Ausgabe 
(2.1.1932) Nr. 1
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Frisch vorwärts gehts auf Siegesbahnen Jetzt in ein neues Jahr hinein.

Es soll für uns um Hitlers Fahnen Ein neues Sturm- und Kampfjahr sein. Laßt feiges Pack von Frieden träumen! Wir wollen keine Schlacht versäumen.

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Berlin, 31. Dez. Die Ansprache, die Reichspräsident von Hinoenburg am Sil­vesterabend im Rundfunk hielt, und die auf sämtliche Nordamerikanischen und dänischen Sender übertragen wurde, ist von einem fremden Sender, dessen Jndentität zurzeit noch nicht bekannt ist, gestört. Als der Reichs­präsident am Schluß seiner Rede ausführte: Auch heute rufe ich ..." begannen die Stö­rungsversuche mit den Worten:Achtung, Achtung! Deutschland steht im Zeichen von Rot Front! . . .

Der kommunistische Propagandasprecher, der alsdann noch von der Einheitsfront des

Proletariats sprach und gegen Diktatur und Notverordnung aufrief, konnte dann wieder von der Welle verdrängt werden, so daß die letzten Worte des Reichspräsidenten wieder deutlich zu hören waren. Die sich anschließen­de Uebertragung ins Englische ging ohne weitere Störungen vor sich.

Das Ausland wird und hat aus dieser Störung seine Schlüsse zu ziehen. Deutsch­land stände im Zeichen vonRot Front", wenn der Nationalsozialismus nicht als eher­ne Front bereit wäre. Hitler oder Mos­kau, das ist die Parole von 1932, das wird auch das Ausland erkennen müssen.

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Kopenhagen, 1. Jan.Politiken" bringt Aeußerungen verschiedener hervorra­gender Politiker zum Neujahrstage. Senator Borah äußerte sich folgendermaßen: Ich ver­söhnlich bin der Auffassung, daß die euro­päischen Fragen nicht gelöst werden können, solange nicht die Bestimmungen des Ver- sailler Friedensvertrages modifiziert, und die Kriegsschulden herabgesetzt worden sind. Der Friede, der jetzt herrscht, ist auf Waffenmacht basiert. Eine Rüstungsverminderung in Europa ist undenkbar, solange es Gesahren-

momente wie den Polnischen Korridor, das zerstückelte Ungarn und tue russische Drohung gibt, die sogar in 5000 Seemeilen entfernt liegenden Staaten Angst hervorgerufen hat und den Umstand bedingt, daß die Vereinig­ten Staaten es bisher unterlassen haben, Sowjet-Rußland anzuerkennen. Die Ver­einigten Staaten von Amerika sind nicht im­stande, die Krise ohne eine Zusammenarbeit mit Europa zu überwinden. Wir sind in wirtschaftlicher Hinsicht eng miteinander ver­bunden.

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Drohung der englischen Bankiers

London, 1. Jan. Im Hinblick auf die starken Einwendungen der Londoner City gegen eine Verlängerung des Tributmorato­riums ist in Finanzkreisen, wieDaily He- rald" meldet, ein neuer Plan aufgetaucht, der die Unterstützung Montague Normans gefunden habe. Danach soll die Tributkon­ferenz kurz nach dem Zusammentritt auf sechs Monate vertagt und die Lage nach Ab­lauf dieser Zeit nochmals durch einen Sach- Verständlgen-Ausschuß geprüft werden. Das Tributmoratorium müsse daher um kurre Zeit verlängert werden. Die Kriegsschulden­zahlungen an Amerika würden erst im De­zember fällig, so daß hierfür keine neuen Abmachungen notwendig seien. Anscheinend hofften die Bankiers, daß es dann gelingen werde, von den Sachverständigen endgültige Vorschläge zu erhalten. Die Bankiers hätten erklärt, daß sie für den Fall einer nur zeit­weiligen Regelung neue Kredite für Deutsch­land ablehnen und versuchen würden, die jetzigen zurückzuziehen.

