Ausgabe 
(29.12.1931) Nr. 172
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Moskau, 28. Dez. Nach einer russischen Meldung aus Tokio hat der mongolische Fürst Kolombai erklärt, daß die mongoli­schen Fürsten beschlossen hätten, unter dem Schutze Japans ein neues Mongolenreich zu bilden, das aus der Innen- und Außen- mongolei bestehen solle.

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parteiamtliches Organ öer Kremer Uatioaallvzialilteu

Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM. 1,90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die lOgesp Nonp.-Zeile Rm. 0,25. aus- Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im wärts Rm. 0,30, im Textteil die 4gespalt. Textzeile Rm. 0,80, aus» Redaktion: Papenstr. 15 Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Aussperrung wärts Nm. 1,—. Stellengesuche u. Familien-Anzeigen Rm. 0,10. bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878 usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugspr. Kleine Anzeigen Rm. 0,15. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.

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Gandhis Ankunft in Indien

boo ovo Menschen zu seiner Begrüßung . 28. Dez. Der Quai d'Orsay de-

erschrenen mentiert amtlich die Nachricht über eine

Bombay, 28. Dez. Mahatma Gandhi traf Einladung Macdonalds an Laval. Bisher am Montag, von der Londoner Konferenz sei eine unmittelbare Aussprache der Mi nach Indien zurückkehrend, in Bombay ein. nisterpräsidenten nicht geplant Kurz vor seiner Ankunft war es zu schwe-1 Hierzu ist festzustellen, daß zurzeit amtz reu Zusammenstößen zwischen Parias undl^^ keine Verhandlungen stattfinden.

Kongreßanhangern gekommen. Die „Un- den Kulissen jedoch wird die Aus-

beruhrbaren", dre Gandhi beschuldigen, die über die Grundlage der beoorstehen-

Durch,etzung ihrer Forderungen nach ^ent- Tributkonferenzen fortgesetzt.

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sprechender Vertretung in den indischen Pro-

Girlanden, dre von den KongreMnhangern ^/^sronserenz. AuHoie Herren B r

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zwischen ihnen und den Konqreßanhängern ^e^nuber dem des Wiggm

entspann, das erst durch starke Polizeiabtei- Ausschusses einen Rückschritt bedeute ., ^m lunaen beendiat werden konnte Bei der übrigen aber äußerte er sich ganz zufrieden.

° Und die Erklärungen seines Kompagnons, Prügelei wurden Lr Personen verletzt. h^s Gebieters über die leere Finanzkasse,

Der ursprünglich vorgesehene großartige lauteten selbstredend noch eine Nuance opti Empfang, bei dem Gandhi in einem mit ^stischer

weißen Pferden bespannten Wagen durch ^ Gegensatz hierzu geht die englische die Straßen Bombays fahren sollte, war Pr^ mit dem Baseler Gutachten sehr schwer fallengelassen wanden. Trotzdem hatte Nch i„Z Geschirr eine ungeheure Menschenmenge am Hafen - eingesunken und riesige Menschenmassen, die . Harald nennt den BaseUr Bericht

auf 500 000 geschätzt werden, drängten sich Atz völlig wertlches L>chrlftstuck. Wenn de in den Straßen. Gandhi wurde von Patel I Kmdere,en von Basel weitere Künder^ im und dem Moslemführer Angari sowie von Huug folgen sollten, so sei die Aufsicht f seiner Frau an Bord des Schiffes begrüßt. Deutschland uiid die Welt recht dunkel.

Mit dem Spinnrad unter dem Arm schritt „Financial News schreibt: Der Baseler Gandhi unter die Menge, die ihn mit lauten Bericht sei in der City mit gemischten Ge- Rufen begrüßte und ihm Girlanden aus in- fühlen aufgenommen worden. Die franzo- dischem Garn zuwarf. In den Straßen fischen Vertreter in Basel hatten, da in dem wurde Gandhi mit Rufen begrüßt, die zum Bericht der zeitweilige Charakter der Zah- Ungehorsamsfeldzug aufforderten. > lungs,chwierlgkeiten mehrfach betont werde,

Gandhi erklärte Pressevertretern, den Erfolg der Londoner Konferenz halte er für sehr gering. Die Konferenz sei nur ein Debattierklub. Ueber den Waffenstillstand von Delhi sagte Gandhi, er betrachte die

Unterzeichnung dieses Vertrages als einen, ^om, 28. Dez. Arnaldo Mussolini ist am Akt staatsmannischer Klugheit von selten I Weihnachtstag in seiner Heimat in der beb Indischen Kongresses. ^Voter hielt Pxghmz Forli neben dem Grabe seines Soh- Gandhi eine Rede, in der er das Volk auf- dessen Tod er nicht überwinden konnte,

ihren Willen durchgesetzt. Der Bericht neige im übrigen zu einer Kompromißlösung, durch die aber die Wiedererholung Deutschlands unmöglich gemacht werde.

