Ausgabe 
(5.1.1932) Nr. 3
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

NI«»«I>»?«I» 1» »k«l»l»IS

vimtsg. s. MM IM « tiMM Z ?Ioslisu . «le? vDsltzß^ßeKeD

Moskau, 5. Jan. Die Streikversuche im Ruhrgebiet werden in Moskau mit größtem Interesse verfolgt. Die Streiklosung, die von der KPD. und RGO. ausgegeben wurde, stammt vom Vollzugsausschuß der Kommu­nistischen Gewerkschaftsinternationale. Die Streikbewegung soll nicht nur im Ruhr­gebiet, sondern auch in anderen Industrie­gebieten Deutschlands durchgeführt werde«.

AAAMH

parteunMeKes Vrgtm öer Kremer IlationalsozialMev

Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstr. IS Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 2SL73

Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM, 1.90 frei Haus, durch die Post zuzügl, 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Aussperrung usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückqahl. des Bezugspr.

Anzeigenberechnung: hiesige die Ivgesp Nonp.-Zeile Rm. 0.W, aus­wärts Rm.0,30, im Textteil die 4gespalt. Textzeile Rm. 0,80. aus­wärts Rm. 1,—. Stellengesuche u. Familien-Anzeigen Rm. 0,10. Kleine Anzeigen Rm. 0,1S. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.

MinKle? Msgges in vffemen

Lin T»«beminglöiM in veutüw» -» ve»gle«te ve»mivll

SeDlineV Presse lio»ßle»k Kilo« «itle»s Ausweisung unck ßlVoKt mit Kbsplitte»ung von »sve»n unt» MHeinIsnck

Uisle» Sen Ungeist

MnlZte? ItlAgge-. zp^i-Hit:

Eine überfüllte Massenversammlung im Casino, in dem sich Kopf an Kopf die Par­teigenossen und Freunde der Bewegung drängten, war der Auftakt des neuen Kampf­jahres 1932, nachdem Reichskanzler Dr. Brü- ning in liebenswürdiger Weise mit seinem Weihnachtsbriefe für einige Ferienwochen gesorgt hatte. Wenn man seit Wochen und Monaten die unglaubliche Hetze marxistischer und sonstiger Zeitungen gegen unseren Mi­nister Klagges verfolgt hat, dann mußte man sich diesen Mann als einen besonders gefähr­lich wütenden Demagogen vorstellen, der bei jedem Satz, den er spricht, mindestens einen Bonzen verschlingt. Reichswehr, Schupo und das geeinte Ausland ist schon mehr als ein­mal gegen ihn aufgerufen worden, um Braunschweig vor ihm zu retten. Und nun sprach dieser Mann in Bremen, schlicht und einfach, mit hinreißender Sachlichkeit, klar und prägnant, das Wesen unseres Unglücks treffend, über den Geist des heutigen Sy­stems.

Unser Kampf gilt nicht Einzelpersonen, nicht Herrn Brüning und Severing oder Sklarek, sondern der undeutschen Gesinnung, die Volk und Staat in ihrer Existenz gefähr­den. Weihnachtsfrieden und Umformverbot waren kindliche Mittel, um die Freiheitsbe­wegung des deutschen Volkes zu hemmen. Der schwächliche Geist, der heute die Politik beherrscht, kam erst zuletzt wieder in den Worten unseres Reichspräsidenten zum Aus­druck, als er bei seinem Neujahrsempfang auswärtiger Diplomaten sick zwar hilfe­suchend an alle möglichen internationalen Organisationen und Völker der Erde wandte aber nicht das entscheidende Wort von der Selbsthilfe der Nation sprach, nicht an die nationalen Kräfte apvellierte, die wirklich be­reit ist, sich für den Staat einzusetzen.

Die Hoffnung auf fremde Hilfe hat uns geleitet seit 1917, seit der Zeit, da erst mar­xistische Landesverräter und dann die jewei­ligen Regierungen bis auf die letzte uns ein Zukunftsbild vorgaukelten, daß in einem in­ternationalen Völkerbrei gipfelt, in dem Deutschland als Sklavenvolk vegetieren soll. Bei dieser Gelegenheit betonte Minister Klagges noch einmal mit aller Entschieden^ heit/daß ?r als Minister eines deutschen Lan­des die Unterschriften unter dem Versailler Schanddiktat nicht anerkennen könne.

