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s W o l f s b r u ch, 28. Dez. Der SA.-Mann Johannsen aus Wolfsbrucher Moor, wurde von Marxisten überfallen und erhielt einen 15 Zentimeter langen Messerstich in den Arm und 2 Stiche in den Kopf. Die Täter sind wie üblich unerkannt entkommen. — Weihnachtsfriede!
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Zur bevorsteheniden Reparationskonferenz schreibt die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP.:
Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie Mit Blindheit. Wohl niemals ist dieses Wort eindringlicher bestätigt worden, als durch die Träger des herrschenden Systems. Wie oft schon gab man ihnen Gelegenheit, ihr mit so viel Ueberheblickkeit behauptetes politisches Können unter Beweis zu stellen. Was buch immer sie anfaßten, es schlug dem Volke zum Unheil aus. Aber immer wieder wußten sie ihr verhängnisvolles politisches Handeln zu decken mit dem Hinweis auf jenen außenpolitischen Kristalli- sationspunkt, der ihrer „einzigmöglichen" Verelendungspolitik angeblich voranleuchtete wie eine Fata Morgana: Die endgültige Lösung des Tributproblems.
Es ist der große und fundamentale Irrtum der ganzen bisherigen Erfüllungspolitik zu glauben, und es ist ihre historische Schuld, dem deutschen Volke glauben zu machen, daß dieses Ziel rein passiv allein durch die „Dynamik des weltwirtschaftlichen Geschehens", gewissermaßen durch den bloßen Ablauf der Gesetze eines modernen Wirtschaftszeitalters erreicht werden könne. Man bildete sich ein, statt durch die „geistig-sittliche und moralische Generaration unseres Volkes" selbst, durch das bloße Sich-entwickeln-lassen internationaler Konferenzen das Schicksal des deutschen Volkes entscheiden zu können. Mit diesen weltwirtschaftlichen Scheuklappen bewaffnet, marschierte man in das „goldene Zeitalter" der Revisions- und der Reparationskonferenzen hinein. Ein paar Jahre lang ging die Sache scheinbar programmmäßig. Dadurch, daß der Dawesplan Deutschland zu einem Wuchcrzinsfuß „kreditfähig" machte, verleitete er uns bekanntlich dazu, die Tribute aus der Substanz, d. h. in Form öffentlicher und privater Schuldübernahme durch eine ungeheure Vorbelastung unserer zukünftigen Produktion zu leisten — so lange, bis die Möglichkeiten der hypothekarischen Zukunftsbelastung Deutschlands ausgeschöpft waren und das ganze Reparationssystem zusammenzubrechen drohte, wie ein Kartenhaus. In diesem Augenblick, noch bevor die Scheinblüte der deutschen Wirtschaft zusammenbrach, griff Frankreich zu und spannte Deutschlands Programmloses und täppisches Drängen nach der „Dawes-Revision" vor den Wagen seiner eigenen Wünsche. Im Aoung-Plan erhielten die Epigonen Stresemanns nunmehr die „endgültige Festsetzung der Gesamtschuld", nach der sie unaufhörlich gerufen hatten. Eine „feierliche Schuldverpflichtung auf geschäftlicher und finanzieller Grundlage" wurde unterschrieben, die das deutsche Volk für drei Generationen zum Tributsklaven Frankreichs macht, die Transferschutzbestimmungen, deren geschickte Ausnutzung durch eine kluge deutsche Reparationspolitik das Ende der Reparationen hätte herbeiführen können, wurden gestrichen und durch einige unbedeutende Schutzklauseln für „gelegentliche Krankheitswochen" ersetzt. Die erfüllungs- wütigen Reparationsstrategen, die ausgezogen waren, um „Schritt für Schritt in geradem Kurs die äußere Befreiung zu er
Reichskanzler Brüning hat Deutschland den Weihnachtsfrieden diktiert, hat den Nationalsozialismus verboten, Versammlungen abzuhalten und ihr Parteiabzeichen zu tragen, aber er hat nicht gleichzeitig dafür gesorgt, daß die marxistischen Horden auch weiterhin über SA.-Leute herfallen, sie niederschlagen oder ermorden, wo sie in genügender Ueberzahl erscheinen können. So wird uns aus Tilsit gemeldet:
Vor die Kleinbahn geworfen
Tilsit, 27. Dez. Am Weihnachts-Heilig- abend wurde in der Nähe des Dorfes Spukten, Kreis Niederung, der Nationalsozialist Kurt Kallasdies von Marxisten überfallen, gewürgt und schwer mißhandelt. Die Täter schleppten dann den Besinnungslosen auf den nahegelegenen Eisenbahndamm, um einen Nnglücksfall vorzutäuschen. Kallasdies wurde von der Maschine des herannahenden Kleinbahnznges erfaßt und 25 Meter weit mitgeschleift. Man fand ihn mit einem abgerissenen Arm in seinem Blute liegend vor. Er gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich und starb bald darauf. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur.
