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Verlagsoct Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Die BNZ erscheint seden Werktag u. kostet RM. 1.90 frei Haus. Anzeigenberechnuna- bieiiae die lOaelv Nonv-Keile Rm 0 25 aus. Nationalsozialistische Zeitung. Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 86 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im wärts Rm 0 30 im Tertteil die4aespa?t Terzette Rm 080 aus» Redaktion: Papenstr. 15 Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung. Streik. Verbot. Aussperrung wärts Rm l- Stellcnaesucheu^m^ Rm O to!
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von kuüolk Nekrog
So stehen wir denn wieder einmal am tiefen Grenzstrom zwischen Jahr und Jahr. Und während die Nebel über den Wassern brauen, möchten sich unsere Augen mühen, das Grau zu durchgingen, zu wünschen und zu weissagen. Es ist kein Jahr gewesen seit dem sichtbaren Ende des Krieges, daß wir an seinem Schluß nicht so gestanden hätten, nur in steigender Verwunderung', daß nichts anderes geschehen sei, als immer tiefer aus den Irrungen in die Wirrungen zu geraten. Erst wollte aus der Verwunderung ein Aer- ger werden oder eine heimliche Angst vor der dichter geballten Unklarheit, dann ein Zorn über die eigene Dummheit, die sich aus Trägheit ins Schlepptau der Unwissenheit nehmen läßt, dann eine Tobsucht über die Unfähigkeit der Führer, die"außer der Klarheit die Wahrheit vermissen lassen. Aber auch diese Zeit ist vorüber. Vom immerwährenden Auslug sind unsere Augen messerscharf geworden, und die Augen lernten das durchdringendere Sehen, und aus solchem Sehen wurde ein Staunen, aus dem Staunen ein Gelächter, ja ein Hohngelächter des Volkes, als es erspähete, wie im Märchen: Der König hat keine Hosen an l
Halt, halt: es war einmal: es gibt keine Könige mehr. Also muß es sich um ein paar Hosen handeln, in denen kein König steckt, der als Herzog vor allem Volke zieht. Um ein paar leere Beinkleider.
Vor einigen Paaren leerer Beinkleider haoen wir uns Jahr ein, Jahr aus immer wieder an den tiefen Grenzstrom führen lassen, und wie wir in den Beinkleidern Männer vermutet haben, so haben wir geglaubt, es sei immer ein neuer Grenzstrom. Und wir sind die wankenden und schwankenden Schemen nicht losgeworden, nicht durch Bitten und durch Beten bis das wilde Gelächter der Sehendgewordenen sie ansprang und wie Seifenblasen in die Lüste blies. Dort schillern sie noch, und die Unbelehrbaren glauben, es seien Offenbarungen, wo es nur Spiegelungen sind. —
Deutsches Volk, das sei unser erstes Gebot zu diesem Jahreswechsel, auf daß er für uns alle ein Schicksalstag werde.
Nur der hat hinfort ein Führer zu sein, der wegkundig ist und nicht selber mit dem Krückstock tastet. Nur der hat hinfort zu regieren, aus dessen Stirn die wahrhaften Gedanken springen wie die lanzenwerfende Pallas Athene aus dem Haupte des Zeus; denn hat er nur den Mund von ihnen voll, so sind es Maulfechtereien. Nur der hat uns hinfort die Fahne voran zu tragen, der ein Vorbild ist an Wahrheit und Klarheit und — Uneigennühigkeit.
Laßt uns nicht mit lauwarmen Worten unsere Wünsche zum neuen Jahr ausspre- chen. Wir stehen am Grenzstrom. Laßt uns rufen, laßt uns befehlen: holüber!
Denn der Fährmann ist dazu bestellt, seine Pflicht zu tun bei Regen und Wind und gegen kein ander Entgelt, als was ihm zusteht. Er darf nicht glauben, er dürfe den ihm Vertrauenden das Glück erleichtern oder ihnen einen Zehnten auferlegen an Ehre,
Gut und Blut. Und merkt er, daß ihm Hirn und Hand mürbe geworden sind und er in der Flut das Ruder nicht mehr meistert, so hat er abzutreten und im Walde zu verschwinden, ohne viel Wesens von sich zu machen. Denn es sind Hunderttausende, die zum Grenzstrom drängen, und er ist nur ein einzelner.