Mit bewegten Worten schilderte er dann die grenzenlose Wirtschaftsnot der Gegen­wart, die in Deutschland als Dauerkrise seit 13 Fahren besteht und die nicht mit halben Maßnahmen im Rahmen des kapitalistischen Systems überwunden werden kann. Wenn auch andere Völker notleiden, so ist es doch Wahnsinn zu glauben, daß sie uns aus freien Stücken h°lfen werden. Sie warten auf den Augenblick in dem Deutschland ganz zusam­menbricht, um sich dann den Raub teilen zu können. Solange wir aber

eine Regierung gegen die Mehrheit des deutschen Volkes haben, die sich nur auf die Krücken der SPD. stützt, wird die hier drohende Gefahr nicht

v»olnmg mit LeNi»sti5M«s

Berlin, 5. Jan. Mit allen Kräften, mit allen Mitteln versucht man im demokra­tischen Lager, die in Scharen entlaufenen bisherigen Anhänger zurückzugewinnen. Die unter der Führung des Reichsbanners ge­plante Wellblechfront der entschlossenen „Kämpfer für die Republik" läßt die Reste des mittelparteilichen Bürgertums nicht schlafen — und so plaudern zwei Zeitungen dieses Lagers mit einer nicht mehr zu über­bietenden frechen Deutlichkeit aus, was zu geschehen habe, um den verhaßten National­sozialismus sozusagen noch eine Minute vor 12 Uhr entscheidend zu treffen, Stimmung gegen ihn zu machen und seinen Sieg zu verhindern.

Mit einem massiven Angriff gegen das Auswärtige Amt verlangt die jüdische „Ber­liner Volkszeitung" die Ausweisung des Frontsoldaten Hitler aus Deutschland! Die Ausweisung also eines Mannes, der vier Jahre lang als unbekannter Soldat des Weltkrieges durch alle Hollen der Front ging und sich mit seinem Blut, dem Einsatz seines Lebens die „Staatsbürgerschaft" in Deutsch­land tausendfach erworben hat!

Und der alljüdische „Montag-Morgen" bringt es sogar fertig, für den Fall des na­

tionalsozialistischen Sieges mit der Los­lösung Bayerns und des Rheinlandes zu drohen! Das Blatt schreibt hierüber wört­lich:

„Man ist sich in Bayern wie im Rhein­land völlig darüber im klaren, daß die Er­richtung einer nationalsozialistischen und somit (?) antikatholischen (?) Diktatur das sofortige Wiederaufleben aller Partikulari­stischen und separatistischen Bestrebungen (vom „M.-M." gesperrt!) zur Folge haben müßte, und zwar in einer Stärke, wie sie bisher noch nicht beobachtet wurde."

Diese Verzweiflung blödester Angst — und diese abgründige Gemeinheit sind wahrlich nicht mehr zu übertreffen.

Diese patentierten Verfassungshüter dro­hen, die Einheit des Reiches zu sprengen, drohen mit Volks- und Landes- und Hoch­verrat für den Fall, daß ihre Verfassung an­deren als ihnen die Gewinnung der Macht ermöglichen sollte —!

Was gedenkt die Reichsregierung gegen diese Leute zu unternehmen, die den separa­tistischen Spuk der Jahre 1919 bis 1923 wie­der aufleben lassen wollen?

KeZMMMA EKZUM VW ^SVÄKW

Zur Vorbereitung der Verhandlungen mit den Finanzsachverständigen Ein französisches Dementi

Paris, 5. Jan. In gutunterrichteten fran­zösischen Kreisen ist man im Zusammenhang mit dem Londoner Besuch des Generalsekre­tärs des französischen Außenamtes, Berthe­lot, der Auffassung, daß er nicht nur die ge­plante Zusammenkunft des französischen Ministerpräsidenten mit MacDonald, son­dern auch die Wiederaufnahme der Verhand­lungen mit den Finanzsachverständigen vor­bereiten soll. Außerdem werde er seinen Be­such dazu benutzen, um mit den führenden

englischen Kreisen über die bevorstehende Abrüstungskonferenz Fühlung zu nehmen.

NKL UngMck KsS EeuMen

14 Bergleute eingeschlossen Beuthcn, 5. Jan. Auf der Karsten - Zen­trum-Grube bei Beuthen erfolgte am Mon­tagabend ein heftiger Gebirgsschlag, der in der 774-Meter-Sohle eine Vorrichtungsstrecke und zwei benachbarte Abbaustrecken in Mit­leidenschaft zog und einen größeren Bruch verursachte, durch den 15 Bergleute ab­geschnitten wurden.

beseitigt werben können. So lange wir Tri­bute zahlen müssen, so lange die künstliche Kapitalknappheit aufrechterhalten bleibt, so lange wird die Krise nicht überwunden wer­den können, auch dann nicht, wenn Reichs­kanzler Brüning damit beginnt, unser Pro­gramm auf seine Art in die Tat umzusetzen. Ein Reichskommissar für die Banken ist wertlos, ohne die erforderlichen Vollmachten, die Zinssenkung ist wertlos, so lange sie so unvollkommen eingeführt ist, der Vollstrek- kungsschutz ist unbrauchbar, fo lange er nur aufschiebbare Wirkung besitzt, unser Zollsckutz ist nutzlos, so lange er nicht auf die wirk­lichen Erfordernisse der Wirtschaft Rücksicht nimmt.

