Ausgabe 
(3.11.1931) Nr. 145
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Berlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Berlag: Bremer Nalionaiiozialislische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Re­daktion: Papenstrahe 15 /Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878

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Hitler greift ein?

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Klarstellung «wer Llnterrevung rutt GGleiGer

München, 3- November. Die Pressestelle bei der Reichsleitung der Nationalsozialistischen Deutschen Ar- leiterpartei teilt mit: .„Adolf Hitler hat der „Welt im Montag" zu den in ihrer Nummer 44 vom 2.No- >ember veröffentlichten unwahren Behauptungen über eine Unterredung mit Generalleutnant von Schleicher olgende Berichtigung zugehen lassen: ,

„Es ist unwahr, daß ich in der Unterredung mit Generalleutnant Schleicher fest versprochen hätte, die sA sofort nach der Regierungsübernahme restlos auf­zulösen und zu entlassen- Wahr ist, daß in keiner »er beiden Unterredungen mit Generalleutnant von Schleicher oder mit sonst jemandem überhaupt von Rede von einer Auflösung oder Entlassung der SA. oar.

Es ist unwahr, daß ich erklärt hätte, auf die Besetzung der Polizeipräsidentenposten in den haupt- ächlichsten Städten und Ländern zu verzichten und alle adikalen Elemente meiner Partei rücksichtslos auszu- chalten, insbesondere 'Dr- Goebbels in keiner Weise u irgendeiner verantwortlichen Regierungsstelle her- mzrniehen Wahr ist, daß weder von der Besetzung. H,er Polizeipräsidentenposten, noch von der Ausschaltung »er radikalen Elemente meiner Partei, noch von einer

Verwendung oder Nichtverwendung von Dr- Goeb­bels die Rede war.

Es ist unwahr daß ,ich weiter erklärt hätte, daß ich mir das Programm des Reichsverbandes der Indu­strie in jeder Beziehung zu eigen mache und den Abbau der Sozialversicherung, der Arbeitslosenunter­stützung und des Tarifrechtes unbedingt unterstütze. Wahr ist, daß weder vom Programm des Reichsver­bandes der Industrie, noch vom Abbau der-Sozialver­sicherung, der Arbeitslosenunterstützung und des Tarif­rechtes die Rede war.

Es ist unwahr, daß ich durch verschiedene Ver­trauensleute Beziehungen zu französischen Politikern aufgenommen hätte und mich anläßlich des Besuches der französischen Minister in Berlin um eine geheime Unterredung mit Laval bemühte- Wahr ist, daß ich weder direkt noch indirekt Beziehungen zu französischen Politikern aufgenommen habe. Wahr ist, daß ich mich um keine Unterredung mit Laval bemühte. Unwahr ist demgemäß auch, daß ich in meiner Presse eine Aenderung Frankreich gegenüber befohlen hätte. Es ist weiter unwahr, daß ich als Termin für eine Re- gierungsübernahme spätestens Ende November bezeich­net hätte Wahr ist, daß ich keinen Termin für eine Regierungsübernahme genannt habe."

Die de» RGDAHS. »««« Äenternn uns

den Denlsthnaltonale«

Rosenberg im „Völkischen Beobachter".

München, 2- Nov. Im „Völkischen Mobachter" »eschäftigt sich am Montag in einem Leitartikel der lauptschriftleiter Rosenberg mit der Haltung der NSDAP. zu den Parteien. Er erklärt, man wolle Klauben machen, die NSDAP ließe sich unter Um- tändcn eingliedern in das System Brüning-Mollath- vittmann. Als ob ein 12jähriger Kampf — ein inziges Opfern — dazu durchgeführt worden wäre, irrem morschen System neues Leben zu geben- Die NSDAP- sei heute dreimal so stark wie das Zentrum- 8s sei eine unverfrorene Anmaßung, wenn dessen Führung, der Deutschland so furchtbares Unglück ver­

danke, von den Nationalsozialisten Eingliederung er­warte- Das neue Deutschland fordere vielmehr völlige Shstemänderung und werde jede Weigerung der Mit­arbeit an der Rettung der Nation gleich bewerten, einerlei ob sie vom Zentrum oder von anderer Seite komme Zur Haltung gegenüber den Deutschnationalen wird gesagt, daß Geheimrat Hugenberg sich stets loyal Verhalten habe und verhalten werde- Die NSDAP. als weitaus stärkste Partei des nationalen Lagers be­anspruche das selbstverständlichste Recht der Erstgeburt. »Der Fassung des Staatsgedankens der Zukunft. Damit müsse sich die Deutschnationale Partei abfinden Sie werde damit am besten fahren, denn Gegnerschaft könne nur ihr, nicht den Nationalsozialisten schaden-

I^altonalfozßattst

zufammengefMkagen

Chemnitz, 2- Nov. Wie das Polizeipräsidium Mitteilt, ist am Montga früh auf dem Verbindungs- loege zwischen der tzelmholtz- und Trinitatisstraße der »Nationalsozialist Fritz Kaufmann, der sich auf dem Wege nach seiner Arbeitsstätte befand, bewußtlos auf­gefunden worden Kaufmann ist offenbar hinterrücks überfallen worden und hat am Kopf sowie am linken t ürm je eine schwere Stichverletzung. ' Er hat weiter tzinen Stich in die Herzgegend erhalten, dessen Wucht stiurch eine Brieftasche abgeschwächt wurde. Kaufmann ^iegt zur Zeit bewußtlos im Krankenhaus. Bereits ch»or acht Tagen ist Kaufmann nächtlicherweile vor einem Husgrundstück von unbekannten Personen über- ällen worden- Außerdem hat er mehrmals Unter- chriftliche Briefe erhalten, in denen ihm auf Grund einer Zugehörigkeit zur NSDAP. der Tod angekün­

digt wurde. Ein etwa 22 Zentimeter langer Dolch wurde am Tatort gefunden.