Es hat der Staat die Zusammenfassung des Volkes und nie und nimmer ein Partei-
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Kritik sin Hskrerveriikt 6er Vreiner Ksn6elrksmmer
Der Jahresbericht der Bremer Handelskammer ist erschienen. Er unterscheidet sich in einem Punkte wesentlich von vielen seiner Vorgänger. Die Tributfrage wird ausführlich behandelt und die Unmöglichkeit, Reparationen zu zahlen, dargestellt. Wir erinnern uns noch der Zeiten, da in den Handelskammerberichten das Tributproblem höchstens als rethorisches Beiwerk in Erscheinung trat und Dawes- und Aoung-PIan dem deut- scheu Volke als,Retter der deutsche« Wirtschaft angepriesen würde. Es soll auch nicht
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Das Jahr 1931 hat die unter dem Befehl der Obersten SA.-Führu„g zusammengefaßten Einheiten der Bewegung innerlich und zahlenmäßig gefestigt.
Das Heer der Braunhemden hat sich um ein Vielfaches vermehrt.
Hohe Blutopser hat die Bewegung tragen müssen:
Für Ehre und Freiheit des Volkes fielen: 46. Verwundet wurden 4804. Ihrer wollen wir vor allem in Treue und Dankbarkeit gedenken.
Die Opfer sind nicht umsonst gebracht. Aus dem Blute der Kämpfer sproß der Keim zu neuer Kraft.
Kameraden, ich danke Euch an der Schwelle des Neuen Jahres für all' das, was Ihr in entsagungs- und opferreichem Kampfe des vergangenen Jahres ge- leistet habt.
Ich spreche allen Führern und Männern der SA., SS., HJ. und des NSKK. meine uneingeschränkte Anerkennung aus.
Stolz auf das Erreichte des Jahres 1931 könnt Ihr mit froher Zuversicht in das Neue Jahr treten.
Ihr seid die Hoffnung des deutschen Volkes.
Seid Eurer Sendung wert!
Der Oberste SA.-Führer: Adolf Hitler.
staat zu sein. Wer den Hafer nicht zu ziehen oder zu zahlen braucht, den er in die Krippen schüttet oder selber aus den Krippen frißt, wird selten wissen, wie den Hunderttausenden zu Mute ist, die im Schweiße ihres Angesichts den Acker bauen oder das tägliche Brot verdienen. Jedem und jedem muß im Staat die Möglichkeit gegeben sein, durch seiner Hände Arbeit, durch seines Geistes Werke vorwärts und aufwärts zu gelangen, damit sich das Marschieren lohnt und nicht zum tödlichen Einerlei wird. Da wir Deutsche sind und keine läufigen Hunde, so muß es ein Staat sein deutscher Nation, in selber Sorge um alle seine Kinder, in Gastfreundschaft gegen den Fremden, aber auch in unbeugsamer Abwehr gegen ihn. wenn er sie ohne Gegenliebe nutzen oder heimlich nur unser Gehäuse aushöhlen will.
Ihr, die ihr von euch glaubtet, einen Staat regieren, ein Volk über Berg und Strom führen zu können durch Nebeldunst und dunkle Nacht: prüft euch, damit nicht wir euch prüfen, damit nicht die Volksstimmer ruft: gewogen und zu leicht befunden. Wir wollen nicht mehr im Kreise marschieren, wir wollen geradeaus l Wer den Weg geradeaus sich zu gehen traut, der trete als Führer vor, sei er Prinz, Bauer oder Arbeiter. Wir aber, wir Millionenvolk, die wir nichts anderes mehr sein wollen als Deutsche,
vergessen werden, daß gerade die Wirtschaftskreise, die in den Handelskammern ihre repräsentative Vertretung sehen, es waren, die ihren ganzen politischen Einfluß ausübten, um die Fortsetzung der Erfüllungs- politik zu erzwingen, an der die deutsche Wirtschaft zugrunde zu gehen droht. Der nationale Sozialist ist also mit Mißtrauen gewappnet, wenn nationale Töne in solchen Berichten angeschlagen werden. Allzuhäüfig entschieden sich Wirtschaftsführer, die es waren oder als solche gelten wollten, wenn nationales Wollen und geschäftlicher Nutzen in Konflikt miteinander kamen, für den ge-
als Deutsche Schulter an Schulter, wir wollen den deutschen Herrgott suchen und zu ihm beten:
„Den alten Nibelungenstolz
Laß aufersteh» in Blut und Mark,
Schnitz Männer uns aus Eichenholz,
An Wissen und an Waffen stark.
