Ausgabe 
(28.12.1931) Nr. 171
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s W o l f s b r u ch, 28. Dez. Der SA.-Mann Johannsen aus Wolfsbrucher Moor, wurde von Marxisten überfallen und erhielt einen 15 Zentimeter langen Messerstich in den Arm und 2 Stiche in den Kopf. Die Täter sind wie üblich unerkannt entkommen. — Weihnachtsfriede!

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Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung. Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstr. 15, Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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Zur bevorsteheniden Reparationskonferenz schreibt die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP.:

Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie Mit Blindheit. Wohl niemals ist dieses Wort eindringlicher bestätigt worden, als durch die Träger des herrschenden Sy­stems. Wie oft schon gab man ihnen Ge­legenheit, ihr mit so viel Ueberheblickkeit behauptetes politisches Können unter Beweis zu stellen. Was buch immer sie anfaßten, es schlug dem Volke zum Unheil aus. Aber immer wieder wußten sie ihr verhängnis­volles politisches Handeln zu decken mit dem Hinweis auf jenen außenpolitischen Kristalli- sationspunkt, der ihrer „einzigmöglichen" Verelendungspolitik angeblich voranleuchtete wie eine Fata Morgana: Die endgültige Lö­sung des Tributproblems.

Es ist der große und fundamentale Irr­tum der ganzen bisherigen Erfüllungspolitik zu glauben, und es ist ihre historische Schuld, dem deutschen Volke glauben zu machen, daß dieses Ziel rein passiv allein durch die „Dy­namik des weltwirtschaftlichen Geschehens", gewissermaßen durch den bloßen Ablauf der Gesetze eines modernen Wirtschaftszeitalters erreicht werden könne. Man bildete sich ein, statt durch die „geistig-sittliche und moralische Generaration unseres Volkes" selbst, durch das bloße Sich-entwickeln-lassen internatio­naler Konferenzen das Schicksal des deut­schen Volkes entscheiden zu können. Mit diesen weltwirtschaftlichen Scheuklappen be­waffnet, marschierte man in das „goldene Zeitalter" der Revisions- und der Repara­tionskonferenzen hinein. Ein paar Jahre lang ging die Sache scheinbar programm­mäßig. Dadurch, daß der Dawesplan Deutschland zu einem Wuchcrzinsfuß „kre­ditfähig" machte, verleitete er uns bekannt­lich dazu, die Tribute aus der Substanz, d. h. in Form öffentlicher und privater Schuld­übernahme durch eine ungeheure Vorbela­stung unserer zukünftigen Produktion zu leisten — so lange, bis die Möglichkeiten der hypothekarischen Zukunftsbelastung Deutsch­lands ausgeschöpft waren und das ganze Reparationssystem zusammenzubrechen droh­te, wie ein Kartenhaus. In diesem Augen­blick, noch bevor die Scheinblüte der deut­schen Wirtschaft zusammenbrach, griff Frank­reich zu und spannte Deutschlands Pro­grammloses und täppisches Drängen nach der „Dawes-Revision" vor den Wagen seiner eigenen Wünsche. Im Aoung-Plan erhielten die Epigonen Stresemanns nunmehr die „endgültige Festsetzung der Gesamtschuld", nach der sie unaufhörlich gerufen hatten. Eine „feierliche Schuldverpflichtung auf ge­schäftlicher und finanzieller Grundlage" wur­de unterschrieben, die das deutsche Volk für drei Generationen zum Tributsklaven Frank­reichs macht, die Transferschutzbestimmun­gen, deren geschickte Ausnutzung durch eine kluge deutsche Reparationspolitik das Ende der Reparationen hätte herbeiführen können, wurden gestrichen und durch einige unbedeu­tende Schutzklauseln für „gelegentliche Krankheitswochen" ersetzt. Die erfüllungs- wütigen Reparationsstrategen, die ausge­zogen waren, um „Schritt für Schritt in ge­radem Kurs die äußere Befreiung zu er­

Reichskanzler Brüning hat Deutschland den Weihnachtsfrieden diktiert, hat den Na­tionalsozialismus verboten, Versammlungen abzuhalten und ihr Parteiabzeichen zu tra­gen, aber er hat nicht gleichzeitig dafür ge­sorgt, daß die marxistischen Horden auch weiterhin über SA.-Leute herfallen, sie nie­derschlagen oder ermorden, wo sie in genü­gender Ueberzahl erscheinen können. So wird uns aus Tilsit gemeldet:

Vor die Kleinbahn geworfen

Tilsit, 27. Dez. Am Weihnachts-Heilig- abend wurde in der Nähe des Dorfes Spuk­ten, Kreis Niederung, der Nationalsozialist Kurt Kallasdies von Marxisten überfallen, gewürgt und schwer mißhandelt. Die Täter schleppten dann den Besinnungslosen auf den nahegelegenen Eisenbahndamm, um einen Nnglücksfall vorzutäuschen. Kallasdies wur­de von der Maschine des herannahenden Kleinbahnznges erfaßt und 25 Meter weit mitgeschleift. Man fand ihn mit einem ab­gerissenen Arm in seinem Blute liegend vor. Er gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich und starb bald darauf. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur.