Nicht ganz so bestialisch gemein ist man in Breslau vorgegangen, wo Kommunisten am Heiligen Abend eine nationalsozialisti- stische Weihnachtsfeier überfielen und mit den verschiedensten Mordinstrumenten auf die in einer Wohnbaracke versammelte SA.- Gruppe einschlug. Als sie mit ihren Schlagwerkzeugen nichts erreichten, wurde geschossen und ein SA.-Mann erhielt Schüsse in Oberschenkel und Knie und vier andere wurden ähnlich verletzt. Das ist Weihnachtsfrieden in Deutschland.
Aber auch in Bremen ist es dem Senat nicht gelungen, trotz seines besonderen Uni- sormverbotes Leben und Gesundheit unserer SA.-Leute sicherzustellen. Bereits am 15. Dezember ds. Js. veröffentlichten wir einen Drohbrief
den ein SA.-Mann bekommen hatte und in dem ihm mitgeteilt wnrde, er könne sich schon bei seinem Freunde TeckereineGrabstelleaussuchen.
Der hier angekündigte Ueberfall ist am gestrigen Sonntag durchgeführt worden.
kämpfen", wurden am Konferenztisch im Haag von der französischen Diplomatie entscheidend geschlagen. Durch Deutschlands Unterschrift unter den Aoungplan, der angeblich die „Entpolitisierung" der Tribute herbeiführen sollte, ist in Wirklichkeit das Tribut- problem endgültig Frankreichs politischer Entscheidung überantwortet, d. h. aus die Degenspitze des französischen Militarismus gestellt worden.
Das ist das Entscheidende auch für die heutige Situation. Frankreich hat der „Weltwirtschaftlichen Patentlösung" unserer Erfüllungspolitiker gründlich den Weg verbaut und sie in eine Sackgasse („der gerade Kurs des Zentrums"!) hineingeführt, aus der sie weder vorwärts, noch rückwärts können. Der „Beratende Sonderausschuß", der jetzt in Basel sein Gutachten abgegeben hat, darf nach dem Uoungplan eben nur in beratender Weise tätig sein. Die Entscheidung über sein Gutachten liegt allein bei den beteiligten Regierungen und kann gegen den
Eine Horde von Kommunisten, mit großen Backsteinen bewaffnet, stürmte das Haus und zerstörte sämtliche Fensterscheiben. Glücklicherweise befand sich der SA.-Mann mit seiner Familie in nach hinten gelegenen Räumen, sonst wären die Kinder von den Steinen und Glassplittern getroffen und schwerverletzt worden. Die dann eintreffende Polizei konnte in der Wohnung einen ganzen Sack voll mehrere Kilo schwere Steine sicherstellen und auch gewisse Feststellungen treffen, die es hoffentlich ermöglichen, diese Mordbanditen zu stellen.
Wenn hier nicht erneut Blut geflyflen ist, so ist das nur einem glücklichen Umstand und dem umsichtigen Verhalten des SA.-Manues zu verdanken. Polizei und Senat werden damit aber nicht von der Verantwortung entlastet, daß hier abermals wie am 9. November ein organisierter Mordüberfall von Marxisten durchgeführt wurde.
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Altona, 27. Dez. Wie die Polizeipressestelle Alton« mitteilt, marschierten am Sonntag nachmittag Nationalsozialisten geschlossen durch Rahlstedt. Es handelte sich um Mitglieder des Marinesturmes der SA. Hamburg. Ein Teil der Teilnehmer trug Abzeichen, aus denen die Zugehörigkeit zur Partei ersichtlich war. Sie werden wegen Verstoßes gegen die Notverordnung zur Sicherung des Weihnachtsfriedens zur Verantwortung gezogen. Von den 28 von der Polizei festgenommenen Nationalsozialisten werden 27 am Montag dem Schnellrichter zugeführt: ein Jugendlicher hat sich vor dem Jugendgericht zu verantworten.
