Ausgabe 
(24.12.1931) Nr. 170
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„Eiserne Front"?

Berlin, 24. Dez. Der Deutschnationale Handlungsgehilscnverband erklärt, daß für ihn eine Beteiligung an der sogenannten „Eisernen Front" zur Verhinderung der parlamentarischen Machtergreifung der Na­tionalsozialisten nicht in Frage kommt. — Der Gesamtverband der christlichen Gewerk­schaften erklärt ebenfalls, Meldungen über seine Beteiligung an der „Eisernen Front" unter Leitung des Reichsbanners für un­richtig.

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Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele, Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM. 1,90 frei Haus. Anzeigenberechnung: hiesige die lOgesp, Nonp.-Zeile Rm. 0,25. aus- Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im wärts Rm.0,30, im Textteil die 4gespalt. Textzeile Rm. 0,80, aus» Redaktion: Papenstr. 15 Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung. Streik, Verbot, Aussperrung wärts Rm. 1,—. Stellengesuche u. Familien-Anzeigen Rm. 0,10. bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878 usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugspr. Kleine Anzeigen Rm. 0,15. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.

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Lichtwende — Sonnenwende — Christ­nacht! Ursprünglich völlig wesensverschie- den und dennoch heute wesensverwandt, "heute noch weit mehr als bisher durch den revolutionären Charakter, der jedem von ihnen innewohnt.

Revolutionärer Charakter des Weihnachts­festes? Erstauntes Fragen, und doch eine einfache Antwort; denn bedeutete Chri­stus der damaligen Welt nicht eine Re­volution? Damals, als der Glaube an die lebendige Idee, der Glaube an Gott, einem Dienst am Mammon gewichen war. Die ganze Welt hatte den Glauben an die Ewigkeit der Freiheit verloren, sie suchte Freiheit in äußerlichen Gebärden, und erst Christus, der Revolutionär, mußte aufer­stehen, um durch Gleichnisse und Wunder seine Mitmenschen abzulenken von jener Welt des Materialismus und sie hinzufüh­ren auf den Weg in die Ewigkeit, ihnen eins neue Lehre zu künden. Eine Lehre des le­bendigen Idealismus, für die er sich selbst freudig opferte durch seinen Tod am Kreuz: „Nicht, wie ich will, sondern wie du willst!"

Jahrhunderte kamen, Jahrhunderte gin­gen. Nur die Idee blieb ewig, nur die große Aufgabe blieb unendlich, blieb göttlich. Wohl gab es Zeiten, in denen neue Revolu­tionäre erstanden, die sie verteidigen mußten, als andere sie auszutilgen suchten. Luther, Ulrich von Hütten und andere erhoben sich, um der Welt des Ablasses und des uwteria- listischen Denkens das Licht des Idealismus den Glauben an die ewige Freiheit wieder­zugeben. Bereit, das irdische Leben zu opfern durch das Bekenntnis: „Hier stehe ich. ich kann nicht anders!"

Ja, der Deutsche kann nicht anders, weil ihm sein Blut einen beständigen Kampf um seine Freiheit aufgab. Einen Kampf auf Leben und Tod, in dem er sich freudig opfert für die Idee der Freiheit des Geistes, die nicht meßbar, nicht greifbar und daher unbesiegbar ist. Denn sie und Gott sind Eins. Ohne sie ist kein Willen, ohne Wil­len keine Tat.

Und heute stehen wir wieder mitten in der Brandung zwischen den Vertretern zweier Weltanschauungen. Und wieder steht ein kühner Revolutionär unter uns, beschimpft, verfolgt von allen Vertretern der materiali­stischen Weltanschauungen. Wieder gilt es, die heilige Idee dem deutschen Volke und der Welt wiederzuschenken. Adolf Hitler ha" die Führung übernommen und gerade zur Zeit der Wintersonnenwende den Schritt ge­wagt, der Welt klar das Wesen des Natio­nalsozialismus aufzuzeigen. Noch immer hat der materialistische Trieb anderer Völker das deutsche Volk zu beeinflussen versucht, und heute steht sie wieder vor uns: die Welt der Reparationen, die Welt des Kapitalis­mus, die Welt des Liberalismus. Und wie­der droht sie an sich selbst zugrunde zu gehen. Aber noch wehrt man sich, den Todeskeim des Materialismus zu erkennen und glaubt durch „praktische" Maßnahmen den Zusam­menbrach einer Weltanschauung aufzuhalten.