Wenn im letzten Falle der Regierung durch das Versailler Diktat auch bis zu einem gewissen Grade die Hände gebunden sind, so

hat sie doch mehr als einmal die Gelegen­heit versäumt, die wirtschaftlichen Auswir­kungen dieses Diktates für Deutschland gün­stiger zu gestalten. Als z. B. Parker Gilbert sich Plötzlich für die Revision des Dawes- planes einsetzte und eine Konferenz in Paris zustande brachte, mußten die deutschen Un­terhändler wissen, daß hier ein Vorstoß Amerikas gegen England vorlag, dessen Flot­ten-Aufrüstung gehemmt werden sollte.

Aus diesem Grunde brachten die Amerika­ner auch einen Verteilungsschlüssel zur Sprache, der England stark benachteiligte. Deutschland aber benutzte den nun erfolgen­den Krach nicht dazu, sein Angebot herab­zusetzen, sondern bot von Berlin aus mehr an, so daß auch England befriedigt werden konnte und Amerika sich verärgert zurückzog.

Den gleichen Fehler begingen wir bei Be­

kanntgabe des Hooverplanes, der sich dies­mal gegen Frankreich und seine Landrüstun­gen richtete. Obwohl Hoover ausdrücklich er­klärte, daß der Plan sofort ohne Verhand­lungen in Kraft treten müsse, fiel Brüning Amerika in den Rücken und verhandelte mit Frankreich, wodurch der Plan sowohl für Deutschland wie für Amerika wertlos wur­de. Darum ist auch jetzt der Plan im ame­rikanischen Repräsentantenhaus auf starken Widerstand gestoßen, da er durch Deutsch­lands Schuld nutzlos verpufft ist.

Solche Gelegenheiten bieten sich aber nur selten und darum ist es ein doppeltes Un­glück für unser Volk, daß eine falsche Poli­tik uns zweimal eine solche Chance ver­dorben hat. Eine gewisse Erklärung liegt in der geistigen Grundeinstellung des Kanzlers, der als Zentrumsmann ähnlich wie die Marxisten einem internationalen Staaten- gcbilde nachjagt, dem die Lcbensinteressen des deutschen Volkes geopfert werden. Tat­sächlich hat sich Reichskanzler Brüning auf dem Katholikentag in Münster zu einem solchen internationalen Staatenplan be­kannt. Da wir Nationalsozialisten wissen, daß alle diese Pläne die Knechtschaft des deutschen Volkes zur Voraussetzung haben, lehnen wir sie grundsätzlich und mit aller Entschiedenheit ab.

Minister Klagges ging dann zum Schluß kurz auf die braunschweigischen Verhältnisse ein und schilderte zunächst die Aufgaben, die heute einen nationalsozialistischen Ländermi­nister im Rahmen der Reichsverfassung er­wachsen. Er wies nach, daß durch eine Reihe von Möglichkeiten sich bieten, bei denen wir bereits grundsätzlich eingreifen können. Nur in Braunschweig sind z. B. die Minister- und sonstigen Spitzengehälter wirklich unter 12 WV Mk. gesenkt worden und nur m Braunschweig ist auch der sonstige Gehalts­abbau, soweit es die Notverordnung zuließ, nach sozialen Gesichtspunkten erfolgt. Die kinderreichen Familien sind z. B. besonders berücksichtigt worden. Der Minister schildert dann sein Eingreifen in den Braunschweiger Universitätszwischenfall, bei dem ein Bulgare deutsche Studenten mit dem Ausdruck „Sau­boche" belegte, ohne vom Universitätskolle­gium wirklich gemaßregelt zu werden. Der Bulgare ist auf Grund seines unmöglichen Verhaltens ausgewiesen worden.

In seinen Schlußworten gedachte der Mi­nister besonders des rapiden Anwachsens un­serer Bewegung, die in Braunschweig z. B. im letzten Monat um 99 Prozent gestiegen ist und am letzten Jahrestag allein 245 Neu­aufnahmen brachte. Alles das sind Anzeichen dafür, daß wir unmittelbar vor der Macht­ergreifung in ganz Deutschland stehen und der Augenblick ist nicht mehr fern, in dem Adolf Hitler zum Führer der Nation er­koren wird. Wir werden auch dann nicht sofort-rosige Tage haben, aber es wird uns gelingen, die ständige Abwärtsentwicklung von Volk und Wirtschaft zunächst auszuhal­ten und dann in eine Aufwärtsentwicklung umzuwandeln.

Mehr als einmal hat stürmischer Beifall dem Minister für seine Ausführungen ge­dankt und stehend sangen die Tausende zum Sckluß das Horst-Wessellied. —art.