Ausgabe 
(11.11.1931) Nr. 152
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Aslillieliiier errclmü«»

Kyritz, 9. Nov. Im Dorfe Niemerlang klopften in der Nacht zum Freitag mehrere Leute an das Haus des 23jährigen Stahl­helmmannes Willi De I f. Delf saß mit sei­nen Angehörigen im Wohnzimmer. Als er an die Tür ging und öffnete, krachten meh­rere Schüsse, und Delf brach tot zusammen. Die Täter konnten noch nicht ermittelt wer­den, sind aber im Reichsbanner oder der KPD. zu suchen.

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parteiamttiekes VrgM öer Oremer NationalsoMMu

Werlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM. 1,90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die lOgesp, Nonp.-Zeile Rm. 0,25, aus- Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im wärts Rm. 0,30, im Textteil die 3gespalt. Textzeile Rm. 1.—, aus- Redaktion: Papenstr. 15. Sprechstunden der Redaktion: Montag Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Aussperrung wärts Rm. 1,25. Stellengesuche u. Familien-Anzeigen Rm. 0,10. bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878 usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Stückzahl, des Bezugspr. Kleine Anzegien Rm. 0,15. Plahvorschriften ohne Verbindlichkeit.

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ko nalll »mv üsnial I^r Organisation mit schlagenden Beweisen

Ijvlll lllllv ÜuIlLv! I ihr Mütchen gekühlt haben. Die Weser-Ztg.

Wie nicht anders zu erwarten war, wagt wendet sich in s/hr korrekter Form gegen sie rs das Bremer Regierungsblatt, die Volks- °rg°.m"erte politische Mordhetze Allerdings zeitung auch nach den letzten Vorfällen, für ^I-iumt sie, die wirklich Schuldigen zur die es in allererster Linie verantwortlich ist, Verantwortung zu ziehen und kommt nur nicht etwa das verbrecherische Morden ihrer wie die Bremer Nachrichten zu dem

Reichsbannerhelden zu beschönigen, sondern I unverständlichen Vorschlag, für Bremen

ein Uniformverbot auszusprechen. Ist den beiden Blättern nicht bekannt, daß in Preu­ßen seit langem ein solches Verbot besteht und trotzdem fast täglich SA.-Leute ermor­det werden. Wenn man hier schon nach Gründen suchen will, so muß man statt dessen das Verbot, geschlossen nach Hause zu marschieren, für die letzte Bluttat mit ver-

uns Nationalsozialisten als die Schuldigen hinzustellen, die wir schwerbewaffnet über sich ruhig verhaltende Reichsbannerleute her­gefallen seien. An mehr als einer Stelle dieses Schulterblattes wird im Fettdruck be-

SM rssstsn un«3 Vslvnslten

Zeuge Herr K. H. gibt uns einen Bericht hau^et7"d^s^Mch7''N^ioi^^ÄstVn l3u dem wir Anfangs bemerken möchten, daß mit Hieb- und Schlagwaffen, teilweise Mt es sich um e.desstattllche Erklärung handelt, Revolver ausgerüstet gewesen seien, von de-1 ""d daß Herr H. lederzert bereit ist, nen auch gegen unbeteiligte Passanten Ge- gegebenenfalls seine Aussagen vor der Po­brauch gemacht wurde. I k

Es fehlen emem d.e Worte ^ ).e f d ^ Breitenweg in die Weidestraße

denlosigknt dieser Niedertracht zu kennzerch- ^ bemerkte ich am Staket der Firma

nen und w,r »wahn-n es auch nur noch, einen stöhnenden Mann gelehnt,

um zu ze.gen -n wclch schmah rche n Abh°n-si ^ Hut, dunklem Mantel und einer

gigkeitsverhaltnis sich der fre.e Senat em r ^en ^ ' bekleidet war. Wie ich später

hohen Hansest^ bemerkte trug er unter dem Mantel das

es sich von uns mw-d sprochen sagen ^ der NSDAP.

"s'en, d°ß Leute dieses Schlages seme stark- ^ kaum ein7 Minute um den

te Stutze sind, daß er es einfach sich mcht bemüht, gls 20 bis 25 Männer,

leisten kann, die Volkszeitung zu verbieten. ihre Uniform als Mitglieder des

Uung,"d°ß"^ kenntlich, in die Straße ein-

^ Nati^ ° ' h^e dabei Gütlich erkennen können,

Schuld an den schweren Verletzungen der an- ^ „st, der Radfahrer in einer Hand

deren ist. . .... .leinen Spaten und der zweite im Besitze

Wir wissen, selbst der Polizeipräsident I eines blanken Seitengewehrs war. v°u B^remen steht auf dem StandPunkt, der Männer rief beim Anblick

daß dieses fchmierblatt d.e e.g ntli^ Verlebten laut- „Hier ist der Lump!" Ursache sei, aberes konnencht verboten ^^^ ^ den Rädern

weü d.e Volkszeitung Reg.e- ^^n und sich auf den Verletzten

»ungsblatt sei! stürzten.