Die vor dem Volk als Führer gehn. Unnahbar jeder Schmach und Schuld, Und denen hell im Auge stehn Die Adelsbriefe deiner Huld."
Und ein glückhaftes neues Jahr wird unser sein.
schriftlichen Nutzen und ließen Nation Nation sein.
Wie sieht die Bremer Handelskammer dii Wirtschaft an?
Geht der Bremer Handelskammer Gemeinnutz vor Eigennutz?
Es muß dem kritischen Beobachter auffallen, daß in dem ganzen Bericht nicht ei« Wort von "dem deutsche» Arbeitnehmer steht, '8W seine Knochen- unS sein Gehirn unermüdlich hat arbeiten lassen, damit die Fabrikschornsteine rauchten, Sie Waren verkauft wurden und Handel getrieben werden kann. Wenn der Arbeitnehmer genannt, wird, erfolgt diese Nennung nur im Zusammenhang mit Angriffen auf seinen Lohn und auf seine sozialen Einrichtungen. Besteht denn die Bremer Wirtschaft nur aus den paar Tausenden von Unternehmern, die durch Erbe, Glück und unseretwegen auch Talent Besitz erworben haben und damit Geschäfte treiben können? Oder gehören die Arbeitnehmer zu der Wirtschaft und gesteht man ihnen das Recht zu, zumindestens zu sagen, was sie leiden? Wenn die Bremer Handelskammer Wirtschaft als Dienst am Volke, als eine Verpflichtung der Nation gegenüber ansehen würde, dann müßte sie den
Mut haben, in aller Schärfe von den Bankerotteuren und Wirtschaftsverbrechern abzurücken, die das Vertrauen zu einer freien Wirtschaft völlig untergraben haben.
Es heißt doch die Naivität auf die Spitze treiben, wenn der Zusammenbruch der Nordwolle auf den Preisverfall am Weltmarkt zurückgeführt wird. Kein Wort der Kritik an der offen zu Tage getretenen Unfähigkeit so mancher Wirtschaftsführer, dafür aber Angriffe gegen den deutschen Arbeitnehmer, die jedem scharfmacherischen Arbeitgeberblatt Ehre machen würde. Fast will es uns scheinen, daß die Bremer Handelskammer eins Entlastungsoffensive auf Kosten der Arbeitnehmer versucht. Wir bedauern es, daß die Bremer Handelskammer ihre Aufgabe darin sieht, einseitig und leider auch scharfmacherisch die Aufgaben eines Arbeitgeberverbandes zu übernehmen. Es zeigen sich hier leider dieselben Verbonzungserscheinungen bei den verantwortlichen Syndici, wie wir sie bei den marxistischen Gewerkschaftsbonzen bekämpfen. Dabei ist kein großer Unterschied, höchstens in der Höhe des Einkommens und der gesellschaftlichen Stellung, zwischen einem beamteten Syndikus, der einseitig die Arbeitgeberinteressen vertritt und mit Scheuklappen das soziale Problem ansieht und dem marxistischen Gewerkschaftssekretär, der ebenso einseitig die Arbeitnehmerinteressen verficht und seine Scheuklappen bei der Betrachtung der Wirtschaftsprobleme nicht ablegen kann. Vielleicht ist es einmal notwendig, daß bei der ehrwürdigen, schwer unter Tradition leidenden Bremer Handelskammer junges Blut einzieht und daß Syndici und Kaufleute die Politik der Bremer Handelskammer bestimmen, die weniger sozialreaktionär, dafür aber desto schöpferischer sein müßten.
Es trägt sicher nicht dazu bei, die Autorität der Handelskammer zu stärken, wenn sie sich in ihrem Jahresbericht einer Darstellung be-
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