redaktion: Papenstr. 1ö, Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung. Streik. Verbot. Aussperrung wärts Rm. 1.—. Stellengesuche u. Familien-Anzeigen Rm 010

bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25L73 usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugspr. Kleine Anzeigen Rm. 0.15. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit!

Nitle»5 wegftwmt

v»öning «ml V»oene» Ksben AilolS Mtle» »«K ve»Iin gebeten!

pBeuVenHUaKI osloi piÄ5i»lememU«KI?

Vo» eine» rnttekeiickung?

Nachdem die NSDAP, die stärkste Partei in Deutschland geworden war — als Frei­heitsbewegung war sie schon seit langem der stärkster Faktor deutscher Politik — hat unser Führer Adolf Hitler als nächstes eindeutiges Ziel die Machtergreifung an jeder Stelle, in jedem Land und schließlich im Reich gesetzt. Unter dieser Voraussetzung haben alle inner- politischen Kämpfe des letzten Jahres ge­standen, in Braunschweig, Bremen. Hamburg und Hessen. Die Führung war sich darüber klar, daß diese Machtergreifung in den meisten Fällen nur über den Umweg einer Koalition möglich ist. Darum bildeten wir in Braunschweig eine Regierung mit den Rechtsparteien, darum stellten wir in Bre­men zunächst den Präsidenten der Bürger­schaft, darum wurde in Hessen mit dem Zentrum verhandelt und in Hamburg sowie in Oldenburg eine Rechtskoalition versucht Aus dieser Marschrichtung ergaben sich die weiteren Entschlüsse der jeweiligen Partei­leitungen, so in Oldenburg die Durchführung eines Volksbegebrens zur Auflösung des ar­beitsunfähigen Landtages. Ueber allen die­sen Einzelverhandlungen aber stand die Bil düng der Harzburger Front unter Führung Adolf Hitlers. Den gleichen Zwecken diente die Fühlungnahme Hitlers mit Amerika und die Reise Rosenbergs nach London.

Wir haben diese Tatsachen noch einmal an geführt, um den klaren Weg der NSDAP, zur Machtergreifung aufzuzeigen. Eine neue Etappe scheint die Unterhandlung Hitlers mit der Reichsregierung zu werden, die scheinbar auf Veranlassung des Reichsprä sidenten von Hindenburg erfolgt. Die Mög lichkeit dieses Schrittes dürfte Adolf Hitler durch ein geschickt formuliertes Neujahrs­telegramm an Hindenburg geschaffen haben Auch diese Unterhaltung muß und kann le diglich unter den R>sn angegebenen Gesichts Punkten gewertet werden. Rein sachlich han delt es sich für die Reichsregierung darum im Augenblick wichtiger außenpolitischer Verhandlungen innerpolitische Kämpfe, wie sie die Reichspräsidentenwahl mit sich führen würde, zu vermeiden.

Man kann zu diesem Zweck entweder durch Reichstagsbeschluß die Amtszeit des Reichs­präsidenten um eine bestimmte Zeit verlän­gern, man kann aber auch eine Volksabstim­mung herbeiführen, und dieser jede politische Schärfe nehmen, indem man sich vorher auf den Kandidaten einigt. Hindenburg seiner­seits scheint vom Reichskanzler verlangt zu haben, daß seiner weiteren Amtsführung seine einstigen Wähler, die heute zu ihm in Opposition stehen, zustimmen. Die Sozial­demokratie wie überhaupt die Systempar­teien haben ihrerseits Angst vor einer poli­tischen Entscheidung durch den Stimmzettel und sind daher geneigt, den Plänen des Kanzlers zuzustimmen. Aus dieser Sachlage ergibt sich die Basis der Verhandlungen, die jetzt mit dem Führer der Opposition geführt