Wir erinnern unsere Leser daran, daß wir Der erste, ein stark gebauter Mann von vor Wochen die gleiche Behauptung unter nnttlerer Größe, faßte den Verletzte^ mit

Beweis stellten, vom Bremer Senat aber die per rechten Hand am Mantel und schlug

Antwort erhielten, daß es sich der Volks- nrehrmals mit der Linken mit dem Spaten zeitung um kein Regierungsblatt handele. , ^ pen Wehrlosen. Die übrigen Reichs-

Senator von Spreckellen, der allem für ein bannerleute mißhandelten den inzwischen zu Eingreifen in Frage kommt ,bringt es Boden gestürzten in viehischer Weise mit tig, uns zu erklären, daß er von alledem noch Fußtritten und Schlägen, nichts gemerkt habe. Als wir ihm vor Wo-i yjach dieser Arbeit verzogen sich die An- chen auf die Wanenlager auch rm Arbeiter- ^„jfer in Richtung Bilsestraße. Der stark samariterbund aufmerksam machten, erwid er- SA.-Mann wurde später dann von

te er uns, von Warenlagern kann kerne Rede herbeieilenden Kameraden weggetragen, sein. Das lassen Sie meine Sache sem! ' c-,. , . ^ m -

Nun, Herr Senator, der Ueberfall am Mon-1 V.°b- wahrend der ganzen Vorgänge

tag, die Ermordung eines 23jährigen jungen keinerlei Polizei bemerken können.

Menschen ist ihre Sache, denn Sie II,» s

allein hätten sie verhindern können. Sie «>' Sl.IMV,»v -

schützen die Volkszeitung gegen ein Verbot, - Die Zeugen C. und W. sind bereit zu be- S i e dulden die Aufhetzung des Reichsban- erden, daß auf dem halben Wege zwischen ners gegen unsere SA. Mit Senator Sprek- Doventor und dem Tunnel Contrescarpe- kelsen aber steht der ganze Senat an der Ecke Olbersstraße ein Wachtmeister der Bahre des ermordeten Jungarbeiters und Blauen Polizei, von kleiner, dicker Gestalt, kann sich von dem überwiegenden Teil der mit den Worten: „Ihr Schweine, schämt ihr bremischen Bvölkerung nicht reinwaschen von Euch nicht?" auf unsere Kameraden Lin­der Mitverantwortung an dieser Tat. geschlagen habe.

So«-!, di- Br.m» B-I'sz'it-»- kolirei rnilmM HeiclttbSMi?

mer Senat. Ueber die Arbeiter-Zeitung vcr-

lohnt es sich nicht, ein Wort zu verlieren. Von mehreren Zeugen wmd uns folgen- Bezeichnend ist nur, daß dieses Radauülatt der unverständlicher Vorfall berichtet: Stellung für das Reichsbanner nimmt, nach- Eine Reihe von SA.-Leuten gingen mit dem seine Anhänger oft genug auch an die-1 blaue« Polizeibeamten auf einen Trupp

Reichsbanner zu, um der Polizei Täter auf­zugeben. Dabei schlug das Reichsbanner abermals los, ohne daß die Polizeibeamten eingriffen. Dabei erlitten einige SA.-Leute schwere Verletzungen. Zu Hilfe kommende SA.-Leute würben von anderen Polizei­beamten abgedrängt. Wir verlangen auch hier Aufklärung und Untersuchung!

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Wie wir aus zuverlässiger Quelle er­fahren, wird das Reichsbanner durch sozial demokratische Polizeibeamte aufgefordert, im Falle nationalsozialistischer Zusammen stöße sofort die Polizei zu benachrichtigen und ihr nötigenfalls Hilfe zu gewähren.

Wir verlangen die sofortige Verstärkung der Polizei, wenn sich schon die Beamten des Einzeldienstes nicht mehr durchsetzen können. Wir dulden es aber keinesfalls, wenn man im „Bedarfsfall" auf die Mör derorganisation des Reichsbanners zurück greifen würde!

