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Moskau, 5. Jan. Die Streikversuche im Ruhrgebiet werden in Moskau mit größtem Interesse verfolgt. Die Streiklosung, die von der KPD. und RGO. ausgegeben wurde, stammt vom Vollzugsausschuß der Kommunistischen Gewerkschaftsinternationale. Die Streikbewegung soll nicht nur im Ruhrgebiet, sondern auch in anderen Industriegebieten Deutschlands durchgeführt werde«.
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Eine überfüllte Massenversammlung im Casino, in dem sich Kopf an Kopf die Parteigenossen und Freunde der Bewegung drängten, war der Auftakt des neuen Kampfjahres 1932, nachdem Reichskanzler Dr. Brü- ning in liebenswürdiger Weise mit seinem Weihnachtsbriefe für einige Ferienwochen gesorgt hatte. Wenn man seit Wochen und Monaten die unglaubliche Hetze marxistischer und sonstiger Zeitungen gegen unseren Minister Klagges verfolgt hat, dann mußte man sich diesen Mann als einen besonders gefährlich wütenden Demagogen vorstellen, der bei jedem Satz, den er spricht, mindestens einen Bonzen verschlingt. Reichswehr, Schupo und das geeinte Ausland ist schon mehr als einmal gegen ihn aufgerufen worden, um Braunschweig vor ihm zu retten. Und nun sprach dieser Mann in Bremen, schlicht und einfach, mit hinreißender Sachlichkeit, klar und prägnant, das Wesen unseres Unglücks treffend, über den Geist des heutigen Systems.
Unser Kampf gilt nicht Einzelpersonen, nicht Herrn Brüning und Severing oder Sklarek, sondern der undeutschen Gesinnung, die Volk und Staat in ihrer Existenz gefährden. Weihnachtsfrieden und Umformverbot waren kindliche Mittel, um die Freiheitsbewegung des deutschen Volkes zu hemmen. Der schwächliche Geist, der heute die Politik beherrscht, kam erst zuletzt wieder in den Worten unseres Reichspräsidenten zum Ausdruck, als er bei seinem Neujahrsempfang auswärtiger Diplomaten sick zwar hilfesuchend an alle möglichen internationalen Organisationen und Völker der Erde wandte aber nicht das entscheidende Wort von der Selbsthilfe der Nation sprach, nicht an die nationalen Kräfte apvellierte, die wirklich bereit ist, sich für den Staat einzusetzen.
Die Hoffnung auf fremde Hilfe hat uns geleitet seit 1917, seit der Zeit, da erst marxistische Landesverräter und dann die jeweiligen Regierungen bis auf die letzte uns ein Zukunftsbild vorgaukelten, daß in einem internationalen Völkerbrei gipfelt, in dem Deutschland als Sklavenvolk vegetieren soll. Bei dieser Gelegenheit betonte Minister Klagges noch einmal mit aller Entschieden^ heit/daß ?r als Minister eines deutschen Landes die Unterschriften unter dem Versailler Schanddiktat nicht anerkennen könne.
Mit bewegten Worten schilderte er dann die grenzenlose Wirtschaftsnot der Gegenwart, die in Deutschland als Dauerkrise seit 13 Fahren besteht und die nicht mit halben Maßnahmen im Rahmen des kapitalistischen Systems überwunden werden kann. Wenn auch andere Völker notleiden, so ist es doch Wahnsinn zu glauben, daß sie uns aus freien Stücken h°lfen werden. Sie warten auf den Augenblick in dem Deutschland ganz zusammenbricht, um sich dann den Raub teilen zu können. Solange wir aber
eine Regierung gegen die Mehrheit des deutschen Volkes haben, die sich nur auf die Krücken der SPD. stützt, wird die hier drohende Gefahr nicht
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Berlin, 5. Jan. Mit allen Kräften, mit allen Mitteln versucht man im demokratischen Lager, die in Scharen entlaufenen bisherigen Anhänger zurückzugewinnen. Die unter der Führung des Reichsbanners geplante Wellblechfront der entschlossenen „Kämpfer für die Republik" läßt die Reste des mittelparteilichen Bürgertums nicht schlafen — und so plaudern zwei Zeitungen dieses Lagers mit einer nicht mehr zu überbietenden frechen Deutlichkeit aus, was zu geschehen habe, um den verhaßten Nationalsozialismus sozusagen noch eine Minute vor 12 Uhr entscheidend zu treffen, Stimmung gegen ihn zu machen und seinen Sieg zu verhindern.
