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Der erste Vorsitzende des Vorstandes des Norddeutschen Lloyd, Geheimrat Dr. h. c. Stirnr ing, ist in der Nacht zum Sonnabend einer Lungenombolie im Krankenhaus Bethanien in Hamburg erlegen. Geheimrat Stimming weilte bekanntlich vor weni- ' gen Tagen bei Verwandten in einem Hamburger Vorort zu Besuch und glitt dort in der Wohnung auf dem Fußboden aus. Er erlitt eine Gehirnerschütterung sowie andere i Verletzungen, die seine Ueberführung ins L Krankenhaus notwendig machten. Zunächst
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- bestanden keine Besorgnisse. Im Lause der letzten Tage hatte sich jedoch das Befinden Stimmings verschlechtert und im Laufe der l letzten Nacht ist er verschieden.
Geheimrat Stimming wurde am 15. Mai 1876 in Fürstenwalde a. d. Spree geboren, n wo die väterliche, einer havelländischen 7 Siedlersippe angehörende Familie, seit drei
- Generationen ansässig, eine Brauerei besaß. Er besuchte das Gymnasium seiner Vater-
- stadt und verließ es Ostern 1894, um. die Universität Erlangen zu beziehen und gleichzeitig seiner militärischen Dienstpflicht beim Königl. Bayer. 19. Jnf.-Regt. zu genügen.
^ Ostern 1896 bezog Stimming die Universität Berlin. 1898 bestand er das Referendarexamen am Kammergericht und nahm sei- > nen juristischen Vorbereitungsdienst zunächst beim Amtsgericht in Seelow und später beim Landgericht 1 Berlin auf.
Von der rein juristischen Tätigkeit nicht voll befriedigt, trat Stimming 1899 in den
- Verwaltungsdienst der Kaiserlichen Marine ' ein. Nach Abschluß seiner Verwaltungstechnischen Ausbildung bestand er im Dezember 1901 das Assessoreramen. Im Jahre
' 1902 war er als Marine-Jntendantur- Assessor zum Norddeutschen Lloyd in Bre- ^ men abgeordnet, um einen Einblick in den ' Betrieb der großen Bremer Reederei zu erhalten. Unter der Leitung des 1913 ver- , storbenen Direktors Bremermann lernte er
München, 6. Nov. In einer Stellungnahme der NSDAP. heißt es, ob das Volk die Politik Brünings als die einzig mögliche betrachte, werde Brüning am 15. November erneut in Hessen feststellen können. In den Augen der Nationalsozialisten sei das einzig mögliche der Rücktritt des Kabinetts Brüning, das jeder rettenden Aenderung der deutschen Außen- und Innenpolitik hemmend im Wege stehe.
In einem Aufsatz des Hauptschriftleiters Rosenberg heißt es am Schluß: Trotz aller Zentrumstagungen bleibe nur eine Wahl: Entweder mit Hitler als Führer zu gehen oder unter die Walze der nationalsozialistischen Volkserhebung zu geraten.
Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP. schreibt zur Kanzlerrede, die beängstigende Not unserer Tage hätten nicht jene zu verantworten, die seit Jahren vor der Verelendungspolitik des Systems gewarnt haben, sondern die politische Machtgruppe, die die Macht im Staate in den Händen hielte. Daß Herr Stegerwald eine koalitionspolitische Fronterweiterung nach rechts als unmöglich ablehne, sei ein Meisterstück zentrümlicher Vertarnungskunst.
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Schwerin, 6. Nov. Im Landtag von Mecklenburg-Schwerin fand die am Donnerstag abend ausgesetzte Abstimmung über die Anträge zu der zweiten Notverordnung statt. Abgelehnt wurde eine Wiederholung der bereits am Donnerstag erfolgten Teilabstimmung, die nach der Ansicht der Nationalsozialisten rechtskräftig vorgenommen worden war. Das Ergebnis der Abstimmung be-
damals den Betrieb im Proviantamt sowie in den Passage- und Frachtabteilungen kennen. —
Nach dieser informatorischen Tätigkeit beim Lloyd war Stimming von 1903 bis 1910 als Marine-Jntendantur-Rat bei der Kaiserlichen Marine-Intendantur in Kiel tätig. Im Mai 1910 wurde er als Hilfs- referent in das Reichsmarineamt berufen. Aber schon nach kurzer Zeit wurde er von dem damaligen Staatssekretär des Reichsschatzamtes, Wermuth, in dieses Amt berufen, wo er alsbald zum Regierungsrat und ständigen Hilfsarbeiter, im Jahre 1913 zum Geheimen Regierungsrat und vortragenden Rat, 1917 zum Geheimen Oberregierungsrat ernannt wurde.
Zu Beginn des Krieges war Stimming zunächst im Verwaltungsdienst in Kiel beschäftigt und sodann im Reichsmarineamt mit der Organisation der Proviantzentrale der Kaiserlichen Marine betraut. Im Frühjahr 1915 forderte ihn der damalige Staats-
deutet die Annahme des Antrages, die zweite Notverordnung aufzuheben, ein Beschluß, an den die Regierung aus Grund der Reichsnotverordnung allerdings nicht gebunden ist.