Daily Herald" meint, die Drohungen der Bankiers seien im Augenblick Wohl nicht ernst zu nehmen. _

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London, 1. Jan. Sämtliche Staaten, an die sich England wegen der Einberufung der Tributkonferenz gewandt hat, haben nun­mehr Lausanne als Tagungsort zugestimmt.

Im Foreign-Office ist hierauf die Note an die Schweizer Regierung fertiggestellt wor­den, in der diese gebeten wird, die Einladun­gen zu der Lausanner Tagung zu versenden. Die englische Regierung hat die Schwierig­keit des Eröffnungstermins dadurch umgan­gen, daß sie die Zeit um den 18. Januar herum vorschlägt. Diese Fassung läßt die Möglichkeit offen, daß den französischen Wünschen doch noch Rechnung getragen wird. Man glaubt in diplomatischen Kreisen Lon­dons, daß man sich auf den 20. oder 21. Ja­nuar einigen wird.

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Danzig, 1. Jan. In der Silvesternacht kam es in Zoppot zu einer schweren Schlä­gerei. Nationalsozialisten wurden in dem LokalVictoria-Garten" von Mitgliedern des dort tagenden Vereins der Freunde der Sowjet-Union bedroht, wobei von feiten der Kommunisten auf die Nationalsozialichen ge­schossen worden sein soll. Auf die Hilferufe der Nationalsozialisten kamen ihnen Partei­freunde zu Hilfe, und es entstand eine schwe­re Schlägerei, bei der etwa 30 Fensterschei­ben zertrümmert und die Einrichtung des Lokals zum großen Teil zerstört wurde. Auf beiden Seiten fielen Schüsse. Der kommuni­stische Arbeiter Karl Pachur aus Zoppot wurde getötet. Insgesamt wurden 13 Per­sonen festgenommen. Ein amtlicher Bericht liegt noch nicht vor.

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Von Iliiole

Bremen, den 31. Julmond. Parteigenossen!

Zwei arbeitsreiche aber auch zwei erfolg­reiche Jahre liegen hinter uns. Diejenigen von Ihnen, die schon 1929 in unseren Reihen standen, wissen noch, welchen Schwierigkei­ten wir damals gegenüberstanden. Die Par­tei befand sich zu jener Zeit hier in Bremen in denkbar ungünstiger Lage. Es hafteten ihr noch immer die Eierschalen der Ent­stehungszeit der Bewegung an, wie sie ge­rade in Norddeutschland vielfach sich ent­wickelt hatte. Aus Landsknechtsformationen und Freikorps entstanden die ersten Keim­zellen einer politischen Bewegung, denen aber vielerorts vorerst noch der rechte Füh­rer fehlte. Und solange diese Unterführer fehlten, verstanden es immer wieder gewisse hemmungslose Elemente, jene instinktiv sich auf dem richtigen Wege befindlichen ersten aktiven Kämpfer entweder zur Befriedigung ihres persönlichen Ehrgeizes oder zur Auf­füllung ihrer eigenen meist leeren Geldbörse zu mißbrauchen. So ist es auch hier in Bremen jahrelang gewesen. Die feindliche bürgerliche und marxistische Presse warf sich mit Wonne auf diese äußerlich sichtbaren Er­scheinungen einer Gärungsperiode, wobei sie je nach ihrer Art den Brustton des biederen Moralphilisters oder das hysterische Gekrei­sche einer Dirne anschlug. Das wertvolle un­serer Bewegung, die herrliche Idee des na­tionalen Sozialismus, begriffen sie nicht. Soweit sie diese aber, etwa doch begriffen, unterschlugen sie sie einfach. Denn mit den bürgerlich-marxistischen Grundsätzen von po­litischer Ehre und wirtschaftlicher Anständig­keit, wie sie so sinnfällig gerade durch die Skandale des Jahres 1930 hier in unserem Bremen einer breiten Oeffentlichkert zur Kenntnis und durchschlagenden Erkenntnis gebracht wurden, erschien ein Kampf gegen unsere Idee von vornherein aussichtslos. Darum mutzte sie dem Volke nach Möglich­keit verschwiegen werden. Alle Versuche, die Idee und damit dre Bewegung aus der Anonymität ihres Daseins herauszureißen, waren bisher erfolglos geblieben. Erst im Herbst und Winter 1929 wurden die Grund­lagen geschaffen, die nun einmal die un­entbehrlichen Voraussetzungen für die Ent­wicklungsmöglichkeit einer Organisation bil- den, die schon am Tage ihrer Gründung den Willen bekundet, eins Massenorganisation zu werden.

