Ausgabe 
(4.11.1931) Nr. 146
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parteiamMtkes Organ öer Kremer Nationalsozialisten

Verlagsork Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Nerlag: Bremer Nationaljozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Papenstratze 15 Sprechstunden der Redaktion: Montag

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Lava» Europas Ainanzdiklalor / Der LlntcrsulihungSauSslihutz so« inTüttgkett trete«

Ein zweiter cyounsvlan?

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Paris, 3- Nov. Mit dem Eintreffen des fraii- - j ösischen Ministerpräsidenten und der Rückkehr des ...P rutschen Botschafters von tzoesch hat die ziemlich ver- . .,»orrene Lage ein wenig geklärt werden können Die ^-verschiedenen Gerüchte, die von allen Seiten in der H iributfrage und der Frage der Kriegsschulden ver­breitet sind, sind zum großen Teil als unrichtig und unwahr bezeichnet worden.

.„Temps" sucht in seinem Leitartikel den mehr -konservierenden Teil der Tätigkeit Lavals in Washing- .- on hervorzuheben. Hierbei bespricht er auch die Schul­et en- und Reparationsfrage, indem er mit großer Ent­schiedenheit die französische These vertritt und zu recht­fertigen versucht. .Man kann Laval, so sagt das Blatt, dSertrauen schenken, wenn er erklärt, er rechne mit dem ' --Ende des Hoover-Moratoriums und seinen Ersatz aus .ßyrund der Young-Plan-Bestimmungen. Frankreich u,at aus.Zuvorkommenheit gegen den Präsidenten der e Vereinigten Staaten den Hoover -Plan unter- -ichrieben, aber sich seine Rechte in den Repa­rationen und der Modalität ihrer Bezahlung vorbe­halten, Rechte, die auch für die übrigen Gläubiger- ..i'taaten Deutschlands gelten.

1 Das Experiment hat bewiesen, daß das Hoover- , Moratorium allein nicht genügt, Deutschland zu retten.

' i> Auf jeden Fall könnte im kommenden Jahr, wen» nan feststellen müßte, daß Deutschland nicht in der tage sein wird, seine Reparationszahlungen wieder iufzunehmen, nicht von einer einfachen oder mehr- ährigen Verlängerung des Hoovcr-Moratoriums die Rede sein. In diesem Falle wird das Problem der Zahlungsfähigkeit Deutschlands akut werden, und es änn dann loyal nur im Rahmen des Poung-Plans iP'^zelöst werden, der allein unsere Rechte und Interessen ül^jivnhrt, und zwar durch das in diesem Plan vorge- iF'Gehens Verfahren, das nach dem Wunsch seiner Ur- jeber und der Regierungen, die es angenommen haben, ane vollständige und endgültige Regelung darstellt. Jede Neuregelung wird durch die im Poung-Plan an­gezeigten Mittel und auf der Grundlage der durch )lesen festgesetzten Möglichkeiten vorgenommen werden missen, sonst kann es nur Irrtümer und Entmischungen geben.

BesprerHung HoesM Lava!

Paris, 3 Nov. Die erste Unterredung des Bot­schafters von Hoesch mit Laval und Briand nahm zwei Stunden in Anspruch. Laval gab zunächst Erläute­rungen über den Gang und die Ergebnisse der Washingtoner Verhandlungen- Daran schloß sich eine Erörterung der schwebenden Finanzfragen, zu der auch Finanzminister Flandm und Ministerialdirektor Bizot hinzugezogen wurden. Deutsche Vorschläge sind bei dieser Gelegenheit nicht gemacht worden-

Von französischer amtlicher Seite wird folgende Verlautbarung veröffentlicht: Ministerpräsident Laval hat dem deutschen Botschafter von Hoesch von dem Inhalt seiner Besprechungen mit dem Präsidenten Hoover über die Wiederherstellung der normalen Rege­lung des Poungplanes nach Ablauf des Moratoriums Kenntnis gegeben-

HKsrrrs Ken HZeffprerHunsen

Paris, 4- Nov. In Pariser Blättern ist man der Auffassung, daß die Prüfung nunmehr durch den Untersuchungsausschuß des Poungplanes stattfinden und daß anschließend an den Bericht dieses Ausschusses eine Versammlung der Gläubegermächte einberufen werde, die im Dezember oder spätestens im Januar in Paris oder einer anderen südfranzösischen Stadt ihre Beratungen abhält- Vorläufig seien für Ende der Woche oder Anfang nächster Woche weitere Unter­redungen zwischen dem deutschen Botschafter und dem französischen Ministerpräsidenten vorgesehen und zwar sobald der deutsche Botschafter im Besitz der Stellung­nahme der Reichsregierung zu den französischen Vor­schlägen sei-

Z« SNüvisS

Berlin, 3- Nov. Zu dem Verbot aller öffent­lichen Versammlungen unter freiem Himmel wird von zuständiger preußischer Seite mitgeteilt, daß für völlig unpolitische Versammlungen die Regierungspräsidenten bzw- Polizeipräsidenten auf drei Tage eingebrachte Anträge hin Ausnahmen zulassen können — Wirklich zu gnädig)