Berlin, 7. Jan. Von feiten der NS­DAP, wird parteiamtlich mitgeteilt: Adolf Hitler wurde am Dienstag, 5. Jan., tele­graphisch zum Reichsinnenminister Groencr zu einer Besprechung nach Berlin gebeten. Der Führer der NSDAP, hatte gestern, Mittwoch, den K. Jan., abends mit dem Reichsinnenministcr Groener und heute, den Jan., nachmittags mit dem Reichskanzler Brüning und dem Reichsinnenminister Groe­ner eine Besprechung, deren Gegenstand die Reichspräsidentenwahl war. Adolf Hitler hat ich eine Stellungnahme dem Reichskanzler gegenüber vorbehalten, um vorher den Par­teien der nationalen Opposition seine Auf­fassung mitzuteilen.

lur UMeDDeckung t>Woene»5 in» Nttler

Zu der Unterredung Groeners mit Hitler wird noch bekannt: Die Anregung zu dieser Unterredung ging

Line p«teiamtN«ne plitteilung

von Groener als dem für Verfassungsfragen zuständigen Reichsinnenminister aus. Die heutige Besprechung, an der auch Reichskanz- ler Dr. Brüning teilnahm, fand im Reichs­innenministerium statt und dauerte von 16 bis 17L0 Uhr. Um 17.3« Uhr begab sich der Reichskanzler zurück in die Reichskanzlei zu der dort zu diesem Zeitpunkt angesetzten Konferenz mit den nach Berlin berufenen deutschen Botschaftern.

Die Unterredungen wurden, wie von be­teiligter Seite versichert wird, in durchaus freundschaftlicher Form geführt. In Kreisen der Nationalsozialisten sah man in ihnen die Anerkennung der Tatsache, daß auch die

Reichsregierung an der nationalsozialistischen Bewegung nicht vorübergehen könne, zumal eine noch wichtige Frage, wie die in den Be­sprechungen angeschnittene, ohne die NSD­AP, nicht zu entscheiden sei. In unterrich­teten Kreisen unterstreicht man ferner den von dem Parteiführer der NSDAP, für seine Stellungnahme gemachten Vorbehalt einer vorherigen Fühlungnahm« mit den übrigen Parteien der nationalen Opposition. Man glaubt auch in nationalsozialistischen Kreisen, daß die NSDAP, bezüglich der Wahlen nicht nur in Preußen, sondern auch im Reich bestimmte Zusagen erwarte, die es ihnen ermöglichen würden, sich zur Ent­scheidung der Frage einer Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten aktiv ein- schalten zu lassen.

Heute neue KuttpDseKe Vwene? Nißle»

Berlin, 7. Jan. In unterrichteten Krei­sen verlautet, daß Adolf Hitler voraussichtlich bereits am Freitag vormittag eine Unter­redung mit dem Parteiführer der Deutsch- nationalen, Geheimrat Hugenberg, haben,

und daß noch am Freitag nachmittag eine neue Aussprache mit dem Reichsinnenminister Groener stattfinden werde. Man glaubt, daß die Entscheidungen bestimmt nicht lange hinausgezögert werden würden.

werden und gleichzeitig ersieht man hieraus die Stärke der Opposition, aber auch die Ge­fahren, in die man sich begeben kann.

Unter der Voraussetzung, so rasch wie möglich zur Macht zu kommen, d. h. zunächst als greisbares Ergebnis die korrekte Durch­führung der Preußenwahlen zu sichern, könn­te der Führer der Opposition die hinter ihm stehende Macht dadurch in die Wagschale werfen, daß er einer kurzfristigen Verlänge­rung der Amtsperiode Hindenburgs zu­stimmt und dafür ganz bestimmte Bedingun­gen stellt. Es wird ganz nüchtern die Frage zu prüfen sein, ob

unser Endziel rascher durch eine Präsidentenwahl im März oder durch eine ohne amtlichen Terror durchgeführ­te Preußenwahl erreicht werden kann.