Mit einem massiven Angriff gegen das Auswärtige Amt verlangt die jüdische „Berliner Volkszeitung" die Ausweisung des Frontsoldaten Hitler aus Deutschland! Die Ausweisung also eines Mannes, der vier Jahre lang als unbekannter Soldat des Weltkrieges durch alle Hollen der Front ging und sich mit seinem Blut, dem Einsatz seines Lebens die „Staatsbürgerschaft" in Deutschland tausendfach erworben hat!
Und der alljüdische „Montag-Morgen" bringt es sogar fertig, für den Fall des na
tionalsozialistischen Sieges mit der Loslösung Bayerns und des Rheinlandes zu drohen! Das Blatt schreibt hierüber wörtlich:
„Man ist sich in Bayern wie im Rheinland völlig darüber im klaren, daß die Errichtung einer nationalsozialistischen und somit (?) antikatholischen (?) Diktatur das sofortige Wiederaufleben aller Partikularistischen und separatistischen Bestrebungen (vom „M.-M." gesperrt!) zur Folge haben müßte, und zwar in einer Stärke, wie sie bisher noch nicht beobachtet wurde."
Diese Verzweiflung blödester Angst — und diese abgründige Gemeinheit sind wahrlich nicht mehr zu übertreffen.
Diese patentierten Verfassungshüter drohen, die Einheit des Reiches zu sprengen, drohen mit Volks- und Landes- und Hochverrat für den Fall, daß ihre Verfassung anderen als ihnen die Gewinnung der Macht ermöglichen sollte —!
Was gedenkt die Reichsregierung gegen diese Leute zu unternehmen, die den separatistischen Spuk der Jahre 1919 bis 1923 wieder aufleben lassen wollen?
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Zur Vorbereitung der Verhandlungen mit den Finanzsachverständigen Ein französisches Dementi
Paris, 5. Jan. In gutunterrichteten französischen Kreisen ist man im Zusammenhang mit dem Londoner Besuch des Generalsekretärs des französischen Außenamtes, Berthelot, der Auffassung, daß er nicht nur die geplante Zusammenkunft des französischen Ministerpräsidenten mit MacDonald, sondern auch die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Finanzsachverständigen vorbereiten soll. Außerdem werde er seinen Besuch dazu benutzen, um mit den führenden
englischen Kreisen über die bevorstehende Abrüstungskonferenz Fühlung zu nehmen.
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14 Bergleute eingeschlossen Beuthcn, 5. Jan. Auf der Karsten - Zentrum-Grube bei Beuthen erfolgte am Montagabend ein heftiger Gebirgsschlag, der in der 774-Meter-Sohle eine Vorrichtungsstrecke und zwei benachbarte Abbaustrecken in Mitleidenschaft zog und einen größeren Bruch verursachte, durch den 15 Bergleute abgeschnitten wurden.
beseitigt werben können. So lange wir Tribute zahlen müssen, so lange die künstliche Kapitalknappheit aufrechterhalten bleibt, so lange wird die Krise nicht überwunden werden können, auch dann nicht, wenn Reichskanzler Brüning damit beginnt, unser Programm auf seine Art in die Tat umzusetzen. Ein Reichskommissar für die Banken ist wertlos, ohne die erforderlichen Vollmachten, die Zinssenkung ist wertlos, so lange sie so unvollkommen eingeführt ist, der Vollstrek- kungsschutz ist unbrauchbar, fo lange er nur aufschiebbare Wirkung besitzt, unser Zollsckutz ist nutzlos, so lange er nicht auf die wirklichen Erfordernisse der Wirtschaft Rücksicht nimmt.
Wenn im letzten Falle der Regierung durch das Versailler Diktat auch bis zu einem gewissen Grade die Hände gebunden sind, so
hat sie doch mehr als einmal die Gelegenheit versäumt, die wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Diktates für Deutschland günstiger zu gestalten. Als z. B. Parker Gilbert sich Plötzlich für die Revision des Dawes- planes einsetzte und eine Konferenz in Paris zustande brachte, mußten die deutschen Unterhändler wissen, daß hier ein Vorstoß Amerikas gegen England vorlag, dessen Flotten-Aufrüstung gehemmt werden sollte.