Der demokratische Antrag, auch die dritte Notverordnung aufzuheben, wurde mit den Stimmen der Sozialdemokraten und der Regierungsparteien gegen die Stimmen der Nationalsozialisten abgelehnt. Der zweite Teil dieses Antrages, der verschiedene Aenderungen der Notverordnung fordert, wurde mit 26 Stimmen der Sozialdemokraten, der Kommunisten, der Nationalsozialisten und der Demokraten angenommen gegen 23 Stimmen der Regierungsparteien. Die Hauptausschuß-Beschlüsse, die kommunistischen Anträge wegen Aufhebung von Not-
Berlin, 6. Nov. Die Staatsanwaltschaft hat die Strafanträge für die Presse schriftlich niedergelegt. Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen Gruppenführer Helldorf und dessen Stabschef Ernst wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Aufreizung zum Klassenhaß drei Jahre Gefängnis und wegen öffentlicher Beleidigung dreihundert Mark Geldstrafe, ersatzweise 30 Tage Gefängnis. Gegen den Jungstahl- helmführer Diplomingenieur Brandt wurden wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Aufreizung zum Klassenhaß zwei Jahre sechs Monate Gefängnis beantragt. Gegen die Angeklagten Damerou. Schulz, Hell und Hagemeister beantragte der
sekretär des Reichsschatzamtes Helfferich an, um ihn in den mannigfaltigen kriegswirtschaftlichen Angelegenheiten als Referenten zu beschäftigen. Im September 1917 wurde ihm auf seinen Antrag der Abschied aus dem Reichsdienst gewährt und der Uebertrili zur Verwaltung des Norddeutschen Lloyd gestattet. Am 1. Januar 1921, als der damalige Generaldirektor Philipp Heineken als Präsident des Norddeutschen Lloyd in den Aufsichtsrat übertrat, trat Stimming an die Spitze des Lloydvorstandes.
Sein unermüdliches Eintreten für eine den Verhältnissen gerecht werdende und gleichzeitig auf die Leistungsfähigkeit des Reiches Rücksicht nehmende Reedereiabfindung, bedingte langwierige und aufreibende Verhandlungen mit den Reichsbehörden, an die sich die Beteiligten noch heute lebhaft erinnern.
Stimming ist zur Vertretung der Interessen seiner Gesellschaft u. a. Mitglied der Aufsichtsräte der Woermann- und Deutschen Ostafrika-Linie in Hamburgs der Stettiner
Verordnungen und Einstellung jeder Der» Handlung zur Herbeiführung von Lohnsenkungen abzulehnen, wurde mit den 26 Stimmen der Linken und der Nationalsozialisten gegen 23 Stimmen der Regierungsparteien im Plenum abgelehnt.
Damit ergeben sich auch die üblen Unterstellungen, die die „Bremer Nachrichten" an obige Tatsachen knüpfen. „Nationalsozialisten unterstützen Linke", heißt ihre Schlagzeile. Dabei wissen sie genau so wie wir, daß wir nicht die Linke unterstützt, sondern versucht haben, mit der Linken die Regierung zu stürzen. Wie überall, wollen wir auch in Mecklenburg zur Macht, ist sie in unserer Hand, dann sind auch nur wir allein in der Lage und fest entschlossen, den Marxismus mit Stumpf und Stiel auszurotten.
Staatsanwalt wegen einfachen Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Aufreizung zum Klassenkampf je ein Jahr Gefängnis; gegen Samerski wurden wegen einfachen Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Aufreizung zum Klassenkampf neun Monats Gefängnis beantragt. Die Staatsanwaltschaft beantragte ferner, daß den durch Graf Heildorf und Ernst beleidigten Kaufleuten Deterding und Simons die Befugnisse zugesprochen werden solle, das wegen öffentlicher Beleidigung ausgesprochene Urteil im „Berl. Lokal-Anzeiger", im „Berl. Tagebl." und der „Deutschen Allgem. Ztg." auf Kosten der Verurteilten öffentlich bekanntzumachen.
Dampfer-Compagnie, der Hanseatischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft in Hamburg und der Atlaswerke in Bremen; er ist außerdem Präsidialmitglied des Hansa-Bundes, Mitglied der Friedrich List-Gesellschaft und Aufsichtsrat der Darmstädter und Na- tionalbank. Ein besonders warmes Interesse hat er seit dem Kriege der Entwicklung des Luftverkehrs gewidmet, dessen Anfänge er als Aufsichtsratsvorsitzender und Organisator verschiedener später im Deutschen Aero Lloyd und mit diesem in der Deutschen Lust-Hansa aufgegangener Luftverkehrsgesellschaft entwickeln hals.
In erster Linie aber hat Geheimrat Stimming sich der Weiterentwicklung des Norddeutschen Lloyd gewidmet. Unter seiner Leitung sind die beiden schönsten und stolzesten Schiffe Deutschlands, die „Bremen" und die „Europa" gebaut worden.
Der Lloyd und mit ihm Bremen verliert in Geheimrat Stimming eine seiner bedeutendsten Führerpersönlichkeiten auf dem Gebiet« der Wirtschaft.