Gtnzelprers LS HZfs
j^üttwocli, 28. Oktober 19Z1 Xr. 140
Heute
»beginnt unsere Gehil Serung
VMer
eine veutsMe «ewe gung
von C. CzeG-ZioGverg
VremevAattoaMMMMeMtung
parteiamllitkes Organ öer ßremer Uativaalsosialisteu
- -^v>-
Verlagsort Bremen Herausgeber: Kurt Thiele Nerlag: Bremer Nationaljozialislische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Papenstrahe 15 Sprechstunden der Redaktion: Montag
bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878
Die BNZ erscheint jeden Werktagu lohet RM 1.9» srei Haus, durch die Post zuzüglich 36 Psg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Boraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Ar ssperrung usw hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises
Anzeigenderechnung: hiesige die :0 gesp. Nonp.-Zcile RM 0,25, auswärts RM 0.30, im Tertteil die 5 gespaltene Tertzeile ÄM 1.— auswärts RM 1.25. Stellengesuche u. Familien Anzeigen RM 0.10 Kleine Anzeigen RM 0,15. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit
Steg der Rutronm-VreWeruKg
Me ensMOe THrvettersOaft verMtzt die rnarxisttseHen VEessss ss. ßVÄtztt national
Die ersten engSLstHen Waytersevnrsse
London, 28- Oktober. Der letzte Stand der Parteien war um 5 30 Uhr:
Nationale Arbeiterpartei Macdonalds 4
Konservative 222
Nationale Liberale Sir Herbert Samuels 23
Liberale Nationalisten Sir John Simons 14
Nationale Unabhängige 3
Für die Nationalregierung insgesamt 266
Arbeiterpartei 25
Unabhängige Liberale Lloyd Georges 2
Gegen die Nationalregierung insgesamt 27
Die Konservativen haben bisher ihren Gegnern 143 Sitze abgenommen- Die Verluste stellen sich für die Arbeiterpartei bisher auf 112 Sitze, für die Lloyd i George-Liberalen auf 28 und für sonstige auf drei.
Erfolge für die Nationalregierung.
London, 27- Oktober. Gegen 23 Uhr wurden die ersten mit großer Spannung erwarteten Wahlergebnisse bekannt. Sie brachten Siege der Konservativen in Wahlkreisen, die bisher von der Arbeiterpartei vertreten waren. Aus den Ergebnissen geht ferner hervor, daß die für die bisherigen arbeiterparteilichen Abgeordneten abgegebenen Stimmen gegenüber der Wahl im Jahre 1929 durchschnittlich um 12 bis 15 v. H. in einzelnen Fällen bis 25 v. H. zurückgegangen sind Die Liberalen haben in Wahlkreisen, wie Shal- tenham und auch in Londoner Wahlkreisen, wo sie keine eigenen Kandidaten haben, fast durchweg für die Kandidaten der Nationalregierung gestimmt An vielen Wahlkreisen müssen zahlreiche Arbeiterstimmen für die Kandidaten der Nationalregierung abgegeben worden sein
Nach den bis 2 Uhr vorliegenden Meldungen sind insgesamt gewählt 187 Abgeordnete, davon 172 für die nationale Regierung und 15 für die Opposition. Die Konservativen erhielten 147 Mandate, die Libe- i ralen 25, darunter 7 Simon-Liberale, die Arbeiter- / Opposition 15 Mandate. Die Gewinne und Verluste - verteilen sich wie folgt: Die Konservativen haben 60 : Sitze gewonnen, die Liberalen haben 7 Sitze gewonnen > (einen für die Simon-Liberalen), die Arbeiteropposition . hat keinen Sitz gewonnen, 64 verloren, die Unabhängigen haben einen Sitz verloren-
Im Wahlkreis Burnley hat die Arbeiterpartei , eine außerordentlich schwere Niederlage erlitten. Der Führer der Partei, Arthur Henderson, und vormalige Staatssekretär des Aeutzern ist, von dem kon- i servativen Kandidaten und zwar mit einer Mehrheit ! von 9209 Stimmen geschlagen worden-
Bei der letzten Wahl hatte Henderson eine Mehr- i heit von 7954 Stimmen erhalten. Die Stimmenzahl . verteilt sich wie >folgt: Campbell erhält 35126 Stimmen, Arthur Henderson 26 917 Stimmen und ein kommunistischer Kandidat 512 Stimmen. Konteradmiral Campbell ist der Schöpfer der sogenannten „U-Boot-Fallen", der sogenannten Ou-Boote- Die : Liberalen hatten ihren Kandidaten zurückgezogen, um Campbell zu unterstützen.