Wie sich diese unglaublichen Zustände in der Praxis auswirken, zeigt folgendes Bei­spiel:

Am letzten Sonnabend befand sich ein Trupp SA.-Leute von 10 Mann beim Flug- blattverteilen in Oberneuland. Plötzlich war der Trupp von Reichsbannerleuten umstellt Der Führer des Reichsbanners erklärte, er habe Auftrag, die SA. nach Waffen zu durchsuchen! Als die SA. die rechtlose Durchsuchung verweigerte, sagte der Reichs bannerhäuptling: „Das Recht dazu habe ich zwar nicht, aber die Macht!"

Um nicht mit Mordwaffen zusammenge schlagen zu werden, mußte die SA. sich na türlich ohne Erfolg durchsuchen lassen. In der Zwischenzeit warf das Reichsbanner Gummiknüppel und Dolche vor den Augen der SA. in den Chausseegraben, um sie so fort mit den Worten wieder heraufzuholen „Diese Waffen habe die SA. weggewor fen." Der von der SA. telefonisch heran gerufene Landgendarm kam nach genau Stunden! Später kam noch ein zweiter, die beide nichts gegen das Reichsbanner unter nahmen!

antwortlich machen. Wäre unsere SA. nicht gezwungen, in einzelnen Trupps heimzu­kehren, würde das Reichsbanner und auch die Kommune es nicht wagen, die SA.-Leute anzugreifen. Mit einem Uniformverbot in Bremen würde also genau das Gegenteil er­reicht werden.

Ganz andere Maßnahmen sind erforderlich, um einen neuen Mord an einem SA.-Mann zu verhindern. Die Polizeidirektion wird sich mit der Frage beschäftigen müssen, ob nicht eine Umorganisation der Wachbereitschaften erforderlich wird. Bislang ist es so, daß z. B. die Wache Lindenhof durchschnittlich zwar mit rund 25 Beamten besetzt ist, von denen aber die überwiegende Mehrheit bestimmte Dienstfunktionen auszuüben hat, z. B. im Untersuchungsgefängnis, Gefängnis Os- ebshausen, auf der Straße als Verkehrs­polizei usw., so daß im Ernstfall nur wenige Beamte zur Verfügung stehen. Tatsächlich ist auch an der Mordstelle zunächst nur ein Wagen mit 5 Beamten erschienen, die oben­drein nicht einmal eingriffen. Da sie nicht Schreckschüsse abgeben dürfen, waren sie wahrscheinlich gar nicht in der Lage, erfolg­reich zuzufassen. Auf der anderen Seite be­lehrn zweifellos Verbindungen zwi- chen Polizei und Reichsbanner, die unter allen Umständen sofort ausgemerzt werden müssen. Es ist uns bekannt, daß der Polizeihauptwachtmeister Vogt Reichsban­nerleute ausbildet und wir bringen auch an anderer Stelle dieses Blattes bereits Be­weise dafür, daß das Reichsbanner sich in Bremen anmaßt, Polizeisunktionen auszu­üben. Auch für diese Tatsachen trägt der Senat die Verantwortung. Erst gestern abend wieder wurden zwei Redaktionsmit­glieder von uns von Reichsbannerleuten ge­stellt und nach Waffen untersucht.

Weil der Senat es nicht für notwendig hält, gegen diese Mordorganisation einzu­schreiten, ist kein Mensch mehr in Bremen seines Lebens sicher! Bislang ist auch dem Senat noch nicht aufgefallen, daß das Reichs­banner mit Kurzspaten bewaffnet ist, ein Schlaginstrument, daß weit gefährlicher als alle sonstigen ist, die verboten sind. Hier würde also, wenn der Senat gewillt wäre, Ordnung zu schaffen, ein weites Betäti­gungsfeld vorliegen. Aber wir haben kein Vertrauen zu diesem Senat und erwarten von ihm auch nicht, daß er die notwendigen Maßnahmen ergreift. Sollte es überhaupt zu solchen kommen, würden sie sich wahr­scheinlich gegen die NSDAP. und die SA. richten.

Zum Schluß möchten wir auch an dieser Stelle den tiefgebeugten Eltern des ermerloe- ten SA.-Kamcraden Decker unser Weileid aussprechcn und ihnen die Versicherung ge­ben, nicht zu ruhen, bis ihr>^für Deutsch- lands Ehre und Freiheit gefallener Sohn ge- rächt ist. Blut kann nur diptch Blut gesühnt werden und es wird der /Tag kommen, au dem die Schuldigen vor I'"rm Volksgericht stehen, das nur Freisprach "der die Todes­strafe kennt. / —art.