Wenn eine befriedigende Regelung der Re­parationsfrage nicht erreicht werden könne, so müsse Deutschland seine Zahlungsunfähig­keit erklären und die anderen Regierungen müßten dem deutschen Beispiele hinsichtlich ihrer Schuldenzahlungen folgen.

Auch die „Times" sagt, man weise in der City darauf hin, daß noch weitere Länder dem Beispiel Ungarns folgen und einen Zahlungsaufschub erklären müßten, wenn die Schuldenfragen nicht geregelt würden.

In ihrem Leitartikel sagt die „Times" bei Besprechung des Baseler Berichts, der Bericht zeige, daß Deutschland unmöglich den Druck weiterer Reparationszahlungen, auch nicht der ungeschützten, aushalten könne. Die Frage, ob Deutschland einmal in der Zukunft zahlen könne, sei daher rein akade­mischer Natur. Selbst ein fünfjähriger Zahlungsaufschub bedeute nur noch eine Zu­spitzung der Krise. „Financial News" for­derte von der englischen Regierung, daß sie sich für eine drastische Revision der Tribute einsetze. Wenn ihre Bemühungen erfolglos wären, müsse sie das ganze System zu Fall bringen.

Falls Frankreich den Aoungplan als poli­tische Waffe benutzen sollte, müsse sich Eng­land entschieden auf Deutschlands Seite stellen und einer Erklärung Deutschlands über seine Zahlungsunfähigkeit zustimmen.

Hoffen wir, daß die Engländer sich von den Franzosen, die den Aoungplan nun erst recht mit Hartnäckigkeit verteidigen, nicht wieder breitschlagen lassen.

PSNLt gegen Lentnim

forderte, sich bereit zu halten, wenn

bestattet worden. Seinem letzten Wunsche

Kampf unvermeidlich sei. t.r werde aber tragend, wurde er in aller Stille

keinen Versuch unterlassen, um eine gütliche ^ Grabe getragen. Der italienische Regie-

3" finden. - rungschef gab seinem Bruder das letzte Ge-

Patel erklärte Pressevertretern, für das

Herannahmen einer Revolution in Indien ' . .

seien viele Anzeichen vorhanden. Indien Der Papst hat des Verstorbenen in einem müsse den Boykott gegen englische Waren besonderen Gebete gedacht und für ihn noch viel strenger durchführen als bisher. „reiche Gnade und himmlischen Trost" er­fleht.

Lin Sen, chinesischer Staatspräsident Unwillkürlich muß man die Haltung des Schanghai, 28. Dez. In der Vollversamm- Papstes dem italienischen Nationalismus ge- lung der Kuomintang wurde am Montag genüber mit der Stellungnahme katholischer Lin Sen zum Vorsitzenden des Staatsrates Geistlicher in Deutschland vergleichen. In (Staatspräsident) gewählt. Zum Vorsitzen- Deutschland verfemen zentrümliche Geistliche den des Vollzugsausschusses (Ministerprä- den Nationalsozialismus und verweigern sei- sidenten) wurde Sunfo gewählt. Vorsitzender nen Anhängern die heiligen Sakramente, des Kontrollausschusses wurde Jujujan, Vor- Kürzlich noch hat der Vatikan gegen das sitzender des Gesetzgebungsamtes wurde Treiben solcher Geistlicher ganz eindeutig Lschangtschi und Vorsitzender des Justizam- Stellung genommen. Aber die Zentrums- tes Wangtschinghui. Ferner wurde Tschan- presse verschweigt ihren Lesern diese Ohrfeige kungpo zum Jndustrieminister gewählt. und bezeichnenderweise hat man noch nichts In den ständigen Ausschuß der Kuomin- davon gemerkt, daß die deutschen Bischöfe lang wurden Tschiangkaischek, Tschangming, der Weisung des Papstes Rechnung tragen. Wangtschinghui und der neue Ministerprä- Für gewisse katholische Geistliche in Deut,ch- ßdsnt Sunfo gewählt. lland gilt scheinbar die päpstliche Meinung

nur insoweit, als die Zentrumspartei davon nicht beeinträchtigt wird.