2m Wahlkreis Hyth hat sich die Mehrheit der Konservativen von 6070 auf 16 669 erhöht. Die Niederlage der Arbeiterpartei ist offenbar viel schlimmer,
als die größten Pessemisten in ihren Reihen befürchteten.
Das neue Parlament wird am Dienstag, den 3. November, zu seiner ersten Sitzung zusammentreten und als erste Amtshandlung den neuen Sprecher des Hauses wählen. Der Rest der Woche wird hauptsächlich mit der Vereidigung der Abgeordneten ausgefüllt sein.
IretMSIeitung zum Anyutter Wahlsieg
Zum Anhalter Wahlergebnis schreibt die Pressestelle bei der Reichsleitung der N-SD.A.P.:
Das Ergebnis der Kommunalwahlen im Lande Anhalt, die als. politisches Stimmungsbarometer ge- wertet werden müssen, ist außerordentlich charakteristisch für die stürmische Aufwärtsentwicklung, die die nationalsozialistische Bewegung gerade in den allerletzten Wochen genommen hat- Schon die erste Volksbefragung nach der Reichstagsentscheidung bestätigt eindeutig unsere Auffassung, daß der „Sieg" Brünings und seines Systems ein Pyrrhussieg im wahrsten Sinne des Wortes war. Das Anhalter Wahlergebnis ist die Antwort des Volkes auf die Abstimmung seiner „Vertreter" im Reichstag. An Hand der Wahlen kann man 5ich an den Fingern abzählen, in welch hoffnungsloser Minderheit sich die Regierung Brüning, wenn heute der Reichstag „eugewählt " würde, befindet. Die treuesten Stützen des Kabinetts Brüning wanken nicht mehr, sie beginnen bereits zusammenzubrechen. Der Verrat der S PD. an der Arbeiterschaft erhält seinen verdienten Lohn. Der kommunistische Austrieb hat leinen Höhepunkt überschritten. Der aus den marxistischen Fesseln sich lösende deutsche Arbeiter bekennt lich zum deutschen Sozialismus Adolf Hitlers und strömt den Fahnen der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung zu- Auch die bisherigen Wähler der Wirtschaftspartei, die im Reichtag Brüning noch einmal rettete, sind in Anhalt offenbar mit fliegenden Fahnen zur NSGAP. übergegangen. Der unaufhaltsame Siegeszug der N-SD.A.P. kommt zum Ausdruck in einer über 75-, zum Teil lOOprozentigen Wählerzunahme gegenüber den letzten Reichstagswahlen und in der Tatsache, daß sie unwiderruflich an der Spitze aller Parteien marschiert.
Nach dieser Wahl hat das Kabinlett Brüning kein Reckt mehr, sich auf eine Mehrheit des Volkes zu berufen Das Vertrauen des deutschen Volkes gehört der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und ihrem Führer. Im Lager der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung steht heute schon Deutschland-
Sie vlatzi rveileer
Kassel, 27- Oktober. Der vor einigen Monaten aus dem Magistrat ausgetrtene Stadtrat Haver Wied- hoff, der der Wirtschaftspartei angehörte, teilt mit, daß er wegen der bei der Parteileitung in Berlin, der Wahlkreisleitung in Frankfurt a- Main und dchn Vorstand der Ortsgruppe Kassel bestehenden unhaltbaren Zustände sein Amt als erster Vorsitzender niedergelegt habe und gleichzeitig aus der Partei ausgetreten sei- Nach seiner Ansicht sei der seit einem Jahr einsetzende Zerfall der Wirtschaftspartei nicht mehr aufzuhalten. Die Wirtschaftspartei könne infolgedessen dem um seine Existenz kämpfenden Mittelstand nicht mehr helfen. Dem ersten Vorsitzenden werde sich der zweite Vorsitzende, der erste Schriftführer und der erste und zweite Kassierer anschließen und ebenfalls ihre Aemter niederlegen. Ger zweite Vorsitzende und der Schriftführer sind gleichzeitig aus der Partei ausgetreten.