SesterreiG verkauft fiG an KrankrerG

(Anttvart: Ein zweites Harzvurg

München, 3- 2kov. Die Telegramm-Zeitung" Meldet aus Wien: Eine Gruppe von hiesigen amt­lichen Persönlichkeiten, an deren Spitze der Minister !Zeinl steht, ist im Begriff, die ^österreichischen Ver­kehrsmittel zunächst zusammenzulegen. Zu diesem Zweck sollen vor allem die Autobus-Unternehmen mit iöen Bundesbahnen vereinigt werden, ebenso die - Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft. Aus diesem Grunde wurde der schon 75jährige Präsident der zuletztgenann- ten Gesellschaft zum Präsidenten der Bundesbahnen gemacht. Das ganze Unternehmen soll dann durch Vermittlung der Länderbank an ein französisches Kon­sortium verpachtet werden- Diesem Konsortium ge­

hört der französische Industrielle Schneider-Creusot an- Verhandlungen in Paris finden bereits statt und wer­den für Oesterreich durch den Generaldirektor der Bundesbahnen, Seesehlner, geführt. Unterstützt wird dieser dabei durch Dr. Renner, der über Leon Blum Einfluß genommen hat.

Ein weiterer Plan sieht die Verpachtung der österreichischen Telephonanlagen an Frankreich vor, ebenso die Gründung einer österreichischen Hypotheken- anstalt wieder mit französischem Kapital und schließ­lich die Auslegung einer „inneren Anleihe", die von österreichischen Instituten gezeichnet werden wird, nach­dem Paris das Geld zur Verfügung gestellt hat)

ESeptelmVerILnKe

von Dr. Goebbels

Die alte Parteigarde denkt oft und mit lvehmut und Kührung an die schönen Zeiten zurück, da wir noch im gan­zen Reich eine kleine Sekte bildeten und der Nationalsozialis­mus in der Reichshauptstadt kaum ein bäckerdutzend An- hänger besaß. Gewiß hat der triumphale Aufstieg der Partei heute schon eine Reihe von Wünschen und Hoffnungen, die in uns allen lebendig sind, erfüllt. Jeder von uns lebt in dem Glauben, daß das dritte Reich vielleicht eher, als wir das für möglich halten, Wirklichkeit wird. Wir kommen dem Ziel näher und näher. Aber je faß- und greifbarer es vor unseren klugen liegt, umso mehr sind wir gezwungen, es zu entromantisieren und von den Schlacken illusionärer vorä stellungen zu befreien.

Wie schön war es doch dazumal, als wir noch ein Recht darauf hatten, uns die Erfüllung unserer Sehnsucht so schil­lernd und blau vorzustellen, wie das in unserem Belieben lag.

Unterdes ist die Partei gewachsen und gewachsen. Sie beeindruckt heute das politische und wirtschaftliche Geschehen in Deutschland in weitgehendem Maße, und fast scheint es so, .als vollzögen sich bereits alle deutschen Entscheidungen in unserem Schatten, ver 14. September 1930 war Stichtag für unsere Entwicklung. An ihm legte die Bewegung zum ersten Male sichtbar vor der Weltöffentlichkeit ihre große Prüfung ab, und sie hat diese Prüfung mit höchstem Erfolg bestanden.

Das mußte für die Partei und ihren weiteren fort­schritt die günstigsten Nachwirkungen zeitigen. Allenthalben in Deutschland war der Zuzug zu unserer Organisation un­übersehbar. Und zu dieser Stunde werden wir bereits das Doppelte und vielleicht das Dreifache gegenüber dem 14. September 1930 an Umfang besitzen.

Es wäre aber falsch und verhängnisvoll, wollten wir bei dieser so außerordentlich glücklichen Entwicklung die Nachteile übersehen, die sie im Gefolge hat. Hunderttausends und Hunderttausende von neuen Parteigenossen haben seit­dem in die Partei Einzug gehalten, wir haben uns alle Mühe gegeben, sie in unsere Gedankenwelt und unsere organi­satorische form einzuschmelzen. Die nationalsozialistische An­schauungsweise ist weit genug, ein ganzes Volk zu umspan­nen. ver versuch, die ungeheuren Massen, die nach der Sep­temberwahl zu uns stießen, in der Partei auch zu verdauen, ist - soweit das überhaupt möglich erscheint — auf das beste gelungen. Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß sich hier und da auch Elemente in unserer Bewegung eingeschlichen und eingenistet haben, die ihrer ganzen Wesens­art und charakterlichen Haltung nach gar nicht zu uns gehö­ren. Sie kamen mit bürgerlichen oder proletarischen Vorur­teilen zu uns, und eine einjährige Erziehungsarbeit hat sie nicht dazu gebracht, diese Vorurteile wie lästige Schlacken abzustoßen. Sie sind eben Bürger oder Proletarier geblieben und konnten am Ende nicht die Rraft aufbringen, darüber hinaus zu einer neuen deutschen Bewußtheit vorzustoßen.

Es muß einmal offen gesagt werden, daß durchaus nicht jedermann Nationalsozialist werden kann. vielleicht kann man das überhaupt nicht werden, sondern muß man das schon sein. wem aber das Schicksal diese Gnade nicht erteilte, der wird immer vergeblich den Eingang in unsere weltanschau­lichen Gesetze suchen.

hier und da findet man solche Elemente in der Partei oder in der SA. Sie machen meistens viel Aufhebens aus ihrer Gesinnung und versäumen in keinem fall, ihre Ver­dienste um die Bewegung in das rechte Licht zu stellen, wo über Nationalsozialismus diskutiert wird, da sind sie immer vorneweg dabei, und wenn man ihnen nicht beizeiten auf die Finger klopft, dann möchten sie gar den alten parteigar- msten erst die rechte Auffassung über das, was wir sind und

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