Papst Pius der Elfte erklärte 1923 in einer Verfügung:

„Es gibt keine katholische Partei und es kann keine solche geben. Die katholischen Grundsätze und politischen Rechte finden Schutz und Auslegung in der Kirche selbst!"

Diese Worte des Heiligen Vaters sollen sich die Geschäftemacher des Zentrums und der Bayrischen Volkspartei einmal merken.

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Alton», 28. Dez. Die am Sonntag nach­mittag verhafteten 28 SA.-Leute, die an geblich gegen die Notverordnung zur Siche­rung des Weihnachtsfriedens verstoßen haben sollten, wurden am Montag vormit­tag vernommen. Sie bestritten, sich an einem Umzug beteiligt zu haben. Sie gaben an, eine sportliche Uebung veranstaltet zu haben und nicht unformiert gewesen zu sein. Der Staatsanwalt hat darauf die Erhebung der Anklage als Bagatellsache abgelehnt, da es sich um einen Weihnachtsausflug gehan­delt habe, der nicht unter Anklage zu stellen sei. Die SA.-Leute wurden daraufhin wie­der* aus der Haft entlassen.

Protest gegen Sen

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Wenn man den bombastischen Berichten der SPD.-Presse Glauben schenken wollte, dann hätte der sozialdemokratische oder ge­werkschaftlich organisierte Arbeiter kein an­deres Interesse als das aktive Mitarbei­ten (I) in einer der fünf Staffeln der „eiser­nen Front". Hier ist der Wunsch der Bon­zen wiedermal Vater des Gedankens. Manch­mal kann sogar die marxistische Presse nicht alle Versammlungen und Kundgebungen ihrer Gewerkschaften totschweigen. Das ist sehr unangenehm. Denn die empörten und verratenen Mitglieder beschäftigen sich mit ganz anderen Dingen, als der berühmten „eisernen Front", denn ein deutlich sichtbarer Feind sitzt ihnen an der Gurgel! So muß der „Vorwärts" über eine Versammlung der Berliner Metallarbeiter u. a. schweren Re­publikanerherzens berichten:

„In der Diskussion kam eine ungeheure Empörung über den unerträglichen Lohnab­bau in der Berliner Metallindustrie auf Grund der Notverordnung zum Ausdruck. Wenn auch die harten Worte, die in der oft­mals leidenschaftlich geführten Debatte gegen die verantwortlichen Gewerkschafts- und Parteininstanzen fielen, unangebracht und vor allem ungerecht waren, so kann man sie durchaus verstehen (!)! So erregt die De­batte auch teilweise war, darf mit Genug­tuung festgestellt werden, daß öieFunktionäre sich fast einmütig den unsinnigen Streik­parolen der RGO. gegenüber ablehnend ver­hielten." Die „Genossen" mögen sich auf den Tag gefaßt machen, da dem verratenen Ar­beiter die Faust nicht mehr mit abgedroschs» nen Phrasen zurückgehalten werden kann.

Deutsch-ungarischer Handelsvertrag in Kraft

Budapest, 28. Dez. Der deutsch-ungarische Handelsvertrag ist heute im Verordnungs­wege in Kraft gesetzt worden.

Dr. Petersen erster Bürgermeister von Hamburg

Hamburg, 28. Dez. In der stets am Jah­resschluß vorzunehmenden Bürgermeister­wahl hat der Senat am Montag für das Jahr 1932 Bürgermeister Dr. Carl Peter­sen zum ersten und Bürgermeister Rudolf Roß zum zweiten Bürgermeister gewählt.

Japan -will die Mandschurei aus- beuten

Tokio, 28. Dez. Kriegsminister Araki er­klärte in einer Unterredung mit dem Vor­sitzenden der südmandschurischen Bahn, das Kriegsministerium habe einen Plan zur Ausbeutung der Mandschurei ausgearbeitet. Nach diesem Plan müsse der japanische Markt belebt und die Arbeitslosigkeit besei­tigt werden. Die Regierung habe beschlos- sen, den Plan zur Schaffung einer mongo­lisch-mandschurischen Republik mit dem Re» gierungssitz in Mukden zu unterstützen.

Ein japanisches Bombengroßflugzeug

Tokio, 28. Dez. Jetzt wurde das erste ja­panische Bombengroßflugzeug fertiggestellt, das mit vier Motoren ausgerüstet und 7 Maschinengewehren bewaffnet ist. Das Flugzeug soll in der Lage sein, 12 Tonnen Bomben und Granaten mit sich zu führen.

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