Erdbeben in Oberitalien Rom, 27. Dezember. Am 1. Weihnachtsfeiertag.sind mehrere Ortschaften in Friaul von einem Erdbeben heimgesucht worden. In Artegna sind zahlreiche Häuser beschädigt worden. In Osoppo und Gemona weisen mehrere Gebäude Risse aus. Das Erdbeben wurde auch in Udine und in Venedig verspürt.
Willen Frankreichs nicht getroffen werden. Da der amerikanische Repräsentantenausschuß ausdrücklich eine Senkung oder Streichung der interalliierten Kriegsschulden ablehnte, ist die bevorstehende Reparationskonferenz daher nur die äußere Plattform für einen Zwcikampf zwischen Deutschland u^d Frankreich, zu dem Herr Brüning, der der deutschen Freiheitsbewegung den Kampf ansagte und von der Gunst der geschlagenen Marxisten getragen wird, allerdings mit stumpfen Waffen antreten wird.
Es würde durchaus der politischen In stinktlosigkeit unserer bisherigen Reparationspolitik entsprechen, wenn Herr Brüning etwa glauben sollte, daß er Frankreich ohne politische Garantien zur Aufgabe des Aoung- planes, der Frankreichs festeste strategische Stellung ist, bewegen könnte. Womit nicht gesagt ist, daß Brüning — um einen Prestigeerfolg um jeden Preis zu erzielen, — bereit wäre, bestimmte territoriale oder ähnliche Kompensationen für die „französische
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Amerika läßt Europa allein
Washington, 27. Dez. In höchsten Washingtoner mit dem Weißen Haus und dem Staatsdepartement in engster Verbindung stehenden Amtskreisen wird erklärt, daß Amerika keinen Vertreter zur Haager Konferenz entsenden werde. Die Hoover-Regie- rnng beabsichtige, Europa gegenüber so lange eine NichteinmischungspoHtik zu verfolgen, als es sich nicht für dh- Sicherung der deutschen Zahlungsfähigkeir und für die Vorbereitung ^prWU^exkehr der europäischen wirtschaftlichen Erholung verbürge.
Die Opposition im Kongreß gegen jegliches Zugeständnis in der Schuldenfragc zwinge die Regierung, ihre ganze Kraft den inneren Wirtschaftsfragen zuzuwenden. Augenblicklich sei selbst die Entsendung eines Beobachters zweifelhaft.
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Wie wir von der Justizpressestelle erfahren, hat die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil in der Strafsache Masselmann und Genossen (Schlägerei in der Bornstraße) und gegen Entelmann und Genossen (Ueberfall an der Kleinen Weide- straße) bereits am Mittwoch morgen Berufung eingelegt, soweit gegen ihren Antrag Freisprechung erfolgt ist und ferner die Angeklagten Entelmann, Osterloh und Langer- beck nicht auch wegen Landfriedensbruchs verurteilt worden sind.
Hawai wird verteidigt
Neuyork, 27. Dez. Die amerikanischen Kriegsmanöver finden unter Mitwirkung der gesamten Kriegsmarine und eines Teiles des Herres Ende Februar-Anfang März zwischen Hawai und dem amerikanischen Festlande statt. Hawai soll dabei theoretisch gegen Angreifer verteidigt werden. Man befürchtet, daß die Manöver den Unwillen Tokios erregen werden.
Sicherheit" anzunehmen. Wir lassen einstweilen die Frage offen, ob nicht unter Umständen schon allein die weitere Herrschaft der heute in Deutschland regierenden Par- ,teien eine Garantie für den status quo Frankreichs bedeuten könnte. Denn es ist zweifellos richtig, daß durch die Ereignisse des letzten Jahres das Eis der internationalen Stagnation gebrochen ist — aber nicht durch das „Vertrauen, das Brüning sich im Aus- land erworben hat," sondern allein durch die elementare Wucht der nationalsozialistischen Volkserhebung, die die Frucht eines Jahrzehntes unerhört mühsamer Aufklärungsarbeit gewesen ist. Die Beseitigung dieses ersten wirklich realpolitischen Machtfaktors, der sich der französischen Hegemonie in Europa entgegenzustellen im Begriffe ist, wäre Paris sicherlich eine Messe wert. Jedenfalls spricht man am Quai d'Orsay offen aus, was man in der Wilhelmstraße schamhaft verschweigt: Daß das Wachsen der deutschen Widerstandskraft ausschließlich auf Konto deS