Wir Nationalsozialisten haben, erst ver­lacht, dann beargwöhnt, schließlich verfolgt und beschimpft, zu allen Zeiten dieses Ende des Materialismus vorausgesagt und au' dem Boden des lebendigen Volkstums die heilige Idee, den Glauben an die Freiheit genährt und verkündet. Der Zusammenbruch der Goldwährung in der ganzen Welt gibt uns die Gewißheit, daß wir uns auf dem rechten Wege befinden, und läßt den Natio- nalsozialismus als Staatslehre der Zukunft schon heute zur Gewißheit werden»

Diesen Lichtblick hat die jüngste politische Entwicklung, mag sie auch äußerlich noch fo "rastlos erscheinen, gewährt. Und er ist schon darum geradezu eine Verheißung, als dieser Lichtstrahl aufdämmert zu einer Zeit, in der wir nach germanischem Brauch das Licht der Sonne freudig grüßen, da es von nun an näher und näher zu uns drängt. Zu einer

Wir sind heute in der Lage, wohl als eine der ersten deutschen Zeitungen nähere Mit­teilungen über den Bau des neuen Zeppe­lin-Luftschiffes zu machen. Die Hapag, die über den Luftschiffbau weitere Auskünfte gern erteilen wird, und die auch Platzbestel­lungen für Luftschiffahrten entgegennimmt, teilt uns zu den Gerüchten um den Zeppe- lin-Bau interessante Einzelheiten mit.

Vorwegschicken möchten wir, daß das Luft­schiff „Graf Zeppelin" in den letzten Jahren gewaltige Leistungen vollbracht hat. Auf 252 Fahrten ist es 3600 Stunden in der Luft ge­wesen, hat rund 350 000 Km. — das ist un­gefähr das Neunfach' des Erdumfanges — zurückgelegt, 15 500 Personen und 45 000 Kilogramm Fracht und Post auf diesen Fahr­ten befördert.

Nun kommt „L. Z. 129". Dieses Luftschiff wird noch größerer Leistungen fähig sein. Er wird größer als „Graf Zeppelin" und bei seinem Bau werden alle technischen Erfah­rungen der beiden letzten Jahre berücksichtigt werden.

Die Größensteigerung ist recht erheblich. Die Länge wächst von 235 Meter auf 248 Meter, der größte Durchmesser von 30 Meter auf 41 Meter, die Passagierzahl auf 50 Per­sonen und die Beförderungskapazität für Fracht und Post auf 160 Zentner. Die Kon­struktion des wiederum aus Duraluminium bestehenden Gerippes wird im allgemeinen die gleiche sein wie bei „Graf Zeppelin". Sechzehn Schotten werden den Hohlranm unterteilen. Zur Gasfüllung wird vorzugs­weise das unbrennbare Helium verwandt werden. In die Heliumzelten will man klei­nere Wasserstoff-Gaszellen einbauen, die während der Fahrt dem Gewichtsausgleich dienen sollen. Die durch den Betriebsstoff­verbrauch hervorgerufene Gewichtserleichte­rung wird durch Ablassen des Wasserstoff­gases, also durch Verminderung des Auf­triebs, ausgeglichen werden.

Den Führerraum wird man wiederum am Bugteil des Schiffes unterbringen, aller­dings vollständig getrennt von den Passa- gierräumeu, die mittschiffs liegen und gegen­über dem „Graf Zeppelin" durch wesentliche

Zeit, in der wir der Geburt jenes großen Revolutionärs Jesus Christus gedenken, der den Menschen das heilige Feuer des Idealis­mus brachte, um seinetwillen den Tod erlitt, und dessen Feuer dennoch auch weiterlebt in uns und nach uns, dessen Lebensaufgabe sich ebenfalls gründete auf den Satz:

„Gemeinnutz geht vor Eigennutz!"

Neuerungen verbessert werden. Sie verteilen sich auf zwei Decks, auf ein unteres B-Deck und in oberes A-Deck. Das A-Deck erhält 26 Kabinen für je zwei Personen, während das B-Deck die Gesellschaftsräume aufnehmen soll. Art und Anordnung der Räume lassen erkennen, daß bei ihrer Planung die Erfah­rungen der mit dem Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. zusammenarbeitenden Hamburg- Amerika-Linie in der überseeischen Personen- beörderung ein wichtiges Wort gesprochen haben. Wie das Promenadendeck des Ozean­schiffes wird sich zu beiden Seiten der Ge­sellschaftsräume ein Wandelgang mit großen Glasfenstern ausdehnen, durch die der Zeppe­lin-Reisende weiten Ausblick nach unten und zum Horizont hinaus hat.

Das in der elektrischen Küche bereitete Essen wird in einem hübschen Speisesaal ser­viert. Außerdem liegen auf dem B-Deck — wiederum wie auf dem Ozeanschiff — das Lesezimmer mit der Schiffsbibliothek, weiter ein Gesellschaftszimmer und schließlich noch ein Rauchzimmer, das allein ungefähr so groß ist wie das Speise- und Gesellschafts­zimmer des „Graf Zeppelin". Der Zeppelin- Reisende wird also fast alle jene Bequem­lichkeiten an Bord finden, die in der heuti­gen überseeischen Passagierfahrt üblich sind.