Nicht ganz so bestialisch gemein ist man in Breslau vorgegangen, wo Kommunisten am Heiligen Abend eine nationalsozialisti- stische Weihnachtsfeier überfielen und mit den verschiedensten Mordinstrumenten auf die in einer Wohnbaracke versammelte SA.- Gruppe einschlug. Als sie mit ihren Schlag­werkzeugen nichts erreichten, wurde geschossen und ein SA.-Mann erhielt Schüsse in Ober­schenkel und Knie und vier andere wurden ähnlich verletzt. Das ist Weihnachtsfrieden in Deutschland.

Aber auch in Bremen ist es dem Senat nicht gelungen, trotz seines besonderen Uni- sormverbotes Leben und Gesundheit unserer SA.-Leute sicherzustellen. Bereits am 15. De­zember ds. Js. veröffentlichten wir einen Drohbrief

den ein SA.-Mann bekommen hatte und in dem ihm mitgeteilt wnrde, er könne sich schon bei seinem Freunde TeckereineGrabstelleaussuchen.

Der hier angekündigte Ueberfall ist am gestrigen Sonntag durchgeführt worden.

kämpfen", wurden am Konferenztisch im Haag von der französischen Diplomatie ent­scheidend geschlagen. Durch Deutschlands Un­terschrift unter den Aoungplan, der angeblich die „Entpolitisierung" der Tribute herbei­führen sollte, ist in Wirklichkeit das Tribut- problem endgültig Frankreichs politischer Entscheidung überantwortet, d. h. aus die Degenspitze des französischen Militarismus gestellt worden.

Das ist das Entscheidende auch für die heutige Situation. Frankreich hat der „Welt­wirtschaftlichen Patentlösung" unserer Er­füllungspolitiker gründlich den Weg ver­baut und sie in eine Sackgasse („der gerade Kurs des Zentrums"!) hineingeführt, aus der sie weder vorwärts, noch rückwärts kön­nen. Der „Beratende Sonderausschuß", der jetzt in Basel sein Gutachten abgegeben hat, darf nach dem Uoungplan eben nur in be­ratender Weise tätig sein. Die Entscheidung über sein Gutachten liegt allein bei den be­teiligten Regierungen und kann gegen den

Eine Horde von Kommunisten, mit großen Backsteinen bewaffnet, stürmte das Haus und zerstörte sämtliche Fensterscheiben. Glück­licherweise befand sich der SA.-Mann mit seiner Familie in nach hinten gelegenen Räumen, sonst wären die Kinder von den Steinen und Glassplittern getroffen und schwerverletzt worden. Die dann eintreffende Polizei konnte in der Wohnung einen gan­zen Sack voll mehrere Kilo schwere Steine sicherstellen und auch gewisse Feststellungen treffen, die es hoffentlich ermöglichen, diese Mordbanditen zu stellen.

Wenn hier nicht erneut Blut geflyflen ist, so ist das nur einem glücklichen Umstand und dem umsichtigen Verhalten des SA.-Manues zu verdanken. Polizei und Senat werden da­mit aber nicht von der Verantwortung ent­lastet, daß hier abermals wie am 9. Novem­ber ein organisierter Mordüberfall von Mar­xisten durchgeführt wurde.

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Altona, 27. Dez. Wie die Polizeipresse­stelle Alton« mitteilt, marschierten am Sonn­tag nachmittag Nationalsozialisten geschlossen durch Rahlstedt. Es handelte sich um Mit­glieder des Marinesturmes der SA. Ham­burg. Ein Teil der Teilnehmer trug Ab­zeichen, aus denen die Zugehörigkeit zur Partei ersichtlich war. Sie werden wegen Verstoßes gegen die Notverordnung zur Si­cherung des Weihnachtsfriedens zur Verant­wortung gezogen. Von den 28 von der Po­lizei festgenommenen Nationalsozialisten werden 27 am Montag dem Schnellrichter zugeführt: ein Jugendlicher hat sich vor dem Jugendgericht zu verantworten.