Aus diesem Grunde brachten die Amerikaner auch einen Verteilungsschlüssel zur Sprache, der England stark benachteiligte. Deutschland aber benutzte den nun erfolgenden Krach nicht dazu, sein Angebot herabzusetzen, sondern bot von Berlin aus mehr an, so daß auch England befriedigt werden konnte und Amerika sich verärgert zurückzog.
Den gleichen Fehler begingen wir bei Be
kanntgabe des Hooverplanes, der sich diesmal gegen Frankreich und seine Landrüstungen richtete. Obwohl Hoover ausdrücklich erklärte, daß der Plan sofort ohne Verhandlungen in Kraft treten müsse, fiel Brüning Amerika in den Rücken und verhandelte mit Frankreich, wodurch der Plan sowohl für Deutschland wie für Amerika wertlos wurde. Darum ist auch jetzt der Plan im amerikanischen Repräsentantenhaus auf starken Widerstand gestoßen, da er durch Deutschlands Schuld nutzlos verpufft ist.
Solche Gelegenheiten bieten sich aber nur selten und darum ist es ein doppeltes Unglück für unser Volk, daß eine falsche Politik uns zweimal eine solche Chance verdorben hat. Eine gewisse Erklärung liegt in der geistigen Grundeinstellung des Kanzlers, der als Zentrumsmann ähnlich wie die Marxisten einem internationalen Staaten- gcbilde nachjagt, dem die Lcbensinteressen des deutschen Volkes geopfert werden. Tatsächlich hat sich Reichskanzler Brüning auf dem Katholikentag in Münster zu einem solchen internationalen Staatenplan bekannt. Da wir Nationalsozialisten wissen, daß alle diese Pläne die Knechtschaft des deutschen Volkes zur Voraussetzung haben, lehnen wir sie grundsätzlich und mit aller Entschiedenheit ab.
Minister Klagges ging dann zum Schluß kurz auf die braunschweigischen Verhältnisse ein und schilderte zunächst die Aufgaben, die heute einen nationalsozialistischen Länderminister im Rahmen der Reichsverfassung erwachsen. Er wies nach, daß durch eine Reihe von Möglichkeiten sich bieten, bei denen wir bereits grundsätzlich eingreifen können. Nur in Braunschweig sind z. B. die Minister- und sonstigen Spitzengehälter wirklich unter 12 WV Mk. gesenkt worden und nur m Braunschweig ist auch der sonstige Gehaltsabbau, soweit es die Notverordnung zuließ, nach sozialen Gesichtspunkten erfolgt. Die kinderreichen Familien sind z. B. besonders berücksichtigt worden. Der Minister schildert dann sein Eingreifen in den Braunschweiger Universitätszwischenfall, bei dem ein Bulgare deutsche Studenten mit dem Ausdruck „Sauboche" belegte, ohne vom Universitätskollegium wirklich gemaßregelt zu werden. Der Bulgare ist auf Grund seines unmöglichen Verhaltens ausgewiesen worden.
In seinen Schlußworten gedachte der Minister besonders des rapiden Anwachsens unserer Bewegung, die in Braunschweig z. B. im letzten Monat um 99 Prozent gestiegen ist und am letzten Jahrestag allein 245 Neuaufnahmen brachte. Alles das sind Anzeichen dafür, daß wir unmittelbar vor der Machtergreifung in ganz Deutschland stehen und der Augenblick ist nicht mehr fern, in dem Adolf Hitler zum Führer der Nation erkoren wird. Wir werden auch dann nicht sofort-rosige Tage haben, aber es wird uns gelingen, die ständige Abwärtsentwicklung von Volk und Wirtschaft zunächst auszuhalten und dann in eine Aufwärtsentwicklung umzuwandeln.
Mehr als einmal hat stürmischer Beifall dem Minister für seine Ausführungen gedankt und stehend sangen die Tausende zum Sckluß das Horst-Wessellied. —art.