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München, 23. Dez. Der Reichstagsabgeord­nete Sieber erklärte in einer längeren Ver­öffentlichung, die Fraktion des Deutschen Landvolks habe die ihm gegenüber eingegan­genen Verpflichtungen nicht eingehalten, so daß er seine volle Handlungsfreiheit wieder­gewonnen habe. Er sei auch heute bereit, sein Mandat niederzulegen, wenn der für ihn nachrückende Herr ihm die Zusicherung gebe, in Zukunft mit der Nationalen Oppo­sition zu stimmen. Werde diese Zusicherung nicht gegeben, so sei er gezwungen, sein Man­dat zu behalten. Die Parteileitung der NSTAP. billige sein Verhalten in der Frage der Mandatsniederlegung.

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Washington, 23. Dez. Bei den Be­ratungen im amerikanischen Senat über daS Hoover-Feierjahr wurden am Dienstag be­kanntlich verschiedene Husatzanträge gestellt. Darunter befand sich ein solcher des Farm­arbeiter-Senators Shipstlad, der verlangte, Amerika solle in einem Zusatz zum Mora­torium feierlich erklären, daß die Behaup­tung des Versailler Vertrages, Deutschland sei allein am Weltkriege schuld, ein Fälsch­ung sei. Zu diesem Antrag, der mit 64 Stimmen abgelehnt wurde, erklärten am Mittwoch die Washingtoner Regierungs­stellen, die Ablehnung sei lediglich aus prak­tischen Gründen geschehen, um die Annahme des Moratoriums nicht noch mehr zu ver­zögern. Daß die Ablehnung nicht aus Ueber­zeugung erfolgte, gehe schon daraus hervor, daß auch zahlreiche Deutschfreunde gegen den Antrag gestimmt hätten.

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Vechta, 23. Dez. In einer Landesvor­standssitzung der Oldenburgischen Zentrums. Partei wurde eine Entschließung angenom­men, in der gesagt wird, daß das Oldenbur­gische Zentrum sich an dem von den Natio- nalsozialisten und Kommunisten betriebenen Volksbegehren selbstverständlich nicht betei­ligen werde. Die Bevölkerung des Landes wird aufgefordert, dem Volksbegehren fern­zubleiben. — Ferner wandte sich die Landes- vorstandssihung gegen die Absicht des Mi­nisteriums der Kirchen und Schulen, der Aufhebung der katholischen Schule in Jeder als öffentliche Volksschule zuzustimmen. Der Landesvorstand spricht die Erwartung aus, daß das Staatsministerium die konfessio­nellen Minderheitsheitsschulen als öffentliche Schulen stützt und ihre Erhaltung sichert. Der Vertretertag der Oldenburgischen Zen­trumspartei wird Mitte Januar in Cloppen- bürg stattfinden. Hier wird der Vorsitzende der Deutschen Zentrumspartei, Prälat Kaas, die Rede halten.

Die Heuern für die deutsche Seeschiffahrt um 10 v. H. herabgesetzt

Hamburg, 23. Dez. Der norddeutsche Schlichter, Dr. Stenzel, Hamburg, hat für die deutsche Seeschiffahrt, einschließlich des Fracht- und Passagierverkehrs, auf Grund des Par. 4 der Notverordnung vom 8. De­zember 1931 einen Schiedsspruch gefällt. Da­nach ermäßigen sich die Heuern ab 1. Januar 1932 um 10 v. H., nur in der Jrlandfahrt tritt eine Ermäßigung von 7,5 v. A. in Kraft. Das Abkommen gilt zunächst bis zum 30. April 1932 und kann mit vierwöchiger Frist gekündigt werden. Sollte der Tarif bis zu diesem Termin nicht gekündigt worden sein, so läuft er automatisch um vier Monate weiter.

Sieber, von Sybcl und Wendhausen Hospitanten bei der NSDAP.

.München, 23. Dez. Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP. teilt mit: Die Reichstagsabgeordncten Sieber, von Sybel und Wendhausen sind in die Fraktion der NSDAP. als Hospitanten aufgenommen worden. Einer sofortigen Aufnahme in die Partei stehen lediglich formelle Gründe ent- gegen, wie sie in der kürzlich erlassenen all­gemeinen Verfügung unseres Führers zum Ausdruck gebracht worden sind."

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B a s e l, 23. Dez. Die privaten Besprechungen des Sonderausschusses sind am Mitt­wochabend 19 Uhr zu Ende gegangen. Dr. Melchior teilte gleich nach der Sitzung den deutschen Pressevertretern mit, daß „soeben die vollständige Einigung erzielt sei. Das Gutachten ist angenommen und wird heute abend unterzeichnet."

Wie verlautet, ist der Streitpunkt hinsichtlich der Tribute so gelöst worden, daß in Ka­pitel 4 zum Ausdruck gebracht wird, daß nach Ansicht der Mehrheit des Ausschusses die Reparationen die Weltkrise zu einer dauerndem machen. Die französische Abordnung macht sich aber diese These nicht zu eigen.

Wie von deutscher Seite mitgeteilt wird, ist die Einigung dadurch ermöglicht worden, daß „von allen Seiten gewisse Zugeständnisse gemacht wurden".

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