Erdbeben in Oberitalien Rom, 27. Dezember. Am 1. Weihnachts­feiertag.sind mehrere Ortschaften in Friaul von einem Erdbeben heimgesucht worden. In Artegna sind zahlreiche Häuser beschädigt worden. In Osoppo und Gemona weisen mehrere Gebäude Risse aus. Das Erdbeben wurde auch in Udine und in Venedig ver­spürt.

Willen Frankreichs nicht getroffen werden. Da der amerikanische Repräsentantenaus­schuß ausdrücklich eine Senkung oder Strei­chung der interalliierten Kriegsschulden ab­lehnte, ist die bevorstehende Reparations­konferenz daher nur die äußere Plattform für einen Zwcikampf zwischen Deutschland u^d Frankreich, zu dem Herr Brüning, der der deutschen Freiheitsbewegung den Kampf an­sagte und von der Gunst der geschlagenen Marxisten getragen wird, allerdings mit stumpfen Waffen antreten wird.

Es würde durchaus der politischen In stinktlosigkeit unserer bisherigen Repara­tionspolitik entsprechen, wenn Herr Brüning etwa glauben sollte, daß er Frankreich ohne politische Garantien zur Aufgabe des Aoung- planes, der Frankreichs festeste strategische Stellung ist, bewegen könnte. Womit nicht gesagt ist, daß Brüning — um einen Pre­stigeerfolg um jeden Preis zu erzielen, — bereit wäre, bestimmte territoriale oder ähn­liche Kompensationen für die „französische

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Amerika läßt Europa allein

Washington, 27. Dez. In höchsten Washingtoner mit dem Weißen Haus und dem Staatsdepartement in engster Verbin­dung stehenden Amtskreisen wird erklärt, daß Amerika keinen Vertreter zur Haager Kon­ferenz entsenden werde. Die Hoover-Regie- rnng beabsichtige, Europa gegenüber so lange eine NichteinmischungspoHtik zu verfolgen, als es sich nicht für dh- Sicherung der deut­schen Zahlungsfähigkeir und für die Vorbe­reitung ^prWU^exkehr der europäischen wirt­schaftlichen Erholung verbürge.

Die Opposition im Kongreß gegen jegliches Zugeständnis in der Schuldenfragc zwinge die Regierung, ihre ganze Kraft den inne­ren Wirtschaftsfragen zuzuwenden. Augen­blicklich sei selbst die Entsendung eines Be­obachters zweifelhaft.

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Wie wir von der Justizpressestelle erfah­ren, hat die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil in der Strafsache Masselmann und Genossen (Schlägerei in der Born­straße) und gegen Entelmann und Ge­nossen (Ueberfall an der Kleinen Weide- straße) bereits am Mittwoch morgen Beru­fung eingelegt, soweit gegen ihren Antrag Freisprechung erfolgt ist und ferner die An­geklagten Entelmann, Osterloh und Langer- beck nicht auch wegen Landfriedensbruchs ver­urteilt worden sind.

Hawai wird verteidigt

Neuyork, 27. Dez. Die amerikanischen Kriegsmanöver finden unter Mitwirkung der gesamten Kriegsmarine und eines Tei­les des Herres Ende Februar-Anfang März zwischen Hawai und dem amerikanischen Festlande statt. Hawai soll dabei theoretisch gegen Angreifer verteidigt werden. Man befürchtet, daß die Manöver den Unwillen Tokios erregen werden.

Sicherheit" anzunehmen. Wir lassen einst­weilen die Frage offen, ob nicht unter Um­ständen schon allein die weitere Herrschaft der heute in Deutschland regierenden Par- ,teien eine Garantie für den status quo Frank­reichs bedeuten könnte. Denn es ist zweifel­los richtig, daß durch die Ereignisse des letz­ten Jahres das Eis der internationalen Stagnation gebrochen ist — aber nicht durch das „Vertrauen, das Brüning sich im Aus- land erworben hat," sondern allein durch die elementare Wucht der nationalsozialistischen Volkserhebung, die die Frucht eines Jahr­zehntes unerhört mühsamer Aufklärungsar­beit gewesen ist. Die Beseitigung dieses er­sten wirklich realpolitischen Machtfaktors, der sich der französischen Hegemonie in Euro­pa entgegenzustellen im Begriffe ist, wäre Paris sicherlich eine Messe wert. Jedenfalls spricht man am Quai d'Orsay offen aus, was man in der Wilhelmstraße schamhaft verschweigt: Daß das Wachsen der deutschen Widerstandskraft ausschließlich auf Konto deS