Vettrührungssrist für U

EteuerHtnterzteyer

In der Not frißt der Teufel bekanntlich Fliegen, aber daß ausgerechnet die steuerfreie Reichsbahn-An­leihe dazu herhalten mußte, saumseligen oder betrü­gerischen Steuerzahlern bis zum 26- Oktober dieses Jahres für „Unstimmigkeiten" in der Steuererklärung Deckung zu verschaffen - man brauchte nur die Anleihe zu zeichnen —, übersteigt alles Dagewesene- Die An­leihe soll für Arbeitslose Arbeit und Brot schaffen, indem d er Gesamterlös von der Reichsbahn für zu­sätzliche Aufträge an die deutsche Wirtschaft zwecks Milderung der Arbeitslosigkeit verwandt wird- Glaubt die Reichsregierung dieses Werk nur mit Hilfe der Steuerschieber und -hinterzieher vollenden zu können?

Das Gevat der Glunde

Geschlossene Haltung im Kampfe gegen jede Verschlechterung der Rechte der Kriegsopfer auf gerechte Versorgung Vorwort Adolf Hitlers

Das deutsche Volk soll sich die Helden des Weltkrieges immer wieder vor Augen führen, die in klarstem Bewußtsein sich für uns alle geopfert haben. Sie müssen den Wankel­mütigen und Schwachen immer wieder zur Erfüllung seiner j Pflicht zurückrufen, zu einer Pflicht, der sie selbst im besten' Glauben und bis zur letzten Konsequenz genügten.

Soldaten hatten schon immer einen eigenen ausgepräg­ten Ehrbegriff und dadurch eine hohe Achtung vor ihren pflichten. Dieser Ehrbegriff und dieses Pflichtbewußtsein be­gleiteten das deutsche Heer in seinem gewaltigen Ringen während des großen Krieges, und wer so vorbildlich mit Leben und Gesundheit für seine Pflicht eingetreten ist, wie der deutsche Soldat, der hat Anspruch darauf, daß die große Volksfamilie, Staat genannt, mit dem gleichen Ehrgefühl seine Rechte achtet. Es mußte also mit derselben Selbst­verständlichkeit, mit welcher in fast fünf Kriegsjahren deut­sches Soldatentum die Schrecken des Krieges von der Heimat fernhielt, die Heimat — und das sind alle wahrhaft Deut­schen bis zu den Abgeordneten und Ministern hinauf, — den verletzten des Krieges und den Hinterbliebenen unserer Toten gegenüber das versprechen vom „Dank des Vater­landes" wahr machen und zwar ohne jede Einschränkung.

Gerade die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen sind es, die dem Vaterlande Opfer gebracht haben, wie wohl kein anderer Volksteil. Es. hat eine Zeit gegeben, wo man in weiten Volkskreisen dieses Opfer dankbar anerkannte.

Es wurden für die Kriegsopfer segensreiche Einrich­tungen getroffen. Es wurden Schritte unternommen, um nicht nur die seelischen Nöte zu lindern, sondern darüber hinaus die Kriegsopfer auch vor leiblicher Not zu schützen. Ls gab eine Zeit, wo man den Kriegsopfern mit Hochachtung be­gegnete. In der heutigen schnellebigen Zeit muß man nun­mehr feststellen, daß gerade die berufensten Vertreter als erste den traurigen Ruhm für sich beanspruchen, all den Witwen, zerschossen und siechen Körpers heimgekehrten Volks­genossen die elementarsten Rechte streitig zu machen. Das Bitterste selbst bleibt diesen Aermsten heute leider nicht einmal erspart, daß oft diejenigen, denen all die seelischen und körperlichen Strapazen erspart geblieben sind, nunmehr mit scheelen Augen aus die viel zu kärglichen Renten sehen. Mit lieblosem Neid sucht man oft glauben zu machen, daß die Versorgung der Kriegsopfer mit schuld sei an der jetzigen Finanzmisere. Zur Ehre des deutschen Volkes sei es jedoch offen gesagt, daß auch hier nichts anderes als pazifistische kreise dahinter stecken, die nichts anderes be­zwecken, als wie systematisch den Willen zur' Wehrhaftig- keit des deutschen Volkes zu untergraben. Nur dadurch, daß den Opfern des Krieges nachher systematisch immer mehr ihrer durch Blut erworbenen Rechte genommen werden, wird natürlich auch für die Zukunft jede Gpferfreudigkeit unter­graben.

Selbstverständlich sind auch die Kriegsopfer bereit, zu Nutz und Frommen des Vaterlandes Opfer zu bringen, in erster Linie nur dann, wenn diese gebrachten Opfer nicht weiterhin für den Tributwahnsinn gebracht werden. Darüber hinaus ist jedoch auch zu fordern, daß vor allem erst einmal die Großpensionäre, die da glauben, schon in ihrer kurzen nachkriegszeitlichen Minister- oder sonstigen Tätigkeit das Recht erworben zu haben, in weit größerem Maße, zumal dieselben doch noch immerhin ihrem Beruf voll nachgehen können, auf das arbeitslose Einkommen verzicht zu leisten haben, wir müssen es jedenfalls ablehnen, auf unser gutes Recht zugunsten des französischen Militärs zu verzichten.