Darum hat Adolf Hitler auch zunächst nach der ersten Besprechung mit Brüning sich mit Hugenberg und dem Stahlhelm in Verbindung gesetzt, um deren Stellung­nahme kennenzulernen. Erst dann wieder wird mit Brüning und Groener verhandelt werden. In diesem Zusammenhang sind die taktlosen Ausführungen des Reichsfinanz­ministers Dietrich von Bedeutung, der erst in diesen Tagen die Nationalsozialisten als Desperados bezeichnete, die in einem Zu­sammenbruch ihrer Hoffnung säshen — wer war denn, Herr Dietrich, bislang Führer mitten hinein in den Zusammenbruch? — und ebenso bedeutsam sind die unannehm baren Bedingungen, die das Zentrum in Hessen uns für eine Regierungsbildung ge­stellt hat. Wenn auch Herr Brüning Ver­handlungen mit Hitler aufgenommen hat, so scheinen seine hinter ihm stehenden Kräfte — Reichskabinett und Zentrumspartei — keineswegs schon begriffen zu haben, mit welchem Machtfaktor sie es in der NSDAP

zu tun haben. Das wiederum läßt es un­wahrscheinlich werden, daß man zur An­nahme von Bedingungen, die wir stellen würden, bereit ist. Einen völligen Um­schwung der Reichs- und Preußenpolitik des Zentrums würde aber eine der Voraus­setzungen sein müssen und so ist es heute noch völlig ungewiß, ob überhaupt aus den Berliner Verhandlungen etwas Greifbares herauskommt, um so mehr als der Mar­xismus in seinem ersten Strecken über das Erscheinen Hitlers in der Reichskanzlei sich in wildesten Drohungen ergeht und der Re­gierung ankündigt, daß die SPD. ihr jede Gefolgschaft aufkündigen würde, wenn man den Nazis auch nur irgendwie entgegen­komme.

Wir Nationalsozialisten haben einen kla­

ren, legalen Weg vor uns, der nur durch illegale Handlungen z. B. der Preußenregie­rung aufgehalten werden konnte. Die an­dern, selbst Herr Brüning und Herr Groe­ner müssen kommen und mit uns verhan­deln. In unserer Bewegung liegt die Macht, die heute die Innenpolitik bestimmt und ss werden auch wir entweder heute oder in vier oder sechs Wochen die Entscheidungen tref­fen, die uns unserem Endziel näher bringen oder es schon erreichen lassen. Es ist über­flüssig, sich über Hitlers Berliner Reise vie­ler Kombinationen hinzugeben, denn es wird auch hier der schon oben aufgezeichnete Weg gegangen werden, bis eines Tages Hitlers Fahnen über allen Straßen wehen und der Tag für Arbeit und Brot angebrochen ist.

—art.

Im leimen «leV ßlotve?o»«llmmg s

3IS0V0 kVbeittlose mek» in 15 Vsgen

Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1K. bis 31. Dezember 1931

Berlin, 8. Jan. Am Ende des Jahres 1931 bot der Arbeitsmarkt das Bild einer anhaltenden tiefen Depression. Innerhalb der allgemeinen Entwicklung steigt die jah­reszeitliche Linie der Arbeitslosigkeit weiter an, deren Höhepunkt erfahrungsgemäß erst gegen Ende Februar zu erwarten ist. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am 31. De­zember rund 5 966 00, d. h. um rund 316 000 mehr als Mitte des Monats. Im Vorjahre wurde am Jahresschluß nach einer Zunahme im gleichen Zeitraum um rund 407 000 eine Arbeitslosenzahl von rund 4 384 000 erreicht. Neben den Saisonaußenberufen, in denen die Arbeitslosenzahl infolge der ungünstigen Wit­

terung um 7,2 v. H. stieg, haben auch die überwiegend von der Konjunktur abhängigen Berufsgruppen eine, wenn auch schwächere Zunahme, nämlich um 5,1 v. H. zu verzeich­nen. Der Druck, der von den internationalen Währungsschwierigkeiten und den Absper­rungsmaßnahmen wichtiger Abnehmerländer ausgeht, hat sich weiter verschärft und hat die Auswirkungen der auch sonst na-h dem Weihnachtsgeschäft üblichen Stille verstärkt. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger betrug am 31. Dezember in der Arbeits­losenversicherung rund 1642 000, in der Krisenfürsorge rund 1 506 000. Von der Ge- samtzunahme um rund 214 000 entfielen rund 154 000 auf die Arbeitslosenversiche­rung, rund 60 000 auf die Krisenfürsorge.