Lotte DonzemivietfsHaft
Herr Teqtmeier läßt ferne Innung auffliegen
Wir sind in heutiger Zeit allerhand gewöhnt, aber was man Dienstag abend als zufälliger Besucher eines Bierlokals an der Weide erleben konnte, das hätte so manchem unbelehrbaren Bremer Bürger die Augen geöffnet Eine so dicke Verfilzung, eine solche Korruption, soviel Geheimkonten, geschenkte Autos, Amerikareisen, Fahrten in die Schweiz, hat es lange nicht auf einen Haufen gegeben und Leo Sklarek oder Barmat hätte seine helle Freude daran gehabt
Nur die Bremer Zwangsinnung der Mechaniker ist nicht ganz damit einverstanden, weil es sich zumeist um ihr Geld handelt und so kam es zu einer stürmischen Versammlung, die Herr Tegtmeier nur auf Grund unglaublicher Gickfälligkeit und Bramsigkeit lebend überstand. Wir wollen im Interesse der Händler, die schon durch Tegtmeiers Innungspolitik genügend geschädigt sind, nicht noch mit all den schmutzigen! Einzelheiten aufwarten, die man zu Hören bekam. Wir stellen nur fest, daß Herr Tegtmeier sich von verschiedenen Industriekreisen, gegen die von der Innung ein berechtigter Abwehrkampf geführt werden soll, ein Auto und zweimal 5000 Mark schenken ließ und diese Beträge über Geheimkonten laufen ließ, von denen dann seine Amerikareise und anderes bezahlt wurde. 5000 Mark bekam z. B. die Wirtschaftspartei, damit sie Herrn Tegtmeier zum Reichstag kandidieren ließ und anderes mehr. Wir glauben Herrn Tegtmeier gern, daß er für alle diese korruptiven Vorgänge vorher oder nachträglick irgendwelche Genehmigungsbeschlüsse herbeigeführt hat, um der Form nach gedeckt zu sein, aber das mindert nichts an der Tatsache, daß hier mit den Interessen der Zwangsmitglieder Schindluder getrieben worden ist und zwar mit dem Ergebnis, daß Herr Tegtmeier nach Amerika fahren konnte, daß er über ein Auto verfügte usw. Bezeichnend für diesen Mann ist noch die Tatsache, daß er sich trotz seines hohen Gehaltes, welches sich zwischen 10000 und 20000 Mark bewegt, noch jede Zeile honorieren ließ, die er in der Verbandszeitung schrieb. An 800 Mark Nebeneinnahmen sind dabei auch noch herausgekommen. Es entspricht selbstverständlich der Not der Zeit, wenn Herr Tegtmeier für seine häufigen Reisen sich 30 Mark Tagegelder und Bahnfahrt 2. Klasse auszahlen ließ. Aber das sind ja Kleinigkeiten, über die sich die Mitglieder nur wunderten, weil man sie ihnen geflissentlich vorenthielt und weil sie sie halt bezahlen müssen.
Jedenfalls gab es Sturm in der Versammlung und ein Mißtrauensantrag gegen Tegtmeier wäre fast einstimmig angenommen worden, wenn Herr Tegtmeier ihn Zugelassen hätte- Aber das ist ja das Bezeichnende für diesen Mann: Für seine dunklen Geldgeschäfte, mit denen sich übrigens bereits die Gerichte befassen, sicherte er sich in echt demokratischer Gesinnung die Verantwortlichkeit eines nicht zu fassenden Gremiums. Für sich selbst aber pfeift er auf alle Demokratie, läßt sich auf keine Mehrheit und auf keine Geschäftsordnung ein, sondern verläßt sich nur auf sein dickes Fell, auf feine kaum noch zu überbietende Wortklauberei und läßt im übrigen den lieben Gott einen guten Mann sein. Man kann sich leicht vorstellen, daß bei dieser Auffassung von Verantwortlichkeit ein Sturm der Entrüstung durch die Versammlung ging, die durch das unglaubliche Verhalten ihres Jnnungsmeisters schließlich zu äußersten Maßnahmen gezwungen wurde, nämlich zur Auflösung der Innung und zur Gründung eines neuen Verbades, für den sich sofort Herr Tegtmeier als Vorsitzender