Damals erhielten die Organisationsabtei­lung und das Kastenwesen diejenigen For­men, die auch heute noch maßgebend sind; Formen, die dem menschlichen Körper ver­gleichbar sind: eine Masse meist kleinster Zellen, durch ein festes Gerippe in bestimm­ter Gliederung verteilt und erhalten und zu­gleich geeignet, jedem Wachstumsbedürfnis auch dem größten ohne Erschütterung des gesamten Gebildes gerecht zu werden.

Gleichzeitig wurde mit einer ersten wirk­lichen Massenversammlung mit Dr. Goebbels M Fastfärenfloß in 'M Alte Hansestadt, ge­schmettert, der allen kundtun sollte, daß nun­mehr auch in Bremen die NSDAP. ein nicht mehr totzuschweigender politischer Faktor sei. So gingen wir in das Jahr 1930 hinein. Mit dem Selbstsicherheit schassenden Gefühl, nunmehr einen festen Rückhalt zu haben, begannen wir eine fieberhafte Tätigkeit. Der Terror der Roten, der sich schon in früheren gelegentlich stattgefundenen Versammlungen bemerkbar gemacht hatte, hatte sich gleichzei­tig mit der Steigerung unserer Tätigkeit im Herbst 1929 mitgesteigert. Es gab damals eigentlich keine Versammlung, in der wir nicht Provokateure an die Luft befördern mußten. Gewöhnlich mußten dabei die Fäuste unserer SA. für die Wiederherstel­lung der Ruhe sorgen. Es gelang immer. Es gab keine Versammlung, in der wir nicht Herr geblieben wären; keine, die wir nicht vollkommen zu Ende geführt hätten. Mehrmals mußten wir die gesamten Spreng- kommandos der Brüder in Moskau aus dem Saal schlagen. Bei allem Ernste haben wir dabei köstliche Szenen erlebt. Unsere kleine SA. schlug sich glänzend. Am 30. Härtung 1930 versuchten die Kommunisten mittels einer Taktik unsere Versammlung zu spren­gen. Sie vollführten dieses Mal von außen her mit starker Macht einen Sturm auf den Saal. Ohne Zweifel war diese Schlacht die ernsteste, die wir überhaupt bis dahin zu bestehen hatten. Die Abreibung aber, welche die Moskowiter an diesem Abend be­zogen, war derartig gründlich, daß wir von da an in unseren Versammlungen Ruhe hat­ten. Seit dem Jahresbeginn 1930 setzte ein stetiges, gleichmäßig zunehmendes Anwach­sen der Partei ein. Der Reichstagswahl­kampf fand uns bereits soweit vorgeschrit­ten, daß wir diese gewaltige Aufgabe in einer Weise lösten, die allen Kennern der Entwicklungsgeschichte unserer Ortsgruppe die größte Achtung abnötigte. Dabei ist noch besonders zu berücksichtigen, daß wir auch noch das gesamte Landgebiet und das olden- burgische Amt Delmenhorst als zum Bezirk Bremen gehörig mit zu versorgen hatten. Dann reihte uns der ganz Deutschland in Erstaunen setzende Erfolg bei der Bürger­schaftswahl ebenbürtig in die Front der bis dahin überlegenen Großstädte ein.

Das Jahr 1931 stellte uns neue große Aufgaben. Die uns bis dahin völlig fremde parlamentarische Tätigkeit in der Bürger- schaft, die Landtag und Stadtparlament zu­gleich ist, eröffnete uns ein Arbeitsgebiet, dessen Ausmaße und Bedeutung ständig wuchsen. Heute nach Abschluß dieses ersten Jahres bürgerschaftlicher Tätigkeit können wir erstmalig auf diesem Arbeitsgebiet Rück­schau halten. Die Sozialdemokratie haben wir gehörig in die Zange genommen. Wie ein Regenwurm an